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Deutsches Rechtswörterbuch (DRW): Stättegeld

Stättegeld

, n., Stattgeld, n.

mnl., mnd. auch stede- 

I Abgabe, Gebühr von einem Marktstand oder einer Krambude bzw. für den Verkauf best. Waren auf einem Markt (I); auch das Recht der Abgabenerhebung und die Einnahmen daraus
  • quod libere vendere possint res et bona eorum in annualibus foris sine pacto, quod stedegeld dicitur, in omnibus ciuitatibus
    1326 CDBrandenb. I 18 S. 379
  • dat sie daer vercurt woerden an stapelgheelde ende stedegheelde 
    1377 DeventerRek. V 70
  • stedegeld tu den dryn jaremarkten nemmet man aldus: des avendes nemmet men von isliker stede 2 denar von alleleye kopenschaft, ane kese, botter in korven, eyger, hunre, enden, kol, krut geft nicht
    Ende 14. Jh. BerlinStB. 14
  • daz die forstere den barfusen brudern ... die vier schog geldis von dem stetegelde des iarmargtis czu M. alle iar ... gebin sollin
    1401 MeißenUB. 283
  • die rehte und gevelle ... zuͤ nemende ... zuͤ den zitten, so ior mercket do ist, stette geld von eigenschaft des grundes
    1416 SchlettstStR. 117
  • haben wir ... vorkowft ... alle das stedegelt, ds des suntages gevallen mag in allen wochen vff deme marckte vnser stad
    1424 CDBrandenb. I 12 S. 391
  • schulle we dat styddegelt in den jarmarkeden nicht hoger nemen, wen alse me dat van aldere genomen heft
    1425 Halberstadt/QStädteForsch. IV 85
  • es sal auch ein zentbüttel einem stadtbüttel vff iglichen marckt vnd kirberey beholffen sein statgelt zu sameln
    1425/57 Franken/GrW. III 532
  • van thol ende stattgelt inder mertten tot G. te geven van den insetenen tot Helmont
    1447 MnlWB. VII 1973
  • kremer, hoken unde andere ... wollen wir med keyne czolle adir nuwen ufsetzen owirsteygen, sundern alleyne stedegeld adir martgeld
    1447 QÄWGMD. II 64
  • van stedegelde van den fromden wantsnideren tom frigen markede pasche 30 s.
    1478 HildeshUB. VII 689
  • [die rechner] soͤllen auch andern amptluͤten, als ... dem, der die laden zins, hub gelt, stett gelt und anders innimpt ... beholfen sein
    um 1482 NördlingenStR. 163
  • daß unser richter und schoͤppen ... sich in den selben nutzungen ... haus und straßenfrieden, stiddegelt in den freyen markten ... geleitgeld in den jarmarkten ... ziemlich und geburlich erweisen
    1486 HalberstUB. II 389
  • schall ein iszlick broder des jahres tho stedegelt geven 2 marck, up paschen und michaelis uththogevende
    1487 Stieda-Mettig 244
  • ein ieder außwertig becker, der brot zu ruck auf einem pferde herein furt, soll zu stedegelt geben zwene pfenning
    1492 Walldürn 265
  • stedgelt: steddegelt zum aplaß uß dem raithuße unde da dii wolnweber stehen gibt itzliche stedt eynen schilling
    um 1500 VeröfflHessen XIII 8 S. 43
  • wann vff Calwer kirchwihin ... der stattknecht das stettgelt von kraͤmern vnnd irs glichen, so vff dem markt feyl gehept haben, ynsamlen, so schickt der vogt ... ein knecht mit inen
    1523 Reyscher,Stat. 607
  • it mot up niene vischerlage edder vitten jennige bode gebuwet werden ane furstlicher gnaden edder deren amptlüden consens, und darvor werd mathering und stedegeld genamen
    vor 1531 RügenLR. Kap. 5 § 3
  • habenn die rethe macht zusetzen einen marckmaister, ... welcher auch das stedte gelt auf die wochen merckte von raths wegenn einnfordertt
    1543 ArnstadtStR. 56
  • auch sollen sie haben das stadtgelt und bankzins, so sie unter und uff dem rathaus von benken, becken, metzlern und kremern haben mögen
    1562 ZGO. 16 (1864) 36
  • [den Beamten ist zugestanden,] von den ankommenden kremern ... in zeit berurtes jairmarcktsz stedtgelt ... einzunemmen
    1575 Lappe,Lünen 40
  • zu den drei iahrmärkten hat unser genediger furst und herr den halben theil am stättgelt 
    1575 WürzbZ. I 1 S. 93
  • soll der rath dazu trachten ... einen platz zum markte zu haben, da die kramer ihre krambuden aufbauen und ihre staͤtte haben moͤgen, und sollen auch staͤttegeld geben, welches ... denen armen bleiben soll
    1582 HadelnPriv. 59
  • daß er [buͤrgermeister] in allen kuͤnftigen zeiten das alte gewoͤhnliche staͤde-geld von den krahmern einnehmen ... moͤge
    1603 NStaatsbMag. I 579
  • so mann ... pfleget zu wallen, von den faylhabenden leuthen, alß schustern, kremern daß stet- oder standtgelt wider alt herkommen ... einzufangen
    1626 FrkBl. 8 (1956) 34
  • die stadt G. hat ... staͤdte geld von allen fremden craͤhmern und feilhaͤndlern jaͤhrlich uff die jahr-maͤrckte ... einzunehmen
    1658 GeraStR. 181
  • soll der bishero uͤblich gewesene 1. groschen staͤtte-geld von jedem hauffen ... holtz ... von den verkaͤuffern entrichtet werden
    1694 CCMarch. IV 1 Sp. 804
  • wann nun, zu abführung obgedachten capitals ... nachgesetzte posten angewiesen werden: ... der gewölbe-, buden-, und boden-zins, wie auch stidde-geld zu messe-zeiten
    vor 1714 BrschwKapelle 186
  • [Übschr.:] patent, daß das staͤtte-geld von den zu marckt kommenden leuten nur in den jahr-maͤrckten, ausserdem aber niemahls gefordert werden soll
    1718 CCPrut. III 351
  • das stete geld aufn marckten von auswärtigen, welche sich die ... rahts-glieder angemaßet und eingehoben, da es ordentliche cämmerey-gefälle seyn
    1724 MittKönigsberg 2 (1910) 189
  • jeder haͤcker [soll] ... sechs groschen dem policey-director bezahlen, pro canone aber, inclusive des staͤdte-geldes ... hoͤchstens drey thaler jaͤhrlich zur caͤmmerey entrichten
    1742 CCMarch. Cont. II 48
  • der stadtmagistrat empfaͤngt das markt-, buden-, staͤtte- und standgeld 
    1785 Fischer,KamPolR. III 214
  • der kraͤmer und kaufmann will sich des ihm in der reihe angewiesenen platzes auf lebenszeit versichern. er sucht also bey dem magistrate eine verschreibung daruͤber ... man nennt es daher in den etatsrechnungen ... staͤttegeld 
    1785 Krünitz,Enzykl. 33 S. 551
  • [die einnahme der stadt fliessen] aus dem ... staͤttegelde und der budenheuer in den jahrmaͤrkten
    1786 Gadebusch,Staatskunde I 107
II
Grundzins, Pachtzins; Zins, Abgabe für die Nutzung eines Grundstücks
  • daz wir [Markgraf W.] den ratluten unsir stad zu T. ... gelegin haben und lehen den zins, der da heizit stetegeld 
    1367 TorgauUB. 87
  • yemend, de de in synen erve hadde rente, lifftucht edder stedegelt, unde des vorsweghe, wanner he ene hantveste wilkorde, dat scolde he der stad beteren
    1433 BremRQ. 204
  • von dem hause ... bezahlet der hutmacher J.C.H. grundzins oder stiddegeld jährlich 3 rth.
    1720 HannovGBl. 9 (1906) 228
  • das staͤtegeld, oder wie es in andern gegenden heißt, das bienenheidegeld erhaͤlt der grund-eigenthuͤmer dafuͤr, daß er die ausstellung der fremden bienstoͤcke auf seinem lande gestattet
    1798 Hagemann,PractErört. I 256
III Gebühr für eine Grabstelle
  • dat men den zulven liiksten uppe de vorscreven stede weder to leegende nicht steden en wille, id en sy, dat man dar nye stedegelt vore geheven wille
    1425 HanseRez. III 51
IV Entgelt für die Verwahrung fremder Gegenstände
  • giebt einer dem andern sein gut zu bewaren, ... daruor kein lohn, stedt oder tranckgelt gegeben, noch gefoͤrdert wird, kompt es von abhanden ... so darff er darzu nicht antworten
    1586 LübStat. III 3 § 1
  • wird einem ... bewegliches gut ... zu treuen haͤnden hinterlegt und er nimmt es ohne einigen lohn und staͤtte-geld zu sich
    1650 EstRitterLR. 333
unter Ausschluss der Schreibform(en):
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