Deutsches Rechtswörterbuch (DRW): 1Tolk

1Tolk

, m.

Übersetzer, Dolmetscher; Vermittler
vgl. tolken
  • von sweren: einer, der so sweret uff allerley ding, und wort gantz spricht, und sie doch verkeret nach des tolcken vorsprechen, der volferet nicht
    1340 JurPrut.(Mat.) Kap. 89
  • wer he irst unrecht getolket, men zolde den tolke de tunge mit der wortelen afsnyden
    1402 HanseRez. VIII 668
  • de stede [sint] eens geworden, dat men deme tolke to Nougarden orlof geven zal, unde geven eme sin gelt, nu he deme copmanne nicht nutte es
    1405 HanseRez. V 168
  • es ist von nöten den undeutschen ihre tolken zu haben
    1525 Preußen/Sehling,EvKO. IV 32
  • bei der bothschafft muß ein erfarener tolck sein
    1555 RigaRatsarch.
  • von tolken: leider ist es gar schwer und unbequem, dass in diesem fürstenthum viel pfarrherren durch tolken predigen und mit ihren pfarrkindern alle sachen verrichten müssen. sollen derhalben die tolken fleissig bestellet und ja solche leut dazu genommen werden, die eines guten namens und geruchts sind
    1568 Preußen/Sehling,EvKO. IV 87
  • mecler ist ein tolck 
    nach 1578 KönigsbergWillk. 43
  • tolck ... tael-man, interpres
    1599 Kilian3 561
  • interpres: ein tolk, dolmetsch
    1663 Schottel 1089
  • auf welchen tag der koͤnig von M. einen ambassadeur (mit einem tolck, R.B. genannt) ... an den englischen admiral gesandt
    Theatrum Europ. 3 (1670) 873
  • der herr abgesandte gab ihm durch seinen tolck zur antwort, daß sein begehren gar uͤbel gegruͤndet sey, als welches dem allgemeinen voͤlcker-recht und vorzug auswaͤrtiger gesandten schnur stracks entgegen lieffe
    1719 Lünig,TheatrCerem. I 647
unter Ausschluss der Schreibform(en):