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Deutsches Rechtswörterbuch (DRW): steinigen

steinigen

, v.


I jn. zielgerichtet mit Steinen (V) bewerfen, um ihn zu töten; als Form der Todesstrafe oder (oft spontaner) Racheakt einer Menschenmenge
  • dat se den vronen der stad L. gesteniget ... scholden hebben
    1470 LübUB. XI 632
  • effte een man truwet eene maget, de iuncfrouw is, vnde een ander ... hefft myter to donde, beyde scholtu de leyden vor de porte vnde scholen gesteniget werden
    um 1478 DTexte 54, 2 S. 274
  • den der mißdeder ist vorordelt thom dode, wer nu solckem wolde los helpen, den boͤdel stenigen, dede wedder gadtlick und werltlick recht
    1532 Soest/Sehling,EvKO. 22 S. 443
  • [Moses spricht:] wenn eine dirne einem vertrauet ist und einer beschleft sie in der statt, soltu sie alle beide todt steinigen 
    1563 Kurpfalz/Sehling,EvKO. XIV 301
  • daß an ... das steinigen heutiges tags eine christliche obrigkeit nit gebunden ist, sondern daß sie das schwerdt oder hencken ... gebrauchen moͤge
    1570 Struve,PfälzKHist. 222
  • daß heil einer gantzen gemeyn ... [stehet daran, unholden] ernstlich zustraffen, sonst stehet bißweilen dise gefahr darauff, daß nicht das volck beides oberkeit vnd zauberer steinige 
    1591 Fischart,Daem. 201
  • die tuͤrcken steinigen die ehebrecher
    1657 CJMilit.(Hermsdorff) 58
  • Susanna soll als eine uͤberzeugte ehebrecherin an die gewoͤhnliche richtstatt gefuͤhret und daselbst vom leben zum tod gesteiniget werden
    1712 Abele,Gerichtshändel I 202
II etw. mit Steinen (V) bewerfen
  • we in nachtiden eynes anderen huss stoet offte steneget ... de schall id beteren
    1489 BremRQ. 280
III durch Setzung von Grenzsteinen abteilen, abtrennen
  • wann güter sollen erblich getheilet werden, müssen [sie] sie voneinander gestäckt und gesteinigt werden
    1648 Breidenbach 94
unter Ausschluss der Schreibform(en):
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