stümmeln, v., auch 1stümpeln, v.
stümmeln, v., auch 1stümpeln, v.
I
(jn./ein Tier) verstümmeln; (Gliedmaße) abhacken; insb. als Leibesstrafe
bdv.:
bestümmeln,
stückeln (I)
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er rehuop aller êrist den sit / daz man die liute stumbelet bî den ougenMitte 12. Jh. Kchr. V. 7469 Faksimile
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[an Denemarken] eyn koninc vor tugenden wol behut / dher durch sinen obermut / dhe duteschen stummelte unde scande / wa her se vant an sinem landeEnde 13. Jh. BrschwRChr. V. 2319 Faksimile
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do di rauber daz vich niht hin bringen mohten, do stummelten si und erstachen daz selb vich alles ze tod1321 ZSchwabNeuburg 4 (1877) 219
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ist, daz ein vrumer mensch von iemant mit chnutteln geslagen wiert, und wiert dez uwer wunden mit czwain erwern mannen, man stuml im di hantum 1330 BrünnRQ. 359 Faksimile
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[L.] verbot allen ir lenluten, das si enkein guot buwtin, ... taeten si es darüber, so woelt er si darumb stumellen vnd vbel handen1387? ArchSchweizG. 17 (1871) 176
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die peinlich fürgenommene gerichte inn peinlichen sachen seind die jehnige, inn welchen von eyner ... straffe an leib vnd leben als etwa von enthaupten, hencken, verbrennen, stümmeln oder glieder abhawens ... oder sonst eyner jeden anderer schwerer leibstraffe gehandelt wird1565 Damhouder,Praxis 4r Volltext (und Faksimile)
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so schoͤlen se schweren, dat ... dar eine dem anderen moͤtte he em syn lyff nicht nemen, noch siner ledemate ock nicht stummelenJütLow. 1590 II 14 § 3 Volltext (und Faksimile)
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diejenigen, so des meineids überzeuget worden, werden an einem glid gestümplet1667 SchweizId. XI 467 Faksimile
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straffe an leib und leben, als etwa von enthaubten, hencken, verbrennen, stuͤmmeln oder glieder abhawenPreußLR. 1685 VI Tit. 1 Art. 1 § 2
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mit zwo toͤdtlichen wunden am hals und kopff verletzet und an einer hand gestuͤmmeltEinsidlische Chronik (ebd. ²1752) 336
II
jn. enthaupten
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von den gefangenen wurden ihrer 17 mit dem rad gerichtet und 18 mit dem schwerde gestůmpelt1668 Fugger,Ehrensp. 327 Faksimile
III
(Bäume) beschneiden, entästen
bdv.:
schneiteln,
stücken (III)
vgl.
Stümmelung (II)
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daß im die uf sinem eigenen guot frefenlich wider sinen willen und ane sin wissent ein boun gestümbelt hant1383 SchweizId. XI 437 Faksimile
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das er mich den baum stümmeln, als recht ist, lassenn sol ... thetten aber die wurtzeln dem grunde meins hauß schaden, clag also von M., der hat einen baum in seinem garten, des selben baums wurtzel der schwellen meinem hauß schaden thůt1436 (ed. 1516) Klagsp.(Brant) 26r Faksimile
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der ein baum stümmlet oder abhawet an dem end, da weder sunderlich noch gemeiner weg ist, felt der baum on sunder fleiß auff einen, der da get, er ist nit pflichtig1536 Gobler,GerProz. 85r Volltext (und Faksimile)
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welcher eines andern ... paumb abhackht, stümbelt oder anderst verderbt, der solle ... den schaden abtragen1599 NÖLREntw. V 170 § 6
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kainer soll dem andern ainiche ... pämb ohne bewilligung nit stimblen, bei der straf1678 Salzburg/GrW. VI 157 Faksimile
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ob ainer paumb hette, die nicht perhaft sind, die solle er an dem dritten jahr stimblen, die seinem nachtbaurn zu schaden stüenden1705 NÖsterr./ÖW. IX 819 Faksimile
IV
(eine Gerichtssitzung) abbrechen, aussetzen, abkürzen
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[irthumb] derohalben das jhargeding etlich jhar gestümmelt u. nit gehalten worden1508 Kirch,WelferdingenUrk. 23
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es sol in jrer hand [Parteien vor Gericht] nit sein, ein gericht jres gefallens moͤgen halten oder stümmelen, sonder sollen alle ding ergehen, wie recht ist1536 Gobler,GerProz. 3r Volltext (und Faksimile)
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ob das gericht gestummelt wird, soll man anschreyen die oberherren1563 Untermosel/GrW. II 492 Faksimile
V
vermindern, beeinträchtigen, behindern
vgl.
Stümmelung (III)
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daß M. auch die fuhr hab stumlen vnd auffhalten wollen1609 Vilmar,Id. 406
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dahero die schiffer mercklichen abbruch haben und die schifffahrten gestummelt werden1665 Heiman,Neckarschiffer I 263
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wann das maß fehrner sollte gestümlet werden, sy [Inhaber des Weinzehnts] große ursach haben, sich zue beklagen17. Jh. SchweizId. XI 437 Faksimile
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was in jeder fluhr gehört, soll, so viel möglich, gesäet werden, damit die flühr nicht gestümmelt werden1706 SchriesheimW. 303
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armen arbeitern immerdar etwas von ihrem verdienten lohn abzwacken und selbigen stimmeln1715 Hohberg,GCA.⁵ III 1 S. 62