Deutsches Rechtswörterbuch (DRW): Stock

Stock

, m.

auch dim.; glossiert stipes, cippus, truncus AhdGlWB. 595

I Teil eines Baums, insb. Baumstumpf, Baumstamm

I 1 Baumstumpf, dessen Wurzeln noch in der Erde stecken; Wurzelstock; (nach dem Schneiden) stehengebliebener Rest eines Strauchs, Buschs; in den Stöcken den Zehnten aufheben von urbargemachtem Ackerland, auf dem noch die Baumstümpfe stehen, den Zehnten erheben; formelhaft: Stock und Sprock Wurzelstöcke und dürres Holz
Sachhinweis: v.Amira,Todesstrafen 124
  • von ainem smerpaum nider ze schlachen ist die puzz, dem selben sein hant auf dem stock abschlachen
    1381 Tirol/ÖW. V 17
  • wer ain marchpaumb abschlecht, den soll man mit dem hals auf den stock zwicken
    1478 Steiermark/ÖW. VI 31
  • das kainer die studen oder thannen, so er abhowpt, weiter vmb sich, dann die stöckh, darab ers gehowen hat, ... legen ... sollen
    1555 RQbayerSchwaben IV 196
  • wan künftiger zyt ... etwas geschwant, geriedet, gesübert und daryn versäyet wurd, das die stöck blyben vnd man mit der houwen hacket, die kilchen dry jar lang vnd nit lenger in den stöcken den zenden vfzeheben befugt sye, was aber über das dritt jar vnder den stöcken ze verzenden vallen möcht, den grossen zendherren zustan
    1595 ZSchweizR. 22 (1882) RQ. 93
  • wer die stöck im holzschlagen, da es anderst des stamm oder stand halber sein kan, höcher macht als am öbern orth ein werckschuch hoch von der erden, solle um jeden stock gestraffet werden per 1 schilling
    1713 SalzbWaldO.(FRAustr.) 163
  • die stoͤcke sind bey dem holz-faͤllen von starken und uͤber sechs spannen ersteigenden baͤumen nicht uͤber ... 2 schuhe, bey schwaͤchern aber gar keine zu lassen, sondern an der erde mit der saͤge abzuschneiden
    1751 Moser,ForstArch. V 136
  • wer zu unrechter zeit ... graset, daß er ohne verschonung deren lebensästlein einem über den stock ein werchschuch dicken baum ... zu schnatten und zu grasen unterwindet ... der solle in eine straf verfallen sein, und zwar von iedem baum, so über den stock ein schuch dick ist - 30 kr
    1755 OÖsterr./ÖW. XIII 353
  • die stoͤcke sollen ... nicht uͤber einen schuh hoch seyn, damit sie geschwinder verfaulen
    1774 Wagner,Civilbeamte II 248
  • [nur Stammholz darf abgegeben werden, das] durch den ... kastenbeamten mit dem kastenamts-waldhammer ... am stamm und stock neben dem forstmeisteramts-marche bezeichnet ist
    1789 Moser,ForstArch. VI 323
  • ein jeder nuzniesser ist verbunden, seinen allment-pläz von stauden und stöcken sauber zu reinigen
    1796 Niedersimmental 214
  • ein erbkother solle haben stock & sprock und mitt einem beill dritten halben fuß lang auff einen duren ast schlagen
    18. Jh. BerDLk. 41 (1968) 104
  • privat-gerechtsamen: ... das recht zu reisholz, zu stock und sprock
    1802 BeitrStatBerg I 160
I 2 Baumstamm, 1Stamm (I); Stammholz, Stangenholz, insb. als Bauholz iU. zu Brennholz; auch: Schössling; einen Stock machen einen Baum fällen; Stock und Bruch Stamm- und Bruchholz
  • [nomina abborum:] truncus - stoc 
    Anf. 11. Jh. Wright-Wülcker I 137, 28
  • dass ein jeglicher zeidler alle wochen soll füren zwey fuder stök und rannen aus des ... reichs walde, und mag das verkauffen
    1350 Nürnberg/GrW. III 610
  • wer eime dy burde holcz oder stocke uz syme holcze treit, den enmac er an dube nicht besprechen, er mac yn wol pfenden vor sechz pfennig
    1357/87 MeißenRB.(Oppitz) IV 9 Dist. 12
  • das di umsässen aus unserm Glaßholz kain holz noch witt fürn ... und welcher darüber pegriffen wirt, der ist zu straff verfallen von ainem ieden stock ... 72 ₰
    1435 (Hs. 16. Jh.) OÖsterr./ÖW. XII 161
  • der da holtz in denselben welden abhuͥwe, ... sol von jedem stock ... gebuͤsset werden vmb druͥ pfundt
    1461 ArgauLsch. I 24
  • so einer ein paumb in den panwalt abschlueg ... als oft ein stock als oft ist er verfahlen zu wandl zwelf phenning
    1485 (Hs. 1621) OÖsterr./ÖW. XII 168
  • kainer sol dem anndern sein zal holtz auf den stöckhen oder im astach verkawffen noch umb die hilf und dritten tail fuern lassen, sunnder was er slecht, daz er das selber an das wasser und lennd anntwurte
    1502 Wopfner,Almendregal 130
  • das sy den [gmeinen wald] schirmend, das niemand ane erloubnus darinn howe, by x lb. bůs von jedem stok 
    1569 LuzernSTQ. IV 233
  • sein sy schuldig die ... zehentlichen recht als von ... peinstöckhen jarlich ... den zehenten stockh 
    1574 Gottschee/MittKrain 4 (1891) 22
  • wär in verbanneten höltzeren tags ein stock macht, sol den schaden bezalen, dartzů vom stock 3 ℔
    2. Hälfte 16. Jh. KonolfingenLGR. 317
  • haben wier die gerechtigkait, wo ein paumb neben aines rain stehet, so gehört der drittail auß dem uberfall widerumben zu dem stock 
    Anf. 17. Jh. OÖsterr./ÖW. XII 498
  • in der wochen [sollen] zwey tag allein offen sein, die stocke und bröck ... durch kundige und nit frembde leut holen und ausfuren zu lassen
    1624 SPantaleonUrb. 510
  • wan ein biderman etwar funde, der holtz schlyßen oder houwen wurde ... soll derselbig verbrecher von jedem stock umb dry pfund bůß gestraft ... werden
    1631/47 SaanenLschStat. 268
  • welche ... in den ... panwelden abhauen teten, ... dieselbigen sollen ... von ainem stock ain gulden verfallen
    1652 Vorarlberg/ÖW. XVIII 131
  • da sich einer ... unterfangen würden, ... von den neugeschlagenen eichenbaumen die frischen stock abzueschneiden, der solle ... mit leibes straff beleget werden
    1692 MHungJurHist. V 2 S. 323
  • daß niemand in gemeinen wälderen holz hauwe ohne erlaubnus der waldvögten bey straf 1 gl. für jeden stock 
    1720 EngelbergThalr. 130
I 3 Stock und Stein/Stamm (uä.) bildhaft für die Gesamtheit von Grund und Boden, insb. unbebautes Land; oft in Pertinenzformeln; über Stock und über Stein querfeldein
  • daz ich meine hofstat ze G. vnd swaz ich da han, ... gesůchet oder vngesůchet, stoch vnd staine, herrem D. ... geben han
    1294 FRAustr. II 262
  • vier huben ... mit allem dem rechten vnd darzu gehort, ez sei gepaut oder vngepaut, gesuecht oder vngesuecht, stoch vnd stain
    1307 SPaulUB. 189
  • daz ich chauft han ... seinen turn ... mit alle dev vnd darzu gehoͤrt purchstal, perge, waide, holtz, wazzer, stoͤkke vnd staine vnd darzu leut vnd gůt
    1319 BrixenUrk. I 302
  • [das die ratlute] den halben teil des ... dorffes ... mit halbinteil aller rechten, friheiten, eren, nuczen ... mid holcze vnde mid stocke vnd aller irer czugehorunge ... gekoufft habin
    1412 DresdUB. 128
  • [das] wir ... verchaufft ... vnser drej aigen hof die wir gehabt haben vnd ... die benanten drej höf mit wismad wunn vnd wasser stock stayn grund poden vnd mit alle dem so dann zu veld vnd zu dorf dartzu [gehört]
    1446 MBoica XIV 337
  • [solch gut habe ich] obir landt, obir stock vnd obir steyn vff meyne czerunge vnd ebentewir aws eyme kunigreiche in das ander gefurt
    1457 MagdebR. II 2 S. 47
  • vnsser holtzmarch ... mit allen iren rechten wirden vnd gewonhaitten, nichtz ausszgenumen, mit stock vnd mit stam, besucht vnd vnbesucht
    1462 MBoica XVII 346
  • grundherren zu W. uber dorf und gemarkgericht, uber walt, wasser und waid, uber grund und boden, uber stock und stein
    1706 Pfalz/GrW. V 591
II (strauchartig verzweigter) Pflanzenstock, Strauch, bewurzelte Pflanze, auch ein Teil davon

II 1 Busch, Strauchwerk, Gebücke, Hecke
  • welcher aber dergleichen stögk [puechstögk, ödlstögk und haßlstögk] gar bei der wurzen abhagkt, dardurch sie gar geödt und verwiesst werden und nimer grien mügen [werden] ... ist der obrigkeit von iedem stogk verfallen 60 und 5 fl.
    1586/1604 OÖsterr./ÖW. XIII 190
  • daß die stocken und hecken ... sollen sowohl winters als sommers in gutem gnughaften stande gehalten werden
    1741 SchleswDorfO. 8
II 2 Rebstock
  • die wingarthen sollin bereit sin vor sand johans dage, iglichem stocke sinen pahil, obe iz noit dut
    1400 Erler,Ingelh. I 140
  • empfach den auch yetzo von jme, für sich, alle sein erben vnd nachkommen, den selben weingart mit allen seinen rechten vnd zugehoͤrungen zubesitzen ... in vnd ob erden zu allen notdurfftigen sachen, die einem recht vnd wolgebawen weingart zugehoͤrn, mit mist, erden, stoͤcken, vnd gůten thennin pfeln
    Hugen 1528 Bl. 212v
  • wen ainer ... seines nachbaurn stock zu dem seinen punt ... ist [er] seinen nachbern den schaden abzutragen schuldig
    1607 NÖsterr./ÖW. VII 308
  • ob einer fürreisete ein weegfertiger mann oder frau daß so ohnmächtig were, so soll es zu der stigl gehen und den hüeter ruefen. findt es ihn nit, so breche es ab drei weinbeer und size nider zu dem stock, esse die weinbeer und soll die kemp niderlegen zu dem stock 
    um 1630 NÖsterr./ÖW. VIII 21
  • daß die bergherrn ... die blancken aber jedes jahrs fleissig, und zwar ehe der stock anfangt zutreiben ... repariren
    1666 CAustr. II 431
  • eingelegte stöck haben keine freyheit [von Abgaben]
    1772 RhW. I 1 S. 255
II 3
von Feldfrüchten und Trauben: auf dem Stock/an Stöcken (uä.) auf dem Halm/am Rebstock, dh. noch ungeerntet und damit zumeist als Teil des Grundstücks (und nicht als Fahrhabe) angesehen; häufig mit dem Verbot des Vorkaufs
  • varndehab wer ... win an stöcken und korn uff dem velde
    1384 Würzburg/SchrrBayrLG. 54 S. 174
  • dat se de vorscreuen gudere na ghifte desses breues alse ere pand vnde hureghudere hebben, besitten vnde bruken scholen vnde willen, eres geldes, dat se in den gudern hebben, alse an der zaet, stocken, wekengare, tymmere vnde thunen
    1419 LübUB. VI 117
  • farende hab ist nit zu achten: ... druben, all die weil sie an stoͤcken stehn
    1497 HessGO. Tit. 33
  • der wein, wan er abgelaszen und ihn genusz versamlet würdt, ist er fahrend hab; so lang er aber am stock stehet, ist liegende erbe
    1579 Pfalz/Wasserschleben,RQ. 264
  • [Verbot] den wein an den stoͤcken oder die fruͤchten auffm halm zu beschlagen ... oder auff andere weiß, damit einen contract zu beschliessen
    1582 PfalzLO. Tit. 14, 8
  • die weintrauben, weil die an den stoͤcken stehen, werden nicht fuͤr fahrende haab, sondern fuͤr einen anhang vnd zugehoͤrung deß grunds vnd bodens gehalten, wann es aber davon koͤmpt, vnd geledigt ist, so wirdt es fuͤr fahrende haab geacht
    1597 Meurer,Liberey I 286
  • da si [getraid, hoi, weingewaͤkhs] ... noch unabgenommen auf dem grund und stokh stehen ... volgen si dem khaufer alß ein unabgesonderter thail deß ... guets
    1599 NÖLREntw. II 1 § 33
  • es soll ... verbotten sein, dem gemeinen baursmann von denen, so das feld bauen, auf die früchten auf dem feld auf den halm oder den wein an stöcken zu leihen
    1621 Bayern/QNPrivatR. II 1 S. 481
  • sollen auch alle bis anhero auf dem stock oder in kerln beschlossen oder ... abgeredete kaͤufe, wobey das getreid noch nicht abgefuͤhret, ... ungehindert aller darangaben von nun an annulliret seyn
    1771 KurpfSamml. II 857
II 4 bei der (Grundstücks-)Übereignung: Pflänzchen, Halm (I), Zweig, Stöckchen uä., als Symbol für das Grundstück bzw. die darauf errichteten Bauwerke an den Erwerber ausgehändigt; meton.: Eigentum, Besitz; einen Stock von etw. legen etw. rechtsförmlich übertragen
bdv.: 1Reis (I)
  • waer eenn vader komett, die wijle sijnn huiszfrouw leuet, wat gueth he sijner dochter mede geueth ende oer denn stock vann lecht, sol stantaftich wesenn
    1399 DrentheOrdB. 3
  • dat ic ... enen wissel heb ghedaen ... als van enen stuc lands van ses zwaden ... ende heb hem daer den stoc off gheleghet voer den bueren van P. als een Drents lantrecht is
    1418 MGroning. IV 810
  • want L. den stock van der maeth hadde, ende de ander L. de maeth affkopen wolde nha vthwijsinge des rochtbrieues, szo wijsen de droste mit den E. [dem] L. de maeth thoe
    1466 DrentheOrdB. 77
  • dat A. ... sijn moeije hadde enen papeson tot enen neven, geheten heer W. ... den gaf se elven mudde roggen jaerlix rente ... de rechten eerfge[namen] ... becronen noch dese nagave, de heer W. oer bastert neve nu gegeven heft heer J. ... want hem daer gheen stoc van gelecht is
    1482 Gratama 346
  • vertregt sich der antworter nicht mit dem cleger hiernoch, so nagelt man die hawsunge zu ader uff dem felde antwort ime einen kloess und stock und boden
    1483 ErfurtGO. 349
  • de vorkoper schnidt ut der erde eine klene sode, dar stickedt he ein klein stockckischen in, dadt in dy hoge gerichtedt is. des bedudedt dat sodeken grundt undt boddem, dadt stockischen bedudedt dadt darupstande erue und gebuwete, dadt nimpt de vorkoper in sine handt und auer-gifft dadt dem koper binnen veer dingestocken in sinen hodt
    1595 Ekenberger,Eluc. 94
  • in Flensburg reichet der verkaͤufer dem buͤrgermeister das stoͤckgen mit der erd-scholle, der buͤrgermeister stellet es dem kaͤufer zu, und uͤbergiebet ihm das eigenthum
    1771 HambGSamml. X 552
III Stab, Stecken als Amtszeichen, Erkennungszeichen, Waffe; weißer Stock entrindeter Stab

III 1 Richterstab; auch: Stöckchen als Ersatz, Nachbildung eines Richterstabs
bdv.: Stab (I 1)
  • were sake, dat se eren fredelosen man anquemen, und wolde nit mit en gaen, so scholde se ... houwen en den kop aff, stecken den kop in einen sack, und ... nemmen einen creutze pfenningk und stecken den up einen witten stock und thein darmit vor dann, so hedden se dar mit dem gerichte genoich gedaen
    1553 Engelke,GogerichtDesum 60
  • magen sie ohne [den flüchtigen Totschläger bei seiner Ergreifung] weder richten, den kop und up einen schwenetroge afschlaen und leggen, alsdan ein witten stock, darin ein kreutzpenninck gesteken, in die stede und bringen dat afgeschlagene hovet int negeste gerichte, so ist ohme sin recht widerfahren
    1568 JbOldenb. 15 (1906) 211
  • wann de meister oder scharfrichter dat ordel spracken hefft, alsdann brickt de richter den stock 
    1573 HadelnPriv. 154
  • redet der meister ... das endurtheil. wenn das geschehen, bricht der richter den stock. hiemit hat also das gericht seinen endlichen lauf und bescheid
    1605 Wigand,Beitr. 171
  • [wird dem] dorfrichter von der obrigkeit ein stock zu bestraffung der ungehorsamen nachparn überhendigt, welcher allezeit mit dem richterambt jahrlichen einen andern überantwortet, damit alles übl verhindert und die übertrötter abgestrafft werden sollen
    1624 Steiermark/ÖW. VI 291
  • [Richter:] ik vraech u ... hoe ick hem schuldich ben een pandt te keeren, daer die heer mede volstaen mach ende die party mede tevreeden es. [Heimrat:] ick seg dat die heer neemen sal eenen stock, ende die party in beyde haer handen, ende keeren hem een pandt tegens N.
    oJ. Fruin,Dordrecht II 313
III 2 Amtsstab, Dienststab; Stab als Zeichen amtl. Autorität, des Handelns in dienstlichem Auftrag
bdv.: Stab (I 2)
  • dat ich [Zolleinnehmer] schal dragen eynen witten stock, vnd schal van nymande bröcke nemen, ich en hebbe den vor gewarnet
    1379 PrenzlauUB. 211
  • so wie gekaren word, die stock to dragen, die sall dat ampt [der Wollweber] waren gelyck den werkmeistern by synen ede
    1452 ZBergGesch. 9 (1873) 94
  • wenn de oldermann na der gildtstaven geith, so lopen de schaffere beide vorhen up den gildtstaven unnd hebben ider enen witten stock in der handt unnd seggen dem oldermann vann den groten gildtstaven: "hier kamen der ehrliken schwarten hövede unnd bringen yuw den fastelavendt"
    15./16. Jh. Stieda-Mettig 567
  • sulcke sententie als schepenen ordonneren sauden, omme dieswille dat hy hem vervoordert hadde op de selve heerelichede te nemen eenen stock als heere, d'welck hy niet machtig en was
    1518 CoutVieuxBGandEncl. 290
  • [zur Wahl des Besthaupts] soll der diener einen weissen stock nehmen und hinterrücks zu den pferden oder kühen gehen und mit dem stock eins berühren, welches er nun trifft, das gehört dem herrn
    1569 Westfalen/GrW. III 162
  • denselben [Holzfrevler] mag he [Waldaufseher] penden, dar sich der schuldige nicht panden laten wolte, magh he ime einen witten stock tho werpen thor urkunde, und breckt also der mark
    1586 JbOldenb. 15 (1906) 244
  • ein geschworner frohne soll so frey seyn, daß er soll tragen einen weissen stock und thuen gebott und verbott
    17. Jh.? NWestfMag. 2 (1790) 208
  • nach verlesenem urtheile nimmt der schulzendiener sein weiß stöckchen und schlägt damit für sich auf die lehne des schöppenstuhls, zum zeichen, daß das urtheil gefället
    vor 1708 Löschin,BeitrDanzig III 72
  • [Ratsherrn tragen bei der Landsgemeinde] mantel, kragen, degen, weisse hentschen und stock 
    18. Jh. SchweizArchVk. 10 (1906) 177
III 3 Amtsstab, Rute eines Auktionators; auf/bei/mit dem Stock im Wege der öffentlichen Versteigerung
  • verkoft aber er [gebuͥttel] das phand bi dem stok, âne umb füren, so sol er nemen ob v sol.: i den., vnder v sol.: 1/2 den.
    1382 LeutkirchStR. 41
  • alle welcke partyen van zelvere ende rynghen de selve heere ... zal moghen doen vercoopen metten stocke den meesten daer omme biedende
    1524 CoutBruges I 525
  • dat men ... vercopen zal goet metten stocke ende metten clopslaghe den meest daer omme biedende ende lest blivende
    1524 CoutGand I 732
  • sagt der zweyt zeuge, er [kauff] sei auff dem stock, da mann pflege die roß zuuerkauffen, geschehen
    1536 Gobler,GerProz. 40v
  • zal men procederen ter venditie van den afghewonnen goeden, om inninghe van s'clagerss schult ... eyst meuble ofte portatyf goed, by uutroupen ende gheboden achter 't srtaten, ende al met den stocke 
    1557 CoutCourtrai 10
  • met confiscatie ... van alle haerlieder goedinghen die men ter eerste oportuniteyt metten stocke verkochte
    2. Hälfte 16. Jh. Despars III 477
III 4 Schlagstock, Knüppel, Stecken als Waffe; auch als Strafinstrument und als Zubehör von Uniformen
  • hweer soe tweer siden toegadersittende sint ende nene kijnden ne habbeth, ief hit alsoe falt ..., dat hiara aider oerem an moerd slait mit stocke iefta mit stupe iefta mit ene scherpe wepene ende hia dere deda bisecka wille, zoe scellath hia se sikria mit hiara haedpapa ... ende twa ende sauwentich orkundem binna hiara kenne [wenn zwei Ehegatten zusammenleben und keine Kinder haben (und) wenn es sich ... so trifft, dass einer von ihnen den anderen mit einem Stock oder einem Pfahl oder einer scharfen Waffe totschlägt und sie die Tat leugnen wollen, so sollen sie sich mit ihrem Hauptpriester ... und 72 Zeugen aus ihrem Geschlechte von der Anklage reinigen] 
    1. Hälfte 13. Jh. (Hs. 1464) WesterlauwersR. I 354
  • wert eyn man gheslagen mid stocken odder mid fusten, blau odder brun, beclaget hy den mid geruchte, ... so weddet hy ... dry schillinge
    1. Hälfte 14. Jh. BurgLR.(Zimmer) 328
  • sluge eyn wif eynen papen met eynen holte oder met eynen stocke vnd makede en blutrynstich ... die frouwe lidet dar vmme den ban vnd dat geistlike recht
    1397/98 BerlinStB.(Hs.) 98v
  • thet alla dadslachta, ther schia mugath mith egh ieftha mith orde, mith stoc ieftha mith stene ... allegader mith fulle ielde to ieldene [dass alle Totschläge, die mit Schwert oder Speer mit Stock oder Stein verübt werden können ... sämtlich mit vollem Wergeld zu büßen sind] 
    Mitte 15. Jh. EmsigerR. 208
  • wor eyn man den anderen ... sleyt myt eneme stocke edder myt eneme stene ... de schal beteren eyne gantze vorsate
    1497 HambStR.(Eichler) N 4
  • so wie met zweerde, messe, priemen of anderen yseren stocken yemende doleuselick dootslaet, es te pugnierene metten zweerde ende confiscatie van goede ... so es hy oic [die] met codde, tuunstake of anderen grooten houten stocken yemende ter doot bringht. want de grootte van den stocke maect de presumptie dat hy dootslaen wilde
    1510 Wielant,InstrCrim. 83
  • soe wie ijemanden slaecht met eenen stock oft cluppele, verbeurt ij pondt swerte
    1558 CoutSanthoven 276
  • ein man mach de [huß-frowen unde kinderen unde alle sinem gesinde] ... tuͤchtigen mit stoͤcken unde mit roden
    1593 JütLow.3 II 82 § 2
  • hedde doch dem beklagter als einem dehnstknecht nicht geböhrt sinen hußwehrde, ob he ehm gelick mit einem kleinen stock einen slag gegeven, mit einem spaden thor erden tho slagen und also he up der erden gelegen 2 gefehrliche wunden in den kop tho haven
    1668 Stemann,SchleswR. 204
  • der aber mit stain wierft, stöcken schlögt ... aber nichts wierkliches ervolgt, soll er doch das klain wandl erstatten, trifft er aber ... so stehet es bei der obrigkeit ... die abstraffung zu thuen
    1682 OÖsterr./ÖW. XII 709
  • wer einem eine maulschelle gibt oder mit einem stocke schlaͤget, derselbe sol vor gericht niederknyen, und von seinem gegenpart ... dergleichen erwarten, und darzu ... gestrafft werden
    1689 HessSamml. III 336
  • [schluͤge] der beleidigte ... den andern mit einem stock, karbatsche oder peitschen, und zwar in noch waͤhrender hitze des zanckens, ... der soll wegen genommener selbst-rache weder abbitte noch andern abtrag zu gewarten haben
    1706 Lünig,CJMilit. 825
  • ist ... ihnen [Konrektor und Kantor] anbefohlen worden ... bey dem dociren auf dem gymnasio niemahls mit dem stock oder degen zu erscheinen
    1714 Sachs,BerlinMusikg. 274
  • wer jemanden aufpasset, und ihn mit einem degen oder stocke, oder mit einer peitsche oder mit einem andern instrument anfällt und schläget, der soll gleich einem würcklichen duellanten bestraffet werden
    1735 HannovGBl. 8 (1905) 489
  • [gemeine leibesstrafen sind] maͤßige schlaͤge mit dem stock, so auch ein unterofficier ... an einem nuͤchternen gemeinen, nicht aber an einem betrunkenen [vornehmen darf]
    1771 Zincke,KriegsRGel. 58
  • mit dem stock in die antekammern und churfl. aͤußeren wohnzimmer einzugehen, wird allein den churfuͤrstl. staabsministern, generalfeldmarschaͤllen ... und denen churfuͤrstl. leibadjutanten zugestanden
    1794 KurpfSamml. V 806
III 5
(weißer) Stab zum Zeichen der Unterordnung unter das Recht; ua. als Erkennungszeichen von Personen unter Geleit (I), Friedensunterhändlern, auch als Symbol der milit. Unterwerfung
  • [die Besiegten sollen] komen bloots hooft, barvoets, elck een wit stocxken in zijn hant ... voor't logiis van mijnen genaden heer ... ende bidden ... om genaden
    1492 ZRG.2 Germ. 28 (1907) 311
  • ward einer vam adel ... bestrickt: de bestrickede, werd he bedaget, he droch neine were, den einen kleinen witten stock to kerken und merkede
    vor 1531 RügenLR. Kap. 172 § 1
  • derhalven [Verpflichtung zu friedlichem Verhalten] plach ... einer, de ... im fuͤrstendom Ruigen im geleyde was, gahr keine doͤdtlike edder feindtlike wehre tho kerken vndt markede, alleine einen witten stock dregen
    vor 1549 (ed. 1777) RügenLR.(Gadebusch) 48
  • schickeden de Ditmerschen twe ehrer pastorn und kerkendehner ... mit witten stökelin und einer underdenigen bittlichen schriffte ... umme en seker geleide in unse leger
    1598 Neocorus,Ditm. II 219
III 6 Gehstock, Krückstock, Wanderstock; jm. einen Stock vor das Tor schlagen jn. ausweisen
  • js hi onstonden, ... thet hi bi tha stoc gunge, en thrimne liff [sitzt er (verletzter Fuß) noch fest, (aber so,) ... dass er (der Verletzte) am Stock geht, (beträgt die Buße) ein Drittel Wergeld] 
    Mitte 15. Jh. EmsigerR. 182
  • een voet all aff een halff lijff; ist dat he sij anstaende vnde is striclam ofte strumpholt, ofte dat he bij den stoecke geijt, een derde part lijues, myt viij witeden vnde myt enen ffijaeden antoleden
    Anf. 16. Jh. OstfriesRQ. 73
  • ob sich aber derselbe ... nicht nahebarlich hielt, so mögen wir ... dem B. ain stock vor das thor schlagen
    1538 OÖsterr./ÖW. XV 203
  • da auch ein ... underthon sein hauß muethwillig oder auß bosheit der herrschaft zu einem schimpf failspricht ... dem soll ein stock in die hand gegeben und mit lähren händen mit weib und künd von der herrschaft hinweck geschafft werden
    1725 NÖsterr./ÖW. VII 425
III 7 Stab als Nachbarzeichen; wird zur Bekanntgabe einer amtl. Nachricht mit dieser innerhalb einer Nachbarschaft (I) reihum geschickt
  • ock schall unde mag dar nemandt tho huß bliven, wenn de nabers de dingwall oder stock in dat naberschop umbschicken, und de jenige, so dar nicht strax na folget, de schall 4 schilling tho bröke geben
    1623 Nerong,Willk. 19
  • daferne sie [ältermänner] der nachbarschaft zum besten etwas anzusagen haben und zu solchem ende den stock von einem ende zum andern umschicken, so sollen die nachbarn an dem ort, der beliebt wird, sofort zusammenkommen
    1706 Nerong,Willk. 52
III 8 Messstab; auch das damit festgelegte Längenmaß
  • ein stock lang, eine elle lang
    18. Jh. JournDeutschl. 5, 1 (1788) 468
  • klaftermaaß ist ein stock, der so lang ist, als eine klafter breit und hoch ist, und den die holzmacher brauchen, um die klaftern darnach zu setzen
    1807 ForstWB. 205
  • früheres längenmasz in Preuszen; zwei stock ungefähr eine elle
    oJ. Frischbier II 374
III 9 Kerbstock, Kerbholz (I); auf Stock trinken eine Zeche anschreiben lassen; den Stock rein machen auf dem Kerbholz vermerkte Schulden begleichen
  • de een leghellen wiins breket bi der ame ... om ghelt of op stocken te drinckene duerre dan der stat wilcoer, de verboerde dre pont
    1340/79 UtrechtRBr. I 12
  • dat zy huere portie van de bede tsamen kerven ende gaderen up een stock 
    1514 InfHollant 397
  • dieweyl auch in dieser statt ... sehr breuchlich ist ..., daß die contrahenten an statt brieff vnd sigel ... kerffhoͤltzer, da der schultherr den stock behelt, der eynsatz aber vnd gegenwechsel dem schultman zugestellt wirt, mit einander auffrichten
    FrankfRef. 1578 I 31 § 14
  • blose außgeschnuͤttene zettel oder kerbstoͤcke beweisen ... nichts vollkommenes, denn wann sie beide gegen einander gelegt, gleichen einhalts befunden und von beyden theilen gestanden werde, und ist der gegentheil auf das andere erfordern den zettel oder stock beizulegen schuldig
    1607 Kamptz,PreußProvR. III 189
  • kerb-hoͤltzer, da der schuldherr den stock behaͤlt, der einsatz aber und gegenwechsel dem schuldmann zugestellt wuͤrd
    UlmGO. 1683 Tit. 26, 12
  • es soll auch ... der stock reine gemacht und wegen des schadens und wrüge, so das vergangene jahr getahn und geschehen, geredet werden
    1705 Selzer,Treuenbrietzen 76
  • der teil mit der handhabe heisset der kerbstock, und das darin passende das kerb-holz. der verkaͤufer ... hat den stock und der kaͤufer das kerbholz
    1758 Estor,RGel. II 450
III 10 pl.: Loshölzer in Form von Stöcken, zur Durchführung eines Losverfahrens
  • wan de koplude ore morgensprake holden, so schal men de breve lesen up de stokke screven, dar men mede lotet; we na den breven hir nicht en were, de scolde dat vorbeteren
    1366 ZNdSachs. 1878 S. 133
III 11 Werkzeugstiel, Griff
  • ij bilen metten stocken om xi 1/2 pl. item een bile sonder steel vi pl.
    1377/78 CDNeerland. II 2, 1 S. 366
IV Pfahl, Stange, Säule

IV 1 Grenzpfahl; Stecken, Säule (oä.) als Grenzzeichen; in (den) Stöcken innerhalb der Grenzen, im Gebiet; meton.: Grundstück; Stock und Boden Grund und Boden
bdv.: Markstock
  • [land gemæra:] andlang weges on ðone lytlan beorg, ðær se stoc stod, ... on gerihte to ðam stocce on eastepeardan þam lea, of ðam stocce suðrihte on þære stræt
    944 Birch,CartSax. II 541
  • ainn drittail ainr wis duͥ lit in Ertinger stökgen 
    1348 HeiligkreuztalUB. I 283
  • wan uͤnser herr der kayser zů der plaich stock und podem und behausung gefreyt hat
    um 1365 MünchenStR.(Dirr) 424
  • elc van den ouders, dair [Erbscheidung] zijnde, hebben een hout oft eenen stock in de handt, ende dat steeken in der erden ter plaetzen dair zij houden dat elcx erve van den voirscreven partijen sceyden
    1496 CoutBrab. II 2 S. 511
  • sollen die gesworn steinsetz zu V. stock vnde steine setzen vnd anderss nyemant
    15. Jh.? Wetterau/GrW. III 496
  • wollen wir uns alle die orth, da ain schwarzwalt gestanden ... aber zuvor alda kein bluembbesuech oder nuzung besuecht, oder von jemants auch mit keinen andern pan und stocken umbfangen, zu unsern nuz ... vorbehalten
    1506 Kärnten/ÖW. VI 417
  • als obgemelte erste gereudt ... mechtiger an leuthen worden, ist sy in zwo zenten auch mit stockhen und steinnen woll underscheid und solcher zweyer zenthen halber ein sonderre gereidtenstul ... sonderlichen verorttnett
    1559/85 PfälzMarknutzW. 158
  • sollen auch ... die gemeindsstöck oder bläz ... wann deren ainer ... durch des inhabers todfall ... ledig wirt, von einer ganzen gemeind und nit durch ambtleut ... verliehen werden, jedoch daß solche stöck oder bläz bei derjenigen herrschaft underthanen, hinder welche dieselb anfänglich mit dem loß oder spilen kommen, verbleiben sollen, es mag wol einer den andern gerürten seinen stock oder blaz keuflich übergeben
    1592 WürtLändlRQ. III 300
  • kifft dar wol umme veldt-schedinge, so schoͤlen de sandt-menne in demsuͤlvigen harde stapelen, entwedder mit stock effte steinen, unde schweren denne up der stede, dar de stridt is, dat se recht gedahn hebben
    1593 JütLow.3 II 21 § 1
  • selbige [marcksteinbeseher] seindt schuldig, alle art ins veldt zu gehen, nachzusehen, ob das veldt zu stock und stein recht gebauet
    1691 Bretten 746
IV 2
Zaunpfahl, Palisade
  • [uillicus] curtis scampna et sedilia et sedes parare debet quibus ad placitum uenientes sedeant. et cippum siue stoch similiter faciet. in quibus homines curtis seruentur qui fideiussores habere non possunt
    um 1220 Beyer,UB. II 426
  • man mag auch befesten einen hoff mit zeunen, oder mit stoͤcken, also hoch, als ein man sitzende auff einem pferde mit seinem schwerdte gereichen mag, ohne zinnen vnnd brustwehren
    1408 (ed. 1574) Ekhardi,MagdebR. II 12, 6
  • vor des wirdigen heiligtumbs weisung tag so soll der stat paumeister bestellen zu füren die stock und schrancken umb den marckt [zur Absperrung des Zuschauerareals]
    1464/70 Tucher,NürnbBaumeisterb. 128
  • wegen der anzal stocken, so den gepürden jerlich uß dem H. zů irem bruch und ehezünen geben werden sölle
    1578 KonolfingenLGR. 6
IV 3 Markierungspfahl zur Kennzeichnung einer Stelle
  • wür befehlen, das unser marktcamerer ein stock oder zaichen für das Wiener thor ... setzen laße, damit obberirte unsauberkeit dahin getragen und der markt sauber gehalten werde
    1610 NÖsterr./ÖW. IX 241
IV 4 Weinbergpfahl, Rebpfahl
  • den zum spital gehörigen gahrten soll er [spital hoffman] in gutem weßentlichem bau erhalten, die weinstöckh nicht laßen abgehen, sondern dieselbe von jahrn zu jahren ... fortpflantzen undt mit nothwendigen stöckhen und trudern versehen
    Mitte 17. Jh. RheingauLändlRQ. 152
IV 5 Pfahl zum Aufstecken des abgetrennten Kopfes eines Hingerichteten
  • sine [des verurteilten Piraten] frunde [hebben] gehandelt mit dem rade vnd gebeden vmme dat swert. dat em de radt wolde gunnen, auerst bi sodanem bescede, dat de rump scolde in de erde vnd de kop vp den stock 
    16. Jh. HambChr. 124
IV 6 Brunnenstock; Brunnensäule, durch die das Wasser zum Ausflussrohr aufsteigt
  • do sein vier spunt in die zwo rören, darauf man die stock zu zeitten setzt ... das sie wasser geben, wenn man den prunnen pesseren will
    1464/70 Tucher,NürnbBaumeisterb. 169
  • haben mine herren burgermaister ... den schwoͤstren zu sant L. ... verwilliget, das sy ainen han jn jrem garten an jrem stock haben, das wasser von dem brunnen daselbs zebruchen
    2. Hälfte 15. Jh. SGallenStB. I 206
  • ain lustiger brunn im schlos gestanden, mit rott vnd wyssem wein gloffen zehanden, uß ainem stockh in dem casten daby, so lang die firstlich hochheit weret fry
    16. Jh. RChrUlrWürt. 3
  • [bronnenseher sollen anzeigen, wann bronnen] an teuchel, stoͤcken, troͤgen ... schadhaft werden
    1680 Mader,ReichsrMag. IX 367
IV 7 Bildstock, (hölzerne) Bildsäule; Sockel
vgl. Stockbild
  • and ge þeówiaþ fremdum godum, stoccum and stânum
    11. Jh. 5. Mose 28, 36/BiblAgsProsa I 224
  • den steinen stock, daruf das crucifix gestanden, darzu er vermeint gerechtigkeit zu haben
    1552 MarburgRQ. I 393
  • das stöckle und pfarhof soll so weit in ein bezirck befreit sein, so weit man mit ainen gemainen pixenschuß raichen kan, in welichen bezirck allein der anwesende pfarer zu strafen ... haben solle
    1638 Steiermark/ÖW. X 238 [hierher?]
  • daß der churfuͤrst ... durch Höchst, bis an den steinen stock fuͤr dem galgen-thor, so deßwegen aufgericht und mit einem "G." bezeichnet worden ... zu vergleiten haben solle
    1688 Pfeffinger III 743
V Holzblock, großer Klotz

V 1 Holzblock für die Vollstreckung von Verstümmelungsstrafen, Richtblock (II) 
  • swaer einen meinneit swert, wirt der des bewaert selbe dritte ..., der hat die hant verlorn mit rehte, unde sol man im die uf dem stocke abeslahen
    1276 AugsbStR. Art. 53
  • wänn ein nachpar wider den andern pleikugln oder kreuzhacken tregt, so solle der jenige, der damit betretten wiert, zu dem pranger gefurt, die rechte hant auf ein stock gelegt und die kugl oder kreuzhacken durch dieselbige geschlagen werden
    1585 NÖsterr./ÖW. VIII 272
  • hat ers aber nit an guth, so soll man den nehmen, der daß federspill verderbt hat, und soll ihm zu den stock führen und soll ihm die augen außstöchen
    18. Jh. NÖsterr./ÖW. VII 312
  • ess soll bey dem gerichtsstull stahn ein stock ... der soll anderthalben fuss in der erden, vnd drey schuch auff der erden stahn, vnd drey fuss breith; auf solchem stock solle der herr richten vmb ein hand vnd fuss
    oJ. Eifel/GrW. II 560
V 2 Holzblock als erhöhte Stand- oder Sitzfläche, Aufstiegshilfe für Reiter
  • alle varende have gift de man ane erven gelof ... al de wile he ... op en ors komen mach van eneme stene oder stocke, ener dumelnen ho, sunder mannes hulpe
    1224/35 Ssp.(Eckh.2)LR. I 52 § 2
  • thi hagosta irthfal ... of stokke ieftha of stene, thet him haued and halsdok allera erost anda irthe kome, ... sa is thiu bote fif merk [für das schlimmste Niederwerfen eines Menschen ... vom Holzklotz oder Steinblock, sodass ihm Kopf und Halstuch zuerst auf die Erde kommen, ... ist die Buße 5 Mark] 
    um 1300 RüstringerR. 98
  • wenn ein man ... also mechtig ... ist, das er auff ein pferdt one mannes huͤlffe kommen mag von einem stocke oder steine, eines knies hoch, ... so mag er sein eheliches weib inn lehen vnd erbguͤtern mit der herrschaft willen beleibdingen
    1561 Rotschitz 138v
V 3 Schmiedstock; Holzklotz, auf dem der Amboss aufliegt
  • alle ingeworchte benke, stocke und blasbelgere, der dy goltsmide czu irme hantwerke bedurffen, dy sin ingegraben oder ingemurt ... das envolget dem huse nicht
    1357/87 MeißenRB.(Oppitz) II 1 Dist. 7
  • sind etliche ding die genagelt vnnd gewettet sind, die dem hause nicht folgen, die zu den handwercken gehoͤren, als goltschmiede, grobschmiede ... die von not wegen jr sonderlich gerethe haben zu jrem anmechten, als stoͤcke, amboß, ferbekessel vnd dergleichen gehoͤret zum hause nicht, sie sind eingegraben, oder eingemewert, oder auff geschnud, vnd befestet mit holtze oder mit eysen
    1408 (ed. 1574) Ekhardi,MagdebR. II 9, 14
V 4 Metzgerstock, Fleischstock, Fleischbank 
  • es soll auch kain vleischacker ... kain kloviech auf den stogken nicht kaufen, oder er wer der ... peen verfallen
    1440/47 OÖsterr./ÖW. XII 433
  • welch fleischhaker auf den stöken fail haben, die sollen weder winter noch somer kein obtach über sich machen, es sei dann das ungewitter oder regen sei
    18. Jh. NÖsterr./ÖW. VII 602
V 5 (kegelförmiger) Metall- oder Steinklotz; in Bezug auf ein Stockgewicht 
  • nach dem man hie zu C. zwayerlay gwicht gebrucht, namlich ain swarers, das man unschlit gwicht nent, und ain rings, das das pfeffergwicht haißt, ist gevarlichait zu verhuten angsehen, das das pfeffergwicht nit anderst dann ingsetzt und das unschlit gwicht nit anderst dann an stocken sin soll, damit die vor ainander erkent und nit im wegen geirrt und aine fur die andern genommen werdent
    1533 KonstanzWirtschR. 61
VI Gerät oder Baulichkeit zum Festsetzen von Personen

VI 1 Schließblock, Beinschließe, Gerät zum Festsetzen von Personen bestehend aus übereinanderliegenden, zusammenschließbaren Balken mit dazwischenliegenden engen runden Öffnungen, in welchen die Fußknöchel (zT. auch die Handgelenke) eingespannt werden, sowohl im Freien zur öffentlichen Ausstellung der Verurteilten als auch (va. zur Strafschärfung) im Inneren eines Gefängnisses; auch: Pranger, Schandpfahl mit Halsschließe; auch: die Bestrafung damit; oft formelhaft zB. mit Block; zT. nicht sicher abgrenzbar von Stock (VI 2) 
  • [pedes eorum] strinxit in ligno ... pisluoch indemostoche [aL. um 1000: pisluch instoche]
    2. Hälfte 10. Jh. Apg. 16,24/AhdGl. I 747, 26
  • and gesettan hine þa on ænne heardne stocc and his sceancan gefæstnodon on þam fot-copsum
    um 1000 EETS. OS. 94 u. 114 S. 386
  • hi stodon þa stille on þam stocce gefæstnode ofer dæg and ofer niht
    um 1000 EETS. OS. 76 u. 82 S. 142
  • truch dat schelleth fresen wessa oen saxena merkum wtor stok ende wtor stupa ende wtor schera ende wtor fillane ende wtor pina [infolgedessen sollen die Friesen im sächsischen Gebiete befreit sein von Stock und Staupe und Schere und von Geißelung und Leibesstrafe] 
    um 1080 (Hs. 1464) WesterlauwersR. I 144
  • so wie die wort bedraghen van valscher wareden, verbuert l ℔ ende men salne setten drie daghe in die ladere of in den stoc 
    um 1250 AardenburgRbr. 108
  • morder vnd diebe leiget man in den stoh 
    um 1270 BaselRQ. I 1 S. 11
  • in der höfe ieclicheme sol ouch stan ein stock, und wirt ein diep gefangen, den sol man drin antwůrten, und söllent des syben naht hüten ein fronbanwart und hůber und lehenlu̍te und darnach die banlu̍te, untz abe imme gerichtet [sei]
    1284 Elsass/GrW. I 823
  • daz man einen isenen haken machen svͦln vnde slahen in den stoc, vmme ... daz man den selben [Gotteslästerer] an den haken mit der zvngen oder mit dem oren henke
    1296? MWirzib. II 155
  • thet alle fresa hira frethe mith fia bete. thruch thet skelen hia wesa a saxina merkum uter stoc and uter stupa ... and uter alle pinum [dass alle Friesen ihren Friedensbruch mit Geld büßen sollen. Infolgedessen sollen sie im sächsischen Gebiet befreit sein von Stock und Staupe ... und von allen Leibesstrafen] 
    um 1300 HunsingoR. 28
  • und sol der hof stoc und stein han; und wirt ein diep gevangen do, den sol der weibel behalten in dem stocke die erste naht
    1320 Unterelsass/GrW. I 698
  • vermag er der [Straf-]pfennige nicht, so sol er seine buess leyden in dem stock 
    1351 ErfurtZuchtbf. 126
  • as eyn missededich man gevangen wirt, die sijnen lijff verwort hette, dat man den in den stock vur deme vronhoeve settzen sal
    1380/1403 RhW. III 1 S. 102
  • das her in das ire hat genomen und darczu gefangen und gestöcket, etliche in dem stocke getöttet und etliche die beyne abegefült
    1389 CDPruss. IV 84
  • wyl he ok vleen de dar borgen settet hefft vnde wert syn borghe des enwar, so schal he dat wytlyck doen deme vagede edder deme rychtere dat se ene entholden. wente he mach ene nicht vangen ane id sy dat he ene an torne edder an stocke set hebbe do he syn borge worth
    um 1400 JyskeLov II 60
  • ob ayn armer ymande wundet oder vorseret, dem er nicht abczulegen hat, den scholl man sechs wochen in dem stocke vorpussen [lat.: sex septimanis in trunco punietur]
    um 1400 IglauStR. 289
  • so ainer wer der meim herren sein visch wolt stellen, so er damit begriffen wurd, so sol in der richter zu dem ersten mal mit aim fuess in den stock slahen, wirt er zu dem andern mal begriffen, so sol in der richter mit baiden fuessen in den stock slahen und darrin straffn
    Anf. 15. Jh. NÖsterr./ÖW. VII 364
  • etlich paurn ... wurden geschatzt in dem stock mit aufpunden henden, daz sie mit dem leib swebten
    1440 NürnbChr. II 267
  • als ... L. u̍bel boͤse swuͤre getan hat, darumbe meister und rat imme herkant hat, das man in uf den stock setzen und in das halsysen stellen solte
    1440 SchlettstStR. 640
  • ab imant wider freiheit des hofes thete, den solle der burggreve mit hamer und klüppel in den stock slahen
    1441 Hessen/GrW. III 487
  • quod domina abbatissa et capitulum ... debent habere ... cippum et laqueare cum cathena, vulgariter stock ind byvanck appellata, ad incippandum et includendum ac detinendum quoslibet maleficos
    1447 RhW. II 2 S. 151
  • den sullen die schepene ... in den stock setten ten minnesten enen nacht lanck
    um 1450 Vollenhove II 124
  • wart P. ... in die temenitze gesatzt ... und darzu in den stock 
    1475 Spittendorff 153
  • soll man in [diep] fachen, in stock und eisen legen
    vor 1489 NÖsterr./ÖW. IX 4
  • als oft der richter ain in den stok lasst slahen, so ist er schuldig 12 ₰ in den stok und 12 heraus
    15. Jh. NÖsterr./ÖW. VII 105
  • wurd der deup gefangen, so sol der richter dem gast leichenn stockch und eisen und den deüp dem gast bebaren
    um 1500 NÖsterr./ÖW. VIII 196
  • up den hof sall sin einen gesworen baide, stock und veßer
    1503 RhW. II 1 S. 152
  • solle capitulum halten einen aufrichtigen galgen und sicher stock aufm frohnhof
    1507 KlArchRhProv. I 137
  • soll stohn ein stockh, halber vff jrem [eptissin] eigen des hoffs, der ander halb stockh vff der almendt, ob khein schedtlich mensch gefangen wurde, das dann der meyer darinnen enthalten [soll], vnd sollent jme die huober vnd banlütten helffen behüetten
    1513 Elsass/GrW. IV 211
  • den übelthetter ... am margk oder platz etlich zeit offentlich inn stock, pranger oder halßeisen zů stellen
    1532 CCC.(Schöffer) Art. 85
  • were es sach das ein unthädiger mann ergriffenn würde, den soll mann inn den stock schlachenn, unnd soll mann im den leyb legenn inn das truckenn, unnd die füsz inn das nass
    1535 Hanauer,Constd'Alsace 212
  • da aber die gefangne dermassen ... geschaffen, daß deren außbrechens oder aber jhr eygne verletzung zu besorgen, sollen dieselben im gefengknuß mit stoͤcken oder fesseln hierfuͤr notwendig bewahrt werden
    1582 PfalzLO. Tit. 11, 13
  • auff demselben freien hoff zu W. soll stehen ein stock, derselb soll sein nagelfest und schlosgar gehalten werden
    1598 NrhArch. 6 (1868) 297
  • die gefangen muͤssen ... nidersitzen, die beine in die vndern, die arme in die obern loͤcher legen, dann laͤsset man die hoͤltzer wider fest auff einander gehen, verschraubt, keilt vnd verschliesset sie auff das haͤrtest, daß die gefangen weder bein noch arme notduͤrftig gebrauchen oder regen koͤnnen, das heist: im stock liegen oder sitzen
    1613 Praetorius,Zauberei 211
  • das der werdiger her abt alhie ... ein stock und bloch, die gefangenen darinnen zu bewaren, mit sampt vesseren bestellen [soll]
    1613 RhW. II 1 S. 288
  • sol er [gottslästerer] 10 tag lang in stock geschmidet ... werden
    2. Hälfte 17. Jh. NÖsterr./ÖW. VII 635
  • da einer bei dem richter wegen ... ehrenrierischen röden angeklagt werdt, der solle nicht in gelt sondern in leib gestraffet und in stock gehenkt werden
    1737 Steiermark/ÖW. VI 395
  • das hoͤchste peinliche vollstreckungsrecht hieß ... der blutbann ... ist auch der stock und galken ... dessen kennzeichen
    1785 Fischer,KamPolR. II 109
  • der aber mit groben reden, schmachworten ... wird sich in canzlei- und grichtshausern aufführen, ein solcher soll iedesmahl auf ein stunt in stock gesperet werden
    18. Jh. (Hs.) NÖsterr./ÖW. VIII 1004
VI 2
Gefängnis, Haftlokal, Stockhaus (I); ua. für die Schuldhaft; offen zu 1 
  • wer ouch dem andern einen burgen heischet hoher denne vier phunt uber die schult, die er ime schuldig ist, der sol dem us dem stocke helfen ane allen sinen schaden, den er dar in geschaffet hat
    1327 SpeyerUB. 296
  • vor bier, dat die dyef in den stocke dranc vij s.
    1367 DeventerRek. III 2 S. 32
  • wer eyme wirte vnbereyth ane sinen willen wissin vnd wort vssginge, so mag der wirt, wen er jm ... begreifft, jn den stogk lassin furen vnd den so lange lossin sitczin, bis im daz sine bereith wirt
    1434 ScrRLus. I 385
  • off sach were, dat eynich versumelich man gefangen wurde bynnen der herlicheit zo R. vpp synen lijff, den sal man in den stock doen, ind der buwmeister sal deme die vessere vmb die voisse legen
    1455 Mittelrhein/GrW. III 874
  • coempt den schuldenaer enijch ongeval in den stock aen by sickten off by sterven, dair sall die maenre sonder scade off laest off wesen, ende sonder beteringe te doen
    Mitte 16. Jh. Fruin,KlSteden II 128
  • E. in den weiber schuldthurn geführt und vnten in den stockh gelegt, darumb sie die vorvbergehenden leute vmb ihr gut willig allmosen schreyen und betteln müssen
    1612 Knapp,NürnbKrim. 69
  • wer im kotter oder stock büsset, gibt die loßlassung dem wachter oder diener mit 2 ß.
    1748 Kaltenbaeck I 102 [hierher?]
  • bedeutet stock das gefaͤngniß
    HannovGelAnz. 2 (1752) Sp. 518
VI 3 Stock und Galgen (uä.) meton.: Recht peinliche Strafen zu verhängen, auch: Straf-, Blutgerichtsbarkeit
  • daz ich ... versettzet han ... daz gericht in dem dorffe, da der stokk vnd der galge zvͦ gehört
    1292 MZoll. II 210
  • daz der bischof und daz gotshaus ze F. ... uͤber læute und gůt alle lantgerihte ze dorff, ze velde, ze wazzer, ze waide und ze wælden ... haben ... muͤgen, es sei umb deuff, umb brant, umb notnunft, umb mort oder swaz an den tot oder diu gelider triffet, also daz der bischof und daz gotshaus stoch und galgen fuͤrbaz ... in den vorgenanten doͤrffern ... sol haben freylich und gæntzlich
    1319 Freising/MGConst. V 441
  • so sprichet men eime appete von E. twing und ban, stoc und stein, und einen frigen hof mit allem sime begriffe
    1320 Unterelsass/GrW. I 673
  • daz einem lantgraven ... zůgehören: ... alle stock und galgen, und was an das blůt gat
    1323 FRBern. V 314
  • der marcht schol auch olle deu recht haben die die steet in S. habent, wand er galgen und stoch hat
    1330 Steiermark/ÖW. VI 160
  • waz ouch dienstherren ist die stoͤk und galgen habent, und begriffen si dhainen in irm gericht der dem lande schedlich ist, daz mugen si wol verhoren und ouch richten
    1338 Schwind-Dopsch 176
  • geben der selbigen statt von unserem kaiserlichen gewalt stock, galgen und alle di recht, freiheit und gewonheit, die unser und des reichs statt R. hott
    1344 Lauda 183
  • stock ind byvangk spectant et pertinent ad dominos decanum et capitulum
    1421 NrhAnn. 44 (1885) 178
  • auch hat das dorf ... die gerechtigkait das es pan und gericht hat, das ist stock und galgen
    15. Jh. NÖsterr./ÖW. VII 103
  • [Zugehörungen zur Feste Araburg:] das lantgericht, stock und galgen sambt dem nidergericht
    1528 NÖsterr./ÖW. IX 324
  • dem [Amtmann] kennen wir gebot und verbot, stock und bloich, fund und fank, wiltfank, halsbant, klockenklank, gift und trift, post, galg und rat, gericht und herlichkeit und majestätigkeit
    1558 RhW. II 1 S. 235
  • alldieweil ein jeder edelmann, ... der in seiner herrschafft mit stock vnd galgen befreyet, befuͤgt ist, eine malefitzpersohn ... zubegnadigen
    1667 Wagner,SolothurnStreithandlung 293
  • die von seiner kaiserlichen majestät ... relevirenden lehen, bestehed in dem freyen gericht zu B. ... item stock und galgen und dem bann, über das blut zu richten zu B.
    1784 SchrBodensee 28 (1899) Anh. 452
VII
Gebäude; best. Teil eines Gebäudes

VII 1 Gebäude, insb. Steinhaus (I), Haus in Ständerbauweise, auch Hinterhaus, kleines Wohnhaus, Nebengebäude uä.; in den Stöcken im Gebäude; stehende Stöcke oder liegende Gründe Gesamtheit der Liegenschaften (iU. zur Fahrhabe)
  • na des dat dhe sate schen is ... unde G. in den stocken umme hure wonet unde A. in den weren nich en is, so ne moghen de selven sustere in den stocken nenen weddeschat holden
    1333 BremStR. 182
  • het ouch ieman einen stock oder ein hus, das er usbuwet steinin, und in gibel teken wil, dem sol man ouch ziegel zuo dem tache geben hie in der stat
    1398 Geschfrd. der 5 Orte 75 (1920) 117
  • haben wir sidhär erobert ... dis nachgeschriben slöss: R., H., ... und ander gut stöck 
    1499 QSchweizG. XX 79
  • ist mengclichem zu wissen, was gelegen gut ist und genempt söll werden, nemblich wingarten, ackren, wisen, bomgarten ... und gemurot stöck oder gemuroti hüser
    1527 SGallenOffn. I 227
  • wor einer mit siner gelaveden brut stande stöcke edder liggende gründe to ehegelde bekumpt edder oldinges bekam, hedde de man ane willen der fruwen und erer negesten fründe to vorenderende nicht macht, se weren beervet edder nicht
    vor 1531 RügenLR. Kap. 146 § 1
  • der herschop undersaten hebben nicht mehr egens in der herschop liggende grunde, alse de mit der ploch dep in de erde plogen ... konen, vnde de standen stocke, de se dar up gebuwet hedden
    1552 Dittmer,Sassenrecht 87
  • wen jemants alhir stande stocke oder liggende grunde to vorkopen willens, dat hie alsdenne diesulven vorerst den negest blotsvorwanten freunden ... to kope [anbieten soll]
    1560 BrandenbSchSt. I 362
  • das der jenige, so ... mit ligenden gruͤnden vnd stehenden stoͤcken beguͤttert, ... er sey kleger oder beklagter, keine caution mit buͤrgen oder in andere wege bestellen duͤrffe
    1566 PommHofGO. 63v
  • soll ein landsiedel auff dem hoff keinen steynen stock machen lassen, noch bawen, sonder vorwissen vnd bewilligen des lehenherns
    1571 SolmsLR. 20
  • dann ihme zu keinen zeiten gestattet werde, seine ess- und schlosserschmitten in bedeütem ... stöckli aufzurichten, damit das ... gegenüberstehende mit schindlen gedekte brodt-häusli vor feürsgefahr gesicheret bleibe
    1763 Niedersimmental 186
VII 2 gemauerter Unterbau eines Gebäudes; steinernes Gewölbe, Fundament, Mauerwerk; (aus Stein errichteter) Hausteil, Anbau
  • ist vnserm vettern vnd seinn erben mit los vnd mit tailung geuallen an dem haus ze W. der stochk mit dem czygeldach, mit den chelern, der grossen stuben von vntten auf gantz vnd gar
    1346 WienSchottenUB. 252
  • [Verkauf] ira hoffstat vnd stok mit keller und hoffreiti vnd aller zůgehoͤrd
    1429 ArgauLsch. V 23
  • [er soll eine Behausung bauen] vff den alten stogk des beruͤrten hoffs
    1447 ArgauLsch. V 215
  • ain hocher turn hett acht gadem höch ... und ein großer stock ains turns was zwai gadmer hoch, mit großen quadranten außen gemaurt und innen auch
    1450/68 AugsbChr. II 315
  • alhie soll ein dinckhauss ... stehen auff vier steillen und soll haben zwo gefallen thüren und zwo gefallen fenstern, die sollen dienen auff stock und steilen, darinnen sollen sitzen die vierzehen scheffen dess gerichts
    1561 Untermosel/GrW. II 413
  • wann jemand den andern jnn dem synen, es sye hüsren, spychern, schürren, gemachen, kellern, stöcken, ställen ... tags oder nachts findt, der jhme das sin nemen ... will
    1574 LuzernSTQ. IV 59
  • ein stock zu underhalten, da man gericht under helt
    1586 RhW. I 1 S. 202
  • den zwey steinmetzen ... vom vndsten steynern stock zumawren 42 gulden gelt
    1609 BlPfälzKG. 26 (1959) 119
VII 3 Stockwerk (I) eines Gebäudes
  • wer auch eines ziemlichen vermoͤgens ist, der solle auffs wenigst den vndersten stock, zu der gemeynen strassen, oder gassen zu, mit gehauwenem stein, vnd mauwerwerck, auffbauwen lassen
    FrankfRef. 1578 VIII 1 § 5
  • [specification der haͤuser für die cameralen in Wetzlar:] im zweyten stock eine huͤbsche stub und cammer, im dritten stock nur eine cammer
    1689 Londorp XIV 421
  • wann in die anstossende scheuer ein stok uͤberbauet worden
    1786 Schwarz,Losungen 44
VIII Familienstamm, 1Stamm (II), Stammlinie (I); auch: Mitglied eines Familienstamms; geendeter Stock Familienstamm ohne Verzweigung in die Seitenlinien
  • seindt noch gutter, stockgutter genant, seindt auch nit churmodigh, werden allein entpfangen nach todt, der versatz verordnet den stock zu versorgen
    1431 Jülich/GrW. II 756
  • haben wir ... den vermelten eygnen luͥten des huß B., was nit der alten stoͤken, ... erloubt ... zů andernden unsern als fry ungebunden luͥt zů wandlen, und sich mit in in elichem waͤsen ... zů vereynen
    1488 BernStR. VII 1 S. 23
  • das an ettlichen orten die kind und die, so von den alten stoͤcken harkommen, ledig und fry erkannt sind
    1511 BernStR. VII 1 S. 27
  • daß ... geschwüsterte kind anstatt ihrer elteren ihres vaters oder muter seligen gegen ihres vaters oder muter seligen bruder oder schwester, so sy ohne ehelichen leiberben abgiengen, als für ein stock söllend zu erb gahn
    1541/1615 FrutigenStatR. 163
  • wann ouch ein mensch abstirbt, der verlast ouch kein ehelich gemahel, hett aber kind und kindskind vom ehelichen stammen, und derselbigen kinden eins oder mer vor irem vatter oder můter hingescheiden sind und het aber ouch ehelich kind, [so sollen diese] in ires großvatter- oder großmüeterlichen gůt in ires abgestorbnen vatter oder můter statt zů erb gan, und das gůt den stöcken nach teilen
    nach 1598 SaanenLschStat. 216
  • sollen angeregte donationes ... auff ernente jhre auffsteigende deß stammens oder stocks oder linien, da sie herauß kommen, zuruͤck fallen
    1599 LothrGO. 102
  • omdat tusschen den alden vader ende alde moeder, den vader, moeder ende kinderen egheen leet en is, daerom hoet men geender stock; ende daerom en mach den eenen den anderen niet getuijgenisse doen geven, alsoe het gecalengeert wordt
    um 1600? (Hs.) CoutLooz I 50
  • wann keine recht kind mehr verhanden, sonder allein kindskind, söllen sy alßdann nit den stöcken, sonders den personen nach das gut erben und teilen
    1646 SaanenLschStat. 289
  • wan nach absterben der elteren die obsbeüm nit zum gut theilt werden, soll zwar dasjenige zahme obs von den beümen, so auf einesin [!] gut stehen, mit dem korb getheilt werden, so lang der haubterben oder stöcken einer läbt; hernach aber, wan es sich nit mehr stoket, sondern auf weitere verwandte falt, mag der besitzer des guts ... sich mit den antheyleren verglichen
    1697 Niedersimmental 149
  • wann ... das gefallene guet in die stöck oder stämmen und nicht den heübteren oder münden nach getheilt worden seye
    1700 FrutigenStatR. 307
  • [umschaffung zu jetzigen zeiten:] sammtliche aus dem naͤmlichen stock geborne geschwistert [sollen] gleichen zutritt zu den ehemaligen lehnsguͤter und ... stockguͤter ... haben
    1810 H. Dehard, Gründl. u. ausführl. Darstellung der Stock- oder Bauerngüter in der Grafschaft Dagstuhl (Trier 1810) 31
IX wie Stockerbe (I) 
  • schreitet aber der stock zur zweyten ehe, so muß er ein inventarium errichten, und denen kindern jener ehe, worinn am meisten eingebracht worden ... hierin bei der ausguͤtung das billig vorzuͤgliche angedeihen lassen
    1785 Kamptz,PreußProvR. III 499
X wie Stockgut (II); auch dessen Inhaber
  • das die dochter, die man also zu der ee nemen mach als vorgeschrieben ist, die en sal nit ein stock sin
    1376 Kremer,Ardenn. Urk. 536
  • [von diesser funckelmeyerschaft werden] geliebert sieben hüner ...; diesse funckelhüner werden den stocken nach geliebert: von jedem stock ein huen
    1635 DiedenhofenW. 120
XI Landstück, das bei der periodischen Umverteilung gehöferschaftlichen Grundbesitzes mittels eines Losverfahrens einem oder mehreren Berechtigten zur Nutzung zugeteilt wird, abhängig von der individuellen Höhe der Anteilsberechtigung an der genossenschaftlichen Dorfflur
  • weillen aber wegen einer langer zeitt die wiesen vndt ackerländereyen ... merklich verschmählert worden ... so haben sie einwohnern vnndt erbgenahmen einhelliglich ... gutt befunden, das sie die theilungh der wiesen vndt ländereyen zusammen ziehen, andere stöck ... machen wollen vnndt sollen, damit jeder sein von rechtswegen gebührendes vnndt in pessessione ... habendes gutt zusammen ziehen vnndt in einem nutzbaren ... stock bringen möge
    1724 Hanssen,AgrhistAbh. II 33
XII best. Menge

XII 1 best. aufgeschichtete Menge von Heu oder Getreidegarben; auch als Flächenmaß: Land von der Größe, dass ein Stock davon geerntet werden kann
  • ain mannmad wisen ... ligend an Dollendorffer ried ... und ainen stock an Hailen wis
    1448 HeiligkreuztalUB. II 280
  • [N. verkauft] ain hengst, ain stöckli höw, ain karren und alles sin buwgeschier
    1470 SchweizId. VI 1587
  • T. sölle in stöcken und sonst ghalteren vil kernen bestelt und koufft haben
    1585 SchweizId. X 1699
  • [Verkaufsanzeige:] en stock (stöckli) heu, embd, futter
    18. Jh. SchweizId. X 1698
XII 2
best. aufgehäufte Menge eines schüttfähigen Stoffes (Korn, Trauben ua.); insb.: für einen Brau- bzw. Keltervorgang erforderliche Menge (an Gerste/Trauben); auch als Volumenmaß
  • [der Sigrist erhält] 6 eimer wißen und fier eimer roten win und von jedem truckten st[ock] im schenkhoff ze herpstzit 1 kopf
    1434 SchweizId. X 1699
  • sollen die grundtherren, die pawleüt im abtailen des weins, vnd in abkaw̆ffen der stoͤck, zimlich vnd genedig halten, damit die pawleüt des, vnd für jr torgklgeschirr, wo sy das herleihen, ain ergetzlichait haben
    TirolLO. 1526 f iijv
  • welchen baw̆leuten aber von alter her, auß gerechtigkait, zůgelassen ... daß jnen von vier v̆ren lautters mosts, wann die im aufschütten des prastlats, herauß gerunnen sein, ain v̆rn vom stock gegeben worden ist, denen soll mans noch also geben
    TirolLO. 1573 V 34
  • dat een jeder [bruwerknecht] sine daren, so oft he enen stock korns affdrögen will, rein fegen ... schal
    1594 HambHandw. 541
  • stock: ein getraidemaaß in Hamburg, wird zu gerste und hafer gebraucht, haͤlt 1 1/2 last à 2 wispel, à 10 scheffel
    1794 Jacobsson,TechnWB. VII 456
  • vor iv stoke haber vor yczlichen stok viii gr.
    oJ. Kaindl,Karpath. I 139
XII 3 best. (kegelstumpfartig geformte) Menge eines streichfähigen Stoffes, zB. Schmalz, Talg, Wachs; als Handelseinheit
  • dis is der underkouff, den man underkoufferen gheven sal ... eyn stock off eyne schijve wass 3 s.
    nach 1400 KölnAkten II 130
  • es mag ouch ein jeglicher metzger das unstlitt und das schmaltz, das er macht von dem vich, so er metzget, verkoffen in sinem huss, und by bechern, by pfunden oder wie er wil; aber by grossen stoͤkken, by zentnern und halben zentnern und by vierlingen schmaltz mugent sy in der metzgg ... verkoffen
    1431 ZürichStB. III 51
  • 12 stocke talges
    1458/60 HansUB. VIII 593
XII 4 best. in Form gebrachte Menge an Salz oder Zucker
  • 2 stöckh candis und ein has
    Anf. 18. Jh. BaselJb. 1897 S. 171
  • 6 stöck zucker: 7 [gl.] 15 [kr.]
    1741 SchaffhBeitr. 38 (1961) 128
  • niderlaggelt: ... ab 1 stock salz 1 pfenning
    1758 Salzburg/ÖW. I 241
XIII Bestand, Anzahl zusammengehöriger Teile

XIII 1 Gesamtheit, Bestand
  • were, dass ein scheffen ... sich mishilte ... vnd den scheffenstaul verwirckte, hetten ir gnaden den selbigen verbrecher dess scheffenstaulss vnd auch dess stocks der lehengeutter, daruff er ein scheffen erwellet, zu entsetzen
    1594 Mosel/GrW. II 812
  • werden sämptliche tucker bey dem stocke [der Privilegien], so von der königl. regierung ... ihnen zur nachricht ertheilet worden, gelaßen
    1696 WollinTucker. 182
  • ein stock vieh ... eine menge zu einem grundstück gehörigen viehes
    1801 Adelung2 IV 390
XIII 2 wie Judizialstock 
  • stock wird die ganze sammlung von acten in einzelnen streithaͤndeln genannt
    1766 KamLex. 112
XIII 3 wie Steuerstock 
  • daß ... die guͤter bey jedem stock, wohin sie gehoͤrig, bleiben und in ein ander catastrum nicht gezogen werden sollen
    1731 HessSamml. II 244
XIII 4 eine zusammengehörende Anzahl von Häusern, Häuserblock, städt. Bezirk
  • diss ist die ordnung, alz schultheis vnd rete geordent haͮnt die statt ... in vier teil ze reisend [zum Kriegsdienst (dh. zur Aushebung von Soldaten) heranziehend] ... item des ersten der stok, da M.Z. an sitzt ... sol sin ein teil. item der ander teil: der stok, da Vͦ.T. an sitzzet ... ist oͮch ein teil. item der drittel: der stok, da H.Z. an sitzet ... item der vierde teil: der stok, da die S. an sitzt
    1405 Argovia 25 (1894) 45
  • als ein junger kiefermeister sein neues meisterstück um den stock mit spilleuthen thun herumfürhen lassen
    1757 Alemannia 25 (1898) 83
XIII 5 Vermögensbestand, Kapital (iU. zu den Zinsen)
  • provision heißt bei kauffleuten der vorrath, stock, die valuta oder der werth, woraus ein wechßler die zahlung eines auf ihn gezogenen wechsels hernimmt oder ihm dieselbe gut gethan wird
    1741 Zedler 29 Sp. 1007
  • wenn ihr nun tausend gulden anleget und alle zinsen zu dem stocke schlaget
    1766 Sonnenfels,GesSchr. II 360
XIV Behälter für Geld und (wertvolle, wichtige) Gegenstände

XIV 1 kirchlicher Opferstock, Spendenkasten, Almosenbehälter
  • [Gefangennahme] umb deuf von der siechen wegen von sant N., daz ich irn stokch het aufgeprochen
    1356 RegensbUB. II 83
  • sollen wir eẏnen stok setzen in dẏ vůrg[enante] cappelen oder da vůr, unde waz da in geoppert unde geworffen wirt dorch daz jar, daz sal eẏn dretteẏl unsers ... parners sin
    1385 DChr. IV 1 S. 137
  • van den offer op altaren, ... in stocken of anderswaer en sal die persoen [der Pastor] niet hebben
    1421 BelgMus. 2 (1838) 168
  • von des stocks wegen, so die von Z. in der pfarrkirchen gern han woͤlten
    1430 ArgauLsch. V 39
  • mit ruden zu der stat ussgehauwen umb deswillen, das er zu sant N. im stocke angelte mit eyner lyme ruden
    1444 Rau,BeitrFrkf. 167
  • so eyner eynen stock, darjnne men de hilgen almissen sammelt, vpbryckt ... vnde de stock steyt vp deme gewygeden: men schal sulken deeff ok vorbernen
    1510 BambHGO.(Barkhusen) Art. 199
  • es sol ouch inn yeder styfft unnd pfarren ein stock gemacht unnd daran mit grossen buͤchstaben geschryben werden, das, wer die armen etwas stüren, dasselb inn den stock stossen woͤlle
    1523 Straßburg/Sehling,EvKO. XX 1 S. 113
  • haben wir vnnd gemeyne stende des reichs ... geordent, das inn allen pfarrkirchen, inn stetten, vnd auff dem landt, eyn besonder stock oder trůhen gesetzt, vnd das volck ... durch die prediger zumm fleissigsten ermanet werden sollen, jre hülff ... vnserm christenlichen kriegßuolck, welches wider die vnglaubigen vnsern heyligen glauben vnd vatterlandt beschirmmen soll ... zůreichen
    RAbsch. 1542(Speyer) Art. 107
  • den stock im spittal in der sacristey erbrochen, 90 fl. heraus gestolen, ... mit ruten ausgestrichen
    1594 SchmidtScharfRiTb. 102
XIV 2 städt. Almosenbehälter, Armenkasse; öffentliche Armenfürsorge, auch: wie Stockalmosen, Stockamt (II); den Stock abbrechen die öffentliche Unterstützung entziehen
  • [Aufforderung das bruderschaftliche Vermögen] in den gemainen stock des almusens haußarmer leute zulegen
    1524 Schoenlank,NürnbGesellenw. 368
  • was die provisoren ... der armen mit dem umgehen kriegen ..., solches soll man in ein stock oder kist, mit zweien oder dreien schlössern versorget, werfen
    1558 Jülich-Berg/QNPrivatR. II 1 S. 352
  • der zugebne zum stock soll schweren ... einem stockmeister und den vieren und ihrem befelch gehorsam und gegenwärtig zu sein
    1613 SGallenStB. II 406
  • welcher ohne sonderbaren gunst ... eines kleinen rahts von landt laufft und dem stockh und dem spital sein weib und kinder zu erhalten auff den halß richt, der solle sein zunfft und burgerrecht verlohren haben
    1673 SGallenStB. II 49
  • [falls] man deß stockhs recht und ordnung nicht hielte ... [soll man] den unwürdigen nach gestaltsamme der sach den stock abbrechen
    1673 SGallenStB. II 407
  • weil auch ein guter theil der knechten, so an dem burgerwerckh seind, neben demselbigen auch deß stockhs genießen, alß solle fürohin denjenigen burgerknechten, die an dem werckh gehalten werden, der stockh gänzlich abgestrickht sein
    1673 SGallenStB. II 377
XIV 3 Geldbehälter zur Aufbewahrung von Einnahmen, Kasse; insb. Geldkasten an einer Zollstelle; über den Stock gehen die Kasse abrechnen
  • der ... gredmaister ... haͮt gesworn, was da valli in der gred und hie us, das er das unverzogenlich in den stok legi und kainen pfenning u̍ber nacht behab
    1389 KonstanzKaufhaus 47
  • wend sy aber ainen stock haben, dar in si ir bůsßgelt oder swergelt legen muͥgent, das sond sy mitt vnserm erloͮben thůn
    1430 ArgauLsch. V 39
  • wenn man uber den stok gaͮtt, sol man dem schriber geben ij sch., dem zoler ij plh.
    nach 1460 BruggStR. 43
  • wann die heyligenpfleger ... rechnung thůn woͤllen ... daz man nit uͤber den stock gang, es sey dann auch ain anwalt von unserm gotzhaws dabey
    um 1495 WürtLändlRQ. III 225
  • 5 ß ... zů zoll in den stock 
    1497 LaupenAmtsbez. 60
  • [haben wir] den stock, darinn der gestraftenn geltt ingesamblet gewesen, dem strandtvogt, den armen zu Luͤbeck zu uͤbergeben gereichet
    1590 Fichard,Arch. II 254
  • [zoll:] wulli tuch gibt in den stock stettgelt 1 ß d.
    16. Jh.? KonstanzWirtschR. 126
XIV 4 verschließbare Truhe, Lade (I 2) zur Aufbewahrung amtl. Gegenstände
  • slotel to dem stock ... dar dat segel yn is, dar men ... alle gerichtzbrieve mit besegelt
    15. Jh. BeitrWerden 10 (1904) 114
XV
Bienenstock, -korb; auch: Bienenvolk, -schwarm
bdv.: Imme (I)
  • ob auch ainem ain swarm pein abgieng von seinem stok, lai es sich an in seinen steken, so fessent er in wol und ist auch davon niemands nichts schuldig
    1498 OÖsterr./ÖW. XIII 76
  • seind die binen, welliche sich auff deinen baum gesetzt haben, ehe vnd zuuor du sie in stock gefaßt hast, nit eher dein
    Gobler,Inst. 1552 Bl. 32v
  • hat einer immen in seinem stocke und sie fliegen aus und er folget ihnen nach, so seyn und bleiben sie ihm, so lange er sie in gesichte hat, und darnach nicht mehr, sondern sind gemein und wer sie kriegt, der behaͤlt sie mit rechte
    1717 Blüting,Gl. III 50
  • [verfügungen] wodurch das rauben der bienen verhindert und diejenigen stöcke, unter denen es eingerissen ist, davon wieder entwöhnt werden
    1794 PreußALR. I 9 § 126
  • so bald der eigenthümer des schwärmenden stocks die verfolgung gänzlich aufgegeben hat, ist der eigenthümer des grundes und bodens, auf welchem der schwarm gefunden wird, denselben einzufangen berechtigt
    1794 PreußALR. I 9 § 124
  • [schulmeistern werden] 15 stock alte immen ... contributionsfrey passiret
    1806 Schlegel,HannovKR. V 325
  • geven die bijen tiende van dat elfde stuck ofte caer, te weten van den stock, dat is te verstaen dat van den eersten swermen compt
    oJ. PublLimb. 4 (1867) 311
XVI Totensarg
bdv.: Sarg (I)
  • 2 scl. vor 1 stock dar E.L. inne begrauen wart
    1464 NdJb. 39 (1913) 114
  • [bei der Bestattung] brach das seil entzwei, das bei den füßen was, vnnd der boum schoß inn das grab, das V. kumbt vff die füß zů ston in dem stock 
    1515 HalleNeudr. 55/56 S. 145
XVII Walktrog, -stock in einer Walkmühle
  • sol man daz tůch wegen und mezzen vor e daz man ez in den stoch pringe. hat der lod seines rehtes niht, so sol man in ... en driu sneiden
    1310/12 MünchenStR.(Dirr) 218
  • ez sol chain walcher chainem zawer in den stock nicht mer lazzen werffen dann zway můder oder ainen mantel
    um 1365 MünchenStR.(Dirr) 461
XVIII Holzgestell, Rahmen
  • brochte yenych man ruware, dede hangede in eme spete edder in eme stocke und were dar to ghebunden, de schal men erst aflosen, er men dar na dinget
    1445 Lübeck/Keutgen,Urk. 338
XIX bergm.: unregelmäßig geformte Erzlagerstätte oder Gesteinsmasse
  • ein anderer [gang] aber der sich in die lenge vnd breite gezogenn hatt, nymmet ein großen teil des orts ein, welchen ich pfleg ein geschütte oder stoͤck zůnennen, dann es ist nichts anders, dann ein ort, das mitt etwas deren dingen, die auß der erden ghauwen, überschüttet wirt
    1557 Agricola 34
  • man grebt auch eisen vnnd stahelstein auß streichenden gengen, fletzen und stoͤcken 
    1562 Mathesius,Sarepta 201r
  • [wenn] gewerken um miethlich schaͤcht- oder schacht-recht zu bauen anlangen, kann unser berg-richter auch dieselben verleihen und zu jedem schacht einen stock gebürg ... von 60 berg-klaftern lang, und so viel breit ausstecken
    1731 VorderöstBO. Art. 16
  • stock: in bergwercken, wann ein erz in die breite offt uͤber 7 lachter maͤchtig bricht, und man kein streichen in die laͤnge erkennen kan
    1741 Frisch II 338
XX Geländeterrasse, ebener Absatz in einem Hang
  • ob ain maur oder ain gstetten nider sass in dem berg oder ain andern zue schaden in sein weingarten das im zu schaden käm, so soll der ober, dem die gstetten ... gefallen ist, fuder raumen am dritten tag ... tet er des nicht, so mag der unter das erdrich in sein stock setzen
    16. Jh. NÖsterr./ÖW. VII 347
XXI Schleuse; aufziehbares Brett (an Wehr oder Schleuse) zur Regulierung des Wasserstands
  • habe [ich] auch also den stog offen stehen lassen, das der fisch dürchgehen möge
    1578 Nostitz,Haushaltb. 10
  • sall der moller ... den [Mühl-]graben ... tieffer machen lassen, ein uberfhal ader breiten stog und rinnen dort einlegen, damit man das wasser der molen zu gut lauffen lassen und halten kann
    1578 Nostitz,Haushaltb. 37
  • ists von nodten, so kan man das wasser im dorffe durch einen grossen stog halten und ablassen
    1578 Nostitz,Haushaltb. 57
XXII Formstück, Model 

XXII 1 Schusterleisten, hölzernes Formstück zur Herstellung von Schuhen
  • di schuester sollen di schuech woll wirchen, woll reiben und in dem stock woll tretten und woll schmiern
    1440/47 OÖsterr./ÖW. XII 434
XXII 2 Formstück zum Ausformen von Metallgegenständen durch Hämmern und Treiben
  • daß die waagmacher allein die moͤssenen schaalen, so man in den stoͤcken schlagen kann, machen moͤgen ... deßgleichen soll den rothschmieden ungewehrt seyn, gegossene beck ... zu machen
    1694 Gatterer,TechnolMag. I 101
XXIII Stempel zum Aufdrücken eines Motivs

XXIII 1 Münzprägestempel, -stock; Stock und Eisen unterer und oberer Münzprägestempel; meton.: Münzstätte, Arbeitsplatz eines Münzers (II) 
  • wanne me nigge penninge sleyd in unseme lande, de schal men varen unde kesen vor deme stocke, dar men de sleyd, dat se alse gud unde lodich sin
    1382 GöttingenUB. I 318
  • welre lantmann also silber zů unserme stocke bringet, dem sol der, der von unsere stette wegen do sitzet, also vil darumbe geben, alz es danne unser stat uberkumet
    1391 Cahn,StraßbMünzg. 162
  • [dass] dz gelt so die von von Lutzern müntzen werden ... von dem stok daselbs ze Lutzern sol genomen vnd versucht werden vnd niendert anderswa
    1425 EidgAbsch. II 732
  • wenn ... der maister ainer ... mit dem tod abget und sein stokch und maisterschaft in der müns ledig wirdet ... so sol unser munsmaister ... denselben stokch ... ainem verleichen, der uns ... füglichen sei
    1443 JbKunsthistKaiserh. 17 (1896) p. 131
  • N.E. sigilschneider, wegen schneidung stok und eisen zu gemainer stat raitphennigen ... zalt 5 fl.
    1571 JbKunsthistKaiserh. 18 (1897) p. 95
  • zalt ich dem T.H. ... wegen dass er anjezo ainen stock zu denen verehr- oder ratspfenningen gemacht, uber beschechnen abbruch 1 fl. 6 sh. dn.
    1616 JbKunsthistKaiserh. 18 (1897) p. 181
  • [dass] auch die handwercker, welche die zum muͤntz-gepraͤg erforderliche instrumenta und materialia verfertigen, bey schwerer arbitrari straffe gehalten seyn sollen, ohne vorwissen ihrer obrigkeit, solche ... stoͤcke, schneid- und druckwerck samt den praͤg-stoͤcken nicht zu machen noch auszubessern
    1667 RAbsch. IV 52
  • wegen gemünzter falscher H. doppelgroschen ... soll man den von ihm [rechenpfenningmacher] der verfertigten stöcke halber angegebenen [P. hören]
    1692 QFGNürnb. 35 S. 261
  • 1 paar stöck zu halben ducaten ... der avers ... mit srmi. brustbild ... auf dem revers die 3 haubtschild
    1779 Wielandt,BadMünzG. 355
XXIII 2 im Buchdruck: Druckstock für Buchverzierungen; auch: Buchbinderstempel zum Prägen des Bucheinbands
  • stock: bey den buchbindern, ein stempel, den sie auf die buͤcher drucken
    1741 Frisch II 338
  • stock: ... nennen die setzer ... eine in holz ausgeschnittene zeichnung, finalstock, vignette, leiste
    1794 Jacobsson,TechnWB. VII 456
XXIV Geschütz, Kanone
  • daer zy vonden eenige engienen, te wetene twee crappaudeelen, twee colovrinen ende vive andere stocken ghenaemt ribaudekens
    1477 AnnFlandre 10 (1848) 472
  • zo wanneer de zelve ghezellen scieten zullen ... met eeneghe vanden grooten stocken vander zelver stede, het zy met serpentynen, hacquebussen ende andere diere ghelycke, zo zullen de zelve vander wet hemlieden daer toe gheven ... pourdre ende loot met datter toebehoort
    1510 AnnFlandre 25 (1873) 402
XXV wie Stockzahn 
  • welcher hat ein posen zan. stock, storren, wie sie sind getan, und stumpf, die ganz in dem fleisch stan
    15. Jh. Keller,Fastnsp. I 377
unter Ausschluss der Schreibform(en):
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