Deutsches Rechtswörterbuch (DRW): stehen/Stehen

stehen

, v.

auch stên, stân, standen; im Part. Perf. Überschneidungen mit gestehen möglich

I von Menschen: aufgerichtet sein, auf den Füßen stehen; iU. zu gehen (A I), liegen (I) und sitzen (I) 

I 1 als Beleg für körperliche Gesundheit und Leistungsfähigkeit und damit für Testier- und Geschäftsfähigkeit, auch als Zeichen von Nüchternheit; formelhaft mit gehen 
  • [selegerede] mit gudem willin, gesuͤndis libis, steende und gende gegebin
    1370 DOrdHessenUB. III 111
  • ghet eyn wip ... zu dinge ... ane menschliche hulffe, und so lange do steit, bis man die gabe bestetiget, so ist sy mechtig, daz ihre zu vorgebin von rechtis wegen
    Ende 14. Jh. GlWeichb. 270
  • mit gesunden leiben gehend und stehend 
    1469 ZWirtFrk. 4 (1856/58) 57
  • starck van lichame, gaende, staende, vulmechtich alle unser synnen, redelicheit unde verstandes, in- unde uthwendighen, hebben wij ... ghesettet unse testament
    1494 OstfriesUB. II 412
  • seine mechtigkeit mus der man also das er stehen, gehen und seine wehre one mannes hülffe zücken ... müge, beweisen
    1561 Rotschitz 139
  • hat s.f.g. bei guther sin und vernunft (wie den s.f.g. gehen und stehen konnen) ... besiegelt
    1565 Beyerle,Beitr. IX 2 S. 83
  • [wo einer dermassen truncken] betretten wuͤrdt, daß er sich weder seiner vernunfft noch seiner sinn, vnd sonderlich nottuͤrfftigs gehens vnd stehens, nicht geprauchen kan, denselbigen soll der profoß ... gefaͤncklich eynziehen
    Reiterbestallung 1570 V 58
  • wer da wil sein gut ... hinweg geben, ... der mag das wol thun, also daß er das von der handt hinweg bey gehendem, stehendem leib vnd gesundt der sinne geben solle
    1597 Meurer,Liberey II 134
I 2
als Körperhaltung bei Rechtshandlungen, insb. vor Gericht
  • stande sal man ordel scelden, sittene sal man ordele vinden
    1224/35 SspLR. II 12 § 13
  • der man sol nicht sitzen in lehenrechte an des herren vrlop, mag abr er nicht lenger sten vor rechter not so shol er sitzzen an sein vrlop
    nach 1280 Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 134
  • stende shol man die vrteil verwerfen, sizzen shol man si vinden
    nach 1280 Schwsp.(Langform M) LR. Art. 108
  • wanne der richter sitzt zů gedinge, dat dan geyn amptman sal vur der bangh bliven stain 
    nach 1350 KölnAmtl. 100
  • dy frouwe sal stande ede sweren vor gerichte vnd dy hiligen sal or dy dedingesman vor holden vnd di man sal knylende sweren
    1397/98 BerlinStB.(Hs.) 96v
  • wenn der hofrichter ufstat und nit meͤ richten wil, so hat er sinen stab in der hand und aͤchtet stend also [...]
    RottweilHGO. 1435 XII 2
  • es sollen auch fürterhin nit me denn 14 richter oder huber in den urteilen sizen zu sprechen ... und sollen die ander cleinen huber und hoflüt umb das recht ston 
    1483 Burckhardt,Hofr. 103
  • [dass] richter, beisitzer und landschreiber ain ieder an seiner stat, da er sitzen soll, solchen aid zu hören aufrecht steen, sich darnach nidersetzen
    1528 ZeigerLRb. 150
  • so hevet dey rechtdeler den dotsleger geffraget, wat hey dar to sege, so hevet hey gestan op ffrien voten und hevet togestan, hey hebbe den man dot gesteken
    1535 KielVarb. 87
  • das beiurteil ... sol auch von dem richter, wenn er sitzt, gesprochen werden, wie in den endurteiln geschihet, sonst mag der richter das stehende sprechen
    1541 König,Proz. 115v
  • [nichtig vrtel:] wo das vrteil von dem richter stehend vnd nicht sitzende gesprochen ist
    1561 Rotschitz 66v
  • der raht u. die compromissarii haben allezeit stehende der parthen noht durfft angehöret
    1636 Panten,RQNordfriesl. 93
  • daß ... alle diejenige, so reichs-lehen haben, solche vor dem kayserl. reichs-hof-rath empfangen, und zwar ein teutscher stehende, der italiaͤner aber kniende
    1659 Lünig,CJFeud. I 105
  • daß bey allen crays-zusammenkuͤnfften ihre fuͤrstl. gn. ... im sitzen, stehen, votiren, schreiben, sigeln und sonsten allen ... actibus in crays-sachen ... die præcedenz und vorzug ... behalten soll
    1666 Moser,StaatsR. 27 S. 334
  • [wenn die Herren] der beyden rethen in dem schranckhen sitzendt versammlet, so laßt man die burger ... in die rathstuben tretten, welche hinder den schranckhen stehen bleiben
    1768 MellingenStR. 462
  • der richter fraget ... ob man sothane gerichte soll sitzen oder stehend halten? urthel eingebracht, man möge es wol sitzend halten
    oJ. GrW. III 300
I 3 stehendes Gericht im Stehen (statt im Sitzen XI) abgehaltene, häufig außerordentliche Gerichtsversammlung, Standgericht (I); vor stehenden Schöffen als Standgericht
  • so wann einer, der nit burger ist, mit eim fremden zu schaffen hoit und ine kummert ader seyn guit und begeret eins staenden gerichts ader gassengerichts, sall ein schultheis zu seinem gesynnen die scheffen bey ein laessen verboeten
    Anfang 15. Jh. KoblenzGB. 93
  • [unser her hat den] scheffen und thienern des werntlichen gerichts zu C. bewuilliget ... das sei ... gebruichen suillen und moigen eins staenden stainds gerichts eim jeklichen frembden, der sein begeren ... were
    1471 KoblenzGB. 106
  • geschicht, dass man ein vngewanlich gerichttagh helt vor den steenden scheffen, muss uff dess beger es geschicht, viij albus geben
    1509 Mittelrhein/GrW. III 743
  • wehre, das der schiffman seyne vnschuldt don wolt, soll m.h. meyer machen ein stehendt gericht
    1548 Untermosel/GrW. II 316
I 4 bei einer (Schand-)Strafe
  • wer mit gott fluecht ... soll offenbar ainen halben tag in der prechel oder creuz darfuer sten 
    1530 NÖsterr./ÖW. VIII 1013
  • welcher fleischhacker pfinniges ... fleisch hackt und verkauft, der soll mit einen fueß bloßer stehen und ... mit einen strobern kranz auf den kopf
    1717 NÖsterr./ÖW. XI 71
  • eine boͤse frau [muste] ... einen hochverpoͤnten urfried (und zwar stehend auf einer darzu aufgerichteten fleischbanck am oͤffentlichen marck-platze) gegen die sonne abschwoͤren
    1722 Knauth,Altenzella VII 43
II senkrecht sein; insb. bergm.: (weitgehend) seiger (II) sein, iU. zu flach (II) 
  • wenn denne dy czwey lehen von gewerkin uf gevarin, da sol eyne steende marscheyde sin, waz den dy gewerkin in den czwey lehen obir varin, daz sol ir sin, under sich, unde der N. obir sich, alz dy flache marscheyde wendit
    1368 Klotzsch,Bergw. 228 [=328]
  • das es nu hinfür bey den 3 schnüern nach pirggangs fall und zugs läng [Erzgangs Fallen und Streichen] flach oder stend ... bleiben
    1517 MaxBO. Art. 5
  • wer ... ein bau ... auff stehenden oder flachen klufften verfahren wil, der sol es dem richter ... anzeigen
    1553 FerdBO. Art. 13
  • dem fallen nach werden die gaͤnge wieder unterschieden in stehende, donlegigte, flache und schwebende; ein stehender gang ist, der entweder gerad nieder, oder bey achtzig grad nach dem circul-bogen faͤllet
    1693 Schönberg,Berginformation Anh. 37
  • auf einem jeden ... berg-werk solle einer fund-gruben 50 klafter stehenden saiger und 50 klafter scherm ... zugestanden ... werden
    1731 VorderöstBO. Art. 11
III sich an einer best. Stelle befinden

III 1 von Mensch und Tier: an einer best. Stelle sein, dastehen; anwesend sein, sich aufhalten, auch: wohnen; jn. stehend halten jn. festhalten (Beleg 1516)
  • wie ich stuonte eine / an eines stades reine
    1060/80 GenesisW.(Smits) V. 2025
  • irleget deme wechverdigen manne sin perd, he mut wol korn sniden unde ime geven, alse verne alse he't gereken mach stande inme wege mit enen vute; he ne sal is aver nicht dannen voren
    1224/35 (Hs. 1369) SspLR. II 68
  • wes daz wilt ze rechte sei daz shul wir sagen: stirbet ez dar inne, e daz der dar vber kvme, der ez geiagt hat, des ist ez ze rechte. vnde vindet er ez lebende, er shol ez lazen stan vnd ist des, des der wiltpan ist
    nach 1280 Schwsp.(Langform M) LR. Art. 216
  • sol oͮch enkain wæbær nieman enkain linwat koͮfen, er stande da ze gegenne oder sin botte, dem er si danne koͮfet
    1283 Konstanz/CorpAltdtOrUrk. II 14
  • die treger sollen stehen vnder dem gerichte vnd die arbeytende knecht vnder dem dache
    1351 ErfurtZuchtbf. 109
  • na deme dat he prior was, deme in synem closter boret to stande 
    1379 Westphalen,Mon. II 274
  • wa vich ... umb miet in gemain stoͮnnd, haͮt man weg zůtaillen zů mayen
    1484 SGallenOffn. II 229
  • alle de ghene, de vor de gerichte beyde komet, de staet in deme warve in antlate des richters ... we achter deme richter stae, de en sy nynes ordels plichtich to deylen
    15. Jh. MittOsnabr. 65 (1952) 112
  • dat desulven coplude ... solen mögen houden, toven und arresteren deve, morders efte ... ock ohre schuldenere bynnen und buten der vryeheidt van den jarmarkeden ende de houden stande tot an der tidt, dat sze den schouten ... dar tho gehaelt zolen hebben
    1516 HanseRez.3 VI 759
  • van herden: ... wol em sein proviande edder genet nicht gift, den vorklaget he vor den lonheren. willen se nicht geven, he let sin vehe stan edder gan, wor it wil, ane unrecht, dörft tom schaden nicht antwerden. lete he sonst jemand sein vehe stan edder to schaden gan, he deit unrecht und vorböt den schaden
    vor 1531 RügenLR. Kap. 141 § 3
  • ledich unde ffry, also dat dey selve ... mach gan unde stan to deme Kyle uth unde in
    1536 KielVarb. 88
  • vnd hoefft he t doen, dat J. by oim stan sol, dat sol vp scheipmekers kost syn vnd geschien
    1541 DuisbNotgerProt. 93
  • das für hin ein jeder procurator eines yeden gerichtstags ... im gericht erscheynen, auß demselben on erlaubnuß des cammerrichters nit gehen, sonder darin biß zum endt desselbigen in seyner ordnung stehen bleiben soll
    RKGO. 1555 I 23 § 1
  • wolt dann der kaͤuffer sagen, daß das pferdt hauptsiech seye, so sol er solches dem verkaͤuffer ... verkuͤnden, fuͤrters ... das pferdt in ein offne herberg ziehen, vnd daselbst vier wochen stehen lassen
    FrankfRef. 1578 II 9 § 6
  • [an sonn- und feiertagen soll niemand] vor der kirchen sitzen oder stehen und des unnützen geschwetz' ... sich ... enthalten
    1625 FreibDiözArch. 27 (1899) 322
  • privilegium [des hof-juden], in hiesiger unserer residenz-stadt W. mit seiner familia stehen zu duͤrfen
    1723 CAustr. IV 131
III 2
(an einer best. Stelle) etw. zum Verkauf anbieten, etw. verkaufen; insb. in Wendungen wie zu Kammer (VII 3)/Kram (I)/Markt (I) stehen 
  • ez sol auch kain kramer, der ze krame stat, kain wahs uf dehaime tische noh niender verkaufen wan in siner kram
    1276 AugsbStR. Art. 14 § 15
  • man sol auch wizzen daz ein ieglich becke der vailez brot bachet unde einen tisch hat oben unde niden in der stat, swaen er daruber setzet daz er im sin brot verkauffe, ez si magt oder kneht, die suln niendert stan wan inrhalp sins tissches, unde sol da sin brot gezogenlichen verkauffen unde ane schaeltwort
    1276 AugsbStR. Art. 118 § 12
  • daz chein becke mit veilem brote niendert sol stan wan uf den etischen oben unde nieden in der stat
    1276 AugsbStR. Art. 118 § 9
  • daz wir niemen lazzen stan mit vælem brote vͦf der lantstrazze
    1283 Ausgburg/CorpAltdtOrUrk. II 11
  • unde unse becker von der stat sullen zu rechte nicht sten mit den vremden beckeren, di brot hervuren veile
    um 1300 FreibergStR. 42 § 9
  • ein iglich hvter, ein weizgerwer, ein kursner, sie machent alt werch oder newe werch vnd ze marcht stent, der gibt iglicher vier pfenning zu sent michels messe ob sie marcht reht habent
    1348 (Hs.) HohenloheRB. 31
  • wat ok here kumt van vromeden krameren, de moghet hir stan up dem meynen markede oder vor der kerken
    1. Hälfte 14. Jh. GoslarStR. V § 20
  • is sal ouch nymant, der nicht czu kamern stet, snyden keynerleye schongewant
    1360 CDSiles. VIII 51
  • yder leczelter, der zu markt steet in jarmarkt ... der schol geben ij pfenningen
    1388 BudweisUB. 253
  • ir sollit wissen, das in legibus heist institor eyner, der vor dem andern stehet, seyne ware zuvorkewffen adir eyn gescheffte zutreyben
    um 1400 LiegnitzStRb. 82
  • vnsern cromern, dy czw krome steen 
    1432 KrakauZftO. 23
  • so wie in den jairmerkten to snede steet, sall geuen van der steden III sch.
    2. Hälfte 15. Jh. Cleve/NrhAnn. 8 (1860) 26
  • eß sollen auch nit mehr dann zwenn metzger mit einander in gemeinschafft sten 
    1566 Eppingen 828
  • nachrichter recht: der nimbt 3 stunt in dem jahre sein lassung ab von denen die stets zu markt stehen 
    17./18. Jh. NÖsterr./ÖW. VIII 611
III 3 von Dingen: (an einer best. Stelle) da, vorhanden, fest, immobil sein, sich nicht fortbewegen; von Pflanzen: (an einem best. Ort) wachsen; von einem Feld: bewachsen sein (Beleg 1597); stehendes Holz (nicht gefällte) Bäume; von Gewässern: nicht fließen; von einem Schiff: liegen
  • weer schelleth wessa emmermer rekin ende rede fiouwer wagen ti dae goedishuse ..., hit ne se dat ... hit stande an stedes owere, dat ma moge koma mey scipesborde ti dae wiade goedishuse [ferner sollen immerdar vier Wege zum Gotteshause ... offen und gangbar sein, es sei denn ..., dass es an der Wasserseite des Ortes stünde, so dass man mit dem Schiffe zum geweihten Gotteshause kommen könnte] 
    10. Jh.? (Hs. 1464) WesterlauwersR. I 182
  • dat die stande dijc comen sal op den ambochtshere
    1292 Bergh II 374
  • hweer so en scip steet ende deer goeda lioede binna sint, deer hiara lijf mit riochta thinghum nerra wellath, ... ende deer onriochta liode kommeth, deer himmen hiara hewa binymeth, soe is dat riocht, dat ma hit keda schel mit clockaclinne ende mit wepena rofte [wenn irgendwo ein Schiff liegt und darauf gute Leute sind, die sich in ehrlicher Weise ernähren wollen, ... und da ungerechte Leute kommen, die ihnen ihr Hab und Gut nehmen, so ist es Recht, dass man es mit Glockenklang und Waffenruf bekanntmachen soll] 
    13. Jh.? (Hs. 1464) WesterlauwersR. I 250
  • thera inra iahwelikes bote sex and thritich skillinga, jef tha herna stondath and thi stapul of is [die Buße eines jeden von den Backenzähnen (beträgt) 36 Schillinge, wenn die Wurzeln erhalten sind und die Krone ab ist] 
    um 1300 RüstringerR. 62
  • mit allin geczauwen pherdlin unde gerete, als daz iczund stet, ... abgekoyft
    1384 FreibergUB. II 48
  • das haus ... mit aller gereichtikeit, alzo is stet und leit
    1464 FreibergGB. 372
  • das kein waltfaut noch fursterknecht kein steyn oder ligende holtz, wellicherlei das sin macht, grune oder durre, das gut zu verbuwen ist ... hinweggeben solle
    1466 PfälzMarknutzW. 59
  • daß sie nach seinem tode das ihre stehen und liegen lassen, und als eyne arme frauwe ... hette müßen rumen
    1479 FrankfOHof 504
  • in dem fronhof sol ein stock ston da man schuldig lüt inleit
    1483 Burckhardt,Hofr. 101
  • de jacht under den vam adel ... was fri, bideme dat de jeger im standen edder utkamenden korne neinen schaden dede
    vor 1531 RügenLR. Kap. 181 § 1
  • das die beroͤrte funden mael, vnd stein, sullen stan, vnnd vür mael vnd termstein gehalten werden
    KölnErzstiftRef. 1537 Bl. 24v
  • es soll auch niemand einn außfluß, oder wassersteyn machen, an der wandt seines nachbaurn, dardurch dieselb verfeulet oder geschaͤdigt werde, oder solch vnsauber, stehend, stinckend wasser, rinnen, trieffen odder sincken moͤcht, inseins nachbaurn hauß, garten oder ander gemach
    1553 Gobler,StatB. 128r
  • dz die schiff, so jmmer möglich, so sy haar khomment, entladen werden mögent unnd nit also geladen stan müeßend
    1593 LuzernSTQ. IV 325
  • so das veld in obgemelten gemarckenn mit korn stehet 
    1597 RheingauLändlRQ. 70
  • wer ... wo einmall holz gestanten und nit alte eheplessen seyn ... sich des schwenten unterstehet, von jedem poschen oder stamb holz straff 2 schilling
    1659 SalzbWaldO.(FRAustr.) 148
  • wann ein baum auff einem gemeinen rain, zwischen zweyer gruͤnd stehet, der gehoͤrt beyden zugleich zu
    1679 TractIurIncorp. XIII 9
  • wenn in einer zeche ertz zu fuße, und nicht nur in der firste stehet, und einmahl ausbeute gegeben worden, ist dieselbe vor maaß- und erbwuͤrdig zu achten
    1693 Schönberg,Berginformation 28
  • soll das korn, wann der letzte mann noch selbiges auff dem felde hat, drey tage geheget werden; stehet es aber länger, so stehet es auff seine eigene gefahr
    1723 SchleswDorfO. 868
  • daß die feld-lazarethe eingetheilet werden a) in bewegliche und b) stehende 
    1783 HistBeitrPreuß. II 636
  • es umfaßt das staatseigenthumsrecht ... alles fliessende, stehende und quellwasser
    1785 Fischer,KamPolR. II 392
  • hat aber der waldbesitzer in der benutzung des waldes solche anstalten und vorkehrungen gemacht, daß dadurch den raff- und leseholz-berechtigten die ausübung ihres rechts vereitelt worden: so muß er ihnen stehendes holz zu ihrer northdurft so lange anweisen, bis der mangel an raff- und leseholz aufhört
    1794 PreußALR. I 22 § 225
  • die einzeln stehenden hafner-öfen sind von der brandversicherungs-anstalt ausgeschlossen
    1808 Spies,Hafner 108
III 4 in Bezug auf Liegenschaften: bebaut sein, iU. zu (sonstigem) liegendem (XXXI) Vermögen; auch: unbeweglich sein, iU. zu gehender (B V) und 1fahrender (B I) Habe; stehendes Eigen wie Standeigen; stehendes Erbe wie Standerbe; stehen(d-) und liegen(d-) paarformelhaft für Immobilien jeder Art
  • swaz se [vrowe] aver eghenes unde standes erves hadde, des en mochte se ome nicht gheven, wenne in gheheghedeme dinghe
    1330 StendalUrt. 52
  • alle unser hab ..., si sei ligent, varent, stênt oder gênt
    1369 Rockinger
  • eigen unde erbe, beide stende und ghende
    Ende 14. Jh. GlWeichb. 305
  • an eigen und an hofen ... mit ... eigen, do meint er acker und huz; daz heissen wir legende eigen; domete daz er spricht hofen, do meint er steende eigen, alzo husere
    Ende 14. Jh. GlWeichb. 272
  • men mach den frowen wol stande eigen edder liggende grunt to oreme lyve geven
    Anf. 15. Jh. Beweisung 364
  • hefft he auer stande eigen adir liggeden grund gelaten, dat öme angeeruet was, des dy kinder, dy he vthgeradt hefft, nicht vortegen hebbin, dat schollen alle sine kinder mit eynander glike deylen
    Anf. 15. Jh. MagdebR. I 277
  • in beweglikem gude alse dat men driven u. dragen moge u. nicht in unbeweglikem gude alse stande eigen u. liggende grunt
    Anf. 15. Jh. SspLR. I 70 § 1 [Altm.Gl.]
  • dair man end wif sitten in echtscap, stirvet oerre een ... die dair levendich blivet, die besit sin tucht aen alle staende erve ind eerfniss binnen der vriheit van C. gelegen
    1417 CleveStR./ZRG. 9 (1870) 434
  • van wegen etliker huser, standes erve unde liggender grunde
    1465 Bergenfahrer p. 108
  • eygin ist czweyerley. eyns heist leginde eygin, als acker, weße, wachs, holczwachs, weingarten etc. das andir heist steende eygin und ist gebeude, das ein man bauet uf sein eygin
    um 1490 RechterWeg II 1028
  • sein gut und habe, steende und leginde, farnde und unfarnde, gerade und ungerade
    1491 Wutke,SchlesBergb. I 117
  • guderen vnde staenden eruen
    1498 RevalStR. II 128
  • was man an steenden erben und ligenden grunden [hat], das anerstorben seint, das kan man nicht verkaufen oder vergeben on willen und wissen der erbnemen
    vor 1524 LeipzigSchSpr. 495
  • liggende grunde unde stande huser
    1543 PommMbl. 27 (1913) 67
  • kein mann mag vorpfanden, noch vorkauffen, noch vorschencken liegende gruͤnde, vnd stehende erbguͤter, die jhme von seinem weibe zugebracht werden, ohne jhren vnd jhrer kinder willen
    1586 LübStR. I 5 § 9
  • so auff vnbeweglich gutt, als auff liegende gruͤnde vnd stehende erbe, geklaget were, soll er denselbigen, der daß vrtheill gewunnen, in solch gutt weisen vnd einsetzen, vnd daß verlustige theill, oder daß, so darinnen sesse, heraussen weisen lassen
    EiderstLR. 1591 I 19 § 1
  • weltliche ligende gründe oder stehende erbzahl, so innerhalb dieser stadt belegen
    1592 MünsterPolO. 34
  • stehende, liegende (und) eigene gründe mag man niemandt ... vorgeben
    16. Jh. BreslStR. 97
  • von des mannes stehenden und liegenden gruͤnden ... soll seine eheliche wirthin den halbentheil nehmen
    1658 GeraStR. 194
  • dieselben, welche keine liegende gründe und stehende stücke bey uns in der stadt haben, soll nicht vergönnet seyn, vieh auf der stadt weyde zu treiben
    1666 Benno,Köslin 241
  • haus, hoef, habende, stehende erbe und liegende gründe, auch erbrente, die einem durch erbe ankommen, auch was einer mit seiner frauen befreiet, das wirt erbgut genenet
    1700 Seestern-Pauly 66
  • in allen hollsteinischen staͤdten, die luͤbsch-recht haben, muͤssen die verkauffte liegende gruͤnde und stehende erb drey buͤrgerliche rechts-tage nach einander vor dem gantzen sitzenden rath aufgeboten werden
    1717 Blüting,Gl. I 136
III 5
bei stehenden Heiligen (III) beim aufgestellten Reliquienschrein; als Ort zur Eidablegung
  • oft hy niet in quam by klimmender sonne ende by sitten der mannen ende by staende heylighen
    1531/61? Kennemerland 201
III 6 eine best. Rangstellung, Position (in einer Reihenfolge) haben, an der Reihe sein; insb. in Bezug auf die Erbfolge
  • noch vinden wir eczlicherleye geburt dy entweder stent an erbeganc oder sten nicht dar an ..., also misselsuchtige lute, blind lute, stumme, ... der sol sich underwinden ir nester vatermac und sol sy mit irme erbe in rechter phlage halden als verre als das gut getragen mag
    1357/87 MeißenRB.(Oppitz) I 5 Dist. 10
  • in dem nacken des halses steen der kyndere, die ane czweyunge von vater und mutter elich sint geboren
    1435/54 DanzigSchB. 10
  • wan es aber demselbigen solch pfandt dergestalt anzunehmen nicht gelegen, soll es dem der vor ihme stehet angebotten werden
    1562/77 LünebNGO. 355
  • weliche [sipschafft] über die fünfften linien in glycher linigen stand 
    um 1600 ZürichOffn. I 45
III 7 (von etw.) entfernt sein
  • iczlich nagel sol von dem andern sten, als der man lanc ist biz an dy schuldern
    1357/87 MeißenRB.(Oppitz) IV 31 Dist. 9
  • oeffnungen in einer unmittelbar an des nachbars hof oder garten stoßenden wand ... müssen ... mit eisernen nur zwey zoll von einander stehenden stäben ... verwahrt seyn
    1794 PreußALR. I 8 § 138
III 8 stehendes Fußes/auf stehendem Fuß/(an/zu) stehender Stadt (XII) sofort, auf der Stelle, unverzüglich; insb. in Bezug auf Rechtshandlungen vor Gericht
  • ich enlâze iuch nimmer genesen / ob ir die ganzen wârheit / mir nicht an stênder stete enseit
    um 1285/90 HeinrFrb. II Tristan V. 6142
  • so sol er dem cleger gelten ze stenter stete
    1297 CorpAltdtOrUrk. IV 22
  • sol dez clagers furspreche in wandel dingen vnd sol in vordern, ob der sehser dehainer verworfen werde, ob er iht ainen andern ze stender stat an sein stat stellen mv̈ge dez schol der rihter fragen vnd suln ez auch die scheppfen ertailen
    1314 NürnbHGO. 249
  • scal en up en pant scult beholden, ... wanne he de beholden heft uppe den hilleghen, so scal men eme de scult bereden stander stede
    1. Hälfte 14. Jh. GoslarStR. III § 56
  • we de ware biddet vor gherichte umme sculde, der he bekant, dat mot he wol don stander stede
    1. Hälfte 14. Jh. GoslarStR. III § 166
  • vor dy schult mac er kein ufschup gehaben, wen er schol sy an stender stat beczaln
    1357/87 MeißenRB.(Oppitz) III 10 Dist. 6
  • man sal die volbort wedersprechen uff steendem fuze
    Ende 14. Jh. GlWeichb. 234
  • unvertzogenlich, unberaden und stendes fusses
    Anf. 15. Jh. Wetterau/GrW. III 458
  • ob der widerthaill an steender stat solicher prief copi nicht begert, so sol er darnach nicht umb die sach gehort werden
    um 1500 GörzSt. 30
  • wer von gesprochen vrtheil appelliren wil, der sol solches auff stehenden fueß, vnd alsbaldt nach gesprochener vrtheil ... thun
    RostockGO. 1574 S. 32
  • wie man von schoͤppen vrtel, an die oberkeit nach dieses landes gebrauch appelliert, vnd das mus geschehen, weil die dingzeit weret, oder wie mans nennet, stehendes fusses
    1577 Pölmann,Urteil 32v
  • in ... geringen saeken ... sal de beclachte up des klegers klachte thorstunt und standes voets antworen
    1639 LingenLR. 65
IV stehen bleiben; innehalten, stillstehen; an Worten standen in der Rede stocken, stammeln 
  • alle veintschaft, vnd besvnderlich alle todveintschefte [sůlen] in minne sten vntz nach ostern vͦber vierzehen tag, ... vnd svͦln di herren diselben veintschæfte friden an geverd
    1292 Regensburg/CorpAltdtOrUrk. II 708
  • ob inen fee darin [hofwisen] gienge, so sol einer das ustriben und am hag stan und mit einer růtten troͤwen
    1509 ZürichOffn. I 342
  • ist ... daz ein man sin wort selbe sprichit unde beginnet strandelen [aL.: zu standen oder zu straudeln] daran, also daz he eines vorsprechen wol bedorfte
    16. Jh. FreibergStR. 31 § 4
V hintreten, sich hinstellen, einfinden

V 1 sich (an einen best. Ort) hinstellen, hintreten; vom Pferd stehen absitzen
  • die wile nu zů ringe / stůnden inde zů gedinge / die vursten al gemeine
    1220/30 Morant(Frings/Linke) V. 2960
  • des dages so ding hie ist, so sol der meier stan vf dv svelle vnd rvefen den hvͤberen das si sizcent
    13. Jh. Elsass/CorpAltdtOrUrk. V 586
  • daz der schulteisse sulle steen uff die bank und sulle yn [morder] ... heischen dry stundt
    vor 1350? Bacharach/GrW. II 213
  • darnach sal der konig von B. komen uf eyme pherde und sal brengen eynen silbirn kop ... und sal sten von sime pherde und sal den kop dem keysir adir konige zů drinckin biedin
    um 1360 GoldBulle 143
  • die da richten wend, ... suͤllen zuo der baur staͤn, dar vff der tod lichnam ist, vnd suͤllent darob sweyren ... das sy an den todschlag vnschuldig sigen
    1396 MemmingenStR. 256[a]
  • vnd die loser oder banwart koment vnd vff den stumpff stand vnd jr recht fordernt, so soll eins probsts knecht nit me denn iiii schůch lang hoͮwen, daz übrig ist der loser
    1420 Elsass/GrW. IV 36
  • tha gingen se alle tofara thene paws stonda and tofara thene kening. thet bref him thi paws jef [da stellten sie sich alle vor dem Papst und vor dem König auf. Der Papst übergab ihnen den Rechtsbrief] 
    1. Hälfte 15. Jh. FivelgoR. 56
  • dat is, wen twe heerschop twistigh sind umme de stede, dar de undaet geschehen ist, de kleger, de dar vorwundet edder schlagen is worden, de geit stan up de stede und schweret, dat he dar gewundet, und dem gift men geloven
    vor 1531 RügenLR. Kap. 28 § 1
  • wie man schaffen soll: er soll sein in solchem vermügen, daß er aufstee von dem pedte ... und soll steen mitn auf daß fletz und nemben sein schwert in di hand
    Mitte 16. Jh. NÖsterr./ÖW. XI 155
  • wo ... einer den andern an seiner ehr verletzt ... und kan es nit erweißen, der soll vor der ganzen gemain auf ein bank stehen und solches dreimahl wiederruefen und sich auf daß maul schlagen
    1670 NÖsterr./ÖW. XI 140
V 2 sich einfinden; auf/für das Gericht/in das Recht stehen (uä.) vor Gericht erscheinen, einen Gerichtstermin wahrnehmen; offen zu Bed. XIV 3 
  • das vro M. ... stunt vor v̍nz an gerihte vnd daz siu willecliche dri juche aggerz ... gab vnd hat gegeben reht vnd redelichen den erbern herren
    1297 Offenburg/CorpAltdtOrUrk. IV 47
  • do si ... avf demselben gemezzen tag in daz reht willichlich stuenten 
    1306 Indersdorf I 50
  • si [des richters chnecht] sullen des morgens stên auf das gericht und fur di purger und sullen bereden mit ir aid, daz si di tôtsleg durch rechten frid getân haben
    vor 1328 Ruprecht(Claußen) Art. 40
  • stet ainer auf recht und chlagt umb ein lehen
    1346 BairLR.(Schlosser/Schwab) Art. 213
  • daz sint sy czu richte geladin vnd sint nicht gestandin dar umme sint sy gethon in dez landes ocht
    um 1400 ZWestpreuß. 4 (1881) 10
  • dat alle vremde persoenen, die des voir off dess namiddages van onser stat geswoeren baden hier besat werden, dat die ... dess anderen dages to voirmiddage den anleggeren yrst then rechten stain sullen
    um 1415 NijmegenStR. 40
  • bekennen, das vor uns in gehegtem dinge gestanden sein ... schultis und scheppen zu D.
    1420 SchlesDorfU. 46
  • wo dann derselb abwesennd ... auff den benennten gerichtztag nit erscheint, so sol darnach der fronpot ... für gericht steen vnd ... dem richter vnd partheyen offennlich ansagen ..., welicher gestallt er der abwesennden person ... hab verkündet
    1520 BairGO. 12r
  • zum buͤrgerding geladen vnd nicht gestanden 
    1577 Pölmann,Urteil 34v
VI
von Texten, Textinhalten: beinhalten, aufgeschrieben sein

VI 1 aufgeschrieben, gedruckt sein, in etw. verzeichnet, eingetragen, enthalten sein
  • E. cyning byt ðam gerefum eallum, ðæt ge deman swa rihte domas swa ge rihtoste cunnon, ⁊ hit on ðære dombec stande [König E. gebietet allen Gerichtsvögten, dass ihr so gerechte Urteilssprüche erteilet, wie ihr (als) rechtmäßigste kennet und es in dem Gesetzbuch steht] 
    um 900/24 (Hs. um 1100) Liebermann,AgsG. I Ew Prol.
  • so wot in deme erueboke der stat steit bescreuen, vnde iaer vnde dach dar ynne staen heft, dar en geit neen tuch bauen
    1270 (Hs. 1493) HambOrdB. G 2
  • vorworden, als hyrefter screwen stondat, vor ves ende vse efterkomeden ewelike to holden [Bestimmungen ... wie sie hiernach geschrieben stehen (und die) für uns und unsere Nachkommen auf ewig einzuhalten (sind)] 
    um 1300 HunsingoR. 132
  • daz all stèt und maergt ireẃ altiu recht ... gehabt habent, die an dem půch nicht stent 
    1346 BairLR.(Schlosser/Schwab) Art. 196
  • di gesipp muss man nemen von den, di hi vor geschriben stin 
    1360/1407 NürnbChr. I 73
  • jef thet age wert is, sa scol hit to scrifta stonda [wenn das Auge geschädigt ist, so soll die Bußforderung ins Gerichtsregister eingetragen werden] 
    1. Hälfte 15. Jh. FivelgoR. 82
  • desen breeff ... woe ick U.B. ende myn echte huysvrouwe B. bekant staen, dat wy hebben verwysselt mit den provest to A. ... ses grase landes
    1488 OstfriesUB. II 289
  • dis vorgeschreven gerhaves ... mach dat ... ampth vor den wartins ... gebrukenn tho ewigen tiden; alsus steit ock in des stades renteboke
    1488/93 Stieda-Mettig 538
  • diser artikel, wie er statt, ist ... bestätt
    1493 LuzernStR. 33
  • in den letteren van procuratien behoirt te staen, wairtoe dat een procureur geconstitueert is
    1496 CoutBrab. II 2 S. 62
  • ick H. van D. stae dairvan to boick
    15. Jh. NrhAnn. 39 (1883) 41
  • dith huis ... steith nu J.J. thogetekent
    nach 1530 RigaErbb. 236
  • diese ... 2000 marck stan den gemelten brodern im rentheboke thogeschreven
    1540 RigaErbb. 277
  • [armen solle auf] gelaisten hienach stehunten aids ... die canzleitax geborgt und nachgesehen ... werden
    1608 OÖLTfl. II 11 § 1
  • und da in disem wilkührsbrief eben nicht alles, was zu der sämbtlichen nachbarschafft besten gereichen möchte, enthalten, so soll das übrige, so darinnen nicht deutlich stehet, nach der meisten im dorfe gutbefinden gehalten werden
    1709 SchleswDorfO. 827
VI 2 von einem Text: lauten, zum Inhalt haben; von einem Schuldschein uä.: (eine best. Geldsumme) ausweisen
  • alse grawer monecke recht stat 
    1224/35 (Hs. 1369) SspLR. I 25 § 3
  • sve so penninge oder silver gelden sal, but he dar wedde vore, he n'is dar mede nicht ledich, ire gelovede ne stunde also
    1224/35 (Hs. 1369) SspLR. III 40 § 2
  • vnd stet di selbe hantvest van wort ze wort also
    1295 Wien/CorpAltdtOrUrk. III 322
  • daz sein hantvest alsô sei gestanden, als er dô gicht
    vor 1328 Ruprecht(Claußen) Art. 130
  • dis gegen den burgern von B. staͤt zů halten, als der pfandbrief steht 
    1337 FRBern. VI 379
  • alsus steyt unser stat recht to H.: [...]
    1353 OsterwieckStB. 6
  • [recht und urteil sprechen,] als unserer stat zu H. recht stet und als daz bi ... uns herkomen ist
    1369 Neckargemünd 463
  • vier briefe, der stunt einer iijc phunt heller
    1371 MWirzib. IX 277
  • dem hohegraffen wettet man sechs pfennige, oder einen schilling wie der landleute koͤhre stehet 
    1408 (ed. 1574) Ekhardi,MagdebR. IV 3, 7
  • als quam C. vore vnde bekante, daz der briff nicht mer stunde wen czehn gulden
    1431 HalleSchB. II 300
  • in diser clag steet mit namen: x gulden schulde
    1436 (ed. 1516) Klagsp.(Brant) 1v
  • das der eyd stan soͤlle: zů gott und den helgen
    1550 LuzernSTQ. IV 10
  • R.s ... khaufbriefs, dessen datum steet nach Christi geburth 1585
    1590 Rockinger
VII von einem Brief: (an jn.) adressiert, (persönlich) gerichtet sein
  • [botten sollen geloben] gerichtsbrieff, so jhnen von vnserm hoffgericht ... auffgeben vnd befohlen werden, trewlich vnd fleißiglich den jenigen, an die sie stehen, in jhr eigen person ... zuantwortten
    BrschwWolfenbHofGO. 1571 Tit. 20
  • welcher vnser verschloßne brief, die an jn nit steen, vnd jm nit zugehoͤren, fraͤuenlich vnd geuaͤrlich aufpricht, der soll seiner eeren enntsetzt [werden]
    TirolLO. 1573 VIII 24
VIII (in einem best. Zustand oder Status) sein, sich befinden, beschaffen sein; um/mit etw. stehen sich mit etw. (in best. Weise) verhalten
  • þonne swerige he ... þæt he ælces yfeles geswycan wille, ⁊ stande on þeowete be his were [dann schwöre er ... dass er jeder Missetat sich enthalten wolle, und stehe in Knechtschaft für sein (abzuverdienendes) Wergeld] 
    925/40 (Hs. Mitte 11. Jh.) Liebermann,AgsG. VI As 12, 2
  • vili sêliclîche diz rîche alliz stuont, duo dis girihtis plag der hêirre guot
    1077/81 Anno 631
  • âne alle missewende stuont sîn êre und sîn leben
    Ende 12. Jh. Hartm.,ArmH.(Paul)14 V. 54
  • sint auch die phenninge niht reht als si stan suln, so si versuchet waerdent, so sol der selbe des die phenninge gewaesen sint des bisschofes hulde gewinnen
    1276 AugsbStR. Art. 8 § 20
  • wir ... veriehen, daz wir gezivg sten dizer vorgeschriben dinge
    1291 Tübingen/CorpAltdtOrUrk. II 584
  • sol her C. ... vnd alle sin erben dez gewalt han, swenne daz si daz der selben drier bette ains lere stande daz man in daz enbiete, daz si dar an legen swen si wellen
    1294 Nördlingen/CorpAltdtOrUrk. III 281
  • dat he en mit hulpenden tugen gesculdeget heft unde sin unscult sunder tuch sta 
    um 1335 RichtstLR. 45 § 2
  • wer dez selben guts ihts kauft habe, der sol in daz wider geben, als ez gekauft ist und gestanden 
    1342 Böhmer-Ficker 540
  • wär dz dü ... hofstat öd würdi stàn von todes wegen
    1371 Urkundio I 60
  • enich weerlic persoon ... die van desen daghe voert jaer ende dach inden ban ghestaen hadde
    1380 UtrechtRBr. I 129
  • von der kuͤrsser rechte, wie das stehet 
    1408 (ed. 1574) Ekhardi,MagdebR. A ivr
  • dat ste da it ste 
    um 1445 KölnChr. II 183
  • durch keynerlei andere wege, wie die zcu erdencken stuͤnden 
    1449 BrüxStB. 116
  • wij ... hebben vormaent disse ... klaghe, de noch apen steyt 
    1479 OstfriesUB. II 108
  • wy noch overbodich staen ..., rechtes ... to ontfangende
    1488 OstfriesUB. II 286
  • dat ennige luden geen richters en mogen zijn, omdat zij in peynen ende infamien staen 
    1496 CoutBrab. II 2 S. 42
  • alse die persoen storve, die in lijftochten staet 
    um 1500 Fruin,KlSteden II 45
  • die ehrnhaͤndel, so vor dem fuͤrstl. cammergericht ... noch vnentschieden bißher gestanden sein
    1510 KärntLHdf. 69
  • wo idt dar nu umme stan schal, dat wil ik i.f.g. to erkantenisse ghestelle hebben
    1543 PommMbl. 27 (1913) 68
  • wellicher ainem ain solchen leibschaden, das der beschedigte ongfär des lebens stüende, zuegefüegt hete, ... die alle sollen ... zu ... erwartung des rechtens fenklichen angenomen werden
    Mitte 16. Jh. Tirol/ÖW. V 675
  • wo aber einer, der hab oder gut zu getreweshanden eingenommen, desselben nachmals gern muͤssig stehen vnd das widergeben wolte, aber der, dem das zustendig, abwesig, ... soll er sich bey einem erbarn rath, vnd daneben seine beschwerden anzeigen
    1554 AmbergGesatzB. 61r
  • welche beide ampter zugleich in einer person nit sein noch stehen koͤnnen
    JülichRef. 1555 S. 11
  • alle ding sollen bleiben in dem stande sie gestanden seind der zeit, da appelliert worden ist
    TeutschForm. 1571 Bl. 80v
  • wer ouch den anderen, über das sy mit einanderen in fryden stüenden, von dem leben zum tod brechte mit sin selbs gewalt, das soll für ein mord gerechtiget werden
    1585 SchweizId. VI 313
  • hedde jdt oͤuerst dre vinters hæffd, (dat js) dre iahr gestanden vnbeklaget vnde vnuorfolget tho dinge, so kan men jdt nicht wedder vpdeelen
    JütLow. 1590 I 47 § 5
  • der statt werkmeister zimmer handtwerks ... soll auch kein verding thun noch mitt jemandem jn einich verding stan 
    1594/99 LuzernSTQ. IV 472
  • ein guet verkhauft ... dessen er in würkhlicher ersitzung gestanden, aber ... dieselbe noch nit volkhomentlch erfühlt
    1599 NÖLREntw. V 173 § 16
  • wan zwey mit einander in rechnung stehen oder gegenanforderung haben, so sollen sie mit einanderen verrechnen, so lang gulden oder gegenrechnung sich erstreckt, der schuldig komende solle alsdan den anderen auf die versprochene zeit ... bezahlen
    1650 GraubdnRQ. II 334
  • wan ein bestandman eines hauß mit bezahlung des züns nit zuehalt und der bestandlasser destwegen in gefahr stiende, khan er ... pfenden
    1654 NÖLO. II 13 § 24
  • keinem juden ... gestattet, wann ein ... gut im kauf stehet, daruff zu schlagen
    1690 MosbachStR. 598
  • nicht zutraͤglich ist, wenn dasjenige, so einer bey lebezeiten mit grosser muͤhe und sorgfalt zusammen gebracht hat nach des eigeners tode gleichsam vor herrn-lose geachtet seyn und einen jeden, der es nur etwa zuerst anpacken kan offen stehen solte
    1691 Pufendorf,Sittenlehre 290
  • einer, so bey dieser fischerzunfft in der lehr gestanden und ledig gesprochen worden
    1728 UFrkFischerei. 246
  • alle in arbeit stehende und nothwendige muͤhlaͤrzte
    1808 BadKriegspflicht. 9
  • in diensten stehen 
    1808 BadKriegspflicht. 10
IX
Bestand haben, gelten, bleiben

IX 1 Bestand haben; andauern, (dauerhaft) fortbestehen; bleiben, verbleiben
  • þæt cyricgrið binnan wagum ⁊ cyninges handgrið stande efne unwemme [dass Kirchenfrieden innerhalb der Mauern und des Königs Handfriede gleich unverletzlich bestehe] 
    1002/08 Liebermann,AgsG. EGu 1
  • [swenne der bischoffe eine niwe muͥnze] vz gegit, in der swere vnd in der guͤte, als er si vͦs git, also sol sie stan vnz an daz ende vnd niht lihtern indem gebreche
    um 1270 BaselRQ. I 1 S. 8
  • die weil daz gotzhavz, daz vargenant, stet 
    1275 Österreich/CorpAltdtOrUrk. V 92
  • [da svln wir vns verrihten,] moͤhte des niht gesin, so sol ez zwischen den vorgenanten bischof, chorherren vnd bvrgærn vnd vns vnd der vnsern sten, als ez tet an dem hivtigem tag
    1295 Lechfeld/CorpAltdtOrUrk. III 389
  • thera rediewana ierim skel stonda to tha sunnandei bifara walburghedei [das Amtsjahr der Redjeven soll bis zum Sonntag vor Walpurgistag dauern] 
    Ende 13. Jh. BrokmerR. 22
  • der vride sol oͧch also stan 
    1331 FriedbergUB. I 114
  • so vrag, oft he sin ruchte also gerupen hebbe, dat sine clage mit rechte stan moge
    um 1335 RichtstLR. 33 § 2
  • alle dat, dat van dessem orleghe up ghestaan is an beydent syden, dat schal an ghúden vrede unde an sekerheyt stande blyven, de wile dat desse vielighen daghe waren in beydent syden
    1346 HanseRez. I 296
  • disse geselschaf sal stain van nu ... over eyn joir
    1360 Loersch,AachRdm. 179
  • daz denhein closter under den fröwen clöstern ... denheinen kouf, ez sient stände koufe, precarien oder lipgedinge von irre clöster wegen tůn noch verköfen
    1367 StraßbZftO. 294
  • diese puͤnten solen ... stoin, weren inde důren also lange, bis ...
    1387 Aachen/NrhAnn. 28/29 (1876) 89
  • waert dat yement ghequetst of ghewondt ware in eenighen twist, ende daer eenen vrede of ghenomen worde, ende die mensch bi ongheval daerna storve, dien vrede zoude bliven staen al zijnen tijt uut
    1401 Fruin,Dordrecht I 7
  • ist eyn man gelort dy buch ... vnd wirt prister, dy kinder dy er vor had gehabt, dy steen an öreme rechten alz eyns yglichen leyen kint
    1404 RudolstadtStR. 210
  • wat oick toe den irsten onrecht is, stondt hondert jaer, id en worde nyet recht
    1426/40 KleveStR. Art. 412
  • ist dat de overste richteren vinden, dat he na landrechte ende gude zeden synes landes ghedomet heft, so sal de doem bliven staen 
    1428 OstfriesUB. II 730
  • mag er ... das er vnschuldig sy ... nit fürbringen, so sol es by dem leiden stan 
    1480 LuzernStR. 64
  • dyweil diser kawff stehit 
    1481 MeißenUB. 377
  • das wir unverscheidentlich verkoifft und zu koffen geben haben recht und redelichen eins rechten stetten stonden ewigen kouffs
    15. Jh.? Scherz-Oberlin 1577
  • alles, wes he er bi tiden des gelöftes und stander eheschaft gegeven heft
    vor 1531 RügenLR. Kap. 146 § 7
  • so sölle es ... bei disem spruch vnd entschid steen vnd beleiben
    1531 Indersdorf II 277
  • indien man of wijf malcanderen eenige lijftocht maicten staende hylicke, bij testamente ofte anders ..., als daer kinderen zijn, zoe zullen alle die schulden eerst ende alvoren betaelt werden
    1545 LeidenKb. 389
  • man ind wiff in staender echtschap
    1551/69 ZutphenRbr. 157
  • so in steender ee etwas gewunnen, soll dem pleibenden, vber seinen halben teyl solcher gewunnen guͤter, von des verstorbnen halbem teil der gewinnung, ain kindsteil werden vnd volgen, vnd die enigklin abermaln an stat jrer eltern, für ain person gerechnet weren
    NürnbRef. 1564 XXXIII 9
  • auff daß ... arme vnderthanen, sich nicht zubeklagen, als ob sie, armuts halben, dem rechten nicht nachkommen, vnd derhalben rechtloß stehen muͤsten
    CoburgHofGO. 1598 II 7
  • verwundet einer einem daß angesicht, also daß es eine stehende wunde ist - 10 fl.
    Ende 16. Jh. NeumünsterKirchsp. 219
  • seindt die gemeine gleubiger in stehenden proces keine vorpfengliche adjudication und zueignung der streitigen gütter zu suchen befugt
    1613 BrandenbSchSt. II 508
  • ich hab mit gutem exempeln geweiset, gegentheils meinung koͤnte nit stehen: also muß man mich widerlegen vnd besseres zeigen oder aber mir folgen
    1647 Spee,Cautio 176
  • [der ältere Bürgermeister im zweiten Amtsjahr heißt der] stehende 
    1710 Deus,HerrenSoest 503
  • das haus Pfalz, wann solches noch stehen wuͤrde
    1770 Kreittmayr,StaatsR. 215
  • diese prüfung verrichten der superintendent und die beiden stehenden mitglieder der examinations-commission
    1807 Göbell,RhWKO. II 10
IX 2 gelten, gültig sein
  • hwilon stod, þæt [vormals galt, dass] 
    991/94 (Hs. um 1100) Liebermann,AgsG. II Atr 9
  • jef di mond dae kynden toe beithe deth, eer hia toe ierum commen sint, buta rede der moedir, so ne mei dio deda naet staen, hwant hit di keiser wrbeden haeth alle needmonden [wenn der Vormund die Kinder, bevor sie mündig geworden sind, ohne Zustimmung der Mutter in die Ehe gibt, so darf die Tat keine Geltung haben, denn der Kaiser hat alle Zwangsehen verboten] 
    1. Hälfte 13. Jh. (Hs. 1464) WesterlauwersR. I 362
  • dat wie hem jofte den ghenen die houdre es van desen brieue den scade al vprechten sullen ende dat so late wie staen vp hare simpel segghen
    1295 Brügge/CorpAltdtOrUrk. V 519
  • zynt ze erfzethen, zo schal dat thu eren slychthen worden stan; zynt ze umbezethen, zo scholen ze dat zegghen by eren eden
    1397 AnzGMus.2 7 (1860) 452
  • S. het erclaget I schok grossen rechter schuld vnd redelke koͤste vnd het dar ein pant vore, dat schal he halden alze standes recht is van B.
    1401 MagdebGBl. 20 (1885) 144
  • zoo en moet niemant ... landen of husen geven ... geestelycken luiden noch vercopen ...; waert saecke dat eenich mensche hier en boven dede ..., dat en soude niet staende bliven
    15. Jh.? StaverenStR. Art. 24
  • [für die vom unredlichen besitzer veräußerten früchte kann] der eigenthümer, statt des erhaltenen, den zur zeit des verkaufs gestandenen mittlern marktpreis fordern
    1794 PreußALR. I 7 § 227
IX 3 von Pfandsachen: im Status eines Pfands (I) bleiben
  • ob man daz guet niht loset ze wihenahten, so svlz aber sten vnz hin vmme hin ze wihennahten
    um 1280 OÖUB. III 526
  • sind es essend pfant, die sol er steen lan dry dag, und dry naht
    1388 RAbsch. I 94
  • loset he des nicht vor pincsten, so schal dat sulve hus na pincsten stan vor x sexag. vp v grossen de weken
    1446 CalbeWetebok 372
  • sindt es ... essende pfandt, so soll er die stehen lassen dry tag und dry naͤcht
    1451 Biberach 193
  • welicher ein pfand stellt, die sollent stan von einem sampstag zu dem andern
    1489 WillisauAmtR. 96
  • hat er [Beklagter] aber nicht gelt in zu bezallen, so sol er im antwurten phant, die sullen ligen auf den grunten. sind das essunde phant, die sullen sten nach irem rechten an dem dritten tag, sind das aber schreinphant drei vierzehen tag, eisnene phant jar und tag
    1499 NÖsterr./ÖW. VII 235
  • der vam adel ere pande mot men nergent, alleine vor furstlicher gnaden gerichte binnen gardes edder vorme stapele upbieden, stan 14 dage und 3 na deme angekündigten wedderkope
    vor 1531 RügenLR. Kap. 161 § 12
  • solche [doppelde] pfande stehen bei ihme sechs wochen
    1581 HagenLR. 9
  • [pfande:] so lange es unabgeloͤset stehen bleibet, ieder nacht mit drey schilling pfennige ... verbuͤsset
    1612 CAug. I 1354
  • wer eisenpfandt versezt, [solches] soll jahr und tag stehen 
    1617 BlNÖLk. 2 (1866) 203
  • im kirchspiel N. sollen die pfande 8 wochen stehen 
    1629 Seestern-Pauly 78
IX 4 dauerhaft und regelmäßig anfallen, zahlbar sein; regelmäßig stattfinden, stehende Schau Hauptdeichschau
  • [eyn gůd gibbit jerlich] 1/2 maldir habirn stendis pachtis
    1405 MarburgSalb. 222
  • sol man ... setzen stehend gülte und zins die jerlich gefallen und sich nicht verändern
    1420 Wintterlin,BehWürt. I 109
  • der altare uff dem sloß ... hatt jars an stenden renten funffzehen gulden gelts
    1495 FreibDiözArch.2 38 (1937) 223
  • elcke staande scouwe sal hebben drie scouwen, te weten de keurscouwe, die bestaey-schouwe ende die inrydende scouwe
    15. Jh. Gierke,DeichR. II 470
  • noch hefft he [de pastor] standes geldes van der kercken des jares 20 ℔
    1579/85 ZHambG. 6 (1875) 360
  • die jährliche stehende vndt ordentliche ausgabe
    1600 PrignitzVis. 167
  • daß alsolchen zinß- undt renthpflichtigen leuthen, so stehende undt erbrenthen wie obgesetzt ... lieberen, ein gebührender kosten geben werden muß
    1651 LuxembW.(Majerus) I 149
  • von einen bauren ... an stehenden zins - 20 gr.
    1700 HistBeitrPreuß. II 98
  • von stehenden hebungen: was die haus-leute ... jaͤhrlich entrichten muͤssen
    1753 Hellfeld I 221
  • [einnahme:] an stehenden renthen aus den häusern: 36 rtl.
    1802/03 UnnaHeimatb. 25
IX 5
gerade stattfinden, tagen
  • en wed deen on standen waer, deer aech ma nen wedriucht tojenst [(ist) ein Versprechen während der Gerichtssitzung gegeben, so darf man (später) keinen Gegenbeweis führen] 
    1464? WesterlauwersR. I 36
  • haeet so een man spreckt wr en gaetzerke, wr een standen waer off wr enen banden sind, dat is hij schyldich to halden
    1480/81 JurFris. I 76
IX 6 stehendes Heer, stehende Armee ständig kampfbereites Heer
  • stehende heere (miles perpetuus) sollen mit der zeit ganz aufhören. denn sie bedrohen andere staaten unaufhörlich mit krieg durch die bereitschaft, immer dazu gerüstet zu erscheinen
    1795 Kant,GesSchr. VIII 345
  • die stehenden heere, deren unterhaltung ... ein neues uͤbel, die staatsschulden, ... herbeyfuͤhrte
    1798 Bischoff,Kanzlei. II 1 S. 18
  • die stehende armee
    1808 Wohlfeil,Heer 120
X fußen, sich stützen; zu etw. stehen auf etw. zurückgreifen, sich auf etw. stützen
  • wairt dat die een getuyge verscheyden oft contrarie dingen tuyghde beyde voir dat gerichte, ende hij dat ierste geseyt hadde zonder torment, ende dat iide met tormente, zoo sal men meer staen ende meerder gelove stellen op iide dan op dierst
    1496 CoutBrab. II 2 S. 108
  • hierup moet men staen ten jugemente van medecinen, ten hende te wetene of hy ghestorven es van der wonde of uut occasien van der wonde ende de quetse hem ghedaen
    1515/16 Wielant,InstrCrim. 202
  • wo die klage auff beweisunge vnd nicht auff die gewissen stuͤnde vnd angestalt were, dieweil jm die der beklagte nicht gestendig, so mus der kleger seine klage beweisen
    1561 Rotschitz 32r
XI festgesetzt, vorgeschrieben, verhängt sein
  • of die man joch wol stirft; wende he mut ine gelden alse sin weregelt stat 
    1224/35 (Hs. 1369) SspLR. II 38
  • gebrist im an der beredung [daz er vnschuldich sei an der wunden], so wirt er dem geriht schuldich der puzze, div vber div wunden stat 
    1312 MWittelsb. II 207
XII obliegen, (für jn.) anstehen, (sich) gebühren; jmd. steht zu punieren jmd. muss puniert werden; jm. zu verantworten stehen jn. zu vertreten haben
  • daz er dise gesetzede stete heltet oder darzvͦ beholfen ist vnde sal daz ie dem manne sten vͦffe sinen eit
    1296 Würzburg/CorpAltdtOrUrk. III 426
  • sprichet einer, der der stat zuͤ virantwurten sted, den von Nonnenmonster zu, so sal er yn gebieten als burgern
    13. Jh.? Kohler-Koehne,Worms 5
  • und wollen in und iren nochkomen die gnade, recht, fryheid und gewonheid bezsirn ..., und han darin ... begryffen ir lyp und ir guͤd und alle die, die in stent zuͤ virantwůrtene
    1349 FriedbergUB. I 167
  • unsern undersessen und die uns steent zu verantwerten
    1367 TrierWQ. 356
  • hit se liudkuth and burchuth, thet him se thermithe sin god vrburnen ieftha ofrauad ieftha nachtes vrstelen; sane thorf hi him vmbe theth god firer nanen ondsere stonda, thruch thetter nen mon ne mey otheres monnes god firra a plicht nima sara sin ein deth [(wenn) es offenkundig und dorfbekannt sei, dass ihm dabei sein Gut verbrannt oder geraubt oder des Nachts gestohlen ist; dann braucht er sich wegen jenes Gutes nicht weiter zu verantworten, weil niemand für eines anderen Gut eine größere Haftung übernehmen kann, als er für sein eigenes tut] 
    14. Jh. EmsigerR. 38
  • dat [huldeginge] en stunde en nicht to donde
    vor 1417 BremGQ.(L.) 110
  • [des underschrivers eyd:] dat to helende sta, dat gy dat helen
    1438 HildeshUB. IV 223
  • seine gnade, seiner gnaden erben, ir lande und luthe und die ihren gnaden zcu vorsprechen stehen 
    1449 BrüxStB. 116
  • alle gaistlich leut von clöstern und andern gestifften, die der statt zu versprechen staund 
    1450/68 AugsbChr. II 158
  • die unsern sollen widder den oder die andern oder die iren und die ine zu versprechen sten, geistlich und weltlich, ... nicht thun noch sie beleidigen
    1470 Boxberg 781
  • dat my denne jo na geboer der billicheyt nicht en stunt to lydende
    1495 OstfriesUB. II 485
  • naistdem alle cynse über fünf schilling triersch treffen vur uwern gnaden werltlich gericht ... zu tedingen und zu verußern stahen 
    1495 TrierWQ. 453
  • die jren oder die jr mt. zuversprechen steen 
    1509 UrkSchwäbBund. II 28
  • rudders o[f] lieden van oorloghen die den ghemeenen paix breken, staen te pungnierene capitalic van paixbrake
    1515/16 Wielant,InstrCrim. 240
  • alle die seinen, vnnd die jme zuuerantworten vnd zuuersprechen stehen 
    1568 Zwengel 93r
  • einer jeden christlichen obrigkeit dahin fürnemblich zusehen stehet, damit ire underthanen inn ... christlichem wandel ... erhalten werden
    1620 Heitersheim(Barz) 4
XIII (jm.) gehören, zustehen, zukommen; an/in js. Hand/zu js. Händen stehen jm. zukommen, zufallen
  • er hat daz gut als lange inne, vnz daz er sein mere genivzet, den ez im ste 
    nach 1280 Schwsp.(Langform M) LR. Art. 149
  • daz selbe reht stet einem graven oder einem vrien herren hintz siner manne drin, mit den sol er bereden oder berehten
    1281 Wien/CorpAltdtOrUrk. I 423
  • deme dat erue steit 
    1294 Hach,LübR. 264
  • daz die bezzervnge dar vmme an vns vnde an deme rate ste 
    1296 MWirzib. II 155
  • dhe wile och vns dat gerichte to B. steit, so schal he nicht vns dar an hindern
    1316 BrschwHzgUB. I 157
  • swem man ein aigen ein daz půch schreiben sol, so sol man in dem půch sůchen, ob daz aigen ieman ste 
    1340 MünchenStR.(Dirr) 317
  • slecht ainer den andern ze tod, leib und gůt, daz varntiu hab ist, stet in dez herren hant
    1346 BairLR.(Schlosser/Schwab) Art. 165
  • drissic iar und tag stet czu gewin und czu vorlust den, dy anwartunge haben czu erblichem gute, ob in der czit nicht in das land er kome
    1357/87 MeißenRB.(Oppitz) I 31 Dist. 1
  • 30 ℔ gheldes, unde dat steyt my van dem herteghen
    1375 Geldersen 1
  • das niemant uff sin pfand selber ruͤffen sol, dem es staͮt, noch der, uff den es gaͮt
    1399 FeldkirchStR. 163
  • die tolne stunde den van L.
    vor 1417 BremGQ.(L.) 133
  • und steen alle gesetzte wandel zue halp dem richter und halp der stat
    1464 BayreuthStB.1 283
  • welcher ... eim old einer pfand geben, die ander lütten stand vnd sy an sömlichen pfanden betriegent, ... sol man in turn legen
    1480 LuzernStR. 41
  • so steydt de kolhoff thon handen, de dat meiste dar vor geuen will
    1545 GartenRJacobsf. 21
  • [Übschr.:] van den vryen manguedern ..., die dem proest oder seinem scholtis staen tblenen
    16. Jh. NrhAnn. 5 (1857) 3
  • hingegen den uͤberlebenden geschwoͤstern, ihrer abgeleibten schwoͤster kleider ... vor auß gehoͤren und zu erben stehn 
    1709 Mutach 78
XIV
sich (vor jm.) verantworten, (für etw.) Verantwortung übernehmen; sich rechtfertigen, Rechenschaft ablegen

XIV 1 an Rede (I)/az Rahha stehen Rechenschaft ablegen
  • god an reðiu standen / uuordo endi uuerko
    1. Hälfte 9. Jh. Heliand9 V. 2611
  • so denne der mahtigo khuninc daz mahal kipannit / dara scal queman chunno kilihaz / denne nikitar parno nohhein den pan furisizzan / ni allero manno uuelih ze demo mahale sculi / dar scal er uora demo rihhe az rahhu stantan / pi daz er in uuerolti kiuuerkot hapeta [wenn dann der mächtige König das Gericht beruft, so müssen hinkommen alle Geschlechter, kein Mensch wird es wagen, den Ruf zu versäumen, als ob nicht jeder zum Gericht kommen müsste. Dort muss er dem Herrscher Rechenschaft geben über alles, was er auf Erden getan hat] 
    2. Hälfte 9. Jh. Musp. V. 35
XIV 2 sich verantworten; in/zu Recht/vor Gericht (uä.) stehen sich gerichtlich verantworten, vor Gericht stehen, beklagt sein
  • tés strîtes tûont tie iudices énde, uuánda an íro iuditio stât, uuéder man ín háben súle fúre scúldîgen álde fúre únscúldigen
    um 1000 Notker I 71
  • hweer so ma en man toe houe bodath ende hi deer gretene wrnimt endeg hi dan ti stede ende ti riochte staen wille ende hit di grewa fersta wille, ner haet him sijn wed iaen, so ne thoer hi her wed iaen ner wrheerghenisse beta, omdat hi an riochte staen wolle [wenn man jemanden vor das Grafengericht lädt und er dort die Anklage hört und sich sofort vor Gericht verantworten möchte, aber der Graf es verschieben will und ihm befiehlt, sein Rechtsversprechen zu geben, so braucht er weder ein Rechtsversprechen zu geben noch eine Ungehorsamsbuße zu zahlen, weil er sich dort vor Gericht verantworten will] 
    2. Hälfte 11. Jh. (Hs. 1464) WesterlauwersR. I 110
  • soe ic nv mey riochte iens hem thoer naet anderda ner an stride staen ief gaen [dass ich mich nun Rechtens nicht zu verantworten noch vor Gericht zu stehen oder zu erscheinen brauche] 
    2. Hälfte 11. Jh. (Hs. 1464) WesterlauwersR. I 112
  • wem sein gerichte verteilt ist dar vmbe, daz er vnrecht gerichte hat, ... vor dem sol nieman ze rechte sten 
    nach 1280 Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 139
  • daz su niender ze rehte stain sůln wan vor ir rehtem schulthaizzen
    1298 ZürichUB. VII 65
  • swer lêhen enpfæcht von einem dienstman ... sol denn der herr fur in stên in das recht gên dem, dem ers dâ gelihen hât
    vor 1328 Ruprecht(Claußen) Art. 182
  • dat hyt hem ghelde of dat hi hem te rechte stae 
    1329 Fruin,KlSteden II 311
  • ok schole wy ... vor deme rade tho B. tho rechte staen den ghenen, de uns vor en beclaghet
    1387 BremUB. IV 90
  • ist daz ein gemains weip chlait um notczerren und stet ener en antwurt, so tue ier der richter recht nach der schephen rat
    14. Jh. Prag(Rößler) 357
  • hedde eyn wyff egeynen man ind worde in dat gerecht geboden, ind nae deme gebode eynnen man zer ee neme, de man moyst vur gerecht stoyn ind antwert geven, nae deme he ir mommber were
    1430 Loersch,AachRdm. 116
  • zullen zy in dat weerlicke recht antworden ende to recht staen, toe winnen ende to verliesen
    1456 SneekStB. Art. 61
  • is die constituent mineur ende onder zijn wittige jairen, zoe en doogh zijn procurarie niet, sonder consent van zijnen tuteur, tenwaire in den stucken dairinne dat den mineur geoirloft is in rechte te staen zonder auctoriteyt van zijnen monboer
    1496 CoutBrab. II 2 S. 61
  • we enen vnser borgher ... doetsleyt, de schal nummermer geleyde oft vrede hebben in desser stadt, ... sunder he schal syn recht stan, wen he darvmme grepen wert
    1497 HambStR.(Eichler) A 15
  • so der schuldner oder iemande von seinet wegen inhalb einem jar nach der jnsatzung rechtmessigen vnd nottürfftigen kosten dem clager widerlegen, dar zu sicherheit thun, inn der hauptsache zu recht stehen wolt, sollen jm seine guͤter, mit auffgehabener abnutzung widerumb zugestellt werden
    1536 Gobler,GerProz. 12r
  • darumb mag ein weib wol, als beclagte, auch one furmunden in gerichte stehen, aber nicht als clegerin
    1541 König,Proz. 38r
  • vormuͤnder sollen gegeben werden, vnmuͤndigen kindern, iungfrawen vnd frawen, die nicht begeben, noch geeheligt sein, imgleichen sinlosen leuten: diese personen konnen selbst zu rechte nicht stehen 
    1583 HadelnLR. III 1
  • die na hebben wedderroipen, die sullen dairvoir ten rechten stain 
    16. Jh. HomeyerFestgr. 27
  • S. ... fur dem rathe gestanden dorumb, das sy eyn harband gekaifft und nicht hat wollen betzalen
    16. Jh. NLausMag. 71 (1895) 19
  • daß diejenigen, so ratione der lehens-folge und gesamten hand zu den alten erb-landen gehoͤren, schuldig seyn sollen, auf erfordern vor den gerichten dieser lande zu stehen 
    1650 CAug. I 1963
  • wer aus unserem land ziehen wil, mag der, dem er schuldig, ... daß recht von ihm nehmen, daß er ihm zum rechten stehe, bis auf die zeit, da er aus dem land ziehet
    AppenzLB. 1733 S. 66
  • die bayrische schulzgerechtigkeit, worunter die regenspurger juden vor diesem [bayrischen schulz] zu stehen hatten
    1770 Kreittmayr,StaatsR. 340
  • die frau kann ohne ermächtigung ihres mannes nicht vor gericht stehen, selbst dann nicht, wenn sie handelsfrau ist
    BadLR. 1809 Satz 215
XIV 3 vor Gericht gehen, den Rechtsweg einschlagen, prozessieren; in das/zum Recht stehen (uä.) gerichtlich vorgehen, einen Rechtsstreit führen, ein Schiedsverfahren durchführen, (gegeneinander) prozessieren; offen zu Bed. V 2 
  • daz si bedenthalbe ... mit ir beder gvͤten willen einen richter namen ... vor dem stvͦnten si in daz recht
    1299 Passau/CorpAltdtOrUrk. IV 399
  • daz schulen si bereden mit dem richter, hilft daz nicht, so ste vntz an den vitztům, von dem vitztum an den hertzogen
    1307 BurghausenStR. 185
  • was güter in den hoff gehörend, das man da niene ze gericht daruff stan sol dann in diesem hoff vor den hubern
    Ende 14. Jh. Burckhardt,Hofr. 223
  • daz vnser burger zwen ..., die jn ainer anderr statt beid burger vnd sesshaft wärint, die mugent jn der selben statt vnd jn dem selben gericht wol wider enander stän vnd ze gericht gän
    14. Jh. DiessenhofenStR. 19
  • wer aber, dz zwen ir eygenen willen enander ... zumb rechten woͤlten staͮn, dien sol man richten
    14./15. Jh. ZürichOffn. I 393
  • wer non füro hin dem annderenn an sin eer rett ... vnd ainer dem annderenn für die raidt pütt vnnd ainer zu dem annderenn in dz recht stadt 
    AppenzLB. 1409 Art. 90
  • so zwen tail mitenander in recht stand und die sach zů clag und antwurt kompt
    RottweilHGO. 1435 II 10
  • wo zwu partheyen gegeneinander in recht steen vnd ein tail vmb aigenschaft oder herrschaft eins dings rechtet
    NürnbRef.(1479/84) XXIX 3
  • wo ... ainer den andern umb sein schuld pfanter legt ..., da ainer ausgelihen hiet, der sol, so er nicht lenger peiten wil, zu dem rechten sten und begern, wie er mit den pfanten gefarn sull
    Ende 15. Jh. StraubingStR. 323
  • myttem selven umb der renten wylle ain rechten gestanden 
    1524 NrhAnn. 78 (1904) 109
  • als yemandt met een ander in recht staet tot Haerlem
    1531/61? Kennemerland 187
  • so zwen mitainander im rechten steen, es sey vmb was sach es woͤlle, vnnd es kumbt ain dritter (der vermaint gerechtigkait vnnd interesse zuhaben) der mag soͤlch sein gerechtigkait wol fürbringen
    TirolLO. 1573 II 49
XIV 4 (zB. einer Schuld) ohne Leugnen stehen (zB. die Schuld) eingestehen, einräumen, bekennen; in Leugnen/Abreden stehen bestreiten, leugnen
  • bechlagt ein man einen andern man umb ein gelte, und [dieser] stet im vor gerichte an laugen, der sol in wern in vierzechen tagen
    um 1300 WienStRb. Art. 4
  • stet er im dann des geldes on laugen, so sol er in seines geldes in vierzehen tagen verrichten
    1311 BairFreibf. 3
  • wer ainem burger auf dem gey icht gelten soll, des er jme an laugnen stehet, da soll er jn woll pfennten an schërgen vnd an richter
    1321 (Hs. 15. Jh.) Neuötting 28
  • wes aber die gemain nicht wais und des man in laugen ist und stet, des selbigen sol man berednus nemen in nachtäding
    Mitte 15. Jh. NÖsterr./ÖW. XI 355
  • wo ein crist einen iuden beclagt vmb pfand, die er dem iuden sol versetzt haben vnd aber der iude soͤlcher versatzung der pfand gar oder einßteils in abreden vnnd laugen steet 
    NürnbRef.(1479/84) XXII 6
  • so eyner gifft kaufft, vnd des vor der oberkeyt inn laugnen stünd, vnd doch des kauffs überwiesen würd, macht auch gnugsam vrsach zu fragen, warzu er solch gifft gebraucht
    1532 CCC.(Schöffer) Art. 37 § 2
XV einstehen, geradestehen, verantwortlich sein

XV 1 (für jn.) einstehen, geradestehen; bei/über/vor/zu jm. stehen für jn. (rechtlich) einstehen, jn. (vor Gericht) vertreten
  • wat sin son hedde misdan / des wolde he vur in stan / up sines heren genade / al na vursten rade
    1220/30 Morant(Frings/Linke) V. 2300
  • er sol auch fuͤr in sten vmme die ansprache die anin hat der margrave
    1257 Feuchtwangen/CorpAltdtOrUrk. I 68
  • daz ich graue F. an ir stat fuer si vnd ir haus sten wil
    1279 Eichstätt/CorpAltdtOrUrk. I 360
  • ob iemen vmb dev chost ... mein vorgenanten herren vnd daz gotshovs anspræch, da sol ich fůr in vnd daz gotshovs stên 
    1292 Salzburg/CorpAltdtOrUrk. II 734
  • swelhen schaden si des næmen, den svln wir in gæntzlich ab tvͦn, vnd ab legen - also daz wir mit dem rehten fvͤr si sten svln, gæntzlich, vnd ovch mit gewalt als verre wir mvͤgen, in der stat, vnd ovch hie avzze in dem lande
    1294 Regensburg/CorpAltdtOrUrk. III 204
  • ez mag ein iglich man zů seinen vogtlaẃten und zů seinen aygen laẃten, zů allen den, die er beslozzen hat mit tùr und mit tor, wol sten mit dem rechten
    1346 BairLR.(Schlosser/Schwab) Art. 148
  • doe begheerde ... H.s broeder, over H. te stane 
    1. Hälfte 14. Jh. AardenburgRbr. 216
  • wil sich ain fro sölichs [vaͤtterlichs und muͤtterlichs erbs] verzihen, die ainen man hat, ir man sol bi ir ston, das si mit sinem willen bevoͤgtet werde
    RottweilHGO. 1435 XI 6
  • als dann ob der eheman gleichwol zugegen, oder einlaͤndisch were, doch bej jr nit stehen wolte, so soll vnnd mag die fraw nicht desto minder antworten, vnd dz recht vertretten
    SponheimUGO. 1578 Art. 31
  • de man de ... sick sines vnechten kindes tho dinge annimpt, de steit vor alle sake vor em, tho rede, vnde antwort, alse vor syn echte kindt, wor her dat deme kinde ankamen moͤg
    JütLow. 1590 I 22 § 2 [hierher?]
XV 2
(für etw.) einstehen, haften, geradestehen, aufkommen; um/vor etw. stehen für etw. haften, geradestehen
  • dit denest scolle wi eme vnde sinen erven [don] vp sine kost, ... vnde schollen vns stan vor vnsen schaden
    1326 MecklUB. VII 349
  • sowur we ok in uses heren denste weren van H., dar scal he vor usen scaden stan 
    1341 HHalberstUB. III 438
  • vor nenen schaden stůnne wy em noch tzolt ne redede ... wy em
    1370 BremUB. III 353
  • so scolde wy unde wolden de unse sulven bekosteghen unde stan der scaden
    1392 WolfenbüttelLHArch.
  • wirdeth dae greetman wrbeckwysd, dae greetman da prestera cost to staen [werden die Grietmannen verurteilt, so sollen die Grietmannen für die Beköstigung der Priester aufkommen] 
    1404 WesterlauwersR. I 622
  • soe j foerd this dae iecht dwe and dae leed lede ende dae kost stande, hu soe hit befochten wirdde om n daethbannede [(schwört), dass Ihr fortan das gerichtlich gestehen und dabei die Eidesleite übernehmen und für die Kosten dessen einstehen wollt, was immer wegen des Totschlags an Herrn N. im Kampf verübt wird] 
    1464 (Hs.) WesterlauwersR. I 638
  • men worde der vrachtlude wol vnmogende den schaden mede to beleggende, dar doer de schipher nicht voer stan 
    1497 HambStR.(Eichler) P 33
  • wat he boven de tyt doet, en wyll wy nycht staen 
    Ende 15. Jh. CTradWestf. I 198
  • börgen se den gefangenen levendigh edder dot intobringende ane wergeld und entlepe en de gefangene, jeder börge gift 60 mark und vorböten de undaet, darumme he is gefangen gewesen, stan vor de orfeide und alle ander
    vor 1531 RügenLR. Kap. 65 § 3
  • wie dat sulcx versteken guet ontholdet off verberget, sal voir de schulden staen ende waeren
    vor 1537 LeeuwardenStR. Art. 80
  • so de richter dat recht, vp des klegers voͤrderent, nicht vullmechtigen wolde, so moth de richter vor de sake stan 
    1539 Faber,Form. Br
  • wann ainer dem andern ain pferd verkauft, so ist er gegen dem kauffer ... für die volgenden waͤndel zusteen verpflicht, nemlich für rützig, reüdig vnd harschlechtig
    NürnbRef. 1564 XVI 4
  • wir woͤllen jhme auch, fuͤr redlichen reisigen schaden stehen, den er in vnserm dienste leiden wirdt
    1568 Zwengel 201r
  • sollte ... der mann das vermögen wieder des weibs willen mit fressen, saufen ... durchgebracht haben, so ist es auch billig und recht, dass er auch allein mit seinem gut darumben stehe und ihr zubringen ersetze
    1668 MHungJurHist. V 2 S. 272
  • daß widrigen falls sie [herren camerii] selbsten dafür [accisen und wegegelder] stehen und von haupts sofort executiret werden sollen
    1708 UnnaHeimatb. 22
  • was fuͤr schulden ein jedweder socius ... auf seinen eigenen und nicht der compagnie nahmen contrahiret ... hierum hat er auch ins besondere ... zu stehen 
    1717 CAustr. III 884
  • [wechsel-briefe muͤssen] bey dem stipulirten verfall-tag ... zur praͤsentation kommen, ... [sonst] ist weder ausgeber noch girant gehalten, weiter dafuͤr zu stehen 
    1717 CAustr. III 890
  • sollen die assuradeurs laͤnger nicht als bey einem 50. laͤstigen schiffe 6 ... arbeitstage ... fuͤr die gefahr zu stehen schuldig seyn
    1727 PreußSeeR. VI 18
  • meister, welcher ... vor allen schaden stehen soll
    1755 Krüger,PreußManufakt. 466
  • die vorsteher [seyn verhaftet] ... in unsern gnädigsten schutz und schirm annehmender juden haabschaft und vermögen unserer hofcammer ... anzuzeigen und zugleich auf allen fall dafür zu stehen 
    1772 ZWestf. 96, 1 (1940) 130
XV 3 bürgen, eine Bürgschaft leisten, sich verbürgen; hinter/für/um jm./jn./etw. stehen (in jn.) (gegenüber jm.) für jn./etw. bürgen, sich verbürgen; hinter einer Bürgschaft stehen bürgen
  • L. ... heft vor os [radman] bekant, dat T.M. vor ene steyt in de joden viij marck lodich
    1341 BrschwUB. IV 8
  • die pfening sint C.B. worden ze sin und ze siner gesellen wegen, die hinder her E.B. gen Friburg stand 
    1372 ZürichStB. I 226
  • woldin abir ... unsir vettirn ... vor uns ... nicht laͤnger sten vor das obegenannte gelt und schadin
    1384 ArnstadtUB. 140 [hierher?]
  • dovon wir ... vnsern vetern ... vnd sein erben pringen vnd ledigen sullen ..., wenn si hinder der ... geltschuld nit mer sten wellent
    1384 WienSchottenUB. 395
  • als die ... schultheissen, raͦt und burger ... vor ziten gestanden sint hinder die geltschuld, so der vogt ... ussgewunnen
    1400 BadenArgUrk. I 201
  • hat einer ainen versetzzt ze porgen und wil derselb hinder der porgschaft nicht lenger sten im sagt daz recht, daz in ainer loͤsen mus
    um 1400 RegensbStat. 36
  • [welden die borgen] noch iare und tage darumme nymme stehen, so solden sie sich vorbas den sachenwalden wißentlich ußcihen
    1412 FreibergUB. III 300
  • D.S. is gekomen vor geheget ding vnde het geclaget, tu C.E.s egen vmme drehundert guldin, dy he vor on gelouet het mit ander lůden vnde xiiii schok, dy he vor on stet yn den joden, dar tu het he geclaget dre ding
    1412 HalleSchB. II 76
  • mit burgschafft fur sie gestanden 
    1500 Bruchsal 892
  • [bürgschafft:] das sy ... mit lyb unnd gůtt auch ye einer für unnd hinnder den annderen darhinnder stan unnd verhafft syn söllen
    1590 LuzernSTQ. IV 483
XV 4 garantieren, Gewährleistung übernehmen, Zusicherung geben; jn. stehen für jn. die Gewährleistung übernehmen; vor etw. stehen für etw. die Gewährleistung übernehmen
  • schole wy ... mit vnsen medeloueren ... darvor stan vnde stan darvor, dat ... nen schade ... schen schal
    1353 LübUB. III 162
  • dat een ider vorkoper synen koper sal staen unde waren jaer unde dach, unde wie upsprake meent tho hebben, sal sprecken bijnnen der tijt
    14. Jh.? TwentheLR. 88
  • dafuͤr vns die andern bruͤder stent vnd versprochen habend mit iren handtgeben trewn ... das sy das also halten
    1449 QE.2 XV 240
  • soe wie dat huysen off camers hebben, daer zij verhuyren, die sullen daervoir waeren ende staen, dat zij alle lasten, soo opde huysen off camers vallen, mit den huyrluyden befastighen
    vor 1537 LeeuwardenStR. Art. 78
  • wenn der leiher vor aller gefahr des guths zu stehen sich verpflichtet
    1717 Blüting,Gl. III 88
  • daß bey verkauffung eines pferdes der verkaͤuffer die landgewehr praestiren und dafuͤr 4 wochen stehen muß
    SiebbLR.(1744) 473
  • ein commissionaͤr, welcher fuͤr verkaufte waaren del credere steht, bleibt in der verbuͤrgung ohne bestimmung einiger zeit, bis die gelder eingegangen sind
    1776 Krünitz,Enzykl. VIII 423
  • [hat jemand bei einem vertrage] fuͤr den erfolg gestanden, so muß er die eingegangene verbindlichkeit nach maß seines versprechens erfuͤllen
    1811 ÖstABGB. § 881
XV 5
zu Buße stehen (für etw.) büßen, Genugtuung leisten, etw. wiedergutmachen
  • ir sult es mir ze buoze stân 
    um 1200 Hartm.,Iw.7 V. 721
  • oͮch sol er ze bůze stan / dem kúnge und dem lande / des lasters und der schande / der er schuldic worden ist
    um 1235 R.v.Ems,Willehalm 9425
  • swaz ich dar an gesundit han / dez wil ich zebuoze stan 
    1293 Langenstein,Martina 211 V. 100
  • dem hofrichter darumb ze bůss stan 
    RottweilHGO. 1435 IX 15
XV 6 Verantwortung übernehmen, verantwortlich sein; vor die Lande stehen die Lande regieren
  • das er, diwile wir selber nicht zu lande komen, vor die lande stehen sal vnd sie schützen
    um 1400 Fidicin IV 75
  • dat alle dejenne, de landt gekofft edder an sick gewesselt hebben, de sollen stan vor dyck und damme
    um 1518 OstfriesLR.(Wicht) 891
  • zurechnen ... heißt: erklaͤren, daß einer fuͤr etwas stehen koͤnne und muͤsse. stehen kann man nur fuͤr das, was man auch haͤtte lassen koͤnnen
    1798 Grolman,KrimRWiss. 13
XV 7 etw. begleichen, (Kosten, Gefahr, Abenteuer II uä.) tragen, übernehmen; in etw. stehen etw. (mit)tragen, übernehmen
  • wynninghe unde vorlůst [desser cumpenige] schůlle wy an beyden syden staen 
    um 1400 Geldersen 125
  • van den 3 deel [Erbe] scholde men stahn sin grafft und unkost
    1431 Panten,RQNordfriesl. 103
  • dar [broke] scholen se, ... wen men richten offte reysen schal, de theringe van stan 
    1458 OstfriesUB. I 440
  • de schulde, de J. vors. ouergegeuen hefft, jn eenre cedulen ..., dat salmen ock affkorten, jnden J. vors. zweren wyll, dat de schulde recht sint, ende dat hie se wtgegeuen heuet van L. syns zoens wegen vors., ende geen part off andeel des kopes mede gestaen off genoten hefft off myt rechte schuldich was te done
    1463 OmmelWarfc. 85
  • de muntemester scholen staͤn alle unkoͤst unde tobehoringe
    1467 HanseRez.2 VI 34
  • de ... junchere will der vorgerorden derdehalffdusent gulden van stunt darna, als wy de entfangen hebben, syn eventur, wyn unde vorlues stan 
    1476 OstfriesUB. II 72
  • we vngenodiget auerschepet in legherschepe, de moet dat euentur stan 
    1497 HambStR.(Eichler) Reg. P
  • dysse keller ... vorlenet ..., mit der boden darvor. des sal he in eventur stan, of de bode umb der treppen willen ... afgebraken werth
    1522 RigaLibr.red. 108
  • vmme tho vorschonende den armoth, heft ein sassisch recht gefunden, dat de vif dorper ... de helfte der teringhe staen vnde gelden ... scholen
    1537 Dittmer,Sassenrecht 37
  • dieweyl das weyb in solchen gemeynen haͤndeln in gleycher gefahr vnd verlust stehen muß, so ist auch billich, daß jr auß solchem handel aller gewin zugleych zustehe
    FrankfRef. 1578 III 7 § 17
  • ock schall A.D. synn vnkost vnnd barscher lon stan van alle vnkostinge, so dar vp werdt kamen
    16. Jh. GartenRJacobsf. 30
  • wer das wehrgeld, wie es verglichen war, nicht bezahlen wollte, genoß des gemeinen friedens nicht weiter, und mogte seine gefahr stehen 
    1780 Möser,Werke XII 2 S. 79
XVI etw. beschwören, sich freischwören; bei/für/vor/zu (uä.) etw. stehen etw. beschwören
  • loikinit he iz abir dan, so mac he woli mit sin einis hant davuri ste uffi din heiligin
    um 1230 MühlhsnRb.2 155
  • schuldeghet he auer sinen heren ofte sine vrouwen vmme dat sin, dat scholen se eme geuen, edder mit ereme rechte dar vor stan 
    1270 (Hs. 1493) HambOrdB. H 2
  • mith achta ethen on te ledane ieftha mith sextene ethen tifara te stondane [(mit 8 Eiden (hat er das) zu beweisen oder mit 16 Eiden (hat man das) abzustreiten] 
    um 1300 HunsingoR. 64
  • dhar mach he vore stan mit sines silves edhe
    1303/08 BremRQ. 64
  • wa he des abir neit gewisen kan, so moghent sy mit irre vnscholt dar vur staen 
    1357 Arnoldi,Beitr. 91
  • worde eyn eeghen man ... beklaghet ... ůmme schůld, dey sin herre schůldich were, ... dey eeghene man mach stan vor siner unschulde
    2. Hälfte 14. Jh. DortmStat. 86
  • secht he dar neyn to, de [als Dieb] angheclaghet wert, so scal he dar vor stan mit eneme nemende over syn slachte
    DithmLR. 1447(Eckh.) § 35
  • wilme en des nicht beloven, so schullen se dar by stan mit xii mannen
    DithmLR. 1447(Eckh.) § 65
  • is dar neyn seker bewisinghe by, so schalme dar vore stan mit xii mannen
    DithmLR. 1447(Eckh.) § 119
  • beschuldige he [eyn iewelck mynsche de denet] auer synen heren efte syne frouwen vmme syn lon mer, dat scholen se eme gheuen, efte myt ereme rechte darvor stan 
    1497 HambStR.(Eichler) F 3
  • dat sy deselven renthen inmaenen bijnnen jaers naedeen dat die verschenen sijn, want teynden jaers dieghene, die de renthe schuldich sijn, daervan ter onschout staen sullen
    1562? HarderwijkRbr. 63
XVII bei/mit/zu jm. stehen jn. unterstützen, jm. beistehen, sich jm. anschließen; js. Rechte und Pflichten teilen, mit jm. zusammen in die Pflicht genommen werden
  • ob ein ausman mit ainem burger in der stat zu rechten hiet vnnd seinen heren mit jme precht vnd der zu jme sten wolt vnd jm des rechten hellffen
    1332/1554 Neuburg aD.StR. 250
  • sin vatter schatzt der R. umb XIII guldin darumb, daz er by der gemaind stůnd und bat, daz man sy [by] irem alten herkomen beliben ließ
    1469 ProtBKammerger.(1465/80) 483
  • die gesellen haben keinen meister zu bußen, sondern sie ziehen vonn im vnd verbiten andern gesellen die ordnung das niemandt bey im stehe, so lange bisz er gebußet werde
    1486 Wissell,Steinmetz 113
  • vmb kundschaft: wenn einer zwen zügen hat, ... die im reden, darf er mit sinem eid zu inen stan, ist es im rechten genugsam
    1489 WillisauAmtR. 98
  • do sie ... zü inen in costen gestanden 
    1499 SchweizArchVk. 3 (1899) 92
  • das kain burger by aim gast wider ain burger ston soll
    15./16. Jh. KonstanzWirtschR. 114
  • [das all] reychstet in solichem allem mit gutem vnd getrewem rat bey ainander steen vnd beleyben
    1523 UrkSchwäbBund. II 259
  • he wolde voͤrhen in schaden vnde baten, nicht mit en staͤn 
    JütLow. 1590 III 39 § 2
  • geschehe ein kauff ...: ist ... das beth nit gantz, so sollen die kinder stehen bey dem vatter oder bey der mutter, so noch bey dem leben ist, ess seyen wechsellkauff oder gifften
    1642 Luxemburg/GrW. II 273
XVIII (gerichtlich) entscheiden, urteilen; (gerichtlich) zu entscheiden haben, zuständig sein
  • ist aber ez ein sogtan schulde, daz des vogtes gerihte uber in stat, wirt der vor im bewaert, so sol er der cristenheit rihten also daz man in [chetzer] uf der hurde brennen sol
    1276 AugsbStR. Art. 36
  • so sullin siz virbůzin alse daz geryechte der selbin zentte sted 
    1329 MWirzib. III 364
  • sullen sich ... die rihter, die danne ze gerihte stant, uf den eit ... erkennen und urteil geben
    1. Hälfte 14. Jh. DinkelsbühlStat. 789
  • ist dattie rechter ende heemraedt over die ghift staen of niet en staen [aL.: over die ghifte niet staen en wilden], des sal onse poorter [so enich goet coopt] daerop twee wittachtighe orconden mit hem brenghen te D. voor scepenen, en dan salmen zinen brief van dien coop zeghelen
    1401 Fruin,Dordrecht I 60
  • enich scepen, die over enich oordel stonde ofte zate, daer die scoute mede over waer, die zoude drie maende wt den rechte wesen
    1414 UtrechtRBr. I 165
  • soe waer den schoudt mit den schepenen over eygendom off over quytscheldinge staet, daer sal men off geven twee groot tournois
    1463 Fruin,KlSteden II 318
  • die schepen to E. en sullen niet staen oeuer eynich manguet to E.
    16. Jh. NrhAnn. 5 (1857) 5
XIX ein(em) Urteil stehen einem Urteil zustimmen, beipflichten
XX
etw. erlauben, gestatten, zugestehen
  • es wolt jne dann jr fürgeben sonst nit gestanden werden
    1544 Perneder,Regeln 40r
  • so sich ... zutragen wurde, das sich der sohn der vaͤtterlichen erbschafft enteüssern wolt vnd das lehen behalten, so wurde jhm solches nit gestanden, sondern das lehen fiel ahn die swertmagen oder agnaten
    1553 Zasius,LehnR.(Lauterbeck) K iijv
  • daß besthaupt haben sie gegen mir ... gestandten, ist yederzeit undt mir selbsten vor ungefehr zwey jahren vor J.D.s seelig wittib entricht worden
    1684? RheingauLändlRQ. 539
XXI gestattet, erlaubt sein
  • daz vir kumpan wolle mogin koufen mit enandir eynen kouf, den si vndir sich teilen alczvhant; daz steet in ane vare
    1369 CDSiles. VIII 67
  • dair twe tserter uppe vorhandeldt, belevet unde angenamet, dewelcke uns nicht en steyt to krenkende
    1488 OstfriesUB. II 281
  • sie kiesen und gern von ehn, das ortil und recht czu den rathmannen zu suchen und holen und mit irem wissen recht aus[s]prechen, also es von aldirs czu ehn gestanden sey
    um 1490 RechterWeg I 20
  • wan auch jemandt wehre, der einem andern von der ... weide etwas verheuren wolte ... dafern aber der nachtbarn keiner solches heurens der weide bedürfftig, alß stehet es einem frembden umb billige heur ... zu uberlaßen
    1634 SchleswDorfO. 95
XXII zu etw. verpflichtet sein; jm. zu (Gehorsam und) Gebot (I 4) stehen jm. zu Gehorsam verpflichtet sein, jm. unterstehen
  • alle de ghene die staen ten besten hoefscoele dat es scouteten recht alsi sterven ij schel. aen den besten hoeftscoel
    1252? Diericx 6
  • igelich her, der vurweser ist dez volches, di czu seinem gepot stent 
    1291 BrünnRQ. 377
  • daz vrouwen closter, daz stehet unßirn heren czu geboten unde dinsten unde habin daselbins herberge
    um 1380 WeimarRotB. 67
  • uns [kunig] ... zü dinste und sture sten gliche den andern kunigsluden
    1405 AdelsheimStR. 620
  • es sol nimandt, der dem radt zu gehorsam vnd zu gebot stehet, in noch vor der stadt toppel spiel treybenn
    16. Jh. ZeitzStB. 57r
XXIII (unter etw.) fallen, etw. unterliegen, unterworfen sein; auf/in/unter/zu etw. stehen (uä.) etw. unterworfen sein, unterstellt sein, unterliegen; unter jm. stehen jm. unterstehen, unterstellt sein
  • swa geziuge umbe keuffe erteilt waerdent daz sol stan in allen dem rehte als umbe geziuge in dem capitel von der gulte geschrieben
    1276 AugsbStR. Art. 125
  • es oec dat sake, dat daer enech guet ledech leghet, dat thiende sculdech es, dat sal staen onder den seluen priis, die daer uore ghenomt es
    1277 Brüssel/CorpAltdtOrUrk. I 309
  • zwo vleishpenche ... stent auch ze glichem zins
    1284 München/CorpAltdtOrUrk. II 76
  • sol div selbe hofstat vnd hûs in allem dem recht zinses, stv́re vnd dienstes stan, alse ander die hofstet vnd húser in der stat wesent
    1295 Meßkirch/CorpAltdtOrUrk. V 491
  • sa skelin alla frowa a foremunde stonda [so sollen alle Frauen unter Vormundschaft stehen] 
    Ende 13. Jh. BrokmerR. 62
  • dat si ... boͤisvellich wart und noch hůde dis dagis in der boͤissen steit 
    1350 Lamprecht,WL. III 524
  • waz solliches dinges ist, das uff ebinteure steit, des ist die ebinteuere des vormunden und nicht der kindere
    Ende 14. Jh. GlWeichb. 304
  • hat einer schaden genomen an gutte, das in eine geselschafft gehoͤrt, das zu gewinn vnd zu verlust stehet, ohne eine verwarlosung, der schade ist jr aller, also wol als frome denn wer seiner gesellen gut bewaret, gleich dem seinen da bleibet one schaden, ob es verwarloset wird
    1408 (ed. 1574) Ekhardi,MagdebR. I 12, 3
  • soͤnen oder toͤchtern. die alßdann vnabgeschiden in versehung irer elltern oder vormundern stuͤnden 
    NürnbRef.(1479/84) XXII 2
  • ok schall de vaged nemande van den swaren orloff geven, sunder her schicke enen anderen in sine stede, de in demsulfften ede steit 
    1486/1645 HammerbrökerR. 53
  • wairen die arbiters twijdrachtich int procederen oft int wijsen van der saken, zoe zoude die gerecuseerde richter wel mogen de voirscreven arbiters bedwijngen om eenen derden te kiesen om dairaf te pronunciëren, ende men soude staen ende volgen der sentencien geweesen bij den tween van den drijen
    1496 CoutBrab. II 2 S. 43
  • men behoirt te staen der sentencien gegeven tegen trecht van partijen, alsoeverre als men dairaf binnen X daigen niet en heeft geappelleert
    1496 CoutBrab. II 2 S. 126
  • ob einer uber dieselbigen straff ... sich frevenlich ... halten wurdt, der sollt in unsers gnedigen herren straff steen 
    um 1500 Lauda 186
  • welliche [wegen Landfriedensbruch Beklagte] sollich purgacion und entschuldigung nit thun mügen, sollen darumb jn gemains bundts straff und busz steen 
    1501 UrkSchwäbBund. I 442
  • sollen ... die pfister in der buß sten wie die ander leut
    1503 EngenStR. 365
  • die vnmündigen, die nit volkommener jar sind, auch die da steen in gwallt jrer vätter oder verordennt vormünder haben
    1520 BairGO. 26r
  • welcher by nacht vnd nebel, so diser statt F. thor oder porten, beschlossen sind über vnd durch die muren ... ynstyget vnd schlüffet, der sol für das erstmal siner eren entsetzt sin, vnd darzu in vnser schweren straff stan, vnd so er das widerumb thett, sin leben verwirckt haben
    1520 FreiburgStR. V 14
  • um solch ihre verwirkung sollen sie zu straf stehn gegen die ganerben
    1525 ZWirtFrk. 1, 2 (1848) 52
  • so ein gesell ... seinem meister erzürnete mit bösen worten, ... so soll derselb gsell ... der straf steen nach erkantnus der meister
    1544 FreiburgZftO. 21
  • die freueler vnd widersetzer, sollen auff diesem fall, jhres vngehorsambs vns ... auch den peenen den executorialen inuerleibt, am leib oder gutt nach gelegenheit vnnd grosse der vbertrettung, zur straff stehen vnd verfallen sein
    1571 MünsterGemLO. 6
  • sollen in diesem fall zins oder guͤlten, so auff abloͤsung stehen, fuͤr vnbeweglich vnd liegendt gut geachtet werden
    1597 Meurer,Liberey IV 26
  • ob ainer seinen nachbarn zu verclagen hett, so soll er dem richter vor drei tagen zu wissen than ... wo er aber solches nit thuen wurde, stehet er im wandl
    1617 NÖsterr./ÖW. VII 79
  • unter diesem schutz bishero gestandene juden
    1723 CAustr. IV 131
  • wer bei einem schüttmahl ohn erhebliche ursach nicht erscheinet, der solle ... 2 ℔ der gemeind zur straf erlegen, auch nach befindung in herrschaft. straf stehen 
    1730 MainfrJb. 14 (1962) 276
  • saͤmmtliche ... leib- und hofmedici [haben] unter dem obristhofmeistersstaab zu stehen 
    1770 Kreittmayr,StaatsR. 357
  • sollte ein ... großjaͤhriger, der ... noch unter vaͤterlicher gewalt stehet, der vater eines kinds werden, so wird auch dessen name, wenn er die anzeige gehoͤrig macht, verschwiegen
    1785 Birnstiel,Kindermord 155
  • ueber die person der kinder hat der auch unter vormundschaft stehende vater alle rechte der väterlichen gewalt, die sich auf eine vermögensverwaltung nicht beziehen
    1794 PreußALR. II 18 § 806
  • die unmittelbaren des distrikts, die ehemals nur unter dem kaiser standen, standen nun unmittelbar unter diesen landesherren und wurden dafür landstände
    um 1795 StaatsRHeilRömR. 76
  • die unter dem marschallamt stehende hoͤhere ... hofdienerschaft
    1808 BadKriegspflicht. 5
XXIV etw. verlangen, etw. fordern

XXIV 1 von einer (rechtlichen) Angelegenheit: auf/zu etw. stehen etw. erfordern; (jm.) zu js. Eid(en) stehen (von jm.) eine Eidesleistung erfordern; zu js. einer/2eigener (IV 5) Hand stehen einer Eidesleistung ohne Eidhelfer bedürfen; selbdritt stehen nach einer Eidesleistung mit zwei Eideshelfern verlangen
  • daz allew di sache, di an des gotshows gut erwachsen vnd sich vben, di ze beredung oder ze püsse stende werden
    1204? OÖUB. II 567
  • loukent auch dy frowe der schult, daz stet czu irem eide
    1357/87 MeißenRB.(Oppitz) III 9 Dist. 10
  • wirt ein man beclait vor gerichte umb schult und spricht: ich waz sy schuldic, ich bin ir aber nu nicht schuldic, da muz er selbedritte vorrichten. spricht er auch: ich hab sy vorgolden, das stet auch selbedritte. hette er aber daz vor an gerichte vorgolden, da endorfte er nicht vorrechten, wen er das beczugen mac. spricht er aber mit slechten worten nein, daz stet czu sin einez hant
    1357/87 MeißenRB.(Oppitz) III 13 Dist. 1
  • schlegt ein man den andern an seinen backen in freuel, kuͤmpt das zu klage, ... er mus dem kleger geben seine busse, ... leugnet das aber einer, das stehet zu seiner eigen hand
    1408 (ed. 1574) Ekhardi,MagdebR. VI 1, 10
  • wann aber ein vormuͤnder der kleinen item vnd posten so viel hette, daß sie zusammen auch ein namhaffts maͤchten, vnd es dem pflegson zu schwer fallen thet, daß er sie also vnbestritten hinpassieren lassen solt, in solchem fall, stehet es abermals darauff, daß man gestalt der sachen alle vmbstende vnd gelegenheit fleissig erwege, ob gefehrlich oder nicht, gehandlet, auch ob es der rede werth sey, daß man derhalben streitten vnd haddern solt
    1576 Damhouder,Patrocinium 80
XXIV 2 von Personen: an/auf/nach etw. stehen etw. fordern, begehren, auf etw. Anspruch erheben
  • vnd sol der herre von G. nach deheiner gewer stan 
    1262 Straßburg/CorpAltdtOrUrk. V 12
  • ez enschol auch kain genanter sten nach ainer müntze
    14. Jh. NürnbPolO. 9
  • [wenn dyenerin A.] nymer gedyenen mag oder wil, so sol [sie] an [ihr] pfrůent sten, die süllen sy [ihr] raychen
    1443 Indersdorf I 277
  • du salt keyme amptzbruder na syme gesynde stan noch na syme huyß zynß noch na synen kunden noch na syme werck
    1485 TrierWQ. 447
  • der bote bekennet, das er am anhebin der tedinge czu dinge geboten hat der frauen und auch den kyndern und er ouch doruf gestandin hat und gefordert czu der frauen eynen, den andirn, den dritten tag
    um 1490 RechterWeg I 397
  • wo aber sölher erb [ausser lands] in gemelter zeit auch nit käm, so mügen desselben nagsten erben mit genugsamer kuntschaft und weisung wol darnach [sein erblich gerechtigkait] steen und an nutz und gwer komen
    1512 NÖsterr./ÖW. VII 893
  • wan ainer ainem sein weingarten baut und hat im seinen lohn nit zu geben, so soll er stehen nach den frichten die darin wachsen
    1521 NÖsterr./ÖW. VIII 156
  • zu ... horen, ob er geschickt zum scheffenamt were, das er stunde darnach uis minem angeben und siner frunde rait
    1566 BuchWeinsberg II 143
  • so ... jemand nach ergangenem urtelspruche vor der execution desselben mit tode abgienge, so moͤgen die erbnemen nach der execution stehen vnnd das angefangene recht zu gebuͤrlichem ende bringen
    BöhmStR. 1614 C 1
XXV
(nach etw.) trachten, jm./etw. nachstellen (I); nach jm. stehen jn. verfolgen, gegen jn. vorgehen; jm./jn. auf/nach Leben/Leib (uä.) stehen jm. nach dem Leben (uä.) trachten
  • wer der adir die sin, die sie geschedeget han, sa sullint die stede nach deme adir nach den stein, glichirwiz alz ob in der schade selbir were geschehen
    1334 FriedbergUB. I 126
  • [worbi ein kint sin vederlike erve vorboret:] steit he na dem live sines vaders
    14. Jh. Bunge,Rbb. 182
  • ob er die vrfeh vberfür, daz sie ... dann so hefftigcklich vnd ernstlich nach im sten vnd stelln solten vnd wolten als die, an den dann die vberfarvng geschehen were
    1432 BambEchtb. 62
  • das ir noch den [pleckere] stehit vnd die in uwer gefengkenisse brenget
    1434 DresdUB. 158
  • der ein solch fraͤnckisch lehen hat, muß ... nit allein den herren nit verletzen, oder nach dem leben stehen, sondern ist auch schuldig, jhn vor schaden ... zuuerwarnen
    1553 Zasius,LehnR.(Lauterbeck) Blatt Z ijv
  • aus dem lande ... verwiesen, drumb das sie dem beruͤchtigen mann nicht auff sein ehre allein, sondern auch aufs leben gestanden war
    1583 SiebbLR. IV 7 § 12
  • es mügen ... alle schankhungen ... wiederrueffen ... werden, wann der verehrt in so hohe undankhbarkheit geräth, daz er seinen gaber nach leib und leben stuende 
    1599 NÖLREntw. II 13 § 10
  • daß der mensch, wenn er verspuͤhret, daß ihm iemand nach seinem gluͤcke oder wohlfahrt stehet, auf demselben dermassen erbittert wird, daß, ob gleich das zugedachte ubel gluͤcklich hintertrieben worden, er dennoch den haß und rachgier so leichte nicht fallen laͤsset
    1691 Pufendorf,Sittenlehre 69
XXVI von jm./etw. abhängen, zu verantworten sein

XXVI 1 in js. Zuständigkeit fallen, jm. (zur Entscheidung) überlassen sein; an/auf/bei/zu jm. stehen auch an/auf/zu js. Bekenntnis/Erkenntnis/Gefallen/Gnaden/Gutdünken/Kür (uä.) stehen jm. überlassen sein, js. Entscheidung unterliegen, in js. Zuständigkeit fallen
  • sve kampliken grüten wille enen sinen genot, ... an den henden ne solen se nicht wen dunne hantzeken hebben, en blot svert in der hant unde en umme gegort oder tvei, dat stat an irme kore
    1224/35 (Hs. 1369) SspLR. I 63 § 4
  • dat zal staen up die orconscepe van scepenen
    um 1250 (Hs. 1. Hälfte 14. Jh.) AardenburgRbr. 117
  • vnd wollen sie dem vinder oder dem pharrer oder dem richter da uon icht gebe daz ist wol pillich. ez stet abr an im
    nach 1280 Schwsp.(Langform M) LR. Art. 323
  • dat alle dinc sovde staen te verbetren vanden dike van S. bi ons, ende bi rade onser mannen
    1291 's Gravenhage/CorpAltdtOrUrk. II 594
  • geschiht, daz dehein missehellunge umbe die vertegunge wirt, daz sol stan an ... zwein rittern und ... dem alten schulthaissen von W., swas die dar umbe reht dunket uf den eit, daz sol uns beidenhalb begnůgen
    1293 WirtUB. X 139
  • geschech aber ain todslag von graven, freien, dinstmannen, ritter oder edlen knecht, das sol steen an unsern gnaden
    1311 BairFreibf. 2
  • swer die zeichen velschet ..., so stet sein leib vnd sein gut an dez rates genaden
    um 1320 RegensbStat. 97
  • de bescattinge scal stan vppe ver riddere an beydent siden
    1328 MecklUB. VII 565
  • sol dye puess sten an weisnn leutenn
    1328? Ruprecht 247
  • velle dar ienich schelinghe ... dat schal stanͤ vp enem vnsir manne vnde vp enem orer frunt
    1393 BrschwHzgUB. VII 228
  • soll die wale [des mesenamptes wegen] an dem pfarre steen 
    1425 Heidelsheim 778
  • weert sake dat eenych schipheer hijr en theghen dede, de sal staen to des rades ofte des coepmans bekentnisse, to wes he daer ane heft ghebraken
    1434 FlandrCop9 S. 13
  • sulche abelegunge vnd widdirkouf ... sal an vns genantin verwesern ... stehin vnd legin, wenn vnd vff welche czyt wir das konnen vnde mogin
    1446 MittOsterland 5 (1862) 250
  • were yd dat men des nicht doͤn en konde, dat yd denne stande bleve up den overman, des men were eensgeworden
    1463 HanseRez.2 V 230
  • wenn ... ein werckmeister ein ler jungen an der stat arbeit lernen und anpringen wolt stein zu hawen, das zu der stat paumeister steen soll zu erlauben
    1464/70 Tucher,NürnbBaumeisterb. 36
  • zo zal dy busse sten czw der herren erkentnisse
    1465 KrakauZftO. 41
  • das die aneweißunge ... uff uch stet 
    1475 FreibergUB. I 291
  • alle wandl di stent auf gnadt meines ... herrn
    1489 NÖsterr./ÖW. VIII 182
  • dat sal staen tot goetduncken van den richter
    1496 CoutBrab. II 2 S. 238
  • de broke schal stan by vaget vnde kemmener
    1497 DiplFlensb. I 715
  • den armen leuten holz zu geben, soll steen uff unserm landthoffmeister und räthen
    1504 Kern,HofO. II 111
  • dat stonde tot kleronge des raidz
    1518 DuisburgStR. I 21
  • so soll es stan an biderben lüten, wievil des schadens der, so geletzt ist, an im selbs haben sölle
    1564 Gaster 297
  • loͤß kundigung: stehet bey dem verkeuffer
    1564 JülichRechtsO. Reg.
  • bekennett einer seine müßethat ... auff gnade, daz stehett bey dem rathe, wie vnnd waz buße sie von ihme nehmen sollen
    1628 Apel,Collect. 103
  • doch stehet zu beeder thail gefallen wider zuruck zu gehen
    1654 NÖLO. II 15 § 2
  • wuͤrden aber der stadt-ambt-leuthe ... mit unzuͤchtigen wortten jemandes uͤberfahren, derer buße soll stehen zu eines raths erkaͤndtnuͤs
    1658 GeraStR. 163
  • daß man einen menschen uͤber alle denenjenigen actionen rechenschafft abfordern koͤnne, welche zu vollbringen oder zu unterlassen in seinen freyen willen gestanden hat
    1691 Pufendorf,Sittenlehre 28
  • daß es bey dem kayser stehe 
    1774 Moser,Reichstage I 77
XXVI 2 an/auf/in js. Gewalt/Hand/Macht (uä.) stehen in der Herrschafts- oder Verfügungsgewalt von jm. sein; insb. von Leib und Gütern
  • des küneges marschalc von Irlant, in des gewalt und in des hant ez allez stuont, stat unde habe
    1200/20 GottfrStraßb.(Weber) V. 8729
  • swelich man den anderen wondit ove dot sleit vnde vluchtich wert, heuet he hus, dat steit an dhes richtes gewalt
    1227 BrschwStR. § 3
  • czu phande vnd in kommers hant steen 
    1387 GlatzGQ. IV 143
  • we [lude, under den de schelinghe] nicht in sine herberghe ghinghe, ... des lif unde gut scholde in des rades ghewalt stan, wu se dat holden welden
    Ende 14. Jh. GoslarStR. II 1 § 142a
  • in welchen stedten des reichs der koͤnig koͤmpt, in dem reiche: ... alle gefangene vnd mißthetige leute, stehen auff seiner hand
    1408 (ed. 1574) Ekhardi,MagdebR. VII 7, 2
  • aller gueder kurmodige ind zynss gueder sullen staen aen twen handen, dat ys mansshant ind vrawenhant
    1426 SPantaleonUrb. 341
  • dieselben recht sol auch der spital han, als lang die güter in iren handen stond und nit fürer
    1458 Burckhardt,Hofr. 227
  • were das dehein huber oder hofman acker oder matten deheinteils sines lehenguts verkauft versezt oder in dehein ander weg entwert one ein domprobsts wissen und willen entfrömdt verendert der sol sin lehen verloren han und sol sin lib und gut in des thumprobsts und vogtes gewalt ston und bliben
    1483 Burckhardt,Hofr. 99
  • wenn das korn zitig ist, so sol es der meyger drie tage jn ban tůn, vnd stot den drie tage jn siner hant, vnd sol denn sinen vortag nemmen, vnd sol oͮch ... nuͤman me sniden denn mit sinem willen
    15. Jh. Elsass/GrW. IV 240
  • in unser macht nit stüend ... den fürgenomen bundtstag auf martini schierist zu endern und zu kürtzern
    1528 UrkSchwäbBund. II 327
  • so wie die frag liget, stehet es in des grundherrn macht nicht
    1752 Chorinsky,Mat. V 28
XXVI 3 an jm. stehen in js. Verantwortung fallen, von jm. zu verantworten sein
  • vnd sol an dem mvnzer stan ouf sinen eit, swie der wehsel ze V. gange
    1286 Hagenau/CorpAltdtOrUrk. II 174
  • ob sich begebe, das ein appellirer sein appellation in iars frist zuuolczihen ... verhindert wurde, so soll er ... beczewgen, das solich verhindernus nicht an jme gestanden sey
    1497 BambHofGO. 12
  • wann aber der gebrech oder verhinderung am zins oder grunthern gestanden, der sich nit hett woͤllen bezalen lassen, vnd der bestender sich des zins ... zuentrichten erbotten, ... so moͤchte ine der grunther nit abtryben
    1498 WormsRef. V 2, 2 § 8
XXVII in etw. eintreten, etw. übernehmen

XXVII 1 in eine best. Position oder Funktion eintreten, insb. (an js. Stelle) treten, (in js. Position) folgen, nachfolgen; in Bezug auf eine Position, ein Amt uä.: an/in/zu etw. stehen in etw. eintreten, nachfolgen, die Funktion als etw. übernehmen
  • behalt in [den Ächter] iêmen, chumpt der lantrihter dar und verbiutet in, let er in daruber, so sol er sten an des æhters stat
    1256/61 Österreich/MGConst. II 607
  • stirbt vͦh graf F.v.T. ... so sol vnser oͤheim graf G.v.H. an sin stat sten 
    1272 Regensburg/CorpAltdtOrUrk. I 198
  • wær ovch daz ... ainer tot læge in der vrist so sol ... die pvrcraven von G. in die selben purgelschaft sten vnd laisten allez daz daz ener purgel solt habn gelaistet ob er hete gelebt
    1286 Zwettl/CorpAltdtOrUrk. II 151
  • swer den andern rueget, daz er ein chetzer sei ..., mag in der nicht uberwinten, er muos an sein stat stên mit dem leib unt mit dem guot
    vor 1328 Ruprecht(Claußen) Art. 125
  • [wen wir ze richter setzen,] das dieselben sweren, ee das sy an die ambt steen, das sy uns unsere recht behalten
    1358 BairFreibf. 21
  • dat unse kint in hore môder stat stôin solen gelig as of die môder lefde
    1361 LSchrP. 158
  • seyn kind, die in seyme rechten steen muszen
    1436 Stobbe,Beitr. 120
  • ob einer froͮwen ir elicher man von tod abgieng, vnd wölt die froͮw den nüt stan zu gült vnd ze erb ... so mag si das ir nemen ... vnd mag da mit varn
    1439 Zürich/GrW. I 17
  • wenn denn der kinden eins stirpt, das ander das staͮt zů dem erp
    Mitte 15. Jh. BremgartenStR. 21
  • [A. auss vancknüss lassen,] für in stendt ze porgen ... A.P. v. H.K.
    1480 Indersdorf II 71
  • een persoen ... geheeten infaem ... alsoedat hij bij dijen niet en behoirt in eens goets oerbaers mans stat te mogen staen 
    1496 CoutBrab. II 2 S. 97
  • lede iemant derhaluen schaden, dat he alse eyn erfseten borgher to tuge stan hedde: den schaden schal he lesten
    1497 HambStR.(Eichler) E 31
  • so wanneer ein hafsman stirft, zo der neister tinssbank soll der elste soen koemen und untfangen dat guet weder an die hant und staen in dem eid sins vaders
    1499 Willich/GrW. II 763
  • so der nechst erb, die erbschafft nit will annemen, so moͤgen die freündt so nach den selben die nechsten sein, an sollichen verlassen erb stehen 
    1544 Perneder,Inst. 78v
  • vermaͤse sich aber iemandt, ein soͤliche zůred zů jemants zů bringen, soll inen sechs wochen und dry tag zil darzů gebenn werden ... mogent sy aber selbig nit uff sy bringen, dan soͤllent selbig zůreder jn selbiger fůssstapffen stan, alls die zůred ist, unnd allso geurteylt syn unnd erlos
    1550 LuzernSTQ. IV 22
  • welliches eemensch also im dritten theill der eerbschafft der fahrenden hâb stâdt, soll auch schuldig seyn den dritten theill schulden hëlffen zahlen
    1597/1620 Zürich/GrW. IV 295
  • gedaufft wordtn, zu gefattern sein gestandtn herr H.L. ... vnd ich M.C.
    um 1700 SteirGBl. 2 (1881) 24
  • hat der lehnsfolger über die meliorations- und deteriorations-ansprüche, unter zuziehung des lehnsherrn und des alsdann an der succession stehenden agnaten, sich mit dem landerben verglichen: so müssen alle nachherige lehnsbesitzer diesen vergleich anerkennen
    1794 PreußALR. I 18 § 576
XXVII 2
durch Näherrecht eintreten; (jm.) an/in dem/den Kauf stehen (uä.) (jm. gegenüber) ein Vorkaufsrecht geltend machen
  • so mag ein hieiger dem frembden im kauf stehen 
    1413 NÖsterr./ÖW. XI 181
  • so mag er [rechter frig] an den kouf stan 
    1458 Thurgau/GrW. I 258
  • aber nach dem lanndspraüch moͤgen die nägsten fründt, an den kauff steen, vnd den ersten kauffer abtreyben
    1520 BairGO. 73v
  • von der gesipten freundt vorkauf in ligenden güettern, auch wie ein gesipter freundt in einem kauf steen müge
    1552 Walther,Trakt.(Ri.) 35
  • wie die nechsten erben vnd freund vmb ligende guͤter der vorkauff angeboten werden soll, vnd wie dieselben an die keuff stehen moͤgen
    1554 AmbergGesatzB. 29v
  • in den kauf sten als pergs und lants recht ist
    16. Jh. NÖsterr./ÖW. VIII 346
XXVII 3 an etw. kommen, gelangen; etw. erhalten
  • es soll auch ain ieder der kauft ... in jarsfrist von seinem amptman aufentphahen und an nutz und gwer steen 
    1490 NÖsterr./ÖW. VII 675
  • do aber derselb L. zů armut komen sýe vnd abgestorben ... sige er [N.] zů den fúnff jucharten ackern ... gestanden 
    1528 HönggMeierg. 7
  • woͤllicher metzger dann zů osteren anfacht metzgen, der soll dann durch das gantz jar umb metzgen. und so ein meyster das nitt thůn woͤlltt ..., alls dann soll und mag der nächst meyster oder warttner zů dem selbigen banck stan und metzgen
    1559 LuzernSTQ. IV 501
XXVII 4 sich in etw. hineindrängen
  • es soll ... keiner dem andern seine kunden absetzen und in keine arbeit stehen 
    1593 RottweilGlaser nr. 6
XXVIII (von etw.) zurücktreten, zurückstehen, ablassen; aus/von etw. stehen etw. aufgeben, auf etw. verzichten; hinter sich stehen zurückstehen
  • leihet abr der herre, der daz gerichte denne hat, daz gerichte ainem anderen, so shol er da uon sten vnd shol ienen dar ze lan, dem ez gelihen wirt
    nach 1280 Schwsp.(Langform M) Lehnr. Art. 116
  • nv sein wir von dem chriege gestanden vnd habn vns seîn als lutterlichen verzigen
    1288 München/CorpAltdtOrUrk. II 348
  • daz ich mit guetem willen gestanden bin von dem chouf
    1297 OÖUB. IV 250
  • wiert ein jud christen und wil von dem glauben stên, sô sol in gæstlîchs und werltlîchs gericht dwingen, daz er dô pei beleib
    vor 1328 Ruprecht(Claußen) Art. 123
  • so er von sinem burgerrecht stunde 
    1396 MemmingenStR. 267
  • dauon sten vnd das abesagen
    1433 SpeyerKoB. 181b
  • von irer forderung gestanden, sie fallen lassen
    1517 Sinsheim 450
  • wenn aber ir einer den contract sinßteils vollzüg, der ander nit, so mag der volzieher ... von dem contract stan 
    1520 FreiburgStR. II 6, 1
  • köfte wol strandede gueder, und de gueder gefillen furstlichen gnaden, de, de gekoft heft, mot darvan stan und furstlichen gnaden den kop entwiken
    vor 1531 RügenLR. Kap. 135 § 6
  • waͤr aber sach, das der dingend thayl von dem geding stuende, und dasselb in gebuͤrlicher zeit und nachlaut der gedingurtl nit fuͤeret; so soll der berkhrichter nach verscheinung derselben zeit die urtl fuͤr die hand nemen
    1532 SalzbBergO.(Lori) 235
  • der ain testament on grund für falsch angefochten, vnd vor der endurtayl nit dauon gestanden, verleürt dardurch alles was jm darinn verordnet worden
    1544 Perneder,Inst. c iijv
  • wann aber die erben gar vom erb stunden vnnd nitt erben wollten ... dann sollen die schuldglaͤubiger ab dem gutt bezallt werden
    1552 (Hs.) Fischer,Erbf. II 185
  • wuͤrde aber der ehehalt, on redliche vrsachen ... in der selben gedingten zeyt, den dienst auff kuͤnden, vnd darauß stehen, so sol solchem ehehalten, dasselbe iar, allhie zu diennen, nit gestatt werden
    1554 AmbergGesatzB. 70v
  • wa aber der verkeüffer begert vom verkauff zustehn, so soll er dem keüffer den weinkauff ... zuerstatten schuldig sein
    WürtLR. 1555 S. 156
  • es solle kain hanndwerchs gesell den anndern, seinem maister auß dem diennst reden oder bringen, ... noch auch jren maistern in der wochen muetwilligklich auß der arbait steen 
    TirolPolO. 1573 Bl. 27v
  • wann aber der vatter nicht expressè seiner tochter das heyrathgut zu vorauß vermacht, ... so ist sie ... inn die gemeine erbschafft einzuwerffen schuldig, vnnd muß so lang vnnd viel hinder sich stehen, biß die andere geschwisterten auch so viel bekommen
    1587 Bemel,TraktTestam. 40
  • so die parthigen vß dem rechten stand vnd iren handel wussentlich v̈bergebent vnd verthruwent, alsdan ein güetlicher spruch eruolget
    1612 BremgartenStR. 135
  • wer dann brief ... auf denselbigen guͤtteren hat, der sol am haupt gutt ... nicht hinder sich stehen, sondern darbey verbleiben und vollkommlich einziehen moͤgen
    AppenzLB. 1733 S. 62
XXIX bereitstehen, zur Verfügung stehen
  • der undervoit sal ouch zu der burger gebote sten an allen sachen, an allem geheize, iz si groz oder kleine
    um 1300 FreibergStR. 33 § 20
  • were es ... der swertmagen stunde keiner nach der vormundeschaft; der richter von sines ammechtis wegen mag dem eldesten gebieten, das er sich der kinderen ... underwinde
    Ende 14. Jh. GlWeichb. 309
  • es sol kein buͤrger zu L. in kriegszuͤge sich bestellen lassen, ohne vrlaub des radts, sondern sol zu seiner wehre stan, seine stette vortretten, vnd sich also gemeiner defension nicht entziehen
    1586 LübStat. I 2 § 1
  • die seckträger söllen ... alle wägen ... abladen und dz gut in dz khouffhuß thun, doruff warten unnd yederzyt gspannen stan, solches zu versorgen
    1593 LuzernSTQ. IV 383
XXX
nicht geschehen, aufgeschoben sein, vertagt werden; etw. stehen lassen etw. unerledigt lassen, aufschieben; stehen(d) bleiben unerledigt bleiben
  • al vorstorven gut tu delen, dat schal stan wante tu dem drittigesten, so schal man dat gut deylen unde anderes nicht
    um 1300 BurgLR.(Zimmer) 326
  • welk broder 1 glas tobreckt, die shal ... betalent, also dat [hie] heft gekoft; blift dat stande to der stevene, so shal hie betalen 2 penninge vor einen
    1330 HansUB. II 214
  • B. quam vor geheged dingh, dem was eyn ho recht gelouet vnde stunt tů ende des dinghes vnde lith ome eyn recht werden, sint dem male dat dy dar nycht en wire, dy dat recht důn scolde
    14. Jh. HalleSchB. I 218
  • ist ... einem ein gerichtz brief ertailt worden und laͤt er ez in dy leng sten, daz er sein nicht nymt ... so wird er im hin wider ertailt
    um 1400 RegensbStat. 39
  • [I. schal gheven F.] 26 arnsche gld. vor ene dorgaende wunde unde wederwandelynghe steyt jaer unde dach
    15. Jh. EmdenBrüchteReg. 54
  • dat men de szake na lude dem recessz achterfolgede; unde dar de in fruntschop geene entschup gewunne, dat denne de szake ... beth to gemener stede ersten vorgadderinge stande bleve
    1517 HanseRez.3 VII 58
  • ordel: die eyde stan biß then apenen dagen, alßden die konden hirtho bescheiden, vmb tho doen so recht is
    1537 DuisbNotgerProt. 46
  • de dar erue vnde schuldt manen wil na eines mannes dode, de kame ... vp den xxx. dach, ... is he buten der stadt, so stah dat vj weken
    JütLow. 1590 I 23 § 1
  • das die ausfaillungen deren heuszern ... deren f[r]embden über jahr und tag noch 6 wochen und 3 tag und nicht länger stehen sollen
    1716 MHungJurHist. V 2 S. 403
  • stehende zehnden sind, wo das auszaͤhlen nicht eher geschieht, als bis im ganzen flur von allen zehndpflichtigen die garben aufgebunden sind
    1793 Lang,Steuerverf. 43
XXXI (sich) widersetzen
  • alle de ghenne, de dar stan jeghen dat recht richte in unsem lande unde wedderstal ane doet, de schullen ghebroken hebben thegen unse lant lx lüb. mk.
    DithmLR. 1447(Eckh.) § 14
  • damit sie den ... kais. gepotten gehorsamlich nachfolgen und sich des furder mherer nicht stehen noch wideren
    1475 OstfriesUB. II 57
  • alle de gönne, de dar stan jegen dat rechte richte vnde schüed en dar schade ... den schollen se beholden
    DithmLR. 1539 Art. 9
XXXII etw. wert sein, jn. etw. kosten, sich (auf eine best. Summe) belaufen; bei/um/zu etw. stehen etw. kosten, sich auf etw. belaufen
  • swer maister der siechen ist, der sol an dem tage so mien iargeziet ist, den siechen ein mal geben, ... daz ein halbpfunt ste 
    1293 München/CorpAltdtOrUrk. III 128
  • [pfant,] di me sten den einen schillinc
    um 1300 FreibergStR. 42 § 15
  • alla utfera buta riostringa orloui, tha stondath bi hundreda merkon alle monnon [alle ohne Einwilligung der R. nach auswärts unternommenen Kriegszüge kommen allen Beteiligten auf 100 Mark zu stehen] 
    um 1300 RüstringerR. 82
  • swaz dann fräuel und ander puzz von alter ze zwain und sechzig pfening gestanden sind, die sol man fürbaz mit vier und zwainzig pfening gepessert haben
    1323 RainPriv. 365
  • wer ain notnumfft weget, das stet jm vmb das haubt
    2. Hälfte 14. Jh. RegensbFriedg. 67
  • was win aber die burgere, die nit zapfener sint, ... verschencken wellent, die süllent denselben win geben und verschencken uf den pfennig, als er sü stet 
    1453 StraßbZftO. 546
  • 4 kessel, die steen 5 m.
    1477 DOrdGrÄmterb. 116
  • dy puess dy stet pey lxij pfundt
    1512 SterzingSp.(Bauer) 409
  • ain buoch ... hete ... me dan 10 batzen gestanden 
    1545 FreibDiözArch. 9 (1875) 162
  • [es] werden bey der erbtheilung solche kleyder vnnd herrliche kleinoter nicht also thewer angeschlagen, als sie den vatter gekost vnd gestanden haben, da er sie einkaufft
    1587 Bemel,TraktTestam. 40
  • 3 bussen ..., die stunden in gelde 1217 mark
    16. Jh. BremGQ.(L.) 171
XXXIII unbezahlt sein, geschuldet sein; (als Schuld) offenstehen, ausstehen; zu/bei jm. stehen bei jm. offenstehen, (als Darlehen) aufgenommen sein; stehen lassen stunden, Zahlungsaufschub gewähren
  • lat ouch der schultheisse die wette oder die freuel stan vber daz zil
    1294 Elsass/CorpAltdtOrUrk. III 214
  • swelcheu vrau chaufet und verchaufet ... waz ir anbehabt wirt, daz muez si gelten, ist, daz si also teur hat. hat aber si so teur nicht, ... so stet es zu iren treun, untz si got berett, wann man chain vraun vecht umb gelte
    um 1300 WienStRb. Art. 13 [hierher?]
  • vͤmbe alle schult, si si gestanden ze juden oder ze kristin
    1340 MWirzib. IX 139f.
  • umme andere juwe borghere, de my ok mynen toln entvoret hebbet, wil ek gherne stan laten also vůrder, also ed juk tho danke sy, also langhe, wente ek by juk kome edder wan ek juk dar anders wat umme enbede
    1360/1400 HildeshUB. II 643
  • hebbe ik stande by juncvrowen T. 12 ℔ gr.
    1377? Geldersen 104
  • es mögent öch die selben juden ir geltschulde alle, ... als es were gestanden, behaben bi iren eyden
    1381 FreiburgÜRec. IV 156
  • daz vns der vorbnante herre ... schuldik blibit zcweyͤ hundirt phund ... dy sollin sten uf zcinse ye zcehen phund vmme eyns
    1381 MWirzib. IX 379
  • er sol mir dez geltz 200 guldein werait zallen. daz ander gelt sol ich im sten lazzen uncz auf sand merteins tag
    1389 DHandelsakten VII 102
  • umb guͤlt, die jar vnd tag gestanden ist
    1396 MemmingenStR. 268
  • was ungriht uͥber daz jar ist gestanden 
    14. Jh. LeutkirchStR. 38
  • so wolden se dat erste [de summe] annamen, unde dat de ander summe up sik stande bleve, bet men dar vorder umme spreken mochte
    1417 HanseRez. VI 352
  • dat der rad desse ... veftich mark nicht lengher Y. wolden laten stan 
    1418 GarzStB. 27
  • biten wir uch, daz ir uns daz gelt uff eynen czins wollit stehen laße
    1418 JenaUB. II 43
  • weres ..., das sie die hundert schog ... nicht lenger steen wolten lassen vnd widder von sich kouffen wolten, so sullen sie vnserm lieben herrn vater ... auffsagen
    1425 Fidicin IV 132
  • 20 mrc. 3 sol., de stan by em vortan van wilkor unde lofde
    1440 Privatbrf. II 143
  • wollenn wir ... berurtem closter ... solich sechtzig gulden, die zceith sie stehenn pleibenn vnnd nicht abgelegt sint, alle jare ... vorzcinsen
    1499 DrübeckUB. 136
  • an diese geschicht magk woll eyn iglicher gedenken, das er nicht vhil gelts bey eynem konige oder fursten lasse stehen, dan er wirdt zwletzt nicht anderst bezalt
    Ende 15. Jh. MittErfurt 4 (1869) 17
  • daz had her schaden druszig guldin, wen dy virczig gulden dy czit czu den yoden gestanden haben
    15. Jh. MagdebSchSpr.(Friese) 510
  • soll ein jeder dorffschencke keinem nachbar mehr denn um fuͤnff groschen bier borgen oder anschreiben und laͤnger denn ein viertel-jahr stehen lassen
    1712 Klingner I 246
XXXIV von einem Geldbetrag: in etw. investiert sein
  • solch geldt, so viel einer haben vnd nit stan will lassen
    1458 Lori,BairBergr. 48
  • gegen seine miterben kann er verlangen, daß ihm sein pflichttheil aus dem übrigen nicht in der societät stehenden vermögen ... angewiesen werde
    1794 PreußALR. I 17 § 286
  • weil unser ganzes vermögen theils in gebäuden und hüttengeräthen und größtentheils unter den driburger glashändlern steht 
    1798 Wichert-Pollmann,WestfGlasm. 85
XXXV (auf etw.) lasten, liegen, ruhen; insb. von Sonderrechten, Schulden, Zinsen; in etw. stehen auf etw. lasten; in Bezug auf eine Abgabepflicht: zu etw. stehen mit etw. belegt sein; auf jm. stehen von jm. getragen werden müssen; übtr.: auf js. Hals stehen die Todesstrafe nach sich ziehen (Beleg Mitte 15. Jh.)
  • in P.S.s huse stan lx mark vnde rentet iiij mark jarlikes
    1200 Nyrop,Saml. I 16
  • wir svllen ze sime iargezite geben vnsirm conventen ... ii lib, vnde swie daz dw priorin vnde dw schaferin nit endv*ct, so wil er daz ez vf ir sele stande vnde in dc nieman abe genemen mvͦge
    1291 Basel/CorpAltdtOrUrk. II 588
  • idt en schall nümmer nein erve tins stain uppe der borger hüse, ift he wol alrede ümme gelt gekoft were oder noch gekoft werde
    1. Hälfte 14. Jh. GoslarStR. I 3 § 48
  • vorswigit [der Verkäufer] dem koufmanne in deme koufe [dy] vorreichunge des yerlichin czinses, der uf dem selbin erbe hot gestandin und noch stet, zo sal der man synyn czins behaldin, alzo her den in der gewere hot an dem vorkouftin erbe
    1359/89 MagdebBresl. IV 1 Kap. 25
  • ein hus ..., da si [Eigentümer] mit wesen inn sint, das sol man niht anders verstiuren dann als ez ze zins gestanden ist
    1368 AugsbChr. I 137
  • notum sit omnibus, daz die zwei swin ze D. stan soͤnt ze nún schilling
    1372 FarnsburgUrb. 21
  • die ebentewir stehet uff dem vormunden, und dorumme sal her warten, das her keynen schaden neme
    um 1400 LiegnitzStRb. 146
  • mit sinen versessenen zinsen, die doruff stuͤnden 
    1420 Elsass/GrW. IV 1
  • d[az] C. B. schuldig ist ... vi sch[ok] bemischer g[rossin], die her hod steinde uff synem huse
    1431 LübbStB. 36
  • barath ma annen thiaff anda hi mugem selua nawt lesa anda hit nelle nen holda for hine ielde, sa stonda hit oppe sine ayne halse [erhebt man Sühneklage gegen einen Dieb, und kann dieser sich selbst nicht lösen, und will kein Verwandter es für ihn bezahlen, so gehe es ihm (dem Dieb) an seinen Hals] 
    Mitte 15. Jh. EmsigerR. 216
  • waer boedel staet up een huys, salmen de leste eersten betalen
    1470 Richth. 258
  • erbrente, fahr und zinß die uff den erben und erbzahlen stehen 
    1506 KölnStat. I 115
  • nachdem sich spenn und irrung haltenn ... von wegen 40 gulden gült vff disem fürstenthumb W. stende, die ir euch zugehörig bißher vermaint hand
    1525 SchrBodensee 8 (1877) 60
  • [es] erraicht die niessung jr endtschafft so das gut, darauff die selb gestanden, verdirbt, erfelt, oder abgeet
    1544 Perneder,Inst. 37r
  • wellicher ain gutt verkofft für ledig und aber zinss dar uff stat und der verkoffer rett: "ich wil in uber mich nemen und den zinss wol dar ab losenn"
    1551 AppenzRQ. I 105
  • das weib erbet kein gebewde auff iren erben, darauff die leibzucht stehet, sie risse ... es denn abe zu irem leibe und setzte es auff ir eigen oder lehen
    1561 Rotschitz 166
  • ein jeder verkaͤuffer ist von rechtswegen pflichtig vnd schuldig, den kaͤuffer bey dem erkaufften gut zu handhaben, zuvertheydigen, vnd schadloß zuhalten ... also ... daß noch andre mehr zinß oder beschwaͤrungen, dann im verkauff angezeygt worden, darauff stehen solten, etc. daß alsdann der verkaͤuffer, den kaͤuffer in recht, auff seinen selbst kosten, vertretten, vnd die sachen außfuͤhren muß
    FrankfRef. 1578 II 10 § 1
  • es hangen aber alle dienstbarkeiten dem gut an, vnd koͤnnen ohne das gut nicht seyn, also ob schon das gut vereussert, vnnd in solcher vereusserung der darauff stehenden dienstbarkeiten nicht gedacht, gehen sie doch mit dem gut
    PfalzLR. 1582 II 21
  • wer reigen bier kaufft oder geld darauf leihet, soll nicht mehr dann eine reihe uber sein brawen, das auf seinem hauße stehet, an sich bringen
    1593 NMittThürSächs. 4, 4 (1839) 79
  • ain lehen stehet und haftet ... auf ainem ligenden guet, als da seint ... weingarten, äckher und dergleichen
    16. Jh. NÖLehntraktat 40 § 1
  • einen schuldner, der soll seinem glaͤubiger und leiher ein sicher ... underpfand ... einsetzen: wo aber beschwerden oder schulden drauff allbereit stuhnden, solche dem glaͤubiger anzeigen
    1709 Mutach 85
XXXVI
verpfändet, versetzt sein; (als Pfand) eingesetzt sein; als Sicherheit dienen; tw. verdeutlichend mit: auf/für ein/zu(m) Pfand bzw. Perseme/in Pfandes Weise/Pfandes stehen 
  • swelch gůt umb ein genandez silber stat, daz sol man oͮch lösen umbe daz silber sament
    1238/39 FRBern. II 182
  • den hoefh ze R. der im stunt fon mir xvii mark, den lies er mir, ledich
    1265 Tirol/CorpAltdtOrUrk. I 132
  • ich die hoͤue ze B. ..., die mir von minem herren abbet W. von sante Gallin vmbe zehen marche ze phande stant 
    1294 CorpAltdtOrUrk. III 216
  • eyn cruce ... von so richer kost, / daz men iz ymber hette gelost / vor dhusent marc, sven iz hette / gestan zo perseme oder zo wette
    Ende 13. Jh. BrschwRChr. V. 4552
  • [stirbt dem Pfandnehmer ein verpfändetes Tier,] he verlůset auer sin gelt, dar et eme voͮre stunt 
    um 1300 RigaStR. 150
  • vor desse ... sculde steyt eme, greuen H., ... Parleberghe, stat vnde lant vnde mannen
    1323 MecklUB. VII 119
  • etliche gůt ..., die in von uns ... stat in pfandes weise fünff hundert und zweintzig pfunt heller
    1335 Böhmer-Ficker 515
  • wan de tuͤcht secht, dat de ketel achte weken yn den joden gestan hefft, so moghen se dat darmede holden alse mid andern panden
    1347? GöttingenStat. 265
  • [was erbe sy:] alles gold und alles silber geworcht und ungeworcht es ste pfandes ader nicht
    1357/87 MeißenRB.(Oppitz) I 7 Dist. 1
  • do sprak hie enhedde der buͤrghen nicht, hie wolde die besettinge dar vor sten laten vnde wolde dat entrichten bynnen vierteynachten
    1372 HalleSchB. I 312
  • xl marc, dar steyt syn hus vor
    1377 Nyrop,Saml. I 120
  • dit sulve erve ... dat steyght vort I.H. vor ein pant vor 3 m. rentte
    1378 KielRenteb. 166
  • 50 gulden ... dy had mann ingenomen und emphangen von der stad zcu G.; do stehit der stad S. briff vor
    1411 SaalfeldStB. 16
  • [schulde:] der statt zú Brisach 300 guldin, dafúr steet Hochstaten
    1414 ZGO.2 10 (1895) 667
  • H.M. ist komen vor gehegit ding vnde hat geclait czu H.V. vnde czuͤ alle sinen gutern vmme czehen guldin vnde daz dy yn den joden gestandin habin wol eyn jar vnde noch dorynne sten vnde vmme allen schadin, die doruff geth
    1431 HalleSchB. II 317
  • des mannes guet staet der vrouwen to pande na weerdes bruetschattes, niet to verwandelen, off nyet toe belasten myt schulde
    1470 Richth. 259
  • die uͤberteuerung desselben gartten und hauses steet dem Musschen juden von P. fuͤr sein swager ... umb 10 fl. auri bis auf michaelis an schaden
    vor 1517 ZRG.2 Germ. 39 (1918) 56
  • P.S. hefft twe schock, darvor steyth syn kotzerlandt
    1541 PrignitzVis. 20
  • wann ainer dem andern zu erkauffung aines ... guts gelt darleihet, mit dem geding, das jme solchs erkauft gut vmb sein dargelihen gelt zu vnderpfand steen soll, derselbig darleiher, hat auf demselben gut, vor andern glaubigern den vorgang
    NürnbRef. 1564 XXII 5
  • des häurlings güter stehen dem hauß herren vor die haur
    Ende 16. Jh. NeumünsterKirchsp. 208
  • es stunden alle versetzte pfänder ... bei den juden um 892 thlr.
    vor 1616 Schweinichen,Dw. 235
  • es soll niemand guͤthere verkauffen ... die der stadt oder jemand anders zum pfande stehen 
    1658 GeraStR. 167
XXXVII in jm. stehen bei jm. Schulden haben
  • [der konigk gebot] zu stuer den irbarn lewten, die gross yn den juden stundin, das alle juden ... alle phand umbe sust ... musten weder geben
    1421 Rothe,DürChr. 640
XXXVIII (gegeneinander) aufgerechnet, vergolten werden
  • wenn sich wunden czwene glich under einander, so daz dy schepfen kysen, daz eine wunde der andern glich sy, da stet schult ken schult und dem gerichte mussen sy beide abelegen
    1357/87 MeißenRB.(Oppitz) IV 5 Dist. 10
  • man enschol nicht vornemen, das sich yderman mit dem wergelde, ez sy umme waze sach ez sy, muge entledigen, wen ez stet hals ken halz, hant ken hant, aug ken aug
    1357/87 MeißenRB.(Oppitz) IV 44 Dist. 29 [hierher?]
XXXIX jm. (zB. als Gefahr) drohen, (für etw.) (als Sanktion, Strafe) angedroht sein; auf etw. stehen angedroht sein, drohen
  • [jglich bürger sal zum feure sich rüsten,] wehr solchs nicht thut, daruf sal ime eine strafe stehen 
    1534 FrankenhausenStR. 483
  • ain vertrag, den ainer auß forcht annemen ... muͤssen, ist vnbündig, doch gebuͤrt sich in allweg, das es ain solliche forcht geweßt, darauff dem bedrangten gefaͤrligkait leibs, lebens oder gesunds gestanden 
    1544 Perneder,Proz. 35v
  • daß ainem rat das unwiderbringlich verderben, schaden und ungnad darauf gestanden 
    1548 AugsbChr. VII 37
  • so einer einem waaren oder wärt lyhen wöllte zum gellt, das sol durch unparthygische, unargwänige personen gschetzt werden, ... das dem uffnemer gar nützit daruff zu verlieren stande 
    1575 LuzernSTQ. IV 45
  • die rechtliche vermuetung, daß der schuldner zuforderist die ... schuld abgezalt habe, die ... mit urthl erkhent oder darauf ime ... ein straff gestanden 
    1608 OÖLTfl. III 29 § 8
  • sonsten aber der darauf stehenden straffe ebenmäßig unterworffen seyn
    1721 OstfriesBauerR. 113
XL (aus etw.) erwachsen
XLI in etw. bestehen, gegeben sein, vorliegen
XLII
etw. ableisten, (erfolgreich) ausführen
  • ief hi biseke, sa scelre et allera ekere herna sines londriuchtes wardia and a stride stonda mith eine bereskinse campa [wenn er leugnet, so soll er an jeder Ecke (des abgebrannten Hauses) sein Landrecht wahrnehmen und einen Zweikampf mit einem barschenkligen Kämpen ausfechten] 
    14. Jh. EmsigerR. 42
  • wolten ... jre arbaiter gern lennger schichten steen 
    1532 SalzbBergO. 20r
  • es sollen auch die schaider fruer anfaren vnd die schichten lennger steen 
    1556 SchwazErf. Art. 12 § 3
  • wie die schichten gestannden vnd gearbait werden sollen
    1556 SchwazErf. Art. 2
  • weil H.R. das godes-recht gestanden und dreymal zum schein gegangen, und der allmächtige ihn errettet, und kein zeichen geschehen ... so sey er seines halses heilig
    1566 GermAbhMaurer 30
XLIII an/bei etw. stehen (bleiben) an etw. festhalten
  • swaz er halt gûter dinge bigât / die wîle er an dem unrecht stât / daz ist vor got verflûchet
    Ende 12. Jh. Erg. V. 94
  • mynen ghenadighen heren, by wens segghen wy altyt staen willen
    1489 OstfriesUB. II 305
  • ist eine von den sachen, unter welchen der käufer die wahl haben sollte, durch desselben eignes zuthun vernichtet oder abhänden gebracht worden, so muß der käufer bey dem vertrage stehen bleiben
    1794 PreußALR. I 11 § 36
XLIV temporal: zurückliegen, her sein
  • swer auch den schup gehaben mak da mit man in beraubet hat, daz si lang oder kurtz gestanden, daz sol als gůt kraft haben als ob man in an der hantgetat begriffen hab
    1276/1370 AugsbStR. Art. 32 § 3
XLV stehende Hand Handlänge, als ungefähres Längenmaß
  • das daz loch in dem prun, dardurch dem W. das wasser fliessen soll, ain steende handt under dem loch des gemainen pads
    1521 MittSalzbLk. 96 (1956) 63
  • wan ain glait umb ain stehend handt lär ist, wollen sie khainen zehend geben
    1651 ArchKärnten 6 (1861) 43
  • soll man ... ohngefehr einer stehenden hant hoch einen spunt ... fuͤrstecken, damit das bier lufft haben mag
    1687 Hohberg,GCA.2 II 103
unter Ausschluss der Schreibform(en):

Stehen

, n.

(freundliches, gütliches) Stehen Waffenstillstand, (befristeter) Vergleich zur Streitbeilegung
  • daz wir ein fruntlich gutlich sten beredt und getedinget haben
    1399 RTA. III 90
  • beschuldiget, daz sin amptlute ... in eim gutlichen sten siner burger einem ... zwei pfert genommen
    1403 RTA. V 470
  • das wir mit euch eyn gutlich stehin habin wollen
    1450 TeplitzUB. 141
  • dasselbe geleite und gütliche stehn er greblichen und mannichfaltigen hat obirfahren mit worten und werken darumb man ym sein haupt abegehawen
    15. Jh. MittFreiberg 1 (1862) 39
unter Ausschluss der Schreibform(en):