Deutsches Rechtswörterbuch (DRW): Stecken/stecken

Stecken

, m.

auch dim.

I Pfahl (I), Pflock, Palisade, Stange
bdv.: Staken (I)

I 1 Grenzpfahl; Palisade, Zaunpfahl, insb. eines Bann- oder Grenzzauns, im Pl. auch für den Zaun selbst; in Stecken liegen eingezäunt sein
  • man muz ouch wol vesten einen hof mit czunen oder mit stecken alz hoch als man gereichen mac uff eime ross siczende
    1357/87 MeißenRB.(Oppitz) VI 20 Dist. 5
  • es sint acht hoef, die ligent vmb A., die soellent ligen in steken vnd soend weder tretten noch etzen in disem hof
    14. Jh. Geschfrd. der 5 Orte 6 (1849) 63
  • die an das allmain stoßent, es sygent guͤter ald waiden, das die sich selber sond behaben mit dem stecken vor dem allmain
    1458 SGallenOffn. II 489
  • ob iemant auf seinen nachpauren unpillichen steken stieß, als oft er ain steken unrechtlich stoßt albeg von aim stekn zu wandl 12 ₰
    15. Jh. NÖsterr./ÖW. VII 106
  • wer eyne gemeyne ader dii fryen straͤß mit wrevil in tzunit ader umbe eret in sinen nuttz, so manchin stegkin der yn dii erden gesattzt hait unde so manche forch he gearen hait, also manchin schillingen ist he tzu busße schuldig
    um 1500 VeröfflHessen XIII 8 S. 81
  • als oft ainer ain steckn emplost, ist verfaln 12 ₰ zu wandl
    Anf. 16. Jh. NÖsterr./ÖW. VII 229
  • wa die undergänger undergand, da sollent die parthyn, die solichs antrifft, ire guete aichine stecken haben und von jedlichem stecken, das nit ain creuzsteck ist, geben ain pfenig ... uns welher also die stecken nit hat und schlecht, der verfellt 5 ß hl.
    1528 HohenzollJh. 19 (1959) 118
  • so jemand ainen andern auf seinen gründten fürsetzlich vberraint oder vberzeünt ..., der ist dem gericht ... von ainem jeden stecken, so vnrecht gesetzt worden, ain phennig verfallen
    1577 KärntLGO. Art. 9
  • sollen auch alle unnd jede innhaber der gueter ire aigne gehaite haimbholzer, so sy von alter her bei iren guetern inner oder ausser panndt unnd steckhen haben, wöder reuten, schwenndten noch ... verhackhen
    1592 SalzbWaldO.(FRAustr.) 100
  • dann geet die gräniz ... weiter durch iezt gemelten kotgraben zu der Schernhaimer und Yetzinger weg der gerödt nach aus dem graben zu ainem grössling oder stecken im korn veld
    1593 Strnadt,Grenzbeschr. 361
  • weliche gmaindsgnoßen im buchholtz ... buwen wurden, die mögend es nach iren fryen willen und gfallen nutzen und bruchen, doch daß sy sömliches alles mit dem stecken, ouch in irem costen inhagen, retten und beheben sollend
    1613 SGallenOffn. II 105
  • ein steckle in der wies ist ein bahnlâchen
    1671 HohenzollJh. 20 (1960) 43
  • daß weege und steege, graben und wälle und behörigen sielen, hecken und stecken, von überlauf frembdes vieh an wiesen und korn, und dergleichen bemacht, behalten werden
    1762 SchleswDorfO. 26
I 2 Pflock, der vor js. Haustür oder Besitztum in den Boden gerammt wird; als Symbol für ein Nutzungs- oder Durchgangsverbot aufgrund von Verfehlungen gegen die Dorfgemeinschaft, etwa nicht bezahlten Schulden oder Nichterscheinen vor Gericht
  • queme er aber in deme lesten dinge nit und weder zins noch besserunge ingebe, so queme daz gut in frondegut, daz vor den zins lyt, und ist danne der herren fri eigen; weriß ein hus, sie mogen einen stecken vor die dore slagen und mogen yn ußdriben ane alle gerichte
    1360 ArchHessG.2 3 (1904) 144
  • wer mit der gemain nit leiden wolt oder will, dem soll man ein stecken schlahen fur sein thur hinten und vor, und soll auch sein viech auf meins herrn waid nicht treiben
    Anf. 15. Jh. NÖsterr./ÖW. VIII 691
  • von den stegken slagen: ... weme ein stegk mit gericht vor sine erbe geslagen wirt, also dicke als der uß ader inne geet, sin gesinde ader sin vehe, als dicke ist er eim cammerer verfallen vor czwo margk
    1444 MainzKämmW. 174
  • so ain richter ansagt ainer ganzen gmain und ainer nit kumbt, so soll der richter dem selbigen ain steckn fur di thur schlachen und ain ieder aus der gmain sol drei schleg auf den steckn thuen
    1480 NÖsterr./ÖW. VII 90
  • wan man einen stecken slagen sall, dobei sollen sein die fursprechen burgreve und budelle, das der unter sechs personen nit sein sollen
    15. Jh. MainzGFormel 79
  • mag er aber phantung auf dem perg umb sein vorgemelt puess nicht gehaben, so schol er ain steken für den weingarten slahen und im verpieten bei lx ₰
    15. Jh. Steiermark/ÖW. VI 165
  • wann ainer sein vich nit austreibm wolt mit den andern nachparn, so soll man im sclagen ein steckn fur das hauß und soll sein vich nit herauß treiben
    Anf. 16. Jh. NÖsterr./ÖW. VII 286
  • drei heüser ... sollen haben iren aigen richter, der dan bei dem dorfrichter in pantädigen mit sitzen soll ... ob er sich aber oder die seinen von ainer gemain absondern wolt, mag dorfrichter ime ainen stecken fur die thüer schlagen
    vor 1524 NÖsterr./ÖW. XI 176
  • [ain jeglicher perkherr oder perkmaister mag puess gehaben, widrigenfalls] sol er ainen stecken für die stigl oder eingang des weingarten schlahen und im verpieten bei zwen und sibenzig phening
    1543 SteirWeinb. 124
  • wenn aber ainer des nit achten wolt, so sollen im die fierer ainen stecken fur die thür schlahen ... zug er aber den stecken auß ân wissen und willen der fierer, so wär er das frävelwandl verfallen von ieder feurstat 12 ₰
    1546 NÖsterr./ÖW. VII 81
  • wann R. nit gleiche burdt tragen will, soll ihme die nachbarschaft ein steckhen für die thür schlagen und nit die ringste gmainung gestatten
    1651 Wilhelm,NBayrRpfl. 98
I 3
Weinbergpfahl; meton. die (jeweils mit einem Stecken beginnende) Rebzeile, als Maßeinheit für die abzuleistende Arbeit im Weinberg
vgl. Steg (IV)
  • sind si [maister] im [brobst] phlichtig, das si im sullen furn stekchen, schaub und was gen K. und gen N. [gehört]
    14. Jh. NÖsterr./ÖW. VII 965
  • das ain ieder an ainem sambstag zue weingarten nit solle arbaiten iber das mittagsleuten, ausgenomen er hab arbaiter, so mag er nach dem leuten ... dreier steken lang ausser hauen
    1583 NÖsterr./ÖW. IX 137
  • wan einer sein weingarten mit steckhen, die einen andern gehörig, besteckht, sobalt die räben daran gebunden, solle der aigenthumber deren steckhen nicht ... darnach als auf sein aigenthumb ... greifen
    1599 NÖLREntw. V 169 § 2
  • es solle hinfüro wer seine robaten nit schickhen würdt, solle das tagwerch toppelt erlegt werden; und wann 2 steckhen lang hierin gehaut würdt, soll mann die leuth wider zuerückh schickhen und sollen die pergleuth alsobaldt wenn die arbeit fürüber, herrn richter ain verzaichnus angehendigt werden
    1644 MHungJurHist. V 2 S. 198
I 4 Pflock, Pfahl zum Anbinden von Mensch oder Tier
  • wo aber der lantrichter nit verhanden ist, so soll der richter von dem aichhof dem gefangenen menschen lassen bei dem gemerk anbünden [mit] drei rughalben an ein stecken und mit seinen leüten darvon gehen
    17. Jh. NÖsterr./ÖW. VII 56
  • wenn der wildgraf von D. im dorf K. rugegericht hielt, schlug man einen stecken in die erde, sein pferd daran zu binden, gab ihm einen bund stroh, daß sein pferd davon esse, einen sessel, daß er darauf sitze, darzu einen tisch und einen weißen becher darauf
    1793 Lang,Steuerverf. 178
I 5 Stange (III) zum Aufstecken und Ausstellen der Köpfe von Hingerichteten
  • [73 see-rauber wurden] mit dem schwerd gerichtet, ihre köpffe ... auf staecken gesetzet und ihr hauptfæhnlein im thum über den predigt-stuhl aufgehenckt
    1557 Westphalen,Mon. II 1394
I 6 zugespitzter schmaler Pfahl zum Durchstoßen eines menschlichen Leibes
  • wer bey seinem weib etwan betrifft vnd bayde den ebrecher vnd ehbrecherin alspald erwirgt, ... soll ... dy erwirgten personen zw erschrecklichkhait der andern mit ainem spyczigen steckhen durchstechen
    1523 ZnaimStR. 11
II Stock als (Schlag-)Waffe; ua. als Werkzeug für Prügelstrafen und Züchtigungen
  • wir setzen auch, wer einen gueten mensch, der doch nicht ein edel mensch ist, mit stekchen slecht, der geb dem richter zwai phunt und dem geslagen zwai phunt
    1244 BabbÖstUB. II 289
  • der muntman sol dem rihter funf phunt geben, oder man sol in slahen mit steken 
    1256 Rockinger,Dm. 45
  • die fraw soll haben [zu dem kampf] einen heßlen stecken von einer sumerleiten, ein jars alt u. soll auch sein einer elen lang
    1447 WürzbZ. I 2 S. 1282
  • so jemann von eynem andern mit eynem stecken ploͤtzlich moͤchte vberlauffen worden sein, vnd nicht anders denn eyn schwert, sich zubeschützen vorhanden were, kan er mit dem schwerte sich beschirmen
    1565 Damhouder,Praxis 129r
  • wann ainer schaden thuet mit verpotnen wöhrn, mit stechen, wurf- und creizhacken ..., der ist umb das wandl nach gnaden abzetragen
    1625 Salzburg/ÖW. I 19
  • landsrecht: wer ain verbothne wöhr trögt, nemblich hacken, stecken, stain, wurfhacken, degen und stecher ... der ist umb das wandl 5 ℔ 60 ₰ nach gnaden verfallen
    1625 Salzburg/ÖW. I 37
  • wo aber das verbrechen so groß wehre, daß virga oder baculus (doch keine peitschen noch grosse stecken noch ruhten mit starcken knoͤpfen) gebraucht werden muͤste
    1656 HessSamml. II 331
  • wann jemandt mit ainer vnverbottenen woͤhr, als degen, spieß, hacken, stecken oder pruͤgl verwundt ... [und] durch beaydigte bader vnnd wundtaͤrzte fuͤr toͤdtlich erkennet wurde, solle alleine die landtgerichts-obrigkeit hierinnen was recht ist ... handlen
    NÖLGO. 1656 II 62 § 13
  • [hoͤchste busse:] so einer mit steinen, wurffpathen, stecken ..., so er dreffe oder nicht, wuͤrffe
    1762 Wiesand 919
  • [die peinlichen lebensstrafen aber bestehen: in] harter bastonnade mit rohrstoͤcken oder kleinen haselnen stecken oder knutpeitschen
    1771 Zincke,KriegsRGel. 59
  • da ... offentlicher tadel und lob oft mehr bewuͤrken als geldbelohnungen oder straffen mit stecken und ruthe
    1794 Hartmann,WürtGes. IV 565
III Richterstab, Gerichtsstab, als Zeichen der Gerichtsgewalt; auch Stab (I) eines sonstigen Amts- oder Würdenträgers, auch als königliche Insignie
bdv.: Steckel
  • wirt aber der vberhuerer vnd daz weip geuangen, so sol der richter gegen in payden richten mit dem stekchen, vnd totten als recht ist
    1340 Bischoff,ÖStR. 198
  • [es hat och ain herr oder vogtt] die rechten, wenn es an den grossen fraeffel gat ... so mag er ... dem amman den steken vss sir hand nemen vnd mag richtten vmb den fraeffel
    14. Jh. Ermatingen/GrW. I 241
  • das der statrichter alle jar in phingstfeiertagen an dem rechten sitzen sol, ... darnach ... sollen wir im sein steken widerfahren lassen, und sol auch der anslag umb dieselbigen steken vor dem hauß oder darinn beschechen
    14. Jh. Schuster,RLebWien II 436
  • ein s. johannsser herr, der muss vor dem essenn, das mann einem iglichen [ihm spittal] zu essen bringtt, mit seinem steckenn gehenn undt es einem iglichenn kranckenn selbstenn gebenn, eben als mann ihnn der grossen fürstenn hoff thutt
    1491 Pilgerreisen 185
  • hat man drihen richtern gerufft vor den sitzend ratt vnd yn die steb oder stecken genomen
    1497/1502 ArchFrankfG.2 3 (1865) 136
  • es söllen aber die, so söliches notgricht erlangendt, an stab und stäcken für das tauchtrouf hingan für ein richter und ein gricht
    Mitte 16. Jh. Niedersimmental 80
  • stecklin, zu latein vindicta genent, diß war des richters stecken, mit welchem des leibeygenen knechts haupt angeruͤrt, vnd also dardurch der leib eygenschafft ledig vnd frei ward
    Gobler,Inst. 1552 Bl. 7v
  • der mayer mag aber gehen vff seine [eines auswärts wohnenden Hubers] gütter vnd mag nehmen einen stecken oder holtz vnd mag sprechen: ... ich gebeut dir zu dem anderen mahl, daß du zu dem geding komest
    1566 Alsatia 1854/55 S. 47
  • wanne die vragen auf den ungeboten gedingen ingedragen, soll der scholteis dem vogt den stecken uberantworten, weiters in rechtlichen sachen vortzufharen
    1613 RhW. II 1 S. 288
  • [frz. Königskrönung:] muͤssen schon auf dem altar geleget seyn die koͤnigl. crone, ein schwerdt ..., das guͤldene scepter und ein stecken, fast einer ellen lang, an dessen ende eine helffenbeinerne hand ist
    1719 Lünig,TheatrCerem. I 1320
  • [an dem tag des landtags soll der amtsmann unter begleit aller seiner weibeln, welche] während dem marsch ihre stäblein oder stäklein ob sich halten werden ... sich an den ort des versamleten landgrichts verfügen
    1757 BernStR. VII 1 S. 404
  • [einem schergen stehet] kein spanischrohr, sondern wohl ein weiß haͤselner stecken zu seiner amts- und andern defension zu
    1774 Wagner,Civilbeamte I 24
  • publica sententia ... ist der stecken gebrochen und dem scharfrichter die execution anbefohlen
    1781 MatStatNrhWestf. I 1 S. 484
  • wann der herr amtsmann das todesurtheil über einen hinter ihme gefangen sizenden übelthäter empfangen, ... soll er ... erscheinen ... under begleith ... aller seiner weiblen ..., welche weybel wegen dem marsch ihre stäken obsich halten sollen
    Ende 18. Jh. BruggStR. 282
  • [H. muss 7 malter haber hierherliefern] und muss der überbringer einen weissen stecken zum stock bei sich führen
    1810 AnnNassau 18 (1883/84) 88
IV
eine Maßeinheit für Holzscheite
  • anno 1524 haben 2 achtel habern 24 albus golten und 4 stecken holz 1 fl.
    16. Jh. QFrankfG. II 279
  • klafter, malter, faden, stecken, meß etc. nennt man eine regelmaͤßig und nach einer bestimmten vorschrift zusammengesetzte masse von brennholz
    1809 Hartig,ForstSpr. 32
V Bauholz, Brennholz
  • [die von D. sollent] stecken und zunsail und wynt blese holtz und afterschlege ungeverlich in dem walde holen. und sollent auch die vorgenanten stecken und zunsail in eyme oder zweyn monden verbauen
    1419 Erler,Ingelh. I 230
  • soll kheiner khain steckhen, noch stanngen nit auß der pfarr geben, noch verkhauffen, sonnder allain hawen, nit mer dann zu notturfft seines hauß
    1561 RQbayerSchwaben IV 25
unter Ausschluss der Schreibform(en):
unter Ausschluss der Schreibform(en):

stecken

, v.


I (eine Fahne, ein Zeichen, einen Pfahl usw.) aufrichten, an etw. anbringen, heften (I), (in den Boden) stoßen, einrammen
  • auf swelheme gute der richter sein gewette nicht envindet daz ez so cleine ist so shol der fronepote ein crevce auf daz tor oder auf daz haus stecken vnd shol ez da mite fronen
    nach 1280 Schwsp.(Langform M) LR. Art. 193
  • luog, das du an montag zuo hant / habest selber das schlosz berant / vnd stecke darfür mein banier
    1400 Bühel,Königstochter V. 3520
  • wo man eyne newe stad aws setczin wil, das man das mit des konigis wille thun sulle und gotis frede czeichin mit dem crewcze, das man steckin sal uff dem marckte und den frede gebiten
    um 1400 LiegnitzStRb. 23
  • ein jeglicher märkermeister auf dem märkderding pflege ein stapp für sich in den wasen zu stecken und damit zu sagen: ich stecke die mark dahin, und sag das märkermeister amt damit uff
    15. Jh.? Scharff,Frankf.2. S. 131
  • so viel aber die belanget, welche brandzeichen stecken vnd anhengen, ... wollen wir, das auch dieselbige ... mit dem schwert vom leben zum tode sollen gestrafft werden
    1572 KursächsKonst. IV 14
  • es ist auch gebraͤuchlich, daß man auff die guͤter so zu vergandten sein, sonderliche merck zeichen stecket, dauon menniglich kan abnemmen, daß solches offentlich feil sey
    1576 Damhouder,Verganten 128
  • wan iemant ain zaun steckt oder zeint und steckt in ... auf seines nachtpern oder der gemain grunt, ist ain frevel und dem richter verfallen 6 ß 2 ₰
    2. Hälfte 16. Jh. NÖsterr./ÖW. VII 12
  • [sollen in allen stätten] da wasser seyen ... an brucken, gestaaden, mauren, steegen ... ein meß gemacht, gesteckt oder geschlagen werden
    1615 Reyscher,Ges. XII 673
  • wann ein beclagter die clag ... nit annehmen will, soll der ... bott, so den beuelch hatt, denselben ... in das thor oder haußthür steckhen 
    1654 NÖLO. I 8 § 3
  • [bart:] ein holtz oder buͤschlein, so die stuͤrtzer an die tonnen stecken und denen anschlaͤgern in der gruben ein zeichen geben, daß die zahl des treibens voll
    1693 Schönberg,Berginformation Anh. 12
  • [van lande, dat ornum is:] dann wird ein bloß schwerdt in die erde gesteckt, da legt er [besitzer] die 3 vorderste finger auf den kopf oder creutze
    1717 Blüting,Gl. I 174
II (zB. an einem Pfahl) an der obersten Stelle feststecken, festmachen; insb. in Bezug auf abgetrennte Körperteile, die nach einer peinlichen Strafe ausgestellt werden
  • zu uir uirtailn tailten sy in / vnd hiengen in für uir tar hin / sein haubet auff dy mauren wart / gestekt nach haidenischer art
    1462/66 Beheim,Wiener 259, 2
  • man nimmt hier als verschaͤrfungsmittel das stecken des kopfs auf einen pfahl
    1798 Grolman,KrimRWiss. 270
  • es kann auch die todesstrafe ... durch die abhauung der hand vor der toͤdtung und stecken derselben auf einen besondern pfahl ... geschaͤrfet werden
    1802 RepRecht X 320
III aufgesteckt, aufgerichtet, angeheftet sein
  • vnser hern verbieten allerley vorkauff beyde in der stadt vnd vor der stadt an dem marckte tage, dieweil die panir stecken 
    1351 ErfurtZuchtbf. 115
  • die selben pfragner und pfragnerin sullen auch weder am freitag zu abend noch am sunabend, alle die weil und der kost stecket, den man die zween tag aufstecken wil, nichts ... furkaufen
    1460 EgerStG. 25
  • anno lxvij, quarta ante galli, ist dieser brieff vor Basel thor stecken funden worden
    1467 CartMulhouse III 69
  • es sal auch kein fremder addir vorkouffer kein garn addir rohe linwat alhir uff dem margkte addir ynn hewsern uffkouffen bey vorloßt desselben, dy weile der wisch steckt 
    1468/86 FreibergStR. Zus. 10 § 6
  • soll also an bemelten wochenmarckht tägn, so lanng der fan auf dem marckht steckht, ... nyemandts ... zukhauffen erlaubt sein, bey der peen ain phundt phening
    1524 SalzbStPolO. 172
  • auch des zu ainem anzaigen von stundan ain fendlein offenlich auffgesteckt werden, ... dasselb fendlein soll auch, alßlang dieselben kirchtaͤg, iarmaͤrckt, hochzeit oder taͤntz wern, stecken beleiben, darauff dann also ain jeder, vnd menigklich sein auffsehen haben ... soll
    BairLO. 1553 VI 6, 3
  • wann sich bei stekent herrschaftlicher freiung ... rumores oder raufhändl erheben wurden, so solle der jennige ... per 32 fl. straff verfahlen sein
    1701 NÖsterr./ÖW. VIII 855
IV mit Palisaden, Pfählen umgeben, einhegen
bdv.: hegen (I)
  • schultheiß und scheffen weisen unsern gnedigen herrn ... daselbst ein gericht, das genugsam gesteckt und gesteint
    1515 ArchHessG.2 3 (1904) 131
V sich (an einem Ort, in einem best. Zustand) befinden, befindlich sein; stecken bleiben verbleiben, verharren
  • dieweill nu den bürgen am hoͤchsten beschwerlich were, das sie für vnnd für in der verstrickung der bürgschafft solten stechen bleiben: so ist jnen ... zugelassen, jre bürgschafft vnd verstrickung vffzusagen
    1555 JülichRef. 1555 S. 111
  • der brauch zeugnuͤss zu stellen ist gemein vnd notwendig, damit nichts verborgens noch zweyffels in den sachen stecken bleib
    1583 SiebbLR. I 5 § 6
  • ob sich dann befuͤnde, daß sie jhres glaubens nicht rein, vnd in vngoͤttlicher schwermerey stecken, ... die sollen ... deß landes verwiesen werden
    EiderstLR. 1591 I 2 § 1
  • dass ifg. in angezeigtem unversehenen und etwas harten zustand nicht stecken zu lassen ... so wölle man ifg. 40000 fl. ... fürstrecken
    1605 WürtLTA.2 II 431
  • es soll auch keine herren oder ambsgunst lenger den vf die termin, dahin sie gerichtet, vfn güttern stecken bleiben
    1641 MittSächsVk. 6 (1912/16) 224
  • demnach vil christen unter denen juden steckhen, denenselben für sich selbsten und auf ihre nahmen oder aber nur durch si andern christen ihre gelter vil auf ein höchers alß mit 6 vom 100 des jahrs interesse durch allerhand gesuechte schein und mitl fürleihen
    1654 NÖLO. II 5 § 4
  • daß unter den gehoͤrigen mittlen auch die peinliche frag stecke und verstanden seye
    1670 Abele,Unordn. I 218
  • wenn iemand ohne seine schuld in der aͤussersten hungers noth stecket, ... der darff [geld der reichen] ... mit gewalt oder heimlich entwenden
    1691 Pufendorf,Sittenlehre 166
  • marckscheider ist eine person, die am tage wissen und erfahren kan, wo man mit einem ort in der grube oder uff stollen stecket muß anweisen, wo man mit durchschlaͤgen zusammen kommen, wo man gaͤnge mit oertern erbrechen soll
    1693 Schönberg,Berginformation Anh. 64
  • auch kann der vormund auf die veräußerung antragen, wenn in solchen kostbarkeiten ein beträchtliches capital steckt 
    1794 PreußALR. II 18 § 446
VI
hineintun, hineinstecken; jm. etw. in die Hand stecken jm. etw. übergeben, überlassen; von Geld: zu Beutel stecken an sich nehmen
  • stegke myr myne phenige wedder in myn buttel; wiltu myr abir der nicht weddergebin, so neme ich dich jo eyn mal vor eyn phenig
    1474 PössneckSchSpr. I 167
  • nachdem auch in steten von etzwelchen den armen pauren die wahr auff zeyt und auf das tewerste in die handt gestecket, darüber sie offt ... gepfendett werden
    1552 Arbusow,LivlBR. 124
  • indeme sich boͤse leuth finden, welche unter dem schein deß geldwechslens, oder zehlens, selbes unvermerckter weiß in die ermel stecken 
    NÖLGO. 1656(CAustr.) II 94 § 1
  • daß alle nach- oder nebenbruͤchtengerichtere moͤgen ... bey abhaltung des bruͤchtengerichts denen bruchfaͤlligen ihnen dictirte strafe [abnehmen], damit ... die voͤgte ... nicht groͤßere summen exactioniren und zu beutel stechen koͤnnen
    1709 CCOsnabr. I 1 S. 302
VII hineinbegeben, (hinein)bringen; sich in Schulden stecken sich verschulden; in Gefahr stecken gefährden; in Brand stecken anzünden
  • Ulm würde ihr land und leut nicht von dieses lands oder eines andern wegen in gefahr stecken 
    1593 WürtLTA.2 I 47
  • daß der gemeine mann ... zu ihrem selbst eignem ... verderben vnd ihrer glaubiger nachtheil ... mit jhrer liederlichen zehrung vnnd auffborgen sich in schulden stecken 
    1599 OPfalzLO. 13
  • [gestraft werden soll,] der sich in seiner währenden residenz ... in solche schulden steckht, daß er dieselbige ohne des ordens hilff nit zu bezahlen
    DOrdStat. (1606/1740) 130
  • mordbrenner: mit deren strafe werden die officier und gemeinen beleget, welche vorsetzlich gebaͤude in brand stekken oder stekken lassen
    1742 CCLuneb. II 2 Reg. s.v.
  • wer durch ansteckung seines eigenthums das feuer weiter zu verbreiten ... sucht, wird gleich dem, welcher fremdes eigenthum in brand steckt, bestraft
    1794 PreußALR. II 20 § 1520
VIII jn. einsperren, in Haft nehmen
  • einen in den turm stecken 
    1691 Stieler 2365
  • daher der kayser ihm [bischop] beym kopffe nehmen und in das gefaͤngniß unter der treppen in der schloß-kirchen ... stecken und darinnen fast auf ein jahr sitzen lassen
    1714 Leuckfeld,Halberst. 201
IX aufhalten, (be)hindern, verbieten; ins Stecken geraten sich verzögern, zum Erliegen kommen
  • dis mag eyn richter in czeiten wol wandiln, ab her wil und mag das orteil steckin. stroffin sal hers abir nicht, sundir steckin mit zotanen worten: "ir herrn, seyt ir des orteilis nicht wol obir eyne komen, zo vorschibet is adir irfaret is yn andern steten, do ir ewir recht holit"
    um 1400 LiegnitzStRb. 121
  • dieselbe gobe hat H.S. vorkowfft durch syner notdurfft willin. doran jrret yn nu vnd stecket jm den kowff J., sein elicher son
    1457 Neumann,MagdebW. 43
  • doruff der kauffe gentzlich beslossen, alleine das jme der kauffe durch die freunthschafft gestackt, vnd dieweile er den zwei teil hette, so bote er seine gutter vmb XXIV M fl. hung.
    1518 GörlitzRatsAnn. I/II 537
  • dann das richterliche ampt frey ist, und durch die gewehr nicht sol vorschrenkt noch gestackt werden
    1. Hälfte 16. Jh. BreslStR. 60
  • [daß ordinair-einkommen nicht] beygetrieben, sondern oftermahlen bey denen ins stecken gerahten, welche die zahlung ... wol verfügen können
    1686 WestfForsch. 15 (1962) 169
  • das damahls in das stecken gerathene kammergericht sollte nun bey dem reichsregiment zu N. gehalten werden
    1791 Malblank,Kanzleiverf. I 87
X (einen Termin, einen Gerichtstag) festsetzen, festlegen; formelhaft: stecken und legen 
bdv.: staken (V)
  • das er [bergmeister] welde yn [burgern] eynen tagk stecken unde legenn ... uff denselbigenn gestackten tagk komen dy burgern mitsampt dem bergmeister ... gegangenn an dy stat
    Mitte 15. Jh. FreibergUB. II 259
  • hierumb bescheiden vnd stecken wir eüch ... einen tag
    1466 UrkGeschBöhm. 419
  • ist dan auf denselben gestackten gerichtstag ein part ... on erehaftige not außen plieben
    vor 1524 LeipzigSchSpr. 245
XI jn. stecken lassen jn. im Stich lassen
  • H.E. hette ... einem rath burgen gesatzt, dorober abetronig wurden vnd seine burgen, einem rath zw sunderlicher vorachtung vnd schmoheit, steckenn lassen
    1513 GörlitzRatsAnn. I/II 270
  • so wil ich die obligation unterschreiben, allein ihr müsset credit halten und mich nicht stecken lassen
    1663 Schuppius 582
XII jn. (steckbrieflich) suchen (lassen)
  • so wol die richter in denen doͤrffern vnd flecken ... schuldig seyn, solche person mit insinuirung der steckbrieff zustecken vnd den, der also gesteckt, daß er sich ... stellen wolle. vnd der einen mit dergleich steckbrieff steckt, dem sol ... 30 boͤhaimische groschen gegeben werden
    1627 BöhmLO. G 29
unter Ausschluss der Schreibform(en):
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