Taufbuch, n.

auch dim.
I Verzeichnis einer Kirchengemeinde, in das die vorgenommenen Taufen (I) eingetragen werden; als Teil des allg. Kirchenbuchs oder spezielles Kirchenbuch (I) für Taufen; dient ua. als amtl. anerkanntes Beweismittel für Geburtsdaten, Herkunfts- und Verwandtschaftsverhältnisse
  • dem lenherrn wiset man den buche der kirchen und das daufbuch, den zu buwen und inn buwe zu halten
    15. Jh. Sobernheim/Koeniger,SendQ. 159
  • [soll befolhen sein,] das ... taufregister oder -bücher alle zeit bei den pfarrkirchen verwart werden
    1533 Nürnberg/Sehling,EvKO. XI 281 Faksimile
  • der pfarrherr soll bestellen daz tauffbuch
    16. Jh. PfälzW. II 513
  • der ein erb sein will, soll auf widersprechen sein sippschaft beweisen, ... welches dan entweder mit lebendigen zeugen oder brieflichen urkhunden, alß lehenbrief grundbüecher urbari taufbücher betzetl testamenten heirathbriefen verträgen und dergleichen gefertigten urkhunden ... beschehen khan
    1654 NÖLO. IV 13 § 1
  • wann sich der angegebene vatter hierzu [Vaterschaft eines unehelichen Kindes] bekennet, so ist es [tauff-buch] alsdann schon richtig, laugnet er es aber, so kan ... bemeltes tauff-buch nichts beweisen
    1670 Abele,Unordn. I 67 Faksimile
  • wann ein zweiffel des alters halber vorfiele, [ist] durch die tauff-, kirch- oder grund-buͤcher ... die verlaͤßlichkeit zu erheben
    1707 SudetenHGO. Art. 6 § 1 Faksimile
  • daß die pfarrer ihre ... confirmations-verzeichnissen, tauff- ehe- todten- rescripten- und notabilien-buͤcher puͤnktlich und ordentlich fuͤhren
    1739 Hartmann,WürtGes. III 224
  • die prediger sollen denen kirchspielskindern keine paͤsse und geburtsbriefe aus ihren tauffbuͤchern ertheilen
    1769 PreußKirchReg. 12
  • daß ... bei der taufe unehelicher kinder niemal der namen des vaters in dem taufbuche eingeschrieben werden solle, es waͤre denn ... [der vater] haͤtte die einschreibung seines bekentnisses selbst verlangt
    1787 HdbchÖstGes. XIII 639 Faksimile
  • blos geistlichen haͤnden zu uͤberlassende urkunden als taufbuͤcher, pfarrmatrikeln
    1790 LexÖstVerordn. 231 Faksimile
  • [Notiz:] dises tauffbuch ist angefangen worden, alß hertzog Christoph die taufbücher anno 1558 das erstemahl im land einführte ..., da sonst im papstum sie nicht üblich gewesen
    18. Jh. BlWürtKG. 37 (1933) 45
  • das taufbuch: ... in den pfarren und bey den kirchen, dasjenige buch, in welches die getauften von dem kirchendiener eingetragen werden; das kirchenbuch
    1801 Adelung² IV 543 Faksimile
  • wir koͤnnen ... den separatisten die selbsttaufe ihrer kinder ... nicht gestatten ... sollte sich einer dieß ungebuͤhrlich herausgenommen haben, so soll zwar das kind nicht wieder getauft, jedoch in der kirche vorgetragen und in das taufbuch eingezeichnet werden
    1805 SammlBadStBl. II 390
  • die auf angeben der mutter erfolgte einschreibung des vaͤterlichen nahmens in das tauf- oder geburtsbuch macht nur dann einen vollstaͤndigen beweis, wenn die einschreibung nach der gesetzlichen vorschrift mit einwilligung des vaters geschehen, und diese einwilligung durch das zeugniß des seelsorgers und des pathen mit dem beysatze, daß er ihnen von person bekannt sey, bestaͤtiget worden ist
    1811 ÖstABGB. § 164 Faksimile
II liturgischer Text zur Taufe (I); insb. in Bezug auf Luthers Deutsches Taufbüchlein als Anweisung für die formgerechte Durchführung einer Taufe
  • [Titel:] das tauff büchlin verdeütscht durch Mart. Luther
    1523 LutherGesAusg. I 12 S. 41
  • wen averst dat kindt nicht gedofft iss edder so men nicht eegendtlich weth, effte idt gedofft si edder nicht, alse dat woll kamen kan, denn de twieffelhafftige döpe hefft in der christlicken versamlinge neuen platz, so schall de prester dat kindt döpen na uthwisinge des döpe-bokes, dat doctor Martinus Lutherus gemaket hefft, lehredt und underrichtet
    1526 Lauenburg/Sehling,EvKO. V 470 Faksimile
  • mit der tauffe sols gehalden werden, wy das teutzsche taufbuchle mit sich bringt und auß weist
    1528 Goslar/Sehling,EvKO. VII 2, 2 S. 237
  • van der hastigen not döpe: so ein kind in der not im huse gedofft is, schölen idt die frouwen, so dar bi gewest, unde gedöfft hebben, in die kercke bringen, dar schall ... de priester ... solcke döpe so gescheen, annehmen unde bestedigen, unde de gevaddern schölen dar sin alse tügen, dat dat kind gedöfft si, unde schöle denn de prester bi dem kinde, midden in der kerken eder vor dem altar lesen dat hilige evangelion, wo in deme döpebökeschen steit, und spreken, den geloven beden, dat vader unse besluten mit deme gebede, de almechtige gott etc.
    1535 Pommern/Sehling,EvKO. IV 330 Faksimile
  • die form und wise to dopende mit dem vorgande exorcissmo, und gebeten, wert geholden, als die in dem dopebokischen d. M. Lutheri beschreven is
    Mitte 16. Jh. Hamburg/Sehling,EvKO. V 559 Faksimile