Deutsches Rechtswörterbuch (DRW): Spurius

Spurius

, m.

auch lat. flektiert
uneheliches Kind ohne gewissen Vater; da idR. aus Ehebruch oder Prostitution hervorgegangen rechtlich besonders benachteiligt
  • bastart, spury oder manseres genant das sind kinder die von ledigen frauwen, die sich nit zu einem mann allein halten, sonder dan einen dan den andern zulassen, geborn werden; dieselben die vss einer mutter erben einander auch irer mutter güter mitsampt irn elichen gebornen kinderen
    1498 WormsRef. IV 4, 5, 12
  • aber in der mutter guͤtter, wo sie sunst kein eheliche kinder hett, werden spurien oder bastarten inn testament vnd on testament zugelassen
    1550 Gobler,Rsp. 39r
  • von spurien, bastarden vnd hurenkindern ... inn keiserlichen vnd baͤbstlichen rechten
    1556 Lose,Erbsch. 13v
  • es wirt gefragt, ob der vatter ein vneheliche tochter dotiern koͤnn? vnd hat das ansehen, daß ers nicht koͤnn, dann es in weltlichen rechten richtig, daß man den spurijs, den vnehelichen nit schencken, noch durch testamenta verlassen koͤnne, auch nicht alimenta, die nahrung
    1597 Meurer,Liberey II 210
  • geschiehet es aber, daß ein spurius nur von einem oder dem andern reichs-fuͤrsten ehrlich gemacht wird, so ist er nur in dessen reichs-fuͤrsten-land ehrlich, nicht aber in dem ganzen reich
    1746 Hermann,AnfRGel. 125
  • eine mater illustris erbt ihren spurium, wenn sie gleich eheliche kinder hat, da doch der spurius in diesem falle ihr nicht succedirt
    1803 Höpfner,KommHeineccInst. 746
unter Ausschluss der Schreibform(en):