Deutsches Rechtswörterbuch (DRW): Treid
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Treid
, n., m.
selten auch Treide
Getreide, Korn (I), auch auf dem Halm (I 1); selten allg.: Feldfrucht; als Grundnahrungsmittel, Abgabe, Handelsware und Teil der Fahrhabe
Getreide, Korn (I), auch auf dem Halm (I 1); selten allg.: Feldfrucht; als Grundnahrungsmittel, Abgabe, Handelsware und Teil der Fahrhabe
bdv.:
Getreide
- von eim mutt traeds ein gast auzzer lants geit iiij phennig ze metzen recht1243 Rauch,Script. I 212
- [H.] sol avch iz dienen an allen dingen, als ander des goteshv̂s gvͦt im dient, swie der dienst ist genant, iz si an phennigen oder an traid1293 Raitenhaslach/CorpAltdtOrUrk. III 12
- chaufet ain man traide an dem marcht aus einer schüssel und swenne er chumpt, da dazselb getraide stet, daz es denne leichter ist, dann man im gezaigt hat ..., der tuet sich des wol mit recht abum 1300 WienStRb. Art. 69Faksimile (ca. 162 KB)
- es mag dhein fraẃ an ires wirtes willen nichtz hin geben, wan daz zerlichs traitz ist in irem haus1346 BairLR.(Schlosser/Schwab) Art. 122
- der ... in kastn zu dienen hiet und dient nit und das traid verkauft, der selb ist ... straffmäßig1391 Steiermark/ÖW. VI 271Faksimile (ca. 50 KB)
- das kain leutgeb ... pargen noch leichen soll auf ungebuntens trait1489 NÖsterr./ÖW. IX 7Faksimile (ca. 44 KB)
- es sol ... der mullnër iedem man ... den traid in die mül tragen und herwider aus das mel, und darumb sol man im geben sein rechte maut und kermël15. Jh. NÖsterr./ÖW. IX 435Faksimile (ca. 47 KB)
- so man gesäet hat den traid, korn und fesen, so gibt man den knechten und diernen den sathan, ye vieren ain gans und yedem ain trincken wein kelhamer aus gnaden1500 Schmeller2 II 334Faksimile - digitalisiert im Rahmen von "austrian literature online (ALO)"
- welt aber yemants mit traydt hanndlen, das mag ain yeder thun, doch das er den traydt weder auf dem marckht ... noch in drey meill wegs, vmb die stat nit khauffe1524 SalzbStPolO. 198
- gemaine varunder hab, alls vich, wein und traidtSalzbLO. 1526 Bl. 36v
- ain yedtlicher lanndtman, mag zu seines haußhabens notdurft, inner lanndes traid kauffen, vnnd on menigklichs irrung, in sein behausung haimfueren, von stett vnd gerichten vnaufgehaltenTirolLO. 1526 d iiijrVolltext (und Faksimile) - in DRQEdit
- feltschaden, als ... obß, dreyt, ruben ... stelen1539 JbFrkLf. 22 (1962) 203Faksimile - digitalisiert vom Münchener Digitalisierungszentrum (MDZ)
- braͤu-haͤuser auffzurichten [ist] auff dem land ... wegen staiger- und vertheurung des traids verbotten1544 CAustr. I 217Faksimile - digitalisiert von der Universitätsbibliothek Heidelberg
- [die einkummen diser armen stat] szein auch desz traids vnd wains wolffel vnd teurung noch vnstät1550 Kremnitz/Zborník Muzeálnej Slovenskej Spoločnosti 4 (1899) 109
- das auch der traid auff der wurtzn oder feld kains wegs mer verkaufft werdeBairLO. 1553 III 4, 5 § 2Volltext (und Faksimile) - in DRQEdit
- soll auch niemandts hie keyn traid, hopffen noch kalch messen ... dann die geschwornen messer1554 AmbergGesatzB. 14rVolltext (und Faksimile) - in DRQEdit
- das zinss schaf oder kastenmass, darnach das schwär traidt gedient und eingenummen wirdt, helt altter mass 19 kandlen1574 MittKrain 4 (1891) 24
- soll auch kainer zu solchen sein grunten mit voller äden oder pflueg über seines nachtbaren angepaut traid faren1594 Oberbayern/GrW. VI 140Faksimile (ca. 293 KB)
- das ringere traid ... so nicht mit der sichel abgeschnitten sondern abgemäht wördt [wird nach der Mahd verzehntet]1599 NÖLREntw. V 162 § 6
- wer traid ... kauft, sol man das schwer traid den metzen streichen und das ring traid haufen16. Jh. NÖsterr./ÖW. VII 9Faksimile (ca. 41 KB)
- außgaben in drait ... zu des spitals haußnotturft1648 Carinthia I 149 (1959) 538
- wan nun iemant paargelt wein traid oder waß sonsten nach der zahl maß oder gewicht außzugeben bräuchig auf widerbezahlung entlehnet, so würd es alßbald sein aigen1654 NÖLO. II 2 § 1
- ein ieder khauf muß auf ein gewissen werth in gelt beschlossen werden, wan diß beschehen, so mag hernach die bezahlung wohl mit andern mitlen, alß traid wein und dergleichen, wie sich beede thail mit einander verainigen, erfolgen1654 NÖLO. II 10 § 14
- der grosse [zehend] zu feld, ist der traid-zehend und wein-zehend; unter dem traid aber weitz, gersten, korn, habern, arbes, linsen, bohnen, haiden, brein, und dergleichen zuverstehen1679 TractIurIncorp. VI 2Faksimile - digitalisiert von der Universitätsbibliothek Heidelberg
- das ainer dem andern die tradten anschlueg ee zeit, derselb mag ... gepfendt werden17. Jh. Salzburg/ÖW. I 50Faksimile (ca. 47 KB)
- [Marg.:] traid vorzukauffen und ausser land zufuͤhren bey confiscirung verbotten1704 CAustr. I 438Faksimile - digitalisiert von der Universitätsbibliothek Heidelberg