Deutsches Rechtswörterbuch (DRW): Stumpf/stumpf

Stumpf

, m., Stumpen, m.

auch Stump 

I Baumstumpf; auch: Baumstamm
bdv.: Stampf (V)
  • ist, das er [Forstfrevler] der phenninge nüt mac han, so sol er ime die hand vff dem stumphe abe slahen
    1320 Alsatia 1854/55 S. 85
  • sol man ouch demselben zymberman geben von ye dem stumpff 1 s. d. rappen und den rietförstern 4 d. ze stumpfflöse
    1385 VeröfflColmar 1 (1907) 22
  • welcher frömdling ein stumpen abhauwt, ist dem twing verfallen v pf.
    1406 Argovia 4 (1864/65) 314
  • sol jeklicher dem selben, so er also sin holtz gehûwen hette, fûr einen eichînen stumppen geben zechen schilling pfenning, und sus fûr einen stumppen funf
    1414 ZürichStB. II 408
  • wer in das hulz abehibe und es verbäuwet, ... der sult das hulz wider abehauwen oder brechen und sult es wider uf den stumpf furen und sult dedingen umb den schaden gein dem, des das hulz wer ... und wan das hulz uf den stumpf queme, so wer es der gemeinde
    1424 Wertheim/GrW. VI 25
  • hat ain waibel die recht ... zu stoklösse von ainem stumpen vier pfenning
    1432 Thurgau/GrW. I 280
  • wann die fforster in den gesworen welden einen ffunden schaden důn, so tůt yeder stumpff ein pffunt den.
    1471 RappoltsteinUB. IV 504
  • wer es aber, daz einer in dz brenholtz füre, so hatt in niemandt zu rügen dann der schutz, und kompt der schütz dartzu, ee daz er von dem stumpf kompt soweit, daz der schütz dannocht zu dem stumpf mit einem beihel mag werfen, so ist er für zehen schilling pfenning verfallen
    15. Jh. OsterburkenStR. 1046
  • ein jegkliche eych, bůch, birboum und öpfelboͮm ist verbotten an ein pfunt haller und sonst ein jeder stump an 3 ß h.
    1502 ZürichOffn. I 215
  • die kholer sollen ... keinen stumpff uber schuchs hoch uber erden stehen lassen, damit die welde ... nit vergrutzt werden
    1526 RheingauLändlRQ. 94
  • were es aber sach, das ein furster eime also grame were, den he erwoschte, das he ime nit wolte zukosen, so sal der furster kloppen widder den stompf, vnd sal sprechen: herumb muss ich dich rugen
    1542 Wetterau/GrW. III 455
  • [wo in verbotnen höltzern] durch jemands vil stammen holtz gehauen, ... mag man ime erkenner: die hand uff dem stumppen 
    1612 WürtLändlRQ. I 839
  • daß solch holtz nieder und auf dem boden gehauen und kein stump oder stock gemacht und gelassen werde
    1614 CJVenatorio-Forest. III 157
  • fuͤr sparrn ... duͤrfen nur abgaͤngige baͤume und stuͤmpfe genommen werden
    1733 Steiner,Alzenau 255
II Bruchstelle (eines Astes)
bdv.: Storzel
  • wer ainen zaun zeint und kert die stumpf an den ettergerten heraus, als oft ain gerten, als oft 12 ₰
    vor 1510 NÖsterr./ÖW. IX 328
III (menschlicher) Rumpf (I) 
  • [wer einen Markstein ausgräbt,] demselbig soll man ein grueben lassen machen und in darein laßen setzen biß an den halß und ... dem kopf ob der ert lassen abschlagen und daß haup widter auf den stumpf setzen zu einen warzeichen deß marchstain
    um 1600 NÖsterr./ÖW. VIII 803
IV
kleiner (oder nicht ganz befüllter) Sack; als Maß- und Handelseinheit, insb. für Safran
  • fonn zima ... hond wir nit mer verkoufftt den 2 seck, 3 stumpf núw zu 3 fl. 3 ortt und von dem alten 1 sack, 2 stumpf zu 3 1/2 fl.
    1478 Schulte,Ravensburg III 336
  • wegenn deß seezolls: ... 1/2 centner saffran 10 ß, item ein yeder stumpff saffran git 5 ß.
    1510 ZSchweizG. 18 (1938) 186
  • [so] burger ruoben, ops oder dergleichen mit inen füerten, sollen si von iedem stumpen ... ain pfening geben
    1552 ÜberlingenStR. 411
  • aus demselben nohm hat er einen stompff saffran gefurt
    oJ. Schlesien/NphilMitt. 28 (1927) 14
V wie Strumpf (I) 
  • [denen von der kaufleüt stuben ist erlaubt] ein bar gestrickte stimpff, drey oder biß in vier gulden werth, vnnd hoͤcher nit, zutragen
    AugsbKleidO. 1582 Bl. 3v
unter Ausschluss der Schreibform(en):

stumpf

, adj.

unscharf, ohne scharfe (I) Klinge; abgestumpft
  • bicken, cratczen, kilhouwen, mersel mac er [smid] auch wol scherpfen unde stelen, wen si stumph sin
    1357/87 MeißenRB.(Oppitz) V 11 Dist. 2
  • ein jglich schmied, der nicht schmiderecht hat in weichbilde, der mag wol schmieden ohne vor alles, das man pfleget zuuerziehnen; ... was er aber des dinges selber bedarff, die mag er jm wol schmieden; picken, kratzen, keillhawen, meissel, die mag er wol stehlen vnd scherffen, so sie stumpff sein
    1408 (ed. 1574) Ekhardi,MagdebR. VIII 15, 2
  • es soͤllen och die siechen weder tegen noch messer tragen anders dann ein stumpf, abgebrochen scheidmesser, damit sy brot schnident, by der vorgenanten bůsß
    Anf. 16. Jh. LuzernSTQ. IV 204
  • schrifftgiesser betruͤgen ... wenn sie zu dem zeug mehr bley als harte materie nehmen, und dadurch denselben zu weich machen, damit die schrifft desto ehender stumpf wird
    1761 Hönn,Betrugslex. 406
unter Ausschluss der Schreibform(en):