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Deutsches Rechtswörterbuch (DRW): Stein

Stein

, m.

auch dim.

I Baustein, Mauerstein, Ziegelstein, Steinquader; insb. im Pl. auch allg.: steinernes Baumaterial, auch als (noch) ungebrochener Fels, etwa im Steinbruch (I); insb. in Bauvorschriften, zT. ist als Strafe eine best. Anzahl von Steinen abzuliefern; erster Stein Grundstein
  • man mut ok wol buwen ane sin orlof mit holte oder mit stenen drier dele ho boven en ander
    1224/35 (Hs. 1369) SspLR. III 66 § 3
  • man mac wol pawen an des lantrichters urlop dreier gadem hoch mit holze oder mit steinen ob der erden ane zinnen vnd ane prustwer vnd one erker vnd on alle wer
    nach 1280 Schwsp.(Langform M) LR. Art. 130
  • ene last sceversteynes schal men weghen, ... dar schal de rat van ioghewelker groven twene man to sweren laten, ... de den steyn weghen
    1. Hälfte 14. Jh. GoslarStR. V § 28
  • man pfliget auch in wicpilde mit steinen czu muren, und sin alle mit eim rechte pegriffen, dy czu wicpilde siczen
    1357/87 MeißenRB.(Oppitz) I 12 Dist. 6
  • had der kindir vater mit willen bi sime gesundem libe di husunge ane geverde mit kuntschaft nedirgebrochin, mit der stiffmuter wissen, eyn nuwe hucz gedinget, so volget den kinden mogelich allez holcz, steyne, zcigel, daz darzcu gedinget ist
    Ende 14. Jh. EisenachRB.(Rondi) III 89 § 5
  • [maurermeister] sullen auch alle stein eichen nach dem stab, den in die burger geben haben
    1400? JbMittelfrk. 53 (1906) 59
  • ab eyn vormunde unmundiger kinder gut bawete mit holcze adir mit steinen, suldin die mundeleyn dem vormunden das geldin?
    um 1400 LiegnitzStRb. 167
  • we myt walt der stad veste ifte planken brickt: we ... van dümkonen synne vthe der stad veste tüth planken, päle ifte steene, de gheüe dre mark so vaken dat schut
    um 1400 SchleswStR. 52
  • dat men nyemande buyten den scependomme geseten ennigen steen gheuen, lenen noch vercopen en sall
    um 1415 NijmegenStR. 45
  • so wye enigerhande steen van der stede vesten ..., die sal verbueren iiim steens tegens der stede
    1445 Brielle(Jager) 112
  • dat elc vanden lantpoorteren, ... haer affterstall betalen souden, op een boete van xm steens 
    1445 Fruin,Dordrecht I 285
  • wer holtze und steyne zu buwen gekaufft hat und noch nit verbuwet ist, der sal soliches verbeden
    vor 1487 FrankfGesMA. 398
  • soll eyn schiffmeister ... myner g.h. schiffungen gar niemandt ... lychen, gehouwen stuck- oder ander steyn zefuͤren, weder froͤmbden personen, wer joch die sygent, noch den heimischen steynmetzen oder mureren, so selbig an froͤmbde ortt fuͤren wellent
    Anf. 16. Jh. LuzernSTQ. IV 163
  • offt yemant den anderen sleyt myt ... eynre vuest, dye sall gebrockt heben vc steyns 
    1518 DuisburgStR. XII 1
  • so du in ainen hoffplatz oder in mein behausung on meinen willen stein oder anders abgelegt hetest, so mag ichs aigens gewalts hinweg vnd hinauß werffen
    1567 Pegius,Dienstbarkeiten 71v
  • so einer hette ein gerechtigkait kreiden oder stain auß eines anderen grund zůnemmen, souer dieselb dienstbarkait zů nutz eines baͤw̆rischen erbaigens gehoͤrt, so ists ein feld dienstbarkeit, gehoͤrts aber zů einem staͤtlichen erbaigen, so ists ein staͤttliches dienstbarkait
    1567 Pegius,Dienstbarkeiten 119v
  • dae zi ... backen, stoken of zieden, moeten staen tusschen tvvee steene gevelen, ende als voren mit hart-dac gedect zijn, op verbeurte van tien guldens iegens den schout, ende tien duysent steens jegens der stede
    LeidenK. 1583 Art. 62
  • von unß der erste stein mit einschließung eines silbernen plats, darauf unser fürstliche wappen und namen sambt der zeit, wan dieser actus vorgegangen, gestochen, gelegt
    1631 FreibDiözArch.2 1 (1900) 317
  • berge, die weichen stein und untuͤchtig werck haben, so zu muͤhlsteinen nicht dienlich, [sollen] ohn erlaubniß des amtmanns ... unberaͤumet und unbelegt bleiben
    1660 CAug. II 345
  • [spitz-buben sollen] bey wasser und brod ... marmor und andere harte steine schneiden, erz graben
    1720 Beck,Obergerichtb. 234
  • die vorzuͤglichen feld-servituten sind: ... steine zu brechen, sand zu graben, kalk zu brennen
    1811 ÖstABGB. § 477
II Edelstein, Schmuckstein; auch: edelsteinähnliches Schmuckobjekt
  • wer nû des rîches irre gê, der schouwe wem der weise ob sîme nacke stê: der stein ist aller fürsten leitesterne
    1190/1230 WaltherVogelw.10 19, 4
  • ouch stehit in der kronen in dem nacken eyn edeler steyn, den heischit orphan, dem ist keyn steyn glich
    Ende 14. Jh. EisenachRB.(Rondi) II 1
  • sullen juncfrawen vnd frawen, die hochen huben mit perleyn, obergulten senckeln adir andern edeln steyn geczirt [abelegin]
    1440 ScrRLus. I 390
  • der perlein und edl gestain halben sei im ein aid aufgelegt, den hab er nit volfuren wollen, und ettlich perl an einem snurlein und ettlich steindl ... behalten
    ProtBKammerger.(1465/80) 502
  • die vormunder ... mussen solchen stein, den safer, augensichtig machin und zu gerichte nyder legen
    um 1490 RechterWeg I 503
  • die findung eins naturlichen schatzes von newem, als do sein edel gestain, margariten, köstlich stain ... an den gestaten erfunden oder in den holen der perg von dem erdrich heraus getzogen. welche all sein der finder
    um 1500 Summa legum 244
  • te recouuererene ... xviii steenen van robbynen
    1526 Strieder,Notariatsarch. 47
  • vmb dat geene, dat A. bewairt hefft, dat die begyne den kynde gegeuen, als nemptlick 12 silueren maillien, ein sylueren rinck vnd ein swart ageten paternoster myt silueren steyn 
    1538 DuisbNotgerProt. 54
  • daß mit cleynodien vnd edelgesteinen vielerley betrug vorgehe, insonderheit in dem, daß gefaͤrbte glaͤßer vnd duppletten von zwey oder drey stucken, oder andere falsche steyn fuͤr gute orientalische wahr verkaufft ... werden
    1628 StraßbPolO. 77
  • [dienstmaͤgde sollen] weder korallen noch bernsteine noch schwartze oder andere steinichen noch seiden baͤnder ... umb dem halse tragen, bey straffe
    1650 BrschwUB. I 637
  • daß die falschen stein weiters auf den kauf nicht herumgetragen ... werden, denen goldschmieden aber die falsche ... stein in gold einzufassen [abgeschafft werde]
    1686 KurpfSamml. IV 567
  • der handel mit den mit edelgesteinen versetzten ringen ist in den haͤnden der jubelirer ... und man muß sich bey deren einkaufe fuͤr betrug huͤten, daß keine dubletten oder falsche steine untergeschoben sind
    1768 Ludovici,KfmLex.2 IV 1249
III
Erz; verdeutlichend auch als erzlicher Stein 
  • dinstbarkeit der ligenden gueter: ... das recht ertzlichen stain zerbrechen
    um 1500 Summa legum 277
  • nachdem befintlich, das die hammermeyster den steyn ubel betzahlen, ßo soll nuhn hienfuhro der eysensteyn den hammermeystern nach antzahl der hemmer undt feuer außgetheyleth undt vormessen [werden]
    1546 Löscher,ErzgBerggebr. II 3 S. 273
  • dieweil .. etliche zechen ... gebaut werden, und mancherley gewerken theil daran haben, und sich mit dem steinkauf auch irrungen zutragen, so wollen wir, daß ... jeder hammerschmied, der theil an einer zechen ... hat, mag seinen stein, der ihm .. zu seinem theile wird, zu seiner nothdurft gebrauchen, die andern aber, so keine hammerschmiede seyn, moͤgen ihren stein, der ihnen zu ihrem theil wird, verkaufen, wem sie wollen
    1580 Wagner,CJMet. 1367
IV Findling, Felsblock
  • we forbeodað eornostlice ælcne hæðenscipe, ... þæt is, þæt man weorþige hæðene godas ⁊ sunnan oððe monan, ... wæterwyllas oððe stanas [wir verbieten ernstlich jedes Heidentum, ... nämlich dass man heidnische Götter verehrt und Sonne oder Mond, ... Wasserfälle oder Steine] 
    um 1027 Liebermann,AgsG. II Cn 5, 1
V (handlicher) Geröllstein oder Feldlesestein; selten auch handlicher bearbeiteter Stein

V 1 zur Markierung einer Stelle
  • he asette for tacne ⁊ to mearce on þære stowe þry stanas 
    um 885 BiblAgsProsa V 1 S. 113
V 2 als Wurf- oder Schlagwaffe, verbotene Wehr
  • gif hwa slea his ðone nehstan mid stane oððe mid fyste, ⁊ he þeah utgongan mæge bi stafe, begite him læce [wenn jemand seinen Nächsten mit Stein oder Faust schlägt, und dieser dennoch am Stabe auszugehen vermag, so verschaffe er ihm einen Arzt] 
    892/93? (Hs. um 1100) Liebermann,AgsG. Af El. 16
  • swelch burger den andern mit verdahtem můt mit samenunge, mit stecken oder mit stain oder mit dehainer slahte wer missehandelt, so sol, der da ist hauptman, ze pezzerunge geben chen pfunt
    um 1320/60 NürnbSatzB. 99
  • thet dadle mith egge ief orde ieft mith stocke ief mith stene edeen, alle dadle mith like ielde to ieldane [dass Totschläge, die mit Schwert oder Speer oder mit Stock oder mit Stein verübt sind, alle mit gleichem Wergeld gebüßt werden sollen] 
    Mitte 15. Jh. EmsigerR. 142
  • [wer] ein stein ufhebt und ... wirft und in blutruns oder hertfellig macht, ist och um drü pfund buss, und wer den stein wirft und nit trift, ist umb dri schilling buss der herrschaft verfallen
    1451 JaunLR. 9
  • wor eyn man den anderen vnwaringhes anlopt, vnde ene sleyt myt eneme stocke edder myt eneme stene ...: de schal beteren eyne gantze vorsate
    1497 HambStR.(Eichler) N 4
  • ob ainer oder mer weren, der schluͤg ain j. oder judin mit ainem schwert, schtain oder holz ... daß er ime schaden tete, daß solchs warlich mit zaugniß auf in kuͤmt
    1497? UrkJudRegensb. 229
  • eyn steyn ist oich gewapinte hant
    um 1500 VeröfflHessen XIII 8 S. 61
  • [van dootslach metter hand:] zo doet men ooc werpende met steenen, scietende met boghen, handbussen, colvenerin of andere ghescutten
    1515/16 Wielant,InstrCrim. 193
  • dewile ein erbar radt erfaren, dat sik etliche junge gesellen van borgerkinderen und fromden verdristen, der stadt wacht antofallende und sik jegen desulvigen mit zintroren, stenen und eggewapen to weddersettende
    1544 HambBurspr. 337
  • die anderen ... wurffen mit steine zu ihm, traten ihme mit füssen, und speyeten ihm an
    1557 Westphalen,Mon. II 1381
  • [ain bepstlicher legat lies die gestalt des Lutters] sampt seinen buchern ... vorbrennen. da wurden di burger unwillig ... da hueben di burger steine auf und also drein wurffen, das der legat, bischoff und pfarher musten entweichen und entlauffen
    um 1569 (Hs.) ThornStChr. 171
  • der R. aber, vor etlich jahren, als er noch ein bub gewesen, ein andern buben bey 10 jahrn, mit eim stain erworffen, deswegen er in den springern gangen
    1605 SchmidtScharfRiTb. 63
  • landsrecht: wer ain verbothne wöhr trögt, nemblich hacken, stecken, stain, wurfhacken, degen und stecher ... der ist umb das wandl 5 ℔ 60 ₰ nach gnaden verfallen
    1625 (Hs.) Salzburg/ÖW. I 37
  • wenn einer den andern mit einem knittell oder sonst mit steinern wirfft, stöst vnd der gleichen ohne fleyschwunden schlegt, oder wirfft auch daz es tödlich wehre: protestiret der beleydigte von stundt an vor gericht vnnd klagt vber den thäter, praesentiret sich der thäter nicht vnd wird flüchtigk ... es gehett ihm an daz leben
    1628 Apel,Collect. 92
  • welher mit einen stain würft oder andere gefahr würf machet, der ist wandels pflichtig 5 f.
    18. Jh. NÖsterr./ÖW. VIII 463
V 3 insb. als Wurfwaffe zum Steinigen (I) von Mensch oder Tier
  • gif oxa ofhnite wer oððe wif, þæt hie dead sien, sie he mid stanum ofworpod, ⁊ ne sie his flæsc eten [wenn ein Ochs Mann oder Weib stößt, dass sie tot sind, werde er mit Steinen totgeworfen, und sein Fleisch werde nicht gegessen] 
    892/93? (Hs. um 1100) Liebermann,AgsG. Af El. 21
  • ist daz ein iunkvrowe ainem manne gesworen ist ... vnd kvͤmpt ein ander zv ir ... vnd ligt pei ir vnd si swiget vnd ruͤfet nicht, man shol sie paide vahen, ... auz der stat fuͤren vnd sie mit steinen verruͤnen peide ob ein ander
    nach 1280 Schwsp.(Langform M) LR. Art. 189
  • welch hunt oder per oder hirze oder ander wilt daz man an heimish heltet oder vihe einen man toͤtet daz sol man mit steinen verrvͤnen vnd man shol ez nicht ezzen
    nach 1280 Schwsp.(Langform M) LR. Art. 192
  • H.U. ausgehaut, hernach wurde sie mit steinen zu tot geworfen, hat vorher gebeichtet
    1536 Knapp,NürnbKrim. 108
  • also das er dem maleficanten das haubt im ersten mahl nicht abgenomen, sondern ... drey hieb vorrichten müssen, ... [hat ein volck] auff den scharffrichter und dessen knechte mit steinen grimmig und unsinnig zugeworffen und [ihn erschlagen]
    1611 Magdeburg/Oppelt,Unehrlichkeit 267
  • da der nachrichter inn seinem ampt vnd execution fehlen, vnnd mit dem schwerdt oder strang, vbel oder vngerad richten thette, so ist ... dem vmbstehenden volck nicht zugelassen, jhne ... mit steinen zuwerffen
    BadLR. 1622 VII 75, 1
  • [die Zaubereiverdächtige sei] uf gegebenen wevelch den ahnwesenden jungen gesindlin unndt hantwerckhsgesellen preiß gegeben, welche allberaits zuvorn mit steinen sich zum werffen gefasset gemacht und allso sie die delinquentin in jetzberührtem e. churfstl. jurisdictional district ... mitt steinen zum todt hingericht
    1627 WürzbStArch.
V 4 beim Steinstoßen und ähnlichen Betätigungen
  • ob ein mensch auf einem veld stain wurff vnd traͤff einen menschen, vnd wont ez waͤr niemant da gewesen
    1390 (Hs.) BerthRechtssumme 898
  • füro wellen wir vßgeben zwen guldin ... ainen stain ze stoßen vnsers großen gewichts xxij ℔ schwer, ainer dry stöß ze tuon vnd nit mer
    1485 MittSGallen 3 (1866) 197
  • sy söllent ouch weder jn der metzg noch an der vischer statt mitt steinen oder anderm bolen werffen noch den stein stossen, by v lib. buß
    1555 LuzernSTQ. IV 193
V 5
zum Treiben von Fischen
  • [fischern wird aufferlegt,] wenn sie durch eines andern antheil wasser in das ihrige fahren muͤssen, daß sie nicht mit den fischstangen klopffen oder schlagen oder mit steinen werffen, vmb die fische fort zu treiben
    Seckendorff,Fürstenstaat (1656) 220
V 6 in rechtssymbolischen Handlungen
  • weltend si aber das vech nit lösen, so sol man im stein in einer gelten fúrsetzen und wasser in einer zeinen, und söllend darob leben, als lang sie mögend
    vor 1438 GasterLsch. 354
  • dem vich ain gelten mit stain und ain ritheren mit wasser fürstellen und das vich nit witer zespisen schuldig sin
    1515 SGallenOffn. II 246
V 7 als Briefbeschwerer
  • wann ein beclagter die clag oder anderwertige verordnung nit annehmen will, soll der thierhieter, fürbieter, oder der bott so den beuelch hatt, denselben, oder auch ain andere verordnung, in das thor oder haußthür steckhen, oder aber vnder die thür oder thor niderlegen, vnd mit ainem stain beschwären, vnd solches in seiner execution vermelden
    1654 NÖLO. I 8 § 3
VI Grenzstein, 1Markstein (I), Flurstein; als eigens an die Grenze gesetztes Kleindenkmal oder an entsprechender Stelle vorhandener Findling; paarformelhaft mit Rain (III); als blauer Stein werden gewisse Grenzsteine bezeichnet, an welchen best. Amtshandlungen zwischen benachbarten Herrschaften stattfinden, etwa die Übergabe von Gefangenen
Sachhinweis: W. Fieber & R. Schmitt/SignaIuris 12 (2013) 27-41
  • howet he malbome oder grevet he up stene, die to marcstenen gesat sin, he mut drittich schillinge geven
    1224/35 (Hs. 1369) SspLR. II 28 § 2
  • intra limites et lapides sive metas, vulgariter reynen ind steynen 
    1421 NrhAnn. 44 (1885) 179
  • das sie undergangen und stein in der vorstat auf seines closters frei aigen guter ... gesezt haben
    1445 Sinsheim 426
  • [byvanck:] van danne recht voirt aen tot eenen blauwen steyn, die licht boven S.
    1540 PublLimb. 4 (1867) 43
  • wan einer in der probsteien herligheiten angegriffen ist vnd vmb missthat angeclagt wirdt, vff den dritten tag geburt schultiss vnd geschworen des dingstuels zu E. zu lieueren ahn den blawen stein ... dem vogt vnd scheffen zu Bonn, die sollen alda erscheinen vnd den also entfangen
    1552 GrW. II 661
  • als etliche angewolffenne stockh und stein halber zu Q. und D. gewest ist irung, deßhalben durch die amptleudt ein abrett geschehn
    1559/85 PfälzMarknutzW. 169
  • [ornum] iß ein stuͤck landes, dat von oldings mit steenen, stabelen edder mit sonderlichen graven affgemerket
    um 1594 Ekenberger,TraktProz. 620
  • dath ist de rechte wedeme, bynnen de veer stene also verne alse de sprengell vnd de weygellquast dath begudt vnd de byschop dath geweygedt hefft
    Ende 16. Jh. OstfriesRQ. 184
  • nach dem am steinsetzen, so zu vnderschiedung der feldguͤter beschicht, nicht wenig gelegen, so sollen die stein durch niemand andern, dann diejenige, so darzu als maͤrcker, feldmesser oder vndergaͤnger verordnet, gesetzt werden
    BadLO. 1622 Bl. 69r
  • die special marckung, mit was fuͤr fluͤssen, steinen vnd andern graͤntz zeichen das land an die fremde graͤntzet
    Seckendorff,Fürstenstaat (1656) 4
  • selbige [marcksteinbeseher] seindt schuldig, alle art ins veldt zu gehen, nachzusehen, ob das veldt zu stock und stein recht gebauet
    1691 Bretten 746
  • welcher markpfahl, stein oder grueben, dergleichen ein till oder zaun ohne vorwüssen der herrschaft auch seines gegentheilß sezt oder macht, der ist verfallen 4 ℔ hlr.
    1695 WürtLändlRQ. II 821
  • [centenmeister und waldförstern ist aufgetragen,] daß sie alljährlich einmahl die gräntzen gesambter hand von stein zu stein begehen
    1700 PfälzMarknutzW. 305
  • so sollen alle und jede gewandten mit eigends dazu gehauenen grosen steinen (welche auf kosten der gemeind anzuschaffen waͤren) von einander unterschieden, und diesen steinen auf jeglicher seite der namen derjenigen gewann, welche dieselbe bezeichnen, eingehauen ... werden
    1772 RheingauLändlRQ. 296
  • diese gewann [sollen] auch in keinem kauf, tausch, erbvertheilung oder sonstigen gerichtlichen handlungen und urkunden bei straf der cassation unter einen anderen, als dem auf solchen steinen eingehauenen namen benennet, jene aber, welche einen dergleichen stein beschaͤdigen oder auswerfen wuͤrden, eben so, als die verruͤcker der graͤnzsteinen angesehen und bestrafet werden
    1772 RheingauLändlRQ. 296
  • lochsteine, schnursteine sind diejenigen steine, welche in den bergwerken zur begraͤnzung und bestimmung der fund- und erzgruben dienen
    1802 RepRecht X 90
VII Loszeichen (I 2), Grenzsteinzeuge; am Grenzstein vergrabener Gegenstand, der im Streitfall den Aufstellungsort des Grenzsteins bestätigt; zumeist ein Kohle-, Glas- oder Ziegelstück, später auch Tontäfelchen (mit Eingravierungen)
bdv.: Kohle (I)
  • mit gemerkhen, es sei stein oder kolen, die man in grossen höfen in die erde grebt vnd steinhauffen darauf legt, ... mercket man die mass der ecker, das die niemant prech, nach die rain ausz erde, nach die steine von iren rechten steten lege
    2. Hälfte 14. Jh. BrünnRQ. 220
  • [beim Grenzsteinsetzen] hauen wir ein kreitz daran und legen vier stein darzue zue ainer zeugnus und verschlagen die stein, daß sie sich wider zusamen schicken
    1552 WürtLändlRQ. II 29
VIII Gerichtsstein, insb. als blauer oder heißer Stein; auch: als Bez. für eine Gerichts- oder Richtstätte; wohl auch: Pranger, Staupsäule 
bdv.: Dingstein
Sachhinweis: Maurer,Fronhöfe IV 268
  • sol der hof stoc und stein han; und wirt ein diep gevangen do, den sol der weibel behalten in dem stocke
    1320 Unterelsass/GrW. I 698
  • wair yement, ... die binnen der vrihede van L. misdede, dair hi boeten an verbuerde, ... dien sel die scout mit twien scepenen ... daghen upten blawen stien 
    1406 LeidenKb. 23
  • an der hoysthen gerichtsstait ... vor dem kirchobe onder der linden by dem heißen steyn 
    1485 Hessen/DRWArch.
  • A.v.O., der stat van Coellen viant, ... enwoulde sich niet melden, bis he an deme blawen stein geweist was ind verurdelt zo dem doide
    1499 KölnChr. III 742
  • alle artickelenn, fryheitenn, ordnungen und bůssenn sollennd im sumer zum heissenn stein gehallten werden
    1529 AnzSchweizG.2 7 (1894/97) 325
  • weisen wir vnserm gn. herrn zu richten vber blut vnd fleisch, vber stock vnd stein, vber hals vnd halsbein, alle übelthäter zu strafen
    1560 Pfalz/GrW. I 781
  • nach stillung des tumults [ließ man] ... iustitiam ergehn, etlichen burgern von dem richthauß auff dem Kornmarckt die haͤupter abschlahen, daher dieselbig richtstatt der heisse stein soll genennet sein
    1580 Wurstisen,BaslerChr. 190
  • hat man einen unthätigen man hie in der gemeind zu E., so soll man ihn setzen uf einen stein under dem rustbaum und soll ihn verurtheilen nachdem er verdient hat
    Ende 16. Jh. (Hs.) Pfalz/GrW. V 603
  • [Ratsbeschluss:] der zirkul und abergläubische sachen sollen in deren gegenwart auf dem heissen stein verbrannt ... werden
    1727 SchweizArchVk. 7 (1903) 18
  • am 14. october [1691] wurden die protokolle der ausschuͤsse auf dem sogenannten heißen stein durch den scharfrichter verbrannt
    1797 Ochs,Basel VII 281
IX Schandstein, Lasterstein (I); für die Strafe des Steintragens; oft behauen oder bemalt zur Illustration des begangenen Vergehens
Sachhinweis: v.Künßberg,Steintr.; Wettlaufer/ZRG.2 Germ. 128 (2011) 348 ff.
  • der steyn sal haben drisig phunde swer silbergewichtes, unde der steyn sal haben eynen rymen, den man or umbe den hals gorte
    nach 1358 Rb.n.Dist. V 20 Dist. 8
  • die margthocken ... schelden sich ... mitenander, sie trincken billich aws des botels flasche, das seint czwene steyne. der eyne sal en hinden hangen, der ander förne
    um 1400 LiegnitzStRb. 84
  • die vrouwen, die koren verboeren, soelen den steen dragen, of die koeren gelden
    1415 NijmegenStR. 18
  • onschemele vrouwen persoen, die onthemeliken op mallick anderen kijven, roepen, sweren, schelden, vloeken ... sullen v s. gelden of den steen draeghen
    1426/40 KleveStR. Art. 355
  • [gotßswerer:] wer es ein frawenpilde, die sol den stein tragen
    1464 BayreuthStB.2 71
  • welche frau imand mit verdachtem mut die ehren beschuldiget oder an die ehre redet, und des nit darbrecht wie recht ist, die sol œffentlich vor einer gemein den stein tragen
    1473 Unterfranken/GrW. VI 84
  • so weiber gotslesterung thetten, ... sollen sie mit einem stein zu tragen gestraft werden
    1492 Walldürn 262
  • weret dat eyne ... beruchtede frowesname ... eyner erlyken iungfrowen, wedewen edder echten frowen myt vntuchtyghen worden spreke ieghen ere eere vnde gude gheruchte ... der schalmen by deme kake hengen vp eren hals twe stene de darto denen, vnde schal ... apenbar darmede dorch de stad gheledet werden
    1497 HambStR.(Eichler) M 2
  • wie zwoe frauwen, die sich geslagen haben, zu bussen sint: ... die unrecht hat, den steyn for dem wywasser zu tragen und die ander mit eyner gabeln, dar zu gemacht, fort zu dryben
    2. Hälfte 15. Jh. Koeniger,SendQ. 149
  • waer twie wyven sceelen, die verboren elc tien scelling of den stien te draghen
    15. Jh. WestfriesStR. II 196
  • R. alhier ein khommen, als solt sie ir kind haben umbbracht, dem stein mussen tragen
    1580 EgerChr. 126
  • welch wif ofte man, of ein wif lochende oft up oer thosprecht, dat twei luide hoerden, die sall den steen dragen van die nie porte indt gericht, ofte hie sall darvor gelden vif schillinck
    1590 VerslOudeR. 7 (1924) 179
  • begebe sichs aber, das ... eine persohn in dergleichen grobe exceß wiederumb ... würde fallen, so hat man die laster- oder schandstein alsdan zue gebrauchen, doch würd vor einen übelstandt alhier gehalten, das dieselbige stein in der kirchen ufgehencket werden, sondern seindt an andern offenen platzen, als rathheußer etc., zue transferiren
    1617 Hessen/Sehling,EvKO. X 353
  • [weibes persohnen, welche laͤstern, wird] der uͤber den wein keller hangenden stein andern zur abscheu ... an halß gehaͤnget
    1658 GeraStR. 169
  • [schergen-instruction:] jemanden in der geigen, schellen oder springer, item mit anhaͤngung eines schwarzen taͤfleins, steins oder andern auf den platz oder an die schandsaͤule zu stellen ... 2 ßdl.
    1774 Wagner,Civilbeamte I 169
X
Gewichtsstein, steinernes Gewicht bei der Folter des Aufziehens (A I 1) oder Wägens
  • S. mit dem kleyn stein wee thun v. mit beden steynen bedroen
    1478 NürnbHGO. 493
  • ist erstlich lär, darnach mit dem cleinen stein ... ufzogen, hat aber kheiner andern misshandlungen bkhantlich sin wellen
    1574 v.Tscharner,TodesstrBern 42
  • [peinlich examiniert mit lär aufziehen, dann] anhenkung des mittleren steins 
    1691 Moser-Nef,SGallen VII 135
XI eine Gewichtseinheit, insb. für landwirtschaftliche Produkte und Handelswaren; häufig 16 oder 20 Pfund (I) 
  • ein steyn [sal] sechczen weͤberphfunt behalden
    1350/79 FreibergStR. Zus. 3 § 8
  • dat W.v.C. sal comen tsente Jhans, in den coer ... ende bringhende daer een tortsche van iii steenen [18 Pfund] was, ende offerende daer de kerke
    1375 Cannaert 152
  • och ist vsgesprochen ... daz man dien vroͮwen jerglichen geben sol von dem closter die alten rechtung ... vnd darzů ieklicher froͮwen zem jare einen steyn wullen dur daz si dester williger sigint des closters werch vnd nútze ze fúrdrenne
    1377 Geschfrd. der 5 Orte 42 (1887) 7
  • was man mit dem cleynen gewichte vorkewffen mag undir eynem firtel eynis steynis, das sal keyner vorkewffen, is sey wachs, worcze, bley
    um 1400 LiegnitzStRb. 81
  • ez chamen 6 scheiben wasch ... die habent zu Prezzla gehabt 92 stain und 5 ℔, chost ye ain stain erstchawfz 48 g.
    1404 DHandelsakten VII 148
  • 5 1/2 steyn flachs
    1416 DOrdGrÄmterb. 307
  • eyn itzlicher der da saltz verkeufft bey steynen, bey halben und bey virteiln, oder anderley das zu der wicht dynet, der sal es bey der stadbusse wenn ers verkaufft hot in die woge brengen
    vor 1523 KönigsbergWillk. 42
  • die hockin welche getzogene licht ... feyl haben, wie theur die eyn steyn vnschlet zu marckt keuffen, sollen sie an eym jglichen pfundt licht nicht mehr dan eyn pfenning zu gewinst haben
    1540 JenaStO. Art. 104
  • ein erbar rath allhie [hat dem] uhrmacher ... ein halben seiger vordingt zu machen, der 4 virtel all stunden schlegt, ... der newe zimbel ist virdehalben stein schwer, darauf der virtelstundenzeiger schlegt
    1578/1601 TrautenauChr. 331
  • das ganze gewerk der fleischer [wird] alle jahre 2 stein inselt nach hof oder schloß ... abzugeben schuldig sein
    1642 Merschel,Rawitsch 31
  • [daß gesteuret werden soll:] vom stein hanff oder flachs 6 pf.
    1680 CCMarch. IV 3 Sp. 105
  • an wolle sind verarbeitet 166 l. steine, jeden l. stein à 20 ℔ gerechnet, facit 3320 ℔
    1722 UnnaStR. 234
  • so sol ... bey denen waaren auch, so man nach steinen auszuwiegen pfleget, der stein nach dem leipziger fuß auf 22 pfund gerechnet werden
    1734 CAug. Forts. I 1 Sp. 620
  • von jeden himten lein wird erziehlet in guten jahren 3 bis 4 stein, in mittelmaͤßigen 2 bis 3 stein 
    1787 AnnBrschw. II 3 S. 149
XII aus Steinen (I) erbautes Gebäude; auch als Eigenname

XII 1 Burg, Adelssitz; ua. als Gerichtssitz und als Ort zur Ablieferung von Abgaben
  • [jaerbede:] mijn here van B. 261 m., die scieten te steene 206 m.
    1340 WerkenUtrecht2 30 S. 122
  • E. lit in den hochen gerichten der herschaft Baden vnd dienet mit stür vnd brüch in das ampt gon H. vnd sind die kleinen gericht des gotshuses ze H.; was aber das bluot oder die er berürt, gehört gon Baden an den stein 
    1490 Argovia 3 (1862/63) 170
  • zuo Keiserstuol gehörend die hohen gericht gon Baden an den stein vnd hat ein bischove zuo Costanz susz ander herlikeit mit gericht vnd diensten
    1490 Argovia 3 (1862/63) 187
XII 2 Gefängnis, Schuldturm 
  • A.v.B., steenwardre, van sinen salarise van den steene xvj lb.
    1299 CoutBruges I 278
  • so wat manne, die achtervolghet wordt bi contumacie van sculde, dien mach men doen in den steen met ii scepenen ende scouthate jof panden, ende in ghebreke van panden doen in den steen, updat men hem vindet
    1. Hälfte 14. Jh. AardenburgRbr. 202
  • dat hi lange lach ghevangen in dem steene te Brugge
    1387 HanseRez. II 413
  • vorder verhaelde de deken 1 ponte van G.W., den de axisers upten steen deden setten und en mochte gheenre burghen ghenieten
    1447/48 HanseRez.2 III 278
  • dat alle de ghuene die ten steene bevolen zyn jeghens de burchmeesters vander stede ende zy daer niet in ligghen boven eenen dach of twee, alwaren zy lieden besculdich, dat zy van duerghelde niet gheven en zullen
    Ende 15. Jh. CoutBruges II 158
  • [sie] warffen [die cavalliers] ins gefaͤngnuß, der stein genandt
    1710 StaatsKlugheit 37
XIII Stock und Stein (uä.) bildhaft für die Gesamtheit von Grund und Boden, insb. unbebautes Land; oft in Pertinenzformeln; über Stock und über Stein querfeldein
vgl. Stock (I 3)
  • haben wier ... verchauft levt vnd gvet mit der voͤrgenanten puͤrig, holtz vnd veld, stokch vnd stain, wazzer vnd waid
    1288 Wien/CorpAltdtOrUrk. V 266
  • rechten nuͤzzen ... ze dorfe und ze felde, acker und wisen, wasser und weide, holz und holzmarich, stock und stein 
    1385 Ostbayern/Rockinger
  • [das wir verchaufft] die benanten drej höf mit wismad, wunn vnd wasser, stock, stayn, grund, poden vnd mit alle dem, so ... darein gehört
    1446 MBoica XIV 337
  • ober- und grundherren zu W. uber ... walt, wasser und waid, uber grund und boden, uber stock und stein 
    1448 (Hs. 1706) Pfalz/GrW. V 591
  • [solch gut habe ich] obir landt, obir stock vnd obir steyn vff meyne czerunge vnd ebentewir aws eyme kunigreiche in das ander gefurt
    1457 MagdebR. II 2 S. 47
XIV Steinsockel, hoher Steinblock; ua. als Aufstiegshilfe für Reiter
  • alle varende have gift de man ane erven gelof ... al de wile he sik so vermach, dat he begort mit eme sverde unde mit eme scilde up en ors komen mach, von enem stene oder stocke ener dum elne ho, sunder mannes helpe
    1224/35 (Hs. 1369) SspLR. I 52 § 2
  • thi hagosta irthfal ... of stokke ieftha of stene, thet him haued and halsdok allera erost anda irthe kome, ... sa is thiu bote fif merk [für das schlimmste Niederwerfen eines Menschen ... vom Holzklotz oder Steinblock, sodass ihm Kopf und Halstuch zuerst auf die Erde kommen, ... ist die Buße 5 Mark] 
    um 1300 RüstringerR. 98
  • wenn ein man, der zum heerschilde geboren, lehen von seinem herren entpfangen vnd ... [dienstpflicht] geleistet an seinem leibe vnd gesundt also mechtig ..., das er auff ein pferdt one mannes huͤlffe kommen mag, von einem stocke oder steine, eines knies hoch ..., so mag er sein eheliches weib inn lehen ... beleibdingen
    1561 Rotschitz 138v
XV
Grabstein, steinerne Grabplatte; auch allg.: mit einer Inschrift versehene Steinplatte, -tafel
  • ob ainer hot ain aygen grab mit seinen stain verzaychnet, in dasselb sol nymand seinen toden eintragen
    um 1500 Summa legum 234
  • wie breect of wechdraecht steen, zaerck, ymage, pilaer of andere chierynghe of ornament van sepultueren, es te condempneerne
    1515/16 Wielant,InstrCrim. 240
  • bezeügen mag man alle notsach mit zwen oder treien wolgeleunten manen, auch mit genugsamer verschreibung, es sei brief oder in stain gehaut oder in alten püechern
    1. Drittel 16. Jh.? NÖsterr./ÖW. IX 640
  • die dotengreber ... sollen in dem lon und nit thürer dann wie die alte ordnung ußwiset, das ist, von einem grab, daruff ein stein mit schillt und hellmen, den sy abheben und wider ufflegen muͤssen, für alle ding ein pfund, ... von einem stein, der uff dem kilchoff lit und grab sechs schilling
    1541 BaselKirchO. 57
  • [ein schrift macht kainen bestaͤndigen glauben, ehs wurde dann von] bewerten in staynen gehaw̆en schrifften geredt
    1544 Perneder,Regeln 50r
XVI Mühlenstein (I) 
  • iglich mùllner, ... wann er die stain und den lauf wider nider legt, so sol er die mùl selb bemalen und mit sein selbs chleiben ... also daz der lauf vol werd
    1346 BairLR.(Schlosser/Schwab) Art. 340
  • einz iczlichen mullerz louft umme sinen mulstein schol nicht witer sin, wenn daz czwischen dem steine und dem loufte ein stranc einz dumen dick mac geczogen werden. waz er uber daz witer ist, daz ist ein valsch
    1357/87 MeißenRB.(Oppitz) V 4 Dist. 14
  • dat opten steen coempt off dat anderwerve gemalen wert
    1434 UtrechtRBr. I 313
  • nement en schal kopen noch vorkopen nenerleye molensten ... sunder unser stad murheren; were dat dat iement breke, de schal dat der stad beteren myt teyn marken unde de steene vorloren
    1450 BremRQ. 261
  • wann die müllner von wegen des stainhaw̆ens oder annderer brechenhafft der müle, den stain abheben vnnd haw̆en muͤssen, vnd wider aufrichten, so sollen sy jre aigne grischen nemen, dieselben von erst auf den stain schütten, vnd das grieß oder sannd sauber damit herab malen
    TirolLO. 1573 VI 48
XVII Schleifstein
  • under den zwen stainmeisteren [ist] erkoufft worden ein stain umb 3 gulden zů S.
    1506 Koelner,BaselSchlüssel 106
XVIII Pflasterstein
  • datmen de straeten aldaer niet en heeft connen ... passeren sunderlingen bij wijntertijden mydts die[n] dat die straeten met stenen niet en sijn versien
    1460 MnlWB. VII 2006
XIX Spielstein, Figur im Brettspiel; auch übtr.
  • [pyrgus:] eyn steyn offe eym bret spele
    1. Hälfte 15. Jh. DiefenbGl. 437b
  • ich hab eynen gutten steyn im brett
    1548 Bobertag,Volksb. 423
  • das der pfalzgraf ... mit tode abgangen, daran warlich die calvinisten eynen gutten steyn aus dem brette vorloren
    1576 BrfFriedrFromm. II 1014
XX heißer Stein Bez. für eine städt. Spielbank; als Lokal, in welchem exklusiv best. Glücksspiele (mit Würfeln) zulässig sind; auch das Glücksspiel selbst
Sachhinweis: Kriegk,FrankfZust. 344ff.
  • dat nyemant ... doebelschoele noch spill, heyssen steyn noch queckbret ... hanteyren noch uphalden sal bynnen C., id en were dan, dat eynghe ... wailegeboiren lude, die van buyssen heryn qwemen, sijch ergetzen weulden
    1400 KölnAkten II 100
  • wir, die burgermeistere und raid der stad Menze, [haben A.B.] ... unsern heißen stein diese nehsten zukunftigen zwei jare ... virlihen, ... auch sal of dem heißen stein nimands kein worfel legen, dan alleine die vorgenant bestendir; und die worfel ... sollent gut redelich worfel sin, of die prufe und forme als man die of dem heißen stein zu Frankford pleget zu legen
    1425 Keutgen,Urk. 459
  • man hat ouch ein hus bestellet, das man nennet den heissen stein, ... darinne man spilen mag, ... und geordnet, das glich redelich spil da gange
    1441 StraßbZftO. 343
  • wer doppelschole, spill, heissen steyn off qwackbrett in eyncher wijs uphielte, der sall vunfftzich marck zo boissen gelden, so ducke dat geschege
    1460 KölnAkten I 388
XXI Nierenstein, Blasenstein
  • F. seiner krankheit halben am stain aus der prissaun in das statknechtsstüblein gelegt
    um 1500 Knapp,NürnbKrim. 68
  • ein aignes schneidthaus ... aufgericht, darein allein die brechhaften leut an allerley brüchen curiert auch die am stain geschnitten worden
    16. Jh. Schmeller2 II 571
XXII Hagelkorn
  • hub sich das wetter mit ainem schawr vnd viellen stain als grosse air
    um 1340 (Hs. 16. Jh.) BozenChr.(Masser-Vuketich) 88
  • [zauberer, welche beschwoͤren,] das dz wetter der frucht, die vff dem feld steet, nit schaden thů mit stein vnd kyseln, dz man hagel nennt, die sein nit peen sunder lones würdig
    1436 (ed. 1516) Klagsp.(Brant) 140r
unter Ausschluss der Schreibform(en):
unter Ausschluss der Schreibform(en):