Tigen, Tiggen, n.

vgl. Digge, Gedigen
I dörfliche Gerichts- und Verwaltungsgemeinde, Steuer- und Gerichtsverband mehrerer Dorfschaften; auch als Korporation (mit Selbstverwaltung); auch die ländliche Verwaltungseinheit bzw. der Gerichtsbezirk
  • das sind die recht die ain herr ... in dem tigen zu G. ... haut
    1387 Allgäu/GrW. VI 294f. Faksimile
  • da sind der getigen zwai, aines nempt man Kemnater tigen, daz sind die güter [folgt Aufzählung] ..., das ander haiszet Greggehofer tigen, daz sind die gut [folgt Aufzählung]
    1387 Allgäu/GrW. VI 295 Faksimile
  • regiuncula theutonice thiggen
    1525 BauernkriegQ. I 328 Faksimile
  • von wegen der gmaind oder digen
    1525 Baumann,Bauernkr. 260
  • aller unkost, der über das schießen gat, würt vom dige bezalt
    um 1560 JbDillingen 20 (1907) 150
II Einwohnerschaft eines Tigens (I)
  • er haͤt ain grosse hinder hůt von korn auf dem kasten ligen, damit spiset er da's gantz tigen
    1500 Alemannia 11 (1883) 239