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Deutsches Rechtswörterbuch (DRW): Stadtrecht

Stadtrecht

, n.

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Sachhinweis: Lingelbach/Hoops,Reall.2 29 S. 473ff.

I einem Gemeinwesen vom Kaiser oder Landesherrn verliehene Rechtsstellung als Stadt (III); verbunden mit Statutenhoheit, dem Recht zur Selbstverwaltung und Privilegien wie dem Recht zur Errichtung von Stadtmauern, dem Marktrecht (III), zT. auch dem Münzrecht, Braurecht, Mühlenrecht (II) uä.
  • et insuper talem libertatem et tale ius civitatense, quod vulgariter statreighte nuncupatur ... concedimus et donamus
    1259 StUtrechtOorkB. III 254
  • [wir verleihen] allen den di zu disen zeiten zu K. ... wonende vnd siczend ... ein rehtes statrehte ewicleichen daselbst zu haben ... mit mulczen, brewen, kauffen vnd zu verkauffen, reht, gesecze, gerihte vnd aller ander gewonheit
    1324 MZoll. II 382
  • so hebben wi [bisscope tUtrecht] hem ghegheuen ... een statrecht ewelic durende
    1354 Vollenhove II 3
  • das dieselben burger und inwoner zu W. unsser besunder gnaden teylhaftig werdenn, so haben wir in mit wolbedachtem mute, gutem rate und rechter wissen statrecht gegeben und verlihen
    1418 GlatzGQ. II 95
  • daß wir ... als ein fuͤrst ... der ganzen gemeine zu B. ... stadtrecht und buͤrgerrecht gegeben haben
    1454 Buttelstedt 297
  • 1213 daß dorff Winterthur verbran gar vß ... 1278 Winterthur vͤberkam stattrecht 
    1538 AnzSchweizG.2 10 (1906/09) 37
  • das dorf W., welchs vor weinigk jharen mit stadtrechte durch die bischoffe von H. begnadet
    1552 BrandenbSchSt. I 270
  • stadt-recht, das ein ort, der vorher nur ein flecken gewesen, erlangt: stadt-berechtigung und befreyung
    1741 Frisch II 315
  • wie dann die herrn graffen dieselben 1. mit stadt-recht begnadet, 2. jahrmarcket zu halten privilegirt, 3. potestet und macht einen raht zu erwehlen und statuta zu machen indulgirt [haben]
    1745 Westphalen,Mon. IV 34
  • die kaiserlichen reservata in weltlichen reichsanliegenheiten bestehen vornehmlich in dem recht ... das stadt-recht ... zu verleihen
    1757 RechtVerfMariaTher. 566
  • [die vorstadt wurde] nach der hand aber mit dem stadtrecht begabt, sohin mit eigenen wappen, braͤuhaͤusern und andern buͤrgerlichen gewerb versehen
    1770 Kreittmayr,StaatsR. 337
  • ohne kaiserliche erlaubnis [durfte] kein ort zur stadt ... gemacht werden. diß hat sich nun ... abgeaͤndert, und die ertheilung des stadtrechts haͤngt nun bloß von der bewilligung des landesherrn ab
    1785 Fischer,KamPolR. I 579
  • das stadtrecht kann von niemanden als dem oberhaupte des staats ertheilt werden
    1794 PreußALR. II 8 § 87
  • die amtssaͤssigen und patrimonialstaͤdte haben meistens kein volles stadtrecht, sondern nur fleckenrecht, d.h. sie haben keinen ordentlichen stadtmagistrat, sondern nur ein eingeschraͤnktes recht zur buͤrgerlichen nahrung
    1801 RepRecht IX 252
II Gesamtheit der einer Stadt (III) und den Stadtbürgern zukommenden Privilegien und Rechte, auch das einzelne Privileg; offen zu Bed. I 
  • daz wir [hertzog] ... denselben purgeren ir statrecht, die si von alter gehabt habent, genewet und bestetiget haben
    1308 Schwind-Dopsch 162
  • ouch haben wir [graf] den vorgenannten vnsern koufluten czu R. gnade gethan vnd fryhe gegeben alle stad recht, daz sye die also volkomelichen habin schullen also andere stete, die da mechtiger sind denne sye
    1310 MittOsterland 4 (1858) 210
  • [wir, keiser Karl,] erlauben und gunnen mit kraffte ditz brieves, daz alle und igliche leute, die unter irer vesten zu A. itzund wonen und hernach wonhafftig werden, statrecht und freiheit haben sullen und mugen ... als andir stette, die dorumb gelegen sein
    1374 AdelsheimStR. 618
  • das die von B. ie und allwegen ... stettrecht gebrucht habent
    1425 OsterburkenStR. 1029
  • wir wollen, dass solche [alda wohnende personen] rechte freye inwohner und bürger geheissen und genannt und allerdings stattrecht sich gebrauchen [sollen]
    1616 Tänzer,GJudVorarlb. p. 27
  • [wuͤr erklaͤren] daß ... gesagten burgermaistern, rath und gantzen burgerschafft ... solche demolition der ... statt-mauren, thuͤrn und thoren ohne einigen præjudiz oder schmaͤlerung ihrer regalien, privilegien, immunitaͤten, statt-rechten, jurisdiction und gerechtigkeiten seyn [sollen]
    1644 Buchhorn 335
  • daß sie ... in krafft ihrer uralten habenden ersessenen privilegien und stadt-rechten ... solche zum verbottenen leuthgeben eingelegte und abgezogene wein ... hinweg nehmen ... und in die arme haͤuser und spitaͤler ... fuͤhren lassen moͤgen
    1667 CAustr. I 782
  • dabei ist die stadt zollfrei vermoͤge der stadtrechte, freiheiten und privilegien gewesen
    1737 RevalStR. I 168
  • das vorzuͤglichste der gemeinen stadtrechte ist im gemeinen stadteigentume und den staͤdtischen gemeinen einkuͤnften zu suchen
    1788 Thomas,FuldPrR. I 169
III für eine Stadt (III) und ihre Bewohner geltendes Recht (in seiner Gesamtheit), insb. das von der Stadt kraft eigener Statutenhoheit gesetzte, ggf. vom Stadtherrn bestätigte Recht (Stadtgesetz, Stadtwillkür); offen zu II u. IV 
  • so wor ein man ... an dhes anderen were gheit vnde ene sleit ... he scal beteren ein gance uorsate, also stat recht is
    1279 StadeStR. 103
  • quod ... villam seu locum L. cum omnibus suis attinentiis, agris, pratis, pascuis, viis et inuiis, ciuitati predicte B. apponimus perpetuis temporibus tali iure quod stadt-recht dicitur in vulgari
    1295 Gercken,Frag. March. III 18
  • daß wir jn ... diese besondere gnad thun wollen, daß jhr rath statt-recht, gebott und gesetzde, die uns umb dem rich, und auch dem rechten nicht wiederwertig seyn, muͤge auffsetzen und machen
    1331 Lünig,RA. XIV 1 S. 337
  • daz ich ... verchauft han mein haus ... nach statrecht vnd des gotzhaus gewonhait so ez allerpest chraft mach gehaben vor gaistlichem vnd vor weltleichem rechte
    1333 BrixenUrk. I 558
  • pro exactionibus, excubiis et omni iure civitatis, quod dicitur vulgariter statrecht 
    1350 HMerseburgUB. 889
  • vmb min armen lut die gemeinde von O., die ir in uwerm riete gepfendet haͮnt vmb daz hoͮwe, daz su vs dem riet fůrtend wider uwer stettreht vnd gewonheit
    1362 RappoltsteinUB. I 580
  • were auch, daz ich ... dirre vorgenanten dinge ... nit enhielde ... daz sult den vorgenanten herrin an dirre giest nit schaden ... sůnder sie sulden geruwelich nach mime tode allis daz ich liezse, nemen ... und sullin daz důn, wo ich bin odir were, dar vor nit schirmen sal stederecht, gewonheid ... och dez landis satzunge
    1364 DOrdHessenUB. III 38
  • we dar ok sprikt boven der heren word unde der mestere eede, de scal dat beteren na stadrechte 
    1375 HambZftRolle 25
  • stat recht ist daz dy stete vndir yn selber gesaczt haben noch der alden gewonhait
    1378 SilleinStRB. 58
  • daz wir jn auch geben vnd verleihen ewichleichen dem vorgenanten markt C. ... statrecht vnd gewanheit, chlain vnd groz, als die stat ze B. recht vnd gewanheit hat
    1387 BudweisUB. 234
  • markit recht daz wir auch stadtrecht heisen ist geworden von fryer wilkur do sich dy lute begunsten czu sament czu sazin
    um 1390 ScrRLus. I 450
  • mit hantvesten ind gesetten ind ewige gewoenten verkaeren statrechten, die onse raide ende voiralderen ... gesat, gemaect ind mit wairachtiger konden an ons bracht [hebben]
    1430 KleveÄltStRHs. 7
  • umbe anirstorbene gutere haben egnanten unser gnedigen hern rethe ußgesprochen: ... was sich irsterbe yn lantrechte, daz gebe man noch lantrechte, unde was sich irsterbe noch statrechte, daz gebe man noch statrechte 
    1437 FreibergUB. I 155
  • scheghet ok, dat wy meenden tosprake ... to hebbende to desser stede borgheren ... vor sineme rade willen wy bruken mit em stades recht 
    1452 Fock,RügPommG. IV 155
  • so solle ... die lebendig person aus inen des abgestorben verlassen hab und gut ... in craft des statrechtens alhie erben
    1500 MünchenStR.(Auer) 195
  • dann was recht ein jedes volk im selbs vffgesetzet hat, das ist irer stat ein eygen recht, vnd heisset statt recht, als ein eigen recht der selben stat
    Murner,Inst. 1519 Bl. 3r
  • die statrecht sein, was ain iede stat gemain oder besamblung aus verhenkhnus der obrigkhait under inen selbst fur recht oder handvesst zu halten setzen, das burgerlich recht genannt wierdet
    1528 ZeigerLRb. 18
  • stadt recht schollenn holden alle man, welckere wissmarsch ber tho F. tho kope bringen
    Mitte 16. Jh. FlensburgWillk. 5
  • wer in einer statt wohnen will, der sol das stattrecht wissen und halten, deß er geniessen wil
    1556 Kurpfalz/Sehling,EvKO. XIV 135
  • soo wanneer dat eenich buyten-poorter aflijvich wordt, sijne have moet ghedeylt worden nae stadt-recht van Antwerpen, ende syne erve ende andere goeden nae den landt-rechte
    1582 CoutAnvers II 226
  • mit freundlicher bitte, solches [seine letzstene willens verordnung] zu papiere zu bringen vnd derogestalt abzufassen, als es nach stadt-rechte immermehr am kraͤfftigsten geschehen soll
    1640 HusumStiftungsb. 14
  • es haiß darumb stattrecht, daß es ein jegkliche statt selbs willkorte von goͤttlicher anweisung, nach jhrem gutduncken, vnnd solch recht haißt ein willkorrecht
    Besold,Thes.(Augsburg 1641) 869
  • was nun also durch dergleichen eheberedung beederseits ... verglichen und geschlossen, dabey hat es billich sein verbleibens, dann bedingt recht, bricht stadt-recht 
    1660 LandauErbr. 876
  • und zwahren werden unter dergleichen absonderliche gesetze in jedem staat auch gezehlet was der oberste gewalt insgemein fuͤr stadt- und land-recht in seinem land verordnet
    1727 Leu,EidgR. I 7
  • die anweisung derer magistrats glieder obliegenheit in ihren officiis wird theils aus denen stadt-rechten, gewohnheiten, senatus-consultis, ordonnancen und ... sonderlich auch der praxi genommen
    1732 RigaAkt. II 368
  • willkuͤhr bricht stadtrecht, stadtrecht bricht landrecht, landrecht bricht gemein recht
    1759 Eisenhart 3
  • es war im mittelalter eine stillschweigende art, ein stadtgericht dem andern zu subordiniren, daß man ihm das stadtrecht einer andern stadt mittheilte
    1785 Fischer,KamPolR. II 23
  • nach der teutschen paroemie: stadtrecht bricht landrecht
    1793 Pütter,ErörtStaatsR. I 152
IV
amtl. Regelwerk, das die für eine Stadt (III) und ihre Bewohner geltenden Bestimmungen zusammenfasst, Stadtrechtskodifikation; zT. der Stadt zusammen mit dem Stadtrecht (I) verliehen, zT. kraft eigener Statutenhoheit erstellt, zT. vom Stadtherrn bestätigt; offen zu III 
  • umb ewerr statrecht, die ier uns [hertzog] an ewerm briefe verschriben habt, süllet ier wizzen, daz wier ew da bey gern wellen lazzen beleiben
    1372 OÖUB. VIII 584
  • alße oghsunlick ys tho ßeende in allen artikellenn des stadrechtes, dath de, de nedderwerth ghann, alße kyndes kynder, werdenn ghelykent dem vulbrodere de thor sydenn steydt
    vor 1517 LangenbeckGl.(Eichler) J Vorr.
  • welcher in vnser statt ... einen zů tod schlecht, ... über den sol der schultheiß ... richten, wie vnser alt stattrecht vßwiset
    1520 FreiburgStR. V 6
  • vnd wirt das gemeynlich ein statutum oder stattrecht genant, daß ein statt mit verwilligung jrer oberkeyt oder in krafft jrer priuilegien gebeut, ordnet vnd setzt, stedt vnnd fest zuhalten
    1550 Gobler,Rsp. 16v
  • van artikelen im stadrechte 
    1552 LünebZftU. 225
  • behalten vns auch beuor, in disen vnsern satzungen, statrechten vnd gerichten ... so offt mißuerstand, jrthumb, zweyfel oder sonderbare sachen vnd fell ... sich zutragen würden, leüterung, erklerung, pesserung vnd weitere ordnung [zuthon]
    NürnbRef. 1564 Vorr.
  • vermög ... kay. freyheiten, wie die in specie vßer den originaliis zu end dises geschribnen stattrechtens inseriert vnd vergriffen sind
    1587 WaldkirchStR. 13
  • mißuerstand ... wegen etlichen dungkhlen vnd vnerlüterten worten vnd artigclen in vnserm stattrëcht, sonderlich was erbsgerechtigkeit ... anbelangt
    1612 BremgartenStR. 132
V (einzelne) Bestimmung im Stadtrecht (III od. IV); auch eine hierauf beruhende Rechtsposition oder -pflicht
  • habin wir darumb disse hirnach geschrebenen statrechte vnd gewonheyte bestetigt vnd vorwilliget
    1470 BlankenburgStR. 236
  • so sy auch zcu K. eyn sollich statrecht unde gewonheyt, daz eyn iglich wip yren man nach yrem tode met allen yren unbeweglichin guttern befellet zcu synem libe
    1474 PössneckSchSpr. I 107
  • so ordnen vnd sezen wir zu dem obgenanten vnserm stattrecht also
    Ende 15. Jh. LuzernStR. 22
  • die nachgebauer haben stadtrecht, ob ein nachgebur furte etwas fur B., das sein were, das solt ime vnvertzollet gehen
    15. Jh. Rhön/GrW. III 889
  • demnach unser herren ... der juͤnglingen oder knaben halb, so sich mit wittwen unverdingt verhuirend, ein stattrecht gesetzt, das dann knaben nach der frauen abgang all ir verlassene farende hab und bar gelt zu eigen gefolgen [solle]
    1541 HönggMeierg. 26
  • wird generaliter mit recht concludiret, daß die retorsio so offt statt hat, als ein besonders stadt-recht von dem jure communi abweichet
    1721 KlugeBeamte IV 1184
VI Rechtsstellung als Stadtbürger, mit den damit verbundenen Rechten und Pflichten
  • wer ... vnnser statt zu L. stattrecht haben wil ..., das auch der mit vnsern burgern trag vnd leide an steur vnnd andern sachen
    1336 OÖUB. VI 220
  • so wye dat in onser voerscreven stad stederecht ghewonnen hedde unde puerter gheworden were, dye heeft ... sinen vrien wille mit alle sinen ghůde to bliven oft enwech to voren
    1353/79 KalkarSchRolle
  • der goltsmit und der silberburner ensullen weder silber noch gold erger machen ... und wen ir einer in wicpilt statrecht gewinnet, so schol er dem rate den eid tun
    1357/87 MeißenRB.(Oppitz) V 10 Dist. 1
  • in allen sachen ... es sei an kaufen oder verkaufen ze markt und ze gassen, vor der statt und in der statt ... sollen alle haußgenossen auf der herzogin aigen ... ganz statrecht haben an zoll und an maut in allen den rechten, als ob si mit der statt dienten und in der statt gesessen wëren
    15. Jh. NÖsterr./ÖW. VII 775
  • er [statschreiber] soll auch nyemandts frembdts, der nit sin statrecht hat ... nichtzit schreiben in kein wege
    1533 SchlettstStR. 954
  • es soll ouch kein burger noch soldner keinen andern hern noch oberkeit annemen ... er hab dann zuvor sein burger oder stattrecht vor offnem rath ufgesagt
    1538 SchlettstStR. 371
  • zween mäner mögen wohl stattrecht gehaben von einem ganzen haus, und wer das halbe haus bestehet, der soll empfangen burger recht vor dem richter in der schrannen
    17./18. Jh. NÖsterr./ÖW. VIII 609
  • da die publicatio bonorum ... nur per consequentiam irrogiret wird, wie der gleichen die zum tod verdammte oder des stadt-rechts und freyheit beraubte ausstehen muͤssen
    1705 KlugeBeamte I2 532
  • das stadt und buͤrgerrecht ist der inbegrif von rechten und verbindlichkeiten, die aus der eigenen verfassung der staͤdtischen buͤrger und einwohner entspringen
    1785 Fischer,KamPolR. I 577
VII
Pflicht, die einem Stadtbürger aufgrund seines Stadtrechts (VI) gegenüber der Stadt (III) obliegt; zB. Abgaben, Wachdienst, Stadtwerk (I); auch: auf Grundbesitz liegende städt. Last, Dienstpflicht; Stadtrecht tun Abgaben an eine Stadt leisten
  • apud V. est molendinum solvens 10 virl. frumenti et de stadrecht 12 den
    1265/67 SteirUrb. 73
  • hus unde hof ... schollen se hebben unde besitten ewechlichen ledich unde vri schotes, wachte unde alles stadrechtes 
    1343 QuedlinbUB. I 110
  • [sie verkaufen die Hausstätte] ledich unde loes ane rente, de se dar alrede uthadden, alze 8 penninge wortgheldes unde 8 schellinge, dar de stede umme vry is van stadesrechte 
    1355 InvNichtstaatlArchWestf. Beibd. I 597
  • were averdat ze dhen silven hof vorkoften over lang oder over kort user borghere eneme oder sodanen luden dhe dar tho stadrechte stunden
    1357 WolfenbüttelLHArch.
  • sind dem male vnd C.d.S. alles seyn erb ... fridleich hat besessen vnd alle statrecht dovan geliden vnd getan hat
    vor 1360 IglauOberhof 77
  • wir W. bekennen ... begnadet und brife gegeben haben, das alle die, die in der stad ader vor der stad zu T. sitzen und wonen und werben, koufmanschaft triben, koufen und vorkoufen wullen, mit in schossen, wachen, stadrecht und alle gewonheit halden und tuen sullen
    1390 TorgauUB. 23
  • was auch hewser weren, die wir zu leipgedinge verkauft hetten, die in die stewre vnd statrecht gehören
    1398 MZoll. VI 13
  • als wir ouch ettwenn stoͤssig warent vmb ettliche, die jerlich vͥnser stat recht mit wacht vnd teͣlle nit ze geben funden wurden noch erfulten, vnd doch in vnser stat gesessen warent ... da haben wir gesetzett
    14. Jh. BernStR. I 33
  • were dat en borgher deme rade nicht vul don wolde an schote, an wachte, an anderen stadrechten ... den en darff me vor nenen borgher holden
    1401 LünebStR. 27
  • worde over de selve acker van eynen parre vorkofft, den schal he der stadt tho schote unde andern stadtrechte nach synen werden alze ander acker
    1437 MagdebLiebFrauUB. 256
  • haben wir den hoff in unser stat T. ... gelegen gefrihet von allem statrechte 
    1456 TorgauUB. 41
  • nemant van onsen burgern ... en sall syne kinder in geistlike vergaderinge brengen dan mit reiden gude ... ind sullen oir kinder eirst vur dem rade laten loven ... dat sei des mogen gebruken oir leven lank ind doin der statt darvan schotte ind ander deinst ... ind ... laten dat kommen an deigene, dei dar stattrecht ind deinst van doin
    1473 BeitrEssen 20 (1900) 145
  • [die besitzer des hußes sollen] von aller stadtpflicht oder stadtrechte, wie die benant ist, es sey von geschosse, wechtergelde, grabenarbeit, herfartstewer ... gefreyhet sein
    1482 LeipzUB. II 320
  • hat die frau standeygen adir leginde grunde yn der stat, do sie statrecht an schosse und wache pfleget von zu thun
    um 1490 RechterWeg I 201
  • darumb so wellen wir nit, das der gast oder der vnser stattrecht nit tut, wider dheinen vnser burgern fuͤr iemans ... einich kuntschaft iendert tragen
    1503 FreiburgÜStB. 12
  • dat wyr em oerbaer onser stat ... verkopen tweyn dynst aff stat reicht ons susteren yn onser stat C. ... daer sy toe verbonden waren onser stat van tweyn eruen
    1505 Crefeld(Keussen) Anh. 24
  • hierin ausgescheiden und furbehalten, ob wir oder unser amptleute und der rate von einer statt wegen umb zinse, bruch, statrecht oder sunst umb verschulter sach willen pfenden ... lassen werden
    1526 Hessen/Sehling,EvKO. VIII 41
  • dat de geistliken solden statdracht doin, ist beret
    1528 Richter,Paderb. I Anh. 103
  • daz die geistlichen, ob deren eins theils handierung und gewerb treiben werden oder wollten, da von stat recht als andere zu thun schuldig ... sein sollen
    1556 TrierWQ. 493
  • ein burger vnd ein hindersäss, der stattrecht thut, soll dem anderen burger oder hindersässen kein anderen kosten bezahlen, denn was er vmb bottgelt, weibel- vnd kuntschaftlohn, vrkund- vnd gerichtgeld vsgeben
    1. Hälfte 17. Jh. FreiburgÜMun. I Art. 69
VIII Herrschaftsgewalt, Rechts- und Justizhoheit einer Stadt (III) 
  • vt sit in eorum [Klosterleute] arbitrio, si eadem molendina sua communi iuri suo vel iudicio tocius terre, quod lantrecht vsualiter nominatur, siue iudicio et iuri ciuitatensium, quod statrecht dicitur, eligendum decreuerint subiacere
    1289 MecklUB. III 332
  • daz uͥns der schultheiz, der rat und die burger von B. hant empfangen und genommen in ir stetrecht und burgrecht mit den gedingen, daz wir in ir stat an irm gerichte recht tůn soͤllen umb alle sache, âne umb eigen und umb erbe
    1329 BernStR. III 80
  • daz wir alle frihe hoffe in der stad czů G. gelegin, die bisher fry gewest syn, czu stadrechte daselbis gelegit habin, alzo daz man nun furbasmer aller statrecht [Bed. VII], alz an geschosse, an wache, an stuͤren, dinsten, pflichtin unde an andern dingen ... czu der stad notdorffte davon pflegen [sal]
    1399 GrimmaUB. 49
  • vnser stad gesecz ... der doch nymant mere gebruchen sal, wan dy dy czu R. siczin vnd bürgere sint vnd in vnser stadrechte gehoren
    1404 RudolstadtStR. 208
  • [C.] gebit sich us dem lenrecht in das statrecht 
    1407 NLausMag. 70 (1894) 103
  • zo sal dasselbie teil des weinberges, alze vel alsͤ in der fforstinbergere grenitze leit, in das statrecht kegin F. mit zinsen unde geschoßin wedir gevallin
    1429 NeuzelleUB. 73
  • dat dy sted ende P. mitter hofstede ... schillet wessa onder een sted riucht ney inhald der sted wilkeren
    1435 Schwartzenberg I 510
  • N.v.L. ... gesessen neben ihn der burgermeister und zwey scheppen ... haben H.S. von her A.S. wegen XL mr. gl. zu bezahlen gelobet. weswegen sich N.v.L. aus dem lehn recht ins stadt recht begeben
    1444 Weinart II 226
  • S. ist zugesaget IIII iar freyet, dodurch das er den hoff von mynen hern in das stadrecht bracht had
    1468 FreibergStB. 356
  • stadt-recht: ius patrimoniale et allodiale ciuitatis, quo gaudet in bonis ei hoc nomine addictis
    1758 Haltaus 1725
IX städt. Gerichtsbarkeit, (tagendes) Stadtgericht (I), auch: Sitzung des Stadtgerichts; jm. Stadtrecht tun/sprechen für jn. die Stadtgerichtsbarkeit ausüben; Stadtrecht gebieten (vor ein städt. Gericht) vorladen
  • de benomede wart gheborghet wante in dat gheheghede dinck up eyn stad recht 
    1332 StendalUrt. 28
  • man sol auch nimand vmb gült vahen nur alsen vil ob man einen twingen muz für gericht, daz dem chlager daz statrecht widervert
    1346 Carinthia 48 (1858) 184
  • vortmer scolen vnse borghere sych ghenughen laten an vnseme stadrechte vor den schulten vnd vor den ratman, vnd neman scal den andern vt der stad tu rechte laden
    1350 PrignitzUrk. 381
  • welche ire manne uf beiden seiten zu der ladunge gesessen seyn, die sal man an beiden teilen umb scholde vorbrengen und wiezen in die wychbilde do sie gesessen synt, alzo das man irr keynen mit dem boten in statrecht vorfuren sal noch bekoͤmern
    1400 SchlesLehnsUrk. I 354
  • vint hy dan niet an to panden, soe sal hy gaen mitten baden totten borgermeysters ende seggen, ick en vijnde niet an toe panden, doet my statrecht 
    1445/48 Vollenhove II 159
  • wanneer enich man van buten lande comet ende claget in onsse stadtrecht op enen burger off buirman
    BolswardStB. 1455 Kap. 38
  • wisa wii ... toe beriochten allen, dat die alderman myt sine schepenen toe riochten kamet fan menre seckum, jef fan mara, wr hals ende wr haed: ende die sted-riocht toe L. den breck toe nymen fan alla seckum, misdedum, deer schaed in der sted friheit ... nemmen
    1456 Schwartzenberg I 591
  • hab ich im das ... haus und hofstat mit grund und mit poden ... zu M. vor offen statrechten zwischen der vier wend mit lauter stym und mit gerichtz hannd auf und übergeben gestättigt und geferttigtt
    1469 MBoica XIX 189
  • die obgeschriben artikel hat man auch gehalten zu den zeiten, do man selten statrecht besessen hat
    1472/81 StraubingStR. 331
  • der, der also umb schuld abgenomen wirdet, sol sein abnemen durch die geschworen gerichtzschreiber und fronpoten zu den nachsten angenden rechten nach den 14 tagen oder ob in der zeit nicht statrecht gehalten würd, vor dem rate fürbringen
    Ende 15. Jh. StraubingStR. 329
  • also ist ein newer rath nicht gesetzt worden pisz zu end der sachen ... auch in den leuften kein stadrecht gesessen
    um 1500 ElbogenChr. 51
  • auf stadtrecht zu erfordern: welch bürger ader bürgerin sich vor den rath erfordern lassen, so ferne das man ihn stadtrecht gebötte, komen die nicht für, ist es ein bürger, sol man inen in gehorsam nehmen
    1540 JenaStO. Art. 11
  • kumen alsdann auf den negsten rechtstag der einthuer des stucks und der gantknecht offentlich für gericht; alda übergibt und einantwortet der gantknecht das vergantet stuck dem es an der gant bliben vor offnem statrechten 
    1571 MünchenStR.(Auer) 241
  • so sollen unßere bürger ... solche sachen [schlagen, schelten] an den stattrechten alhie ... mit recht außtragen
    1572/96 AdelsheimStR. 667
  • in dem großdinge, welches man in gemein auch sonst das stadt-recht nennet, werden gefoͤrdert und gehandelt alle buͤrgerliche sachen ... auch alle proceß auf pfand, aufbietungen und was sonsten liegende gruͤnde betrifft 
    1577 Weingarten,Fasc. II 32
  • bricht er aber an jhme das gleid, also, das er jhnen mit dem fronen angreiffen ... vnd sonsten mit stadtrechten vornemen wolte, so sol er zehen marck silbers dem radte wetten
    1586 LübStat. I 1 § 11
  • damit aber auf gewisse tage ... das stadt recht zu L. gehalten werde, wollen wir hiemit ... den montag nach quasimodogeniti und den ... montage nach michaelis arch-angeli zu ordentlichen gerichtstagen im jahr ernennet [haben]
    1599 LauenburgStR. I 8
  • es mag auch kein mitbürger den andern betaydigen in einer aufgetragenen macht im gastrecht, sondern im geordneten stadtrecht 
    16. Jh. BreslStR. 86
  • wan aber der besagte innerhalb ... 6 wochen bey dem stadrechten nicht vorgenommen würde, sol er von solchem iudicio ... loß vnd ledig seyn
    1627 BöhmLO. R 19
  • alles stadtrecht in unserm markt ist, so soll man einen pranger mitten im markt haben
    1654/97 Schlesinger,Weist. I 195
  • auch sind vier gericht und recht bei dieser stadt gewesen und gehalten worden, als: stadtrecht, zinnerrecht, bergrecht und zeidelrecht, und ein jeglich solch recht oder gericht mit einem besondern richter bestellet gewesen
    um 1700 ArchOFrk. 16, 3 (1886) 123
  • [protocoll uͤber ein zu B.] gehaltenes flecken- oder stadt-recht ... worinn die urtel und das schelten derselben ... niedergeschrieben ist
    1771 HambGSamml. X 320
X
Territorium, das dem Recht und der Gerichtsbarkeit einer Stadt (III) unterliegt; Hoheitsgebiet einer Stadt (III); zu Stadtrecht liegen dem Stadtrecht (III) unterliegen
  • [wi maken cont] den burghermeysteren, scepenen ende rade, ende den vier steden ... recht ende vonnisse te doene, na bewisinghe haerre scepene, ende also, als haerre voerscr. stede rechte gheleghen sijn
    1347 Nijhoff,Ged. II 29
  • wir [ertzbiscop] ... bekennen in disme openen brieue, das wir vnsen ... burgeren, den radesmestern vnde den ratmannen vnser stad czu H. vorkoft hebben vnse jodendorff binnen der stad czu H., also das die hus vnde die hoͤue vnd das jodendorf vortmer czu stadrechte liggen scolen
    1352 Dreyhaupt,Saalkreis II 498
  • wer im stadtrechte wohnet oder sitzet, den muß man mit den fronepoten einladen vier tage vor dem rechten nit kortzer
    14. Jh. ZRG.2 Germ. 45 (1925) 356
  • dass wier ... das [forwerck] mit seinen zugehörungen ... vnsern bürgern vnd der stadt zu L. zu einem rechten eigen gegeben vnd geliehen, also, dass es nu fürbass mehr zu stadtrechte liegen soll
    1403 Haltaus 1725
  • ob eines burgers sone oder tochter sich an andern enden verherret, vermannet oder awßwendig des statrechten ansessig würd, so ist sein burgerrecht [abe]
    1464 BayreuthStB.1 276
  • da stedis wilkaren haldet aldus: een landhera bynna dae steddis riucht dij mey een landsata naet wrbyeda dyn steed, hit ten se dat hij deer selff wil opwennie
    1480/81 JurFris. II 22
  • we bynnen dat stadtrecht gewundet wert vnde kumpt tho eneme meister de schal dat vort deme kemerer offte vagede by syneme eede vormelden
    1515 Nyrop,Saml. II 367
  • ist ein frau von burgers art selige im weichpild und stattrecht verstorben und ... ein rechte schwester von voller gepurt, auch im statrecht und weichpild siczend, hinter sich gelassen ... so muß [die] ... schwester ... die gerade nach derselbigen wilkor und freiheit forderen und nemen
    vor 1524 LeipzigSchSpr. 154
  • ein jeglicher einwohner der stadt G. ... soll kommen fuͤr die herren zum geschoß verordnet und daselbst aussagen alle sein erb und guͤter und was zum erbe gehoͤret, die er allhier im stadtrecht hat
    1565 Weinart IV 16
  • alle käufe umb erbe und eigen, so im stadtrecht liegen, sollen vor e.e. rahte angetragen werden, und nicht ehe kräfftig seyn, biß sie beliebet sind
    1588 ZMarienwerder 49 (1911) 31
  • es soll kein meister seine werkstatt aufm dorfe oder auszerhalb des stadtrechts haben
    1695 Diefenb.-Wülcker 861
  • so wie der stadt ... die jurisdiction nicht nur in den ihr ... eigenthuͤmlich gehoͤrigen laͤndereyen sondern auch in denen zustehet, welche ... zu stadtrecht lagen
    1786 Gadebusch,Staatskunde I 106
XI (zeitlich begrenztes) Stadtverbot, Stadtverweisung 
  • ouch tut men in etlichen steten vor etliche schult statrecht, also daz men wichet alz lange daz dy schult vorgulden wert, dar men umme wichet
    14. Jh. Rb.n.Dist. 515
  • ob einem, dem ... fuͤrgebotten wurd, stadtrecht gethan, das ist aus der stadt geschafft waͤre oder wurde, desshalben er aus der stadt muͤste
    1713 SchwäbWB. VI Nachtr. 3184
unter Ausschluss der Schreibform(en):
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