Deutsches Rechtswörterbuch (DRW): Sippzahl

Sippzahl

, f.

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auch Sippen-; auch umgeformt zu sippsal; mit Komp.-Vorstufen
Verwandtschaftsgrad; in Stufen gemessener Abstand der Verwandtschaft; idR. bildlich gemacht anhand des menschlichen Körpers (gezählt vom Kopf bis in die Fingerspitzen, zB. SspLR. I 3 § 3), seltener anhand eines Sippbaums 
  • dit is de irste sibbe tale, die man to magen rekenet: bruder kindere unde suster kindere
    1224/35 (Hs. 1369) SspLR. I 3 § 3
  • alle die im sippe sîn ... soltû mîden ... ze der vierden sippezal 
    um 1275 Berth.v.Regensb. I 312
  • heizent div chint geswistrige. vnd hebent die ersten sippe zal die man ze magen rechent
    um 1275 Schwsp.(Langform Z) LR. Art. (L.) 3
  • ez erbet ein iegelih man sinen mag. vnz an die sibenden sippe zal 
    um 1275 Schwsp.(Langform Z) LR. Art. (L.) 3
  • swer nv die sippe zal recht vnd redelich reiten wil der shol sie nemen als hie geshriben stet
    nach 1280 Schwsp.(Langform M) LR. Art. 5
  • swelheu chint sich twischen dem nagel und dem haupt geleichen mugen an der sippe zal, deu nemment auch das erb geleich
    1328 Ruprecht(Claußen) Art. 154
  • wert dat eynich van den borgeren storve ... wert dat sonne und dochter nicht en weren, wey dar dan dey neesten weren van sybbetal echte, borden dat sementlike guet
    1341 Steinen,WestfGesch. IV 240
  • ir sollet ouch mehr wissen von der sipzal uffwert. under den zo nymt der nehiste alleine erbe. nedirwert, wy vil ir sien, die nemen daz, daz ir worzil solde genomen haben
    Ende 14. Jh. GlWeichb. 384
  • die eerste sibbe-tale, die men to maghen rekenet, brueder kynt ende suster kynt
    Anf. 15. Jh. NlSsp. I 15
  • ungeczweiter bruder und swester kindere stehen an dem geleide, do schulder und arm zcusampne stoesen, und ist dy erste zibbeczal, dy men zcu moge rechent, swester und bruder kynt
    1435/54 DanzigSchB. 11
  • alleyn her forder beysteet an sippeczal sal der kindere vormunde seyn
    1436 Stobbe,Beitr. 121
  • jemant der dez gutz erb wil sein der sol daz darzupringen mit rechter sipp zal 
    1441 Ruprecht 239
  • [Übschr.:] pawm der sipsal und freundschafft
    1459 ZRG. 5 (1866) 305
  • alle sin erbe ... ist uff mich gefallen noch syme tode noch rechter sypczal, alz ich hoffe zcum rechten
    1460 Bocksdorf,GForm. 422
  • wenn nicht swertmogen noch spynnel mogen in der stadt sind, die billich noch der siptzal heergerethe adder gerade nemen, so sal das von der stad wegen uff das rathuß zcur stad besserunge noch aldem heerkomen genomen werden
    1470 AltenburgStR. 362
  • ten sij sake, dat ijement bewysen mochte die sibber were dan B. ..., die solden ore volle ansprake van sijptaele wegen beholden
    1486 OmmelWarfc. 113
  • ab aldo keyne kinder weren ... szo haben denne zu fordern die nhestenn swertmogen unnd spilmogen biß in das dritte glidth der linien sippenzcal 
    um 1491 KamenzUB. 128
  • so gy uns twier part sibbetall unde magisschop ... beschreven ... hebben
    2. Hälfte 15. Jh. MagdebSchSpr.(Friese) 184
  • disz synt dye regeln der syppeczal nach worczeln unde czelgen des boymes erbe czu nemen
    15. Jh. Wasserschleben,SuccO. 125
  • solche wustung jm vnd seinen rechten leiblichen erben zu rechten manlehen ... nach sipzal ... zu belehnen
    1504 PomesanienUB. III 255
  • [dass Verwandte] iren erbtail inner jarsfrist ersuchen und ire sippzall beweisen sulln
    1512 NÖsterr./ÖW. VII 889
  • es soͤllen die grad der siptzal jn den erbuällen gerechennt werden nach welltlichem geschribem rechten vnnd nit nach satzung der geystlichen recht
    1518 BairLRRef. Tit. 48, 1
  • de kindes-kinder int veerde tho rekenen ... wen id verder is, dan int. 4. litt, so is de sibtall uth
    um 1518 OstfriesLR.(Wicht) 314
  • in ërbfällen, es sei in absteigender, aufsteigender oder auch in beseiter linni, in was grat oder sipzall sich söllichs begeben mag
    1565 RaurisLR. 218
  • [bei Erbanspruch:] waist er aber ain sipsaal auf, die in dem grundbuech steen, so wil er sich erbieten als billich ist
    1566 Tomaschek,Wien I 182
  • [Übschr.:] wie eheleuth einander erben, wan khain bluotsverwandter inerhalb der zechenden sipzahl vorhanden
    1609 JbVorarlb. 37 (1898) 120
  • wer der nechste ist in der sipzahl, hat auch das beste recht zum anfall
    BöhmStR. 1614 F 14
  • in rechtlichen processen, als da seind aidliche kuntschaftverhörung der sippsall, ehelicher geburt, grunt- und podenstrittigkeiten, schlög, auch edicthandlungen, parrecht und anderer sowoll bürger- als peinlicher sachen, so guettig nit verhandlt werden könden
    1662 Tirol/ÖW. XVII 37
  • in Sachsen, wo die mitbelehnten nach rechter sippzahl, d.i. nach der nähe des grads, folgen
    1757 RechtVerfMariaTher. 656
  • [dass] das erbe unter voll- und halbbuͤrtigen geschwistern und deren kindern zu theilen, gleichfalls bei entfernteren anverwandten von der vollen und halben geburt, wenn sie der sipzahl nach gleich nahe sind
    1762 SystSammlSchleswH. II 2 S. 623
  • sippzahl: die ordnung und der grad, nach welcher man die anverwandschaft der descendenten, ascendenten und collateralen rechnet
    1762 Wiesand 990
  • der ausdruck: nach rechter sipp-zahl ... [um] anzudeuten, was nach roͤmischer art die zahl der grade ausmacht
    1793 Pütter,ErörtStaatsR. I 228
  • sind die mitbelehnten agnaten des ersten erwerbers; und mit der formul: nach rechter sippzahl, belehnt: so folgt nach gänzlicher erlöschung der lehnsfähigen descendenz des ersten erwerbers, nur derjenige mitbelehnte, welcher dem letzten vasallen dem grade nach der nächste ist
    1794 PreußALR. I 18 § 413
unter Ausschluss der Schreibform(en):
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