Tiegel, m.

I Schmelzpfanne, Schmelzgefäß
bdv.: Test (I)
  • sîner heizen flammen tigel / wolte uns hân mit rouche erdemphet
    2. Hälfte 13. Jh. Konr.v.Würzb.(Schröder) III 1, 58
  • scholen de munteheren deme muntemestere dat sulver in den degel towegen unde dat wegegelt darvan to entfangende unde de munteheren dat gelt sulven dem copmanne to gevende, uppe dat de schrodinge verwart blive
    1439 HanseRez.² II 238 Faksimile
  • wo aber jrgent eyner eyns andern müntz vmbreget, oder widerumb inn tiegel brecht vnd geringe müntz darauß mecht, der soll am leib oder gůt nach gestalt der sachen, gestrafft werden
    1532 CCC.(Schöffer) Art. 111 Volltext (und Faksimile)
  • [Übschr.:] ordnung deß tögels
    1601 ForschTirol 3 (1906) 72
  • vom gold- und silber-kauf der juden: ... sollen sie alles gold und silber ... zu unser muͤntz lieffern und ... keine gute grobe sorten auffwechseln, beschneiden, zerbrechen, in die diegel werffen, verschmeltzen, in ... geringere sorten vermuͤntzen lassen
    1679 HessSamml. III 128 Faksimile
  • tiegel-proba ist, so der muͤntzmeister, wenn das beschickte silber im fluß, aus dem tiegel nimmet, ehe er das silber in zaine geust, und probiret, ob es den rechten halt der muͤntze habe, oder er entweder mit roht, oder weis, nachbeschicken muͤsse
    1693 Schönberg,Berginformation Anh. 133
  • degel, zum rothschmied- ... und anderer dergleichen handwerckern dienlich, [sollen] nirgendt anderst wohin ... verkaufft werden
    1694 Gatterer,TechnolMag. I 100 Faksimile
  • wie [es] ... in muͤntz-verfaͤlschungen mit gefundenen werckzeug, tigel, gepraͤg, staͤmpfel, geldt ... zu halten
    1707 SudetenHGO. Art. 5 § 5 Faksimile (Abschnittsbeginn)
  • [eyde der in gold und silber arbeitenden:] daß sie keine reichs- und landesmuͤnze brechen und in tiegel werfen
    1732/93 Schwarz,LausWB. III 317 Faksimile
II Kessel; auch: Küchen-, Ess- und Trinkgefäß; im Pl.: Geschirr
  • weipliche gerade, doreyn gehoren ... kannen, becher, flaschen, schussel, leffel, tischmesser, tegil, morser
    um 1490 RechterWeg I 465
  • welch im sloß ... rumor anfahn oder ander mut willen vbn oder treibn oder tegl brechn ... dieselben sollen ... im turn gestrafft vnd darzw von hof geschafft werden
    1491 VerhNdBayern 18 (1874) 76
  • szo er [küchenmeister] ... depff, diegel vnd pfannen annympt, [sal er] auch zusehen, ob sie guth ... vnd solchs alles in seinen inuentarium schryben
    um 1520? Michelsen,MainzErfurt 19 Faksimile
  • [was zum erbe gehort:] keßlen, keten, scheffel, tigel, morser
    vor 1524 LeipzigSchSpr. 287 Faksimile
  • ein tigel, ein zinen kandel ... keins gehort zu gerade in weichpilde recht
    vor 1524 LeipzigSchSpr. 454 Faksimile
  • ob ainer ein khandl zuckt, dergleichen ein tügl ... und wolt ain werfen oder schlagen, würf er, so ist er fünf gulden verfallen
    1617 NÖsterr./ÖW. VII 76 Faksimile