spulgen, v.

(etw. zu tun) pflegen, zur Gewohnheit haben
  • an deme fierden scînent fingelîn die zieren, dâ mite der man spulget sîn wîb mahilen. ouch hat der chunig ze site daz pischtuom mahilen dar mite swelehen phaffen er ze hêrren wil machen
    2. Hälfte 11. Jh. GenesisW.(Smits) V. 143
  • [ledik der dienste,] die man in dem selben houe alliv iâr an sante martins tage spulgete ze haben
    1291 Hohenlohe/CorpAltdtOrUrk. II 666
  • ez sol auch dehein frowe als ez von alten dingen wolleich vnd recht ist zivch sein vͤber dehein dinch wan vͤber elichen heirat, notnvnft, vnd vͤber daz lest geschæft an dem tod, wan bi den dreien dingen spulgent die frowen allermeist zesein
    1294 München/CorpAltdtOrUrk. III 233
  • des spulgt man leider niht an weltlichem als an geistlichem geriht
    1337 Ammenh. V. 5195
  • den grebin spulgete man iares rocke zcu geben
    1374 MarburgSalb. 210
  • in der ratstoben, da sie spulgent yren rat zů besiczen
    1382 WormsUB. II 529
  • das heilige richsgerichte ... do man die eyde spulget zu thun
    14. Jh. FrankfOHof 223 Faksimile
  • wer ubel swure ... ist eime camerer verfallen vor iii schilling heller, solichen frevel spulget ein camerer durch gots willen [Armen] zu geben
    1444 MainzKämmW. 8 Faksimile