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Deutsches Rechtswörterbuch (DRW): Staken/staken

Staken

, m., Stake, f., selten m.


I lange Holzstange, Pfahl (I), Zaunpfahl, Palisade; ua. bei Umzäunungen, Grenzmarkierungen und Fischzäunen; auch als Marktzeichen
  • beo þær gemeten nygon fet of þam stacan to þære mearce be þæs mannes fotan, þe þarto gæð [es werde da 9 Fuß, gemäß des Mannes Füßen, der dort zu (dem Ordal) schreiten wird, ausgemessen von den Pfählen bis zum Ziele] 
    936/58 Liebermann,AgsG. 386
  • men mut ok wol vesten enen hof mit tünen oder mit staken oder müren also ho, alse en man gereken mach op eneme orse sittene
    1224/35 Ssp.(Eckh.2)LR. III 66 § 3
  • [Schenkung:] alle myne buwete mynes huses unde hoves unde myner molen tho deme L. myt staken und stene
    1411 SchleswHUSamml. I 280
  • den pieron mitten trompetten ende eynen staeck uprichten, gebiende dairmit die vryheit des marckx
    1480 CartSTrond II 386
  • en schal me nene staken schlan ofte dike in de Wesser diken, negenogen edder ander fische to fangen
    1498 Bremen/Pufendorf II 117
  • wir 11 bohlsmänner mit unsern ehrwürdigen capellan sollen jeder gleich viele stacken in unserer gemeinen weidezäune setzen
    1638 SchleswDorfO. 342
  • zeune und stacken bey wieden, kaͤmpen und garten schendtlig aufgerißen
    17. Jh. Stadthagen 106
  • wer einen notweg verenget ... freventlich, so manigen stock oder staken, so manige ein mark
    oJ. Hattingen/GrW. III 48
II Pfahl (I 2); insb. zum Festbinden der Verurteilten auf dem Scheiterhaufen (I) sowie zum Aufstecken und Ausstellen des Kopfes von Enthaupteten; auch Schandpfosten 
  • dat mense soude met recht bernen an een stake 
    um 1350 MnlWB. VII 1902
  • an dem water richtede wy 5, unde hebben em de hovede up en staken ghesat
    1381 HanseRez. III 121
  • he schal ... beteren der stad vnde deme rechte syne bosheyt myt teyn marken suluers en heft he des nicht, me schal ene setten an den staken 
    um 1400 LübMndStR. 179
  • die haren heer of steden verraden, salmen halsen ende na quartiren, ende setten thooft op een stake ter hoechster poirten van des heren hove of vander steden
    Anf. 15. Jh. BrielRb. 207
  • demsulften H. mit zinem hovede, dat men ... uppe den staken gesettet scholde hebben
    1467 Pauli,Zust. II 81
  • betaelt meester C.d.M. scarpcoc van J.J. ende H.v.B. te naghelen metten ooren ande stake der vischmaerct
    1483 Claeys,BourreauGant VI 462
  • bröchte oldinges eine ehegade den andern umme, de deder werd ... gerädert, de kop up den staken gesettet
    vor 1531 RügenLR. 122 § 1
  • dat man ohnen wegen ohres begangen frevels ... die kopfe abschlahn muege, und man solle die kopfe uf die staken und die lichname in die erde zu begraben
    1588 Dittmer,Sassenrecht 104
III eine Schlag- oder Stichwaffe; Speer, 1Spieß (I) auch Heugabel?; offen zu Bed. I 
  • wer do treit eynen stacken ... adder desglichen in heißin mude, der sal der stat eyne marg geben
    1335 Heiligenst.(Wolf) Urk. 5
  • de vangenen leth he vmmedriven vnde mit staken sere slan
    1342 LübUB. II 703
  • we eynen staken edder eyn yseren opneme by deme stekene, de brickt dat hogeste wedde
    1393 WernigerodeUB. 114
  • off yemant den anderen sloege myt staeken 
    1399 MnlWB. VII 1903
  • weret sake, dat twen lustede to hope riden myd sper ofte myd staken myd vrien willen, deit de ene deme anderen schaden, oft steket [ene] aldoet, man schal den man nicht beteren
    DithmLR. 1447(Eckh.) § 229
  • we den anderen sleit ... mit staken edder mit swerdesklote ... botæ sæx mark
    1492 FlensburgStR. Art. 75
  • dem bischoffen zu V. gehoret die herstrasse ... so ferne als ein hoffmann uff einem pferde ... mit einer glebigen stacken, welche vierzehen schue lang ist, ablangen kan uff beiden seiten
    1577 Harburg/GrW. III 228
IV Schließblock zum Einlegen der Beine eines Straftäters; auch: Gefängnis
  • alle desse borghere leghen in vengnisse unde in staken 
    1358 HanseRez. I 142
  • [wo he] ene vink vnd settede [ihn] ... in den stake vnd schattede eme aff iic mk.
    1447 DithmUB. 50
  • minen armen wichter in den staken geworpen, jamerlyken mishandelt unde upt uterste geschattet
    1498 OstfriesUB. II 522
  • se ... leten dussen H.S. gripen, unde wart gesat in der deve kelre ... unde leten one unbarmhertigen teyn in dem staken 
    1514 BrschwSchichtb. 378
  • vorde de vangen in de staken to K. uppe de borch
    1514 BrschwSchichtb. 404
  • hebbet ene wedder inn de stadt gebracht unnd hebbet enne inn ere stake unnd blocke inn ere vencknisse geslotten
    1528 RietbergStB. nr. 47
  • dath ampt mach des fagedes knecht nemen und lathenn den heymelykenn scroeder in denn staken setthen
    1537 HusumUB. 130
V diejenige Menge Erntegut, die auf einmal gestakt (IV) werden kann
  • de averst sienen tins uht mothwillen nicht geven will, schall laten wo vorgemelt den 3ten stacken und de 3te gahr im velde
    1570 Niedersachsen/GrW. III 232
VI mnl.: wie Stammlinie (I) 
  • ben ic van minen vader commen, hij van den zynen ... ende alzo altijds voort, so moetic emmer teenen eesten stake of struke gheraken, daer alle tgheslachte af desendeert
    1462 MnlWB. VII 1904
VII Beteiligter, Berechtigter an einer Unternehmung
  • A.G., stake van eenre heltscheede vanden voorseyden pacht
    1442 InvBruges V 181
unter Ausschluss der Schreibform(en):
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staken

, v.

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I Palisaden (als Schutzzaun) setzen; auch übtr.
  • sullen sy ... laten penden alle de gene, de tegen dusse vurs. puncte doen, van ... vergettenheyt laten, dat on geboden is, dat were waken, grauen, staken 
    15. Jh. ZWestf. 7 (1844) 213
  • eine gilde ... de se mochten halden und waren, staken und waken und gelick ander gilde borger recht doen
    1525 MünsterGew. 46
  • dat alle geistlichen gelick den borgern sollen staken vnd waken
    1525 Niesert,Beitr. I 110
II
jn. gefangen setzen
  • dat se den deeff moͤgen ... vangen, stacken unde schluten
    1529 LundenStR. 224
III jn. mit einem Staken (I) züchtigen; übtr.: jn. im Kampf schlagen, bezwingen
  • de van Lubeck ... wulden 18 schepe utmaken, de de Ostse schulden bescharmen; dar mede wulde se de feinde staken 
    um 1511 HistVolksl.(Lilienc.) III 48
  • van schlegen kein wyff frommer wert, doch moth ... man bewylen den ruggen staken 
    1606 Schiller-Lübben IV 352
IV (Garben, Heu) mit Heugabel oder Staken (I) auf- oder abladen
  • eyner vrouwen gheuen to byndende vppe dem velde vnde to stakende vnde korne to legghende in de schune
    1515 Schiller-Lübben IV 352
  • beym einfahren des getraides werden zum aufladen wenigstens drey personen erfordert, eine welche die garben stacket ... und zwey lader
    1788 Gadebusch,Staatskunde II 9
V festlegen, bestimmen
VI (ein Gericht) hegen (II), eröffnen
  • bailliu: "also volchdys, ghy heeren die mannen zyt; ic staeke thof"
    16. Jh. CoutVieuxBGand II 545
unter Ausschluss der Schreibform(en):
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