Tagwaner, m., entstellt Tagenauer, Tauner, m.

Tauer uä., formenreich
I in der Stadt: nicht sesshafter Gelegenheitsarbeiter; Taglöhner
  • tagwanner
    1424 Fecht,ZürichGew. 11
  • wenn in üwer statt dehein frömd, unerkant lüt, es syen bilgri, bettler, buoben, tagwaner oder ander ... kemen
    1445 SchweizId. XVI 48 Faksimile
  • [Brückenabgabe:] die umbgenden tagwaner, schnider und ander varend lüt gibt einer zum jar ein plaphart
    1497 LaupenAmtsbez. 60 Faksimile
  • [die gúlt der núwen brugg halb:] ze H. iii, git jeglicher i korst rocken und i tagwaner i groß meß
    15. Jh. ArchBern 39, 2 (1948) 261 [hierher?]
  • [es wird niemand zum Neubürger aufgenommen] dan man jetzunder sunst vill douwneren hab
    1591 Argovia 67 (1955) 242
  • sol niemand weder den handwaͤrcksluͤthen noch tagweren ihre lid- vnd tagloͤhn vber ein halb jar vß ... hinderhalten
    1616 WaadtStat. 250 Faksimile
II (sesshafter, frondienstpflichtiger) Kleinbauer; oft im Nebenerwerb als Landarbeiter bei einem Bauern, als Heimarbeiter oder Handwerker tätig
bdv.: Tagsasse
Sachhinweis: Maurer,Dorfv. I 328
  • einer der da sesshafft ist vnd ist er ein tauwner, so sol er dem vogt des jahrs ein tauwen thun, vnd im damit han gedienet
    1484 Zürich/GrW. I 138 Faksimile
  • eyn tagner mag han eyn roß, eyn kug vnnd eyn kalb, darzu vier süw vnnd zechen hüner
    1538 Pestalutz I 214
  • es sol ein gmeind von Opfikon zwen von denen so die hoef vnd güetter buwent vnd einen von den dagnouwern erwellen, die soellent ... schweren, holz vnd feld zuo schirmen
    1549 Schauberg,Z. 1 (1844) 134 Faksimile
  • [Klage,] das sy [Vollbauern] die tauwner us den gemainden zue zeiten usschliessendt, item wann sy kirchen rechnung oder des innemens und usgebens verhandlent, sy die tauwner gar nit dartzue beruffendt
    1572 Bächtold,BeitrSchaffh. 82
  • söllend weder die, so uff den höffen sitzend, die minderen puren nach die tagnoüwer, so behußungen hand, dheine frömbden ynzügling uf- und annëmmen
    1584 ZürichOffn. I 101 Faksimile
  • so denne sind 6 thauwner, hend ouch für und liecht, sitzen aber in zins hüser und hand nit, dan das si mit ir erbeit gwinen, und mugen kum ir kind erzien
    16. Jh. ArchBern 40 (1949) 183
  • ein jeder tagwöner zu H., so ein kuo vermag, der sölle keine geißen haben
    1609 Argovia 9 (1876) 149 Faksimile
  • die tauwner belangend, ob schon selbige auf den velderen und in den höltzeren kein recht habend, ist ihnen jedoch aus mitleiden, und damit sy sich auch desto bas durchbringen und erhalten könnind, nachgelassen worden, daß die jenigen, die auch acheren aufem veld habend, jeder drü alte schaf und zwöy gewinterte schwein auf die sümmerung und weydfahrt tryben möge
    1650 ArchBern 40 (1949) 140
  • zumalen dorten nur einige arme haußleuth mit den thonern oder jahrsknechten in den aufferbawten nebenhäuslin bey der meyerei gleich seind
    1714 Alemannia 10 (1882) 175
  • [bettler sollen] auß dem land verschickt werden, welches den bauren und taunern die groͤste erleichterung und nutz seyn wird
    1714 Segesser,LuzernRG. III 2 S. 215