Deutsches Rechtswörterbuch (DRW): stiftlich

stiftlich

, adj., adv., stiftlichen, adv.


I gemäß den Regeln der 1Stift (VII); in einem den Regeln der 1Stift (VII) angemessenen Zustand; auch allg.: in wirtschaftlich gutem Zustand, ertragbringend; etw. stiftlich legen zu Ertrag bringen, auch: gemäß den Regeln der Stift zurückgeben
  • das sy den hof und weingarten stiftlich und pawlich halten sollen
    1346 GöttweigUrb. p. 105
  • daz si das obgenant gut ... allzeit pawlich und stiftleich halten sullen
    1385 MBoica XX 29
  • jn der beschaidnuss, daz das ... lehen ... dem ... gotshaws ... pauleich, stifftleich vnd dienstleich lig
    1385 SeitenstettenUB. 328
  • so schol in der jude verkauffen, das der weingarten stiftlich sei und dem herrn nicht vorderbe
    1402 Seelowitz 89
  • demnach S. seine gestiffte 6 jahr dem P. ... vbergeben hat, so hat die P. ... von den H. ... stifftlichen empfangen, dient ... nach salpuchs sage
    1478 Indersdorf II 141
  • es soll ain ieder sein erb zu veld und dorf paulich haltn. vermag er aber das nicht, so soll ers verkchaufn und der herrschaft stiftlich legen
    1499 NÖsterr./ÖW. VIII 833
  • wann ain erb von dem landt geriett vnd das vrbär nit stifftlich hinder im liess, da mit der herr des dinst dar ab bechömen möcht, so mag der stiffter oder der herr das vrbär mit ainem andern pawman wol bestifften
    15. Jh. Tirol/GrW. III 728
  • pieten wir dem richter und den vieren ... das sew beschawen die lehen zu veld und zu dörf, daz sew stiftleich ligen
    15. Jh. NÖsterr./ÖW. VIII 586
  • alle erb hie sollen in 14 tagen stiftlich gelegt werden oder er ist wandlmässig
    1541 NÖsterr./ÖW. VIII 216
  • so ödt im dorf wärn, sollen ôn schaden des herrn und von den nachpern stiftlich gelegt werden
    Mitte 16. Jh. NÖsterr./ÖW. VIII 255
  • der leibgedinger [verwürkt] sein leibgeding, wann er das guet bedingtermassen nit stiftlich noch beulich helt
    1573 NÖLTfl. IV 74 § 6
  • güetl ... stüfftlich bewohnt
    1626 Indersdorf II 322
  • so ein ambtman ainem anredet, daß er sein hauß oder acker stüftlich hielt und thuet daß nit, sprücht er wol es zu örn ligen lassen und davon gehen, ist dem herrn verfahlen leib und guet
    1635 NÖsterr./ÖW. VIII 651
  • sie sollen auch mir ... obermelt halbes gut ... stuͤfftlich und beylich legen und innhaben
    1721 Bluemblacher App. 59
  • ist recht, so des gotshaus leut ainer so würd arme, das er das guet nicht stiftlich und päulich möcht legen, dennoch sol man in nicht aus vierten wand vertreiben
    oJ. Bayern/GrW. VI 129
II für ein 1Stift (I) geltend, einem 1Stift (I) entsprechend, zukommend
  • [dass] unser stiftherrn ... nit in soͤlicher macht sin, ir stattuten und stiftlichen rechtsame, die sich einem jeden insunders hundert rinescher guldin gebuͥren, abzůtragen
    1487 BernStR. VI 1 S. 199
  • vns als den ordinarium vnd bischove des orts ein stifftlich wesen vnd ordnung ... vffzurichten ... ersuchen lassen
    1527 Remling,SpeyerUB. II 518
  • nach alter gewonhait und stiftlicher gerechtigkait hat niemants in den F. ... ze holzen
    1593/1671 Kärnten/ÖW. VI 475
  • die stuͤfftliche einkuͤnfften dasigen capituls
    Lob- und Ehren-Predigen (Augsburg 1733) 7
III
angemessen, ziemend, gebührend
  • soͤlcher schantlicher fyren ... ist uns cristen nit stifftlich ze schryben, darumb wil ichs usz laͮssen
    1473 BiblLitV. 205 S. 215
unter Ausschluss der Schreibform(en):