Deutsches Rechtswörterbuch (DRW): 1(Sind)

1(Sind)

, m.

wohl auch Sinde 

I Amtsgenosse; Mitrichter, Beisitzer
  • H., tha hi redia was and kethere, tha kas hi and alle sine sithar thissa kera, and alle liudem wast wille [als H. Redjeve und Urteilsverkünder war, da setzten er und alle seine Amtsgenossen diese Küren, und dem ganzen Volke war es genehm] 
    Ende 13. Jh. BrokmerR. 114
  • alrec redieua se sinre eynere echtene weldech, and enes skel hi achta; acht hi tuia under sinre eynere weld tofara sine sithum and hi vrwnnen werthe mith sine tuam sithum, sa reze hi ene alwe hageste merc tha rediewam and thene scatha felle hi [jeder Redjeve soll seiner eigenen Schätzung walten, und (nur) einmal soll er (etwas) abschätzen; schätzt er (eine Sache) in seinem eigenen Amtsbereich von seinen Amtsgenossen zweimal (verschieden) ab, und wird er dessen durch zwei seiner Amtsgenossen überführt, so zahle er den (anderen) Redjeven eine halbe höchste Mark, und er ersetze den Schaden] 
    Ende 13. Jh. BrokmerR. 34
  • alsa thi redieua heth sine achte uteieuen and him hebbath alle sina sitha efolad, sa skilun tha fiuwer hodera ther to ondwarda wesa [wenn der Redjeve sein Urteil abgegeben hat, und ihm all seine Amtsgenossen zugestimmt haben, so sollen die vier Hodere da zugegen sein] 
    1327 RüstringerR. 156
  • hoc riuchter sa ther mei to tha ware nout kuma mith fretha mit fior sidum, sa mei hi itta huse wesa; thach scol hi for hine ther anne mon senda, ther mith fretha ther muge wesa [wenn irgendein Richter nicht in Frieden mit vier Amtsgenossen zum Gericht kommen kann, so darf er zu Hause bleiben; jedoch soll er einen Mann für sich hinschicken, der sich dort in Frieden aufhalten kann] 
    1. Hälfte 15. Jh. FivelgoR. 204
  • hat soe ioe toe fijnde come mit iuwe sithem, dat hij dat riochtlicka fijnde [was Euch mit Euren Amtsgenossen zur gerichtlichen Entscheidung vorgelegt wird, das sollt Ihr rechtsgemäß aburteilen] 
    1464 (Hs.) WesterlauwersR. I 634
  • wat kethere so der kethe joff kundighe bouen dere zythen off mede rechters woerdt ende bouen dat breeff, so breke he weder synen sythen ene halue marck engelsk
    um 1479 CodHummerc. 337
II Gefährte, Kampfgenosse, Gefolgsmann
  • hwae soe mit samenda sidum jn en oers land wald deth, soe schel hijt mit twam pundem beta [wenn jemand mit versammelten Gefährten Gewalttaten auf eines anderen Grund und Boden verübt, so soll er es mit zwei Pfund büßen] 
    1. Hälfte 14. Jh. (Hs. 1464) WesterlauwersR. I 256
  • hwae soe oers huus jnstat mit samenda sidum, soe scel hijt beta mit twam pundem weer him, deer hi den scada deen haet [wenn jemand das Haus eines anderen mit versammelten Gefährten einstößt, so soll er es dem, dem er den Schaden zugefügt hat, mit zwei Pfund büßen] 
    1. Hälfte 14. Jh. (Hs. 1464) WesterlauwersR. I 258
  • hwa soe fareth to en mannis huse ... mith weipender hand and mith sameneda sithemi and ma therin wald deth iefta thet queck nymth, soe scel ma thet fia twiscetta beta [wen man ... mit bewaffneter Hand und mit versammelten Gefährten zu eines Mannes Hause zieht und man darin Gewalt übt oder das Vieh raubt, so soll man das Vieh doppelt so hoch büßen] 
    2. Hälfte 14. Jh. (Hs. 1464) WesterlauwersR. I 482
  • hat becant, das her zu dreimalen mitgewest ist mit den sinden vnd hat die ouch hengefurtt, do man den lewten das ere genomen hat
    1470 NphilMitt. 28 (1927) 13
III Dienstmann; zu Dienst und Gehorsam verpflichtete Person
  • [der Stadtziegler] scult sulven des nachtes by deme vůre wesen, wan me brant, unde de lasten kolen nicht leschen, se ne hebben i dach dar by leghen, de wyle he des rades synde is
    1417 BrschwChr. I 250
  • ock schall nemand holden des andern sinde 
    vor 1770 BremWB. IV 790 [hierher?]
IV Ehegatte
unter Ausschluss der Schreibform(en):
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