Deutsches Rechtswörterbuch (DRW): Stockhaus

Stockhaus

, n.

automatisch generierte Links zu anderen historischen Wörterbüchern:

I Gefängnis, Haftlokal; häufig mit Stöcken (VI 1), Hand- und Beinschließen versehen
  • swer darnach [winglocke] begriffen wirt an lieht, ist er ein unversprochen man, den sol man uf den sal fuͤren. wirt aber ein versprochen man begriffen, den sol man uf daz stochus legen
    1341/42? WürzbPol. 49
  • heimbliche handtwercker ... scholen und moegen de amptman edder hardesvoigt in dat stockhus gefenglick innehmen laten
    1561 Beccau,Husum 345
  • diese unthat hat der gedachte herr pfarrer dem herrn commandanten K.E. geklagt, worauf der soldat in das stockhaus gefuͤhret; ob er aber deswegen gestraft, hat man ganz nicht erfahren koͤnnen
    1640 Ledebur,Arch. XV 249
  • die schwedische haben ... wo sie ein wolhäbigen bauren ... erwischt, gebunden mit sich geführt, alsdann ins stockhauß in eisen geschlagen
    1. Hälfte 17. Jh. FreibDiözArch. 23 (1893) 332
  • an einen schub-karn angeschlossene und des tages hindurch schantzende, des nachts aber zu M. im stock-hauß sitzen muͤßende mit-bruͤder
    1737 Faber,Staatskanzlei 70 S. 20
  • unter straf leiblichen arrestes und Kaiserswerther stockhauses soll niemand nach dem ersten merz ohne des äigentumberen erlaubnus auf einem fremden felt kraut oder salat suchen
    1762 RhW. II 2 S. 133
  • wer wilddieberey treibt wird ins stockhaus geliefert
    1780 Foesser,JagdStrR. 95
  • mit 48stuͤndigen krummliegen im stockhause bestraft
    1785 BrschwWolfenbPromt. III 205
  • [untersuchung der verbrechen soll] von denenjenigen gerichten auf dem lande, welche den arrestanten, inquisiten oder zuͤchtling in das staͤdtische stock- oder zuchthaus gegeben, zu fuͤhren seyn
    1794 Schwarz,LausWB. V 85
II in Frankfurt a.M.: Bordell, Freudenhaus; benannt nach dem Stocker (I), der darüber Aufsicht führt
III zu einem Stockgut (II) gehöriges (Haupt-)Haus
  • die aeltern derer zukuͤnftigen eheleute ... pflegen unter sich zu verabreden, ob und was der in's stockhauß fremd einkommende ehegatten nebst dem heirathsgut einbringen soll
    1785 Kamptz,PreußProvR. III 497
  • in denen aemtern Pruͤm, Schoͤnecken und Schoͤnberg wird nun das heirathsgut faͤllig, wenn der nachgebohrne sich ausheirathet, oder aber nach erreichtem 25jaͤhrigen alters aus dem stockhauß selbst aparice haußhaltung fuͤr sich fuͤhrt
    1785 Kamptz,PreußProvR. III 499
unter Ausschluss der Schreibform(en):