Deutsches Rechtswörterbuch (DRW): Strand

Strand

, m.


I flach abfallender Uferbereich, sandiger oder kiesiger Gewässerrand, insb. am Meer; Küstenstreifen; insb. im Hinblick auf Strandgut (I) und Bernsteinfang, auch als Ort für Handels- und Ladevorgänge
bdv.: Seestrand
vgl. Sand (II)
  • ic agnian wylle to agenre æhte ðæt ðæt ic hæbbe ⁊ næfre ðe myntan ... wudes ne feldes, landes ne strandes, wealtes ne wæteres [ich will als eigen Gut behaupten, was ich habe, und niemals dir etwas zudenken ... an Wald noch Feld, an Land noch Strand, an Wald noch Gewässer] 
    um 1020/60 (Hs. um 1100) Liebermann,AgsG. Becwæð 3
  • welc man guth vindet vpme strande ofte in der se bi deme strande, de sal dat witlic don tho dere naghesten woninghe ... mer vint en man gůt in der se ofte vpme strande vnde verhelet dat, eme sal ene holden vor enen def des gůdes
    um 1300 RigaStR. 198
  • vmme straten vnde strant reyne to holdende ... dat holde man na older wonheit
    um 1400 Rostock/MecklUB. 24 S. 147
  • haben de stede gesprochin van deme zeevundesschen gutte an der hern strande gefunden
    1411 HanseRez. VI 38
  • ok schal nen schiper ballast edder yeniger leye vnbledicheit vd den schepen vp den strant werpen
    1412 RigaBurspr. 147
  • efte dar ok sevunt queme oppe den strant, dar schole wy heghen myd alleme vlyte to des closters byhof
    1421 SchleswHUSamml. I 290
  • haben die von Danczk vorgegeben von erem strande by erer munde an der zee, das der sere unfrey ist; so lewte schiffbrechtig werden und czu lande lebendich komen, so worden sie von den gebauren doselbest geslagen und in das holtcz und struch gebunden. und des zeefundes, wie unser herren den haben wellen und doch den monchen in der O. der strandt czugehoret
    1449 HanseRez.2 III 440
  • dat van wyndes vnde stormes weghen vth der wylden zee eyn schipp myt vns in den stranth sluch, dar done de vnsen thu qwemen vnde redden done lude ghuth vnde schipp
    1463 LübUB. X 328
  • [dass die Kösliner] ere ghude uppe eren stranden möghen quit vnde vrygh schepen tho water yn vnde uth
    1480 Benno,Köslin 216
  • des groten strandes nimpt sik meines gnedigen heern amptman an; it si denne, dat etliche sonderbare privilegien up den strand edder fredesamen besitz desulven hedden
    vor 1531 RügenLR. Kap. 5 § 2
  • findet iemandt schiffbruͤchig gut am strande ... das sol er vberantworten der nehesten oͤbrigkeit
    1586 LübStat. VI 3 § 4
  • van demjenigen, was am ... sandt vnnd strandt geborgen werdt, schall der twintigsten penning genamen werden
    1602 J. Schuback, Commentarius de Iure Littoris (Hamburg 1751) 363
  • 4 tuͤrckische galeen wurden erobert, eine zu grund geschossen und acht an den strand gejagt
    DiarEurop. 7 (1662) 477
  • niemand von denen am strande wohnenden unterthanen soll sich unterstehen, einiges gestrandetes gut in sein hauß zu nehmen
    1727 PreußSeeR. IX 10
  • soll sich keiner unterstehen vom strande wegzubleiben, wen der dorfgeschworne umlauffen läßt
    1747 SchleswDorfO. 884
  • verordnung zur aufhebung der fuͤrbitte fuͤr den strand ... in unsern an der seekuͤste gelegenen kirchen
    1777 GesSammlMecklSchwerin II 204
  • die personen und guͤter, die durch schifbruch verungluͤckt und am strande ausgeworfen waren, gehoͤrten dem ersten, der sich ihrer bemaͤchtigt hatte, und nachher, vermoͤg des staatseigenthumsrechts, dem landesherrn
    1785 Fischer,KamPolR. I 420
  • wenn stürmwinde aufstehen ... sollen die schulzen vnd rathsleute aller dörffer schuldig vnd verpflichtet sein, sich an den strand zu verfügen vnd zu sehen, ob schiffe vorhanden, die jhrer hülfe und rettung bedörffen möchten
    oJ. Beck,DanzigerNehrung 182
II mnl.
Bucht, Meeresarm
  • si worden enen strant ghewaer, die een oever hadde
    1431 MnlWB. VII 2275
unter Ausschluss der Schreibform(en):
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