Hand

A die Hand des lebenden Menschen, im eigentlichen Sinne und übertragen
A I als Körperglied überhaupt
A I 1 allgemein
  • mit opffere tuon si [die Verwandten des minderjährigen Novizen] die selbin bete und bewindin des kindis hant in dem altirtuche und opfrin alsô
    13. Jh. HohenfurtBened. 267 Faksimile
  • [sie haben] mayden entweret, die er und sein helffere an den henden fuͤrten
    1423 AugsbChr. II 131 Anm. 4 Faksimile
  • das iner ime alle jare einen budel und nun heller darin brengen sal in sinen henden hinder sime rucke czu geczugnisse
    1444 MainzKämmW. 179 Faksimile
  • wie weit einer von seinem lande die gemeine market verthätigen könne? soweit einer mit seiner rechten hand unter dem linken beine her mit einem langen pflugeisen werfen kann
    1697 Westfalen/GrW. III 105 Faksimile
  • daß ... der gerichtschöff dem [Einzuweisenden] ... den schluͤssel zustelle, einen aus der thuͤr schwell geschnittenen spahn in die hand gebe
    1755 MainzLR. 100
  • alle lyudum ... the duren ande mughen an hiera honda reppa
    oJ. Richth. 308 Faksimile
  • waerso rechteren overhorighe handen roven wyllith, van des songhes wegen, soe nemense sunte Ludgers faene in de hand, en weso daer teghens vecht, dat sy tweboete en twefrethe
    oJ. Richth. 359 Faksimile
A I 2 die beim Jüngsten Gericht spricht
  • dar scal hant sprehhan, houpit vekkan, allero lido welîh unzi in den luzîgun vinger, waz er unter mannun mordes kifrumita
    9. Jh. Musp. 14 Faksimile
A I 3 als Objekt eines Angriffs
  • gif monnes eage him mon ófæslea oððe his hand oððe his fot, ðær gæð gelic bot to eallum
    9. Jh. Liebermann,AgsG. I 86
  • were, dat yemant den anderen berovede enes oghen, der nese, ener hant, enes votes, de scholde dat beteren myt 10 marken
    1406 BremUB. IV 447 Faksimile
  • dat my Henneken erbenomed de sulue H. Decker myne hand affgehowen hefft
    1417 LübUB. V 693 Faksimile
  • so claghede he lame knoken up E.A. to Yever, als ene lame hant unde ene grote wunden yn dat hovet
    1483 OstfriesUB. II 195 Faksimile
  • wer dem andern verdachtlich ein hand oder glid abhauwt, dieselb bůß soll zu einem schultheusen vnd rath stan
    RheinfeldenStR.(1530) 226 Faksimile
  • wundet einer den andern in eine hand edder angesichte, so dat die wunde nicht bedecket wert, mot der herschop 5 mark pundes broke geven und dem vorwundeten 6 punt vorbote
    1538 RügenLR.(Cleist) 4
  • war das ainer ein schlueg vor preis in die hant, so ist er um 5 tal ₰ ... ze wandl
    1555 NÖsterr./ÖW. IX 22 Faksimile
  • wo soͤlche vorlembde oder wunde an ... des mannes gemechte, henden oder fuͤssen geschehe, so ist des beklagten busse ein halb wehrgelt
    1561 Rotschitz Bl. 90
  • hwasoe dolghet werth truch erm, ... truch foeth and truch handa
    oJ. Richth. 448 Faksimile
  • Richthofen,WB. 824 Faksimile
A II zur Orientierung in der Außenwelt
A II 1 allgemein
  • de bodele unde hengere scullen des vures unde des isernes plegen to der luchteren hand des richteres up eneme trendelleke
    1312 Keutgen,Urk. 446 Faksimile
  • [Beschreibung der Lage eines Grundstücks] ligghen uppe der vorderen hant by deme weghe, als men geytt van Emeden tho Herseweghe
    1486 OstfriesUB. II 229 Faksimile
  • sie wohnen auff der anderen seiden der Parnauw, das ist auf der gerechten handt
    1554 TrübnerWB. III 313
  • was herenhalb auf die rechte hand ligt, alles bis hinnen an des Achtalers peuntl
    1618 Strnadt,Grenzbeschr. 410
  • das ober guet von der staigen oben herab uff der rechten hand
    oJ. SchwäbWB. III 1100 Faksimile
  • DWB. IV 2 Sp. 338 Faksimile
A II 2 Sitz- und Rangordnung
  • der [Kurfürst] von Kollin sal ... sitzin zů der rechtin hant des kaisirs
    um 1360 GoldBulle 120
  • daz die kurfursten ... ir stede zů der rechtin und linketen hant unvirwandelt haltin
    um 1360 GoldBulle 122
  • dieselben güter söllent setzen siben frygstulsässen ze der gerechten hand des richters
    1431 Zürich/GrW. I 24 Faksimile
  • da fragede we ehme dat holtinnk scholde helpen besetten da wart geurdeilt, de greue von Sch. von der rechten handt vnnd de comptur to W. em tor luchteren handt
    1506 Freudenstein,WaldSchaumburg 78 Faksimile
  • sollen zu vnserer gerechten hand die prelaten, auch grauen, herrn ... nach ordnung gesetzt werden
    1525 AmbergKzlO. 20 Faksimile
  • vorige herren canzler [sind] ... in landes zusammenkunften dem k. ambte zur lincken hand ... geseßen
    1640 CDSiles. 27 S. 268
  • darff kein junger keinem gesellen vor- oder auff die rechte hand gehen [im lateinischen Text: locus superior veterano competit, neque impune junior ad dexteram ipsius iverit]
    1690 Beier,HdwGesell. 17 Faksimile
  • de mann baben hand hieß auf Fehmarn der 3. der Dorfgeschworenen, weil er zur Rechten des Worthalters (1. Dorfgeschworenen) auf dem Dingstein saß; er hatte ihn in Behinderungsfällen zu vertreten
    oJ. SchleswHWB. II 602 Faksimile
A III als Maß und Art
A III 1 Längen- und Raummaß
A III 2 Art (und Weise)
A III 2 a von Personen
  • claget ein unser burgere über den rath oder uber die gemeine herren oder ander hante lute, daz man gewalt oder unreht an ume tuo
    1300 Förstemann,Nordhausen I 1 S. 60 Faksimile
  • es sint vier hand lüt: aigen lüt sant Benedicten, item sant Johanns lüt von Lunbach, item vnser frowen lüt von Dornhain, item sant Pelayen lüt
    1417 Schwarzwald/GrW. I 376 Faksimile
  • zu Schefferßheim sint zweyer hande [zweierlei] lutte, do sint eyner hande dy heissen Murbach lutte, die horen gen Murbach; und die andren gehoren gen Hohenburg an das closter s. Odilien, und heissen s. Odilien von Hohenburg lutte
    oJ. Hanauer,Constd'Alsace 239 Faksimile
A III 2 b von Sachen
A III 2 c von menschlichen Zuständen und Tätigkeit
  • so wor ein man dheme anderen scult gift vmme ienegher hande sake
    1279 StadeStR. 82
  • maniger hant fragen irer art, ir darkumens und der geleich
    15. Jh. Füetrer 94
  • dat de bruwers hare hant beteren van bruwene, ofte neen, men zalre anders toezin
    oJ. Stallaert I 554 Faksimile
A IV als Bezeichnung für den ganzen Menschen
A IV 1 allgemein
  • gif mon ... geyppe eofot, and his eft geswican wille, gestœle on rythran hand
    9. Jh. Liebermann,AgsG. 62
  • solt ich den pfaffen râten an den triuwen mên, so spraeche ir hant den armen zuo: sê daz ist dîn
    1190/1230 WaltherVogelw. (Paul) 79, 66
  • was guͤt do har sammenthafft gelegen ist, dz man do von sol einen fal geben, wenn die hant stirbet die es treit
    1354 Elsass/GrW. IV 22 Faksimile
  • of die hande verstorven bynnen oere tocht
    1361 KalkarRatsarch.
  • wenne die hant stirbet, die die gancze hůbe treit
    1382 Elsass/GrW. IV 74 Faksimile
  • im [dem Bürgen] sagt daz recht, daz in ainer loesen mus ... hintz der hant, dahin er in versetzzt hat
    14. Jh. RegensbStat. 36 Faksimile
  • als vake als dar ave eyne hand versterft
    1407 Müller,Güterwesen 395 Faksimile
  • die verstorven hande van kurmodige guedern ind tynssguedern
    1426 SPantaleonUrb. 341 Faksimile
  • ein arme vol houwes git iedie hant 1 ₰ ze zolle
    1442 Eheberg,StraßbVG. 120
  • soll jetliche verstorben hand bynnen 8 dagen darna geven eynem schulten ... ein Essensche mark
    1479 Wigand,Denkw. 275 Faksimile
  • su sollent ... iren rechten lon heischen und nemen und nit me von eim fuder von jeder hant 4 ₰
    1498 SchlettstStR. 1019 Faksimile
  • wenn ein hand abgat und stirbt
    1500 WürtLändlRQ. II 385 Faksimile
  • wenn an einem hoffsgute die hand verstorven
    1569 Rive,Bauerng. 469 Faksimile
  • ein ufgab, wer die begert, dess giebt eine handt 3 heller dem gericht
    1590 ArchHessG.² 3 (1904) 140
  • [sie] dienden sîner hende gar
    oJ. J.Grimm,KlSchr. III 266
  • fallath ther thre ieftha fiuwer, min ieftha mar sa hiara is, enne mon, and tha honda alle se blat
    oJ. Richth. 118 Faksimile
A IV 2 insbesondere ärgere, bessere, böse, gute Hand und ähnliches zur Bezeichnung des Standes
  • gewinnent si kint, diu hoerent ze der ergern hant
    um 1275 Dsp.(Eckh.) 59 § 8
  • ist ein man sinem wibe niht eben bvrtic, er ist doch ir vormvnd; ... gewinnet si kint, div hornt ze ergern hant
    um 1275 Schwsp.(L.) LR. Art. 67 b Faksimile
  • zeucht deu ringer hant der zinsær deu chint nâch im
    14. Jh. Ruprecht(Claußen) Art. 269
  • [daß die Kinder des St.T. sämtlich ihrem Vater als] der eignen hand nachschlahen
    1480 Branger,Walser 68
  • wenn ein freier oder eine freie ein eigens verehelichet, dass ihr kinder frei sein und also der guten hand nachfallen
    1525 Leuenberger,RG. 170
  • die kinder, so ausz denen personen, so also geroubet sein, erboren, [sollen] nit wider hinder sich der bösern hand nachschlagen, sonder der bessern hand nachvolgen
    1560 Schweiz/GrW. V 736 Faksimile
  • mit dem weib als der bössen handt
    1590 BregenzStbr. 38
  • dô viel ez an die ergern hant
    oJ. GrRA.⁴ I 449 Faksimile
  • Knapp,BeitrRWG. 86
  • Knapp,BeitrRWG. 358
A IV 3 Verwandter (die gesipptesten 6 Hände, friesisch)
  • waerso een bloet man eenen anderen man doet slacht, ende de voervluchtig wort, so gelden hem ses de sibbeste handen, buten de hovetlosene dat is de broeke
    Langewold 1250(R.) 366 Faksimile
  • item alst komen is ouer de ses handen, als vader end moeder, suster noch broder, kindt noch kyndes kindt, soe vanget de susterkynder in des oems arffenisse alsoe veer soe dies broeders kynder
    15. Jh. Richth. 327 Faksimile
  • His,FriesStrR. 57
  • His,FriesStrR. 91
  • Richthofen,WB. 824 Faksimile
A V die schaffende und schreibende Hand
A V 1 die körperliche Arbeit leistet
  • der es mit seinem aigen leybe und handen verdiene
    1344 EßlingenUB. I 396 Faksimile
  • die 5 lote sellen kyesen enen ondermann ende vier homans, uut elker ambocht enen, die dat ambocht mitter hant doet
    1465 Amersfoort 68 Faksimile
  • was ein schmid mit siner hand gedient, das ist lidlon
    1519 ArgauLsch. I 224 Faksimile
  • die Frontage müssen meist halb mit dem pflug, halb mit der hand im schnitt ab- gedient werden
    1530 JbMittelfrk. 56 (1909) 41
  • es sol keyn hecker mehr vordingen denn zu seiner handt und auf sein arbeit, also das er nicht knecht darauf mithe noch grossen lohn geben dorfte
    1540 JenaStO. 51
  • soll den arbeitern, soviel sie in der gruben mit der hand arbeiten, gerait und auffgeschnitten werden
    1553 FerdBO. Art. 194 Faksimile
  • die köbler, so mit der hanndt frohnen
    1554 SchwäbWB. III 1097 Faksimile
  • so einem mit der handt oder zu fahren gebotten würdt, soll ein ieder gehorsam sein
    1563 Sinsheim 455 Faksimile
  • mir ... vogtbar ... botmässig und mit der hand zu täglichen diensten gesessen
    1677 Knapp,BeitrRWG. 306
  • ein brinksitzer, backhäuser oder ander bodenhauer einen tag mit der handt zu dienen schuldig sein sollen
    1697 Schlüter,WestfProvR. I 1532
  • alle frohnden mit ross und handt zu dem aldasigen schloss thuen
    1748 Wiesloch 722 Faksimile
  • naturalrobath. welche orth solche zu reichen haben entweder mit der hand oder mit dem zug
    1752 Greneck 6 Faksimile
  • alle iar ein tagwen thun mit der hand
    oJ. Zürich/GrW. I 94 Faksimile
A V 1 – "Arbeitslohn"
A V 2 die (unter)schreibt; Handschrift
A V 2 a allgemein
A V 2 b Hand und Siegel
  • mit gunst bischof Salomons, mit siner hand vnd sinem sigel vestigen vnd besteten
    15. Jh. FreibDiözArch. 10 (1876) 60
  • einen schrifftlichen vergleich unter beiderseits handt und siegell vorgeleget
    1529 StArchBresl.
  • recognoscirn ist, so einer eins andern geschrifft ab es sein hand oder siegel ... erkennet
    1562 Gobler,GerProz. 7v
  • mit geschwornen eiden und irer hand und siegel caution und bekantnus geton
    1569 MittStArchKöln 17 (1889) 85
  • geben vnder vnßerm angebornen secret insigel vnd aigner hant vnderschrieben
    1586 FreibDiözArch. 10 (1876) 123
  • mit einer oͤrdentlichen obrigkeit, raths, commun, oder des principaln selbsteigener bekandtlichen handt vnd siegel befestiget
    1603/05 HambGO. I 8 Art. 2 Faksimile
  • andere groote personen sullen onder haer zelfs handt ende segel mogen volmachtigen
    1642 DeventerStR. II 11 § 10
  • hat ... einer von den ehegatten allein hand und siegel ausgegeben, so folgt man den buchstab der verschreibung
    1717 Blüting,Gl. I 106 Faksimile
  • ZWestf. 81, 1 (1923) 13
  • ZWestf. 81, 1 (1923) 23
A V 2 c Hand und Petschaft
A V 2 d Hand und Marke
  • "in Schriftstücken des 16. und 17. Jahrhunderts findet sich als Übersetzung der lateinischen Formel manu propria öfter die Unterschrift: N.N., mien eegen hand u. mark, das heißt ich N.N. habe eigenhändig unterschrieben und meine Hausmarke dem Namen beigefügt"
    SchleswHWB. II 600 Faksimile
A V 3 bestimmte Schuldurkunden
A V 3 a Anweisung der Deichgenossenschaft an die Deichkasse zur Zahlung an die Deicharbeiter
A V 3 b Schuldbrief
  • das die beklagtin ... die eingeclagte schult der 50 rhd. vermüge ihrer ausgegebnen hant nebenst den zinsen zu bezahlen schuldig sein ... soll
    1668 HelgolGerProt. 266 [vgl. ausgeben (V)]
A V 3 c
  • "seine Arbeiter honorierte der Bauer zunächst mit Naturalien und weiter mit Schecks, das heißt Anweisungen oder Bürgschaften, die der Bauer im Herbst beglich und die im Volk Hand hießen; eine solche Hand lautete zum Beispiel beim Müller auf eine bestimmte Menge Brot und Mehl, beim Krämer auf eine bestimmte Summe Geld; auch die Armenkommission bediente sich dieser Hände, und wenn sie bei einem Arbeiter eine Mietebürgschaft in Höhe von 5 Talern übernahm, erhielt er eine sogenannte fiefdalershand"
    oJ. SchleswHWB. II 601 Faksimile
A VI die führende und fassende Hand
  • [bei der Haussuchung] skel thi frana ingan and sowen mith hem thes koninges orkendan mith gripianda handem and ermem, and unegerd and uneskoch and wraxle
    2. Hälfte 11. Jh. (Hs. 15./16. Jh.) WestfriesSchulzenr. 31
  • der richter ... sol daz kint nemen by siner rechtin hant und den vormunden auch und sol im daz kint gebin
    14. Jh. Böhlau,NC. 58 Faksimile
  • der richter sol den schuldiger mit der hant füren auss dem hof und den cleger doreyn in gewere setzen
    15. Jh. LeutenbergStR. 441 Faksimile
  • sall der fursprech, der des verleimeten mans fursprech ist, den verleimmeten personen haben und soll ine mit seiner rechten handt nemen bei seinem linken geren und vor gericht furen
    15. Jh. MainzChr. II 2 S. 218
  • wi richter ... lenden en dat swerdt, dar se alle de hende anschlagen, dat se ehr flesch und blot mochten mit ein wapen geschrei beschreien und mit tagen swerde, de ohr flesch und bloth vom levende thom dode gebracht hadde
    1553 Engelke,GogerichtDesum 58 Faksimile
  • er soll mit einem fuße an des innenzauns thor stehen u. mit der linkern hand kreuzweis an das forderohr faßen und werfen einen schleve, oder mit der schenen dreimal und so weit er in den dreienmalen wirfet, soll er das gehäge verthedigen
    1570 GrRA.⁴ I 88 Faksimile
  • sein nachermelte personen ... zum scheine gangen, ein jeder dem thodten corper seine rechte handt gegeben und godt ahn geruefen, so ferne sie schuldt ahn seinen liebe hetten, daß alsdann ein tecken ahn ihme muchte geschehen
    1579 JbOldenb. 15 (1906) 227 Faksimile
  • dat de vercoopere zal commen tuwaers ende slaen zyn handt ande roede ende brenghen zyn leen in uwen handen
    16. Jh. CoutVieuxBGand II 553
  • von berührung des huths und auflegung der hand bei begebung in die leibeigenschaft
    1753 Westfalen/Kamptz,PreußProvR. II 264 Faksimile
A VII die gebende Hand
A VII 1 allgemein
A VII 1 a bei Besitzwechsel
  • habens ir geben usse unser hant in die iren hant
    1336 EßlingenUB. I 332 Faksimile
  • gibbet grave G. alle jar selbist uz syner hant 13 gülden 20 groschen
    1424 Größler,Eisleben 64 Faksimile
  • von eyner hant uszurichten und zu bezalen
    1446 Riedner,SpeierGeistlG. 221
  • zijn goed kwijt maken en uit zijne handen brengen door gifte, door koop en door willekeur
    1480/81 JurFris. II 42 Faksimile
  • der schulthes ... sal die freien güttere ... erstlich von den verkeuffern ... mit seiner handt ausz iren henden uffgesagt nemen
    1495 ErfurtFreizins 322 Faksimile
  • mag es ... mit sein eins handt wenden vnd keren wohin er will
    15. Jh. (Hs.) BambStR. 88 Faksimile
  • wan derselb verendert wiert oder von ainer hanndt in die anndern khombt
    1575 MBoica 22 S. 702 Faksimile
  • wenn ein hoff oder gůt zů erblechen verlichen, so wirt derselb ... von einer hand in die andern dem geblüt nach geerpt
    16. Jh. AnzSchweizG.² 10 (1906/09) 459 Faksimile
  • so er es ... wiederumb verkauffen oder sonst von synen handen lassen würde
    BernGS. 1615 Bl. 31 Faksimile
  • die lehengüter können vnuerbest der herrn aůss einer handt in die ander kommen
    oJ. Hunsrück/GrW. II 201 Faksimile
  • us mynre hant in ir hant
    oJ. SchweizId. II 1383 Faksimile
A VII 1 b insbesondere bei Verleihung
  • der künec harte gerne ez tet, er lechz ir mit der zeswen hant
    1180 HeinrGlichezare V. 2127
  • dem iungen marchgrafen von M. ze leihen die lant Duringen, Missen ..., die von uns ... ze lehen geen, mit der hant
    1322 Böhmer-Ficker 490 Faksimile
  • soll ain keller die empter lihen von sjner handt
    1330 Schaffhausen/GrW. I 298 Faksimile
  • daz wir alle vnsere manlehen hant verluhen ... mit disem gegenwertigen briefe von der hant vnuerscheidenlich zů rehtene manlehen
    1338 RappoltsteinUB. I 373 Faksimile (PDF)
  • der rath ... sal die bestellunge thun und die [Messe] von hant lihen
    1415 JenaUB. II 32 Faksimile
  • allen ... lehen, so das closter von alterhaͤr von hand uf die iarzal hinlycht
    1514 JbGraubünden 40 (1910) 17
  • unter denen afterlehenßherrn soll nicht ein ieder fueg haben die afterlehen von der hand zu verleihen
    1599 NÖLREntw. V 24
  • M. verlyhe ihme ... die ... affter-lehenschafft ... mit diesem beding, daß er solche wider von der hand verleyhen solle
    1747 Hoheneck II 122 Faksimile
  • tlant dat hi hilt van mire hant (uit mijne hant in leen ontving)
    oJ. MnlWB. III 88 Faksimile
A VII 1 c von Hand zu Hand unmittelbar von einem Inhaber, Besitzer zum andern
  • ez mag also geschehen, daz ein lehen gelihen ist von einem man zem andern, unde von hant ze hant
    1275/87 Schwsp.(R.) Lehnr. 55 § 3
  • wi eman guͤt von hant ze hant leihet
    1300 Schwsp. Lehnr. Var./Schwsp. Var./WSB. 79 (1875) 106
  • wenn die sache sogleich dem andern unentgeltlich übergeben wird, eine schenkung von hand zu hand
    1830 BernCGB.
  • were es, der das sein hingeben will, der soll das strackhs von hannd zu hannd thun
    oJ. Fischer,Erbf. II 202 Faksimile
A VII 2 Mitwirkung, Wille, Zustimmung
  • das wir den weingarten heten hern R. ze chaufen gegeben und hetten in im auf gegeben ir und unsrew chind mit perchmaisters hand
    1287 SPöltenUB. I 166 Faksimile
  • kam fro K. ... fuͥr uͥns unt mit ir vogetes hand ... gab si ir eigen gůt
    1299 ZürichUB. VII 97 Faksimile
  • was für handgiffte oder vertigung beschicht vmb gotzhus gůt one eins propsts meyers oder kellers hand, daz hatt kein krafft
    1303? Luzern/GrW. I 167 Faksimile
  • den selben zehent aufgegeben für rechtes lehen mit unsers herren hannt
    1318 MBoica XI 387 Faksimile
  • geet iener ... dar und setzet einem andern seinen leip oder sein guot mit des rihtaeris hant
    1318 MünchenStR.(Auer) 287 Faksimile
  • do ich ... mit meines purkherrn hand ... verchauft han mein haus
    1319 SPöltenUB. I 246 Faksimile
  • aigen mit salmans hant, lehen mit lehen herren hant
    1347 Rockinger
  • sölt derselb ... den ... lay zehenden mit siner und sins vogtes handen an des gerichtes stab uffgeben
    1393 ToggenburgArch. 1
  • man sol ainer frawen ir morgengab machen, daz lechen mit der herren hant, daz aigen mit der erben hant
    14. Jh. SteirLl. Art. 199 Faksimile
  • han in dieselben weingarten mit dez perkmaister hant aufgeben
    1418 MittKrain 14 (1901) 46
  • dat ymant eenich thijnsguet off pachtguet koept, ende die handt van den oversten thijnsheere off pachtheere niet en heeft, soo en is hy in dit voirgh. guet niet gevesticht noch daermede bewaert
    Anfang 16. Jh. NijmegenStR. 438 Faksimile
A VII 3 in formelhaften Ausdrücken
A VII 3 – Hand und Wille
  • daz der köf ist beschehen mit unserre hant und mit unserme gůten willen
    1284 WirtUB. VIII 486
  • mit meiner wirtin ... und unser beide kint hant und willen
    1293 FRBern. III 570
  • dis hant die kint und ir můter alles getan mit dem gůten willen und mit der hant Wernhers ... ir rechten vogtes
    1304 BadenArgUrk. I 1 (nr. 2) Faksimile
  • dehein gut versetzen noch verköffen noch in deheiner weg verendern one des hofes hant und willen
    1585 Elsass/GrW. IV 234 Faksimile
A VII 3 – Hand und Gunst
  • [daß] alle wandlunge, endrunge und vertigung mit unser gunst und hant ... beschehen sullent
    1360 Kurz,Rud. 350
  • sol dew handlung und wandlung albeg geschehen mit irr hannt und gunst
    1371 OÖUB. VII 531 Faksimile
A VII 3 – Hand, Gunst und Wille
  • daz wir mit unser erben gutem willen und gunst und mit gesamter hant ... und mit unsers perchherren hant ... gesazt haben Swerzeln dem juden ... unsers rehten perchrechtes ainen weingarten
    1303 OÖUB. V 595 Faksimile
  • daz ... graf U.v.S. ... und graf H. sin sune mit unsre hende, mit unsme gunst und willen G., die burg, ... graven Hainrich ... ze rehtem widergemaechte gesetzet hant
    1316 Ulm/Böhmer-Ficker 470 Faksimile
  • daz ich gibe und han gegeben mit gunst unde willen und och hant mines herren ... daz núwe gůt ze L.
    1316 FürstenbUB. II 54 Faksimile
  • daz wir ... mit hant, mit willen und mit gehellunge hern Uolriches ... hein verköft ... allú unserú gůter
    1320 FRBern. V 156 Faksimile
  • haben wir ... mit hand, gunst und gutem willen ... unsers gemahels und rechten vogtes ... uns verczigen ... aller der herscheften
    1362 OÖUB. VIII 59 Faksimile
  • daz wir mit unsers vetern ... unde mit unserre můter ... hant, gunst, willen und gehelle, mit gesamenater hant haben verkůfet
    oJ. FürstenbUB. I 339
A VIII die nehmende Hand
A VIII 1 die Sachen nimmt
A VIII 1 a Hand des Empfängers selbst
A VIII 1 a α allgemein
A VIII 1 a β insbesondere die Handgeld nimmt
  • es soll den reutern nach geschehener musterung auf die hand ein gantzer monat sold gegeben werden
    1570 Lünig,CJMilit. 59 Faksimile
  • etliche personen bestelt und denselbigen einen daler auf die hand geben mit dem geding, dass sie volgenden tægs mit ime zu schiff gehen solten
    1570 MittStArchKöln 17 (1889) 111
  • was eine jede parthey ihrem procuratori pro arrha und auf die hand geben
    1577/83 LünebRef. 648 Faksimile
  • verlierung des auf die hand gegebenen geldes
    1743 RevalStR. I 398 Faksimile
A VIII 1 b die Hand dessen, für den empfangen wird
  • der ime zů sînen handen / hête daz lant gewunnen
    1120/30 Exod.(Papp) V. 57
  • hât iz aber die man zu der vrowen hant untpfangen
    1224/25 Ssp.(Eckh.) Lehnr. 75 § 1 Textarchiv: SspLehnr. Art. 75
  • dat her L. de vogedye entfangen hebbe to des godeshuses hant
    1306 GoslarUB. III 111 Faksimile
  • we ... hebbet vorsat hern Clawese unde Hanse van der Helle unde eren erven, unde to erer hant Hanse van Ghettelde ... ver ledighe hove
    1351 StötterlgbUB. 90
  • ensal keyn wirt synem gaste zcu der hant koufen busen markttagen
    1385 KönigsbergWillk. 22
  • twe besunder vorstender vnd boden vthe vnseme rade senden ..., de vulle macht hebben to vnser vnd vnser borger hand dat sulue dorp ... to lehne entfangende
    1388 CDBrandenb. I 1 S. 33
  • B.L. ... led vp de moͤlen ... dem abbede to B. to sines stichtes hand
    1389 MarienrodeUB. 368
  • daz er iz einem manne geligen habe zo einen andern mannis hant
    14. Jh. GörlitzLehnR. 30 § 21
  • als ... min gnediger herr appt ... die ... frigen gricht vnder Thürlinden zuo dess gotzhus handen kouft
    1458 Thurgau/GrW. I 259 Faksimile
  • das alles ze lihen Růdolfen ... zů Margreten ..., siner husfroͤwen handen und als ainem trager in irem namen
    1458 SGallenOffn. II 125 Faksimile
  • wir haben gliihen Hansen Sch. ... zu sein vnd ... seines vatters handen ain guetlin
    15. Jh. FreibDiözArch. 25 (1896) 310
  • so hat die vogty erst jetz unser ... herr ... zu des gotzhus handen erlößt
    1525 SGallenOffn. I 22 Faksimile
  • begauede ... den hof ... hern B.R. dem alden zu der minneren bruder hant
    oJ. HalleSchB. I 68 Faksimile
A VIII 2 die Menschen nimmt
A VIII 2 a die einen Gefangenen übernimmt oder für die ein solcher übernommen wird
  • die gefangen, die wir off die hant genomen hetten
    1402 CDPruss. VI 129 Faksimile
  • werdet er sich entsynnen mit uch heruß zcu gehen adder in unsir hende geben
    1475 FreibergUB. I 389 Faksimile
  • ist der richter do und wartet sein, so nimbt er den [Dieb] zu seinen hantn
    1489 NÖsterr./ÖW. VIII 180 Faksimile
  • den selben mitsampt den, die darzu geholffen hetten ... söllen zu vnsern handen ... genomen vnd gestrafft werden
    1499 TirolHGO. 137 Faksimile
  • wer ... einen ... zů der stat handen brehte
    15. Jh. StraßbZftO. 370 Faksimile
  • soll in er perkrichter zu seinen hannden nemen und straffen
    1517 MaxBO. Art. 255 Faksimile
A VIII 2 b die jemanden ausgeliefert, preisgegeben erhält
  • þonne sceal se ðe hine ah weorpan hine to honda hlaforde and mægum
    7. Jh. Liebermann,AgsG. 120
  • der Geir gab dem schuester das kind an die hand und empfalch im, dass ers solt töten
    15. Jh. AugsbChr. II 71 Faksimile
  • ich wil geben in uiver hant mich unde min lant
    oJ. Hartm.,Erec. V. 6405
A VIII 2 c
  • das syne [des Toten] gfründten die kind zu iren handen ze nemmen [in ihr Haus zur Erziehung] pflichtig sygen
    1587 ZürichOffn. I 3 Faksimile
A VIII 3 die den Treuschwur oder ein Gelöbnis empfängt
A VIII 3 – übertragen auf juristische Personen
A VIII 4 die Aufgaben, Verpflichtungen übernimmt
  • Hans B. und sine erven [haben] de vormundescap des hospitals gegheven an de hende unde gotliken upghelaten deme erbaren manne proveste D.
    1336 GöttingenUB. I 122 Faksimile
  • lewte, die ire sachen, die sie zcusampne in schelunge haben an beyden teylen vier erbaren vnde czugwirdigen mannen in die hant geben mechtig uzcusprechen vnde zcu entscheiden
    15. Jh. DanzigWillk.(Simson) 27 Faksimile
A IX die (für sich oder einen andern) haltende, besitzende, mächtige Hand
A IX 1 allgemein (aus verschiedenen Rechtsgründen)
  • ða hont þe þæt ierfe hafað
    7. Jh. Liebermann,AgsG. 112
  • dâ mit hât er die gewer in siner hant und enmac daz guot niht verliesen mit rehte
    um 1275 Dsp.(Eckh.) 25
  • wo erbe irstirbit an kindir unde blibit in derselbin hant
    um 1300 FreibergStR. V § 37 Textarchiv: FreibergStR. V
  • dat we vorde wunen, dat scolde der herren half wesen unde unse half unde scolden dat holden to des stichtes hant
    1310 BremUB. II 109
  • nimt he ... kelke, missebuke oder gherewant to pande, dat ne schal he in sinen weren nicht beholden, mer emme kerstenen manne deme he wol truwe, schal he dat beholden laten to siner hant
    1. Hälfte 14. Jh. GoslarStat. 100 Faksimile
  • daz wir die selben vesti uss unseren handen niemer gelassen noch gefügen súllint
    1362 FürstenbUB. II 247 Faksimile
  • wurt das [Pfand] nit also in aht dagen gelöset, so behalt der, so die gekoufft hat, die zu sinen handen
    1473 SchlettstStR. 363 Faksimile
  • [wir haben dem] abt vergonnet ..., die ... lehen, selden ... bey seinen hannden zu behalten
    1475 MBoica XVI 60 Faksimile
  • all brief, die sie hand umb ir guet, die ir stat zugehörent, die hetten sie den von A. zu behalten gegeben in treumans hant und in schirmsweis
    15. Jh. AugsbChr. II 220 Faksimile
  • das er die puerch vast auss seiner hant nicht geb
    oJ. RegensbFriedg. 87 Faksimile
A IX 2 die obrigkeitliche Hand
A IX 3 insbesondere die den Stab als Hoheitszeichen führt
  • wann ez were, daß unßers herren von Mentz schulteß nit an dem gericht were ... solte er eins apts schulteßen den stab in die hant geben, der sal dann freger und gebietter sin
    1395 Amorbach 220 Faksimile
  • mag er dem herren oder sim vogt ... dem amman den steken vss sir hand nemen vnd mag richtten vmb den fraeffel
    14. Jh. Thurgau/GrW. I 241 Faksimile
  • da ich ze gericht sazz ... an der schrann vnd den stab in der hand het
    1404 Indersdorf I 157 (nr. 402) Faksimile
  • da ... H. ... zw gericht saz vnd den stab uon gerichts wegen in der hand het
    1415 Indersdorf I 175 (nr. 447) Faksimile
  • was der richter von busze vorgibt adir losz leszt, die [!] er den stab in der hand had, die sallen von unserem gotis huse losz sien
    1445 MansfeldKlUB. 658 Faksimile
  • das der richter, der den stab in der hand hab, offnen soͤll was im wissend sig
    1466 HStArchStuttgart
  • so der richter in gerichte sich nidergesetzt und den richterstap in der handt hat
    1466 Wertheim 36 Faksimile
  • da ich ... an offen landtrechten sass vnd den stab in der hant het zůrichten
    1469 Indersdorf I 393 (nr. 983) Faksimile
  • als er [der Richter] sas an offner schrann und den stab von gerichtswegen in der hannd hett
    1475 MittSalzbLk. 15, 2 (1875) 113
  • sol sy [die Äbtissin] den stab hinwerffen, vnnd sol dannethin miner herren von Zürich vogt, der dann ze R. zuogericht sitzet, den stab zuo sinen hannden nemen, da richten
    1503 Zürich/GrW. IV 305 Faksimile
  • GrRA.⁴ II 372 Faksimile
A IX 4 die schützende Hand
  • sint die ritter genant, die mit dem swerte und mit der hant schirmen laijen und pfaffen
    vor 1358 Otto der Raspe 198
  • daz herczoch W. ... dy handt von dannen an uns lies werbin, das her sichir czu uns mochte komen, dy handt gobe wir ym, daz her czu uns quam
    1384 CDPruss. IV 22 Faksimile
  • sa scellath hia inna tha honde, ther hire erfnoma scellath wesa
    oJ. Richth. 196 Faksimile
  • dann ich bey solchen trauen unnd glauben in dess bundss hand unnschuldig nidergeworffen worden
    oJ. SchwäbWB. III 1106 Faksimile
  • Richthofen,WB. 824 Faksimile
A IX 5 bewaffnet
  • is zotan gut czu Dantzik komen, das in der zelben wiis den zeerouberen sy werender hand abgewunnen
    1395 HanseRez. IV 287 Faksimile
  • solch gericht soll ein jeder nachbar besuchen mit wehrhafftiger hand
    1512 Salzschlirf 65
  • die von Bamberg haben ... die stett und pauerschaft ... zue ine gein B. mit werender hant durch ir schreiben (erfordert)
    1525 BambChr. II 241
  • daß gedachte executionsprocess anderst nicht als mit gewaffneter hand fürgenommen ... werden könten
    1625 CJBohem. V 2 S. 271 Faksimile
  • so quam grave Lodewijc strijdender hant binnen Bruessel
    oJ. MnlWB. III 89 Faksimile
A IX 6 Hand des Geistlichen (bei der Eheschließung)
  • [er] "verspricht im Namen des Allmächtigen seinem Töchterlein Marie zum Sakrament der heiligen Ehe bis auf priesters hand ... als rechtes Heirathgut 800 fl. rh. Müntz"
    1538 Peetz,VwStud. 64 Faksimile
  • daß die persohnen, die sich verehligen wollen, durch des priesters hand ... in beyseyn christ-glaͤubiger leute sollen zusammen gegeben werden
    1717 Blüting,Gl. I 108 Faksimile
A X gebrochene Hand durch Tod beendete Ehe beziehungsweise überlebender Ehegatte (nach Auflösung der gesamten Hand)
  • wie das sie hebe gehatten einen liplichen vatter, der si abegegangen und si die hant gebrochen
    1449 Loersch,Ingelh. 279 Faksimile
  • darinn vorbehalten alles das, das vor uszgangk diszs erbfaals in gebrochenen henden stände
    1482 ZGO. 42 (1888) 141
  • sollen sie wisen vor sentgelt oder gemeine weyd zweyn elichen luthen ein d., ein gebrochen hand ein halbenpfennig und ein handwerksmann zwen pfennige
    1484 Koeniger,SendQ. 304
  • nach absterben der eelichen gemahel eines sind des abgegangenen zugebracht heiratgüter ... den kindern dermassen verfangen, das das lebend gemahel, als man saget in gebrochener hant, nicht macht hat ...
    1499 WormsRef. V 5, 1, 11 Volltext (und Faksimile)
  • nach gebrochener hand und in zeit der verfangenschafft abgelöset
    1526 LandauErbr. 874 Faksimile
  • in dem fall, do die eltern dieser unserer ordnung nach von wegen der verbrechung der handt den zweitheil verwirken
    1528 FrkLGO. 1619 III 32 § 13 Faksimile
  • so zwůschen zweien eleuten eine geprochene hand würde und das abgestorben dem lebendigen kinder verlasse
    1529 Mergentheim 160 Faksimile
  • wenn ein gebrochenn hannd sich verenndert zu eim andern, das mag dem andern wol ein morgengab machen
    1552 Reyscher,Stat. 539 Faksimile
  • ist ein leser vorhanden, so richt es eins mit dem andern aus, wo es ein gebrochen handt ist, so ist ein iglicher erb schuldig
    1568 GrW. IV 528 Faksimile
  • so der eltern eins nach absterben seines ehegenoß seinen wittibstandt verrucket, ist dasselbig ehegenoß ... seinen kindern den zweitentheil aller irer haab und güter ... verfallen und nach gebrochener handt ihnen denselben zu geben schuldig
    FrkLGO. 1618 III 31 § 3
  • was nach der gebrochen handt daran bezallt wirt, dasselb ist nit verfangen
    oJ. Fischer,Erbf. II 161 Faksimile
  • zur zeit ihr vatter oder mutter die hand verbrochen und sich wieder verheirathet [haben]
    oJ. FrkLGO. 1619 III 77 § 4 Faksimile
A XI die gelobende, versprechende Hand
A XI 1 allgemein
  • die sune, die her deme hern von H. swur unde in truwe globete mit der hant unde mit sinen offen briven
    nach 1273 ArnstadtUB. 19 Faksimile
  • heft greue Johan von H. jeneghen Dithmerschen gyth ghelouet mitler hant eder vorbreuet
    1345 DithmUB. 27 Faksimile
  • daz si keinen kouf mit der hant dar slahen noch bestaeten
    14. Jh. MeranStR. 426 Faksimile
  • haben ... dy hende zcu samene gegeben das stete zu halden
    1400 ZWestpreuß. 4 (1881) 13
  • es soll kein hoffjünger für den herren noch vogt weder hafft noch pfandt syn, er hab denn daß insonderheit by syner hand für in versprochen
    1403 Schauberg,Z. 2 (1847) 72 Faksimile
  • H. unnd M. habin gelobit mit gelobter hand
    1438 PosenStB. I 326 Faksimile
  • deß ... dy ... parteye zcu warczeychin eyner fruntlichin sune ir hende inenander gegebin habin
    1465 HMeißenUB. III 163 Faksimile
  • da spricht Th.K.: behalts gar, vnd wo ich zurnechst zu dir komm, so sollst du sterben oder ich, das hastu meine handt
    1516 MittOsterland 2 (1845/48) 309 Faksimile
  • wes ich mit worten bericht bin und mit der hand gelobet habe, das schwere ich stet und vest zu halten
    1534 FrankenhausenStR. 495 Faksimile
  • daz sie unserm statthalter ... mit dargebotner hant angelübdt ... haben
    16. Jh. NÖLehntraktat Tit. 134
A XI 2 insbesondere Hand in Hand
  • in gůden truwen hant in hant globet unde ... gesworn
    1386 DOrdHessenUB. III 175
  • alle diese redde ... han wir ... deme H. ... liplichin hant yn hand entruwin globet
    1398 Eberstein² II 5
  • das hait H. mit handt in handt deme iunchern van J. in truwen an eydestad geredt und gelobt
    1430 FritzlarRQ. 601
  • GrRA.⁴ II 549 Faksimile
A XI 2 – bei der Eheschließung
A XI 3 bei Lehnshuldigungen
  • Eticho oder Welp was so vri vorste, dat he nê nemanne noch deme keisere umbe ienoch len ie sine hande geve
    13. Jh. SächsWChr. Anh. IV 274
  • we he ... wille herre wesen, de en knecht geboren is; mine hande ne mach ic ime nimmer geven
    oJ. SächsWChr. Anh. I 261
A XI 4 beim Friedensgelöbnis
  • wat porter den anderen vrede selver metter hant geeft ende dien vrede brickt
    14. Jh. CartSTrond II 1 Faksimile
  • wie eenen vrede voer scepenen ghegheven heeft mitter hand
    1401 Fruin,Dordrecht I 3 Faksimile
  • slaet een anderen over een hantvrede, die hy selve mitter hant ghegeven heeft
    1410 BrielRb. 204 Faksimile
  • salmen hem vrede beden, nochtans sal hy vast ende stade blyven, of hy vrylike metter handt gegeven ware
    wohl 15. Jh. StaverenStR. 196 Faksimile
  • wan ... der stattfriden ... geheuschen oder gebotten, soll der gehalten werden als wer der mit der handt geben oder genomen
    1539 BaselRQ. I 1 S. 340 Faksimile
  • wellicher zum andern mal frid bricht, dem er von syner hand frid gën hat, der soll zwênfachi buess gën
    1547 SchweizId. II 1386 Faksimile
  • ob einer mit der hand fridt gibt
    1714 OÖsterr./ÖW. XII 269
A XI 5 beim Verlöbnis
  • das ich ain eeliche hußfrawen ... die hailigen ee verhaissen und bi der hand dargeschlagen hab
    1511 RadolfzellHGO. 167
A XII die schwörende Hand
A XII 1 allgemein
  • zem eide bôt Kriemhilt die hant
    um 1200 Nibelungennot 860
  • dat he, eder sine elderen mit der hant dar tu rechte gesworen hebben
    nach 1325 SspLR. Glosse zu III 26 § 2
  • welher ... ainen aidt schwert vnnd ob er die hanndt ... nider hebt, der ist nichts darumb schuldig
    1332 Neuburg aD.StR. 251 Faksimile
  • sines heilis er vorgaz unde des eides, den ê maz sîn hant und auch sin zunge
    1340 Nikol. v. Jeroschin V. 7001
  • en mach niemen poorter sijn, he en worde poerter mette hant
    1365 CoutDiv. 322
  • [er] verschwůr sy zů dem zechenden male liplich zů got vnd den heilgen mit vfgeleiten henden vnd gelerten worten
    1408 LaufenburgStR. 299
  • in orkonde deser eendrachticheit ende utsprekinge ende de, weert noet, mitter hant te vervolghene soe hebbe wij ... onser stadseghel ... an desen breeff ghehangen
    1426 OstfriesUB. I 302 [hierher?] Faksimile
  • sin hand sol nieman schaden an der zal der hend
    1469 Sankt Gallen/GrW. I 202 Faksimile
  • mit vferhabnen handen vnd gelerten worten gesworen
    1475 MurtenStR. 262 Faksimile
  • den eydt mit der handt staben und sweren
    1508 Elsass/GrW. IV 168 Faksimile
  • wan ein neuer lehenman sein aid leistet, sall er erstlich seinen gurdel abbinden und noch geleistem aid soll er seine hend weschen, den gurdel wider umbbinden
    1639 RhW. II 1 S. 77 Faksimile
  • der eine schiebet dem andern zu des eydes hand
    1717 Blüting,Gl. III 53 Faksimile
A XII 2 mit Erklärung des Sinns des Eides
  • ein yegklich mensch, der ein eid well schweren, der soll vfheben dry finger; by dem ersten ist der dümin; da by ist zů verstan got der vatter; by dem andren got der sun vnd by dem dritten gott der heilig geist; die andren zwen lesten finger in der hand neigent vndersich, der ein betütted die kostlich sel, als sy geboren ist vnder der menscheit, vnd der fuͥnfft klein finger bedütted den lib, als der lib klein zů schaͤtzen gegen der sel; vnd by der gantzen hand wirdt bedütted ein gott vnd ein schöpffer
    1500 LaufenburgStR. 341
A XII 3 unter Nennung des berührten Gegenstandes beziehungsweise mit Beschreibung der Schwurgebärde
  • skel hi tha hand uppa tha helega lidza and thi asega skel him thine eth stawia, thet him god also helpe and tha helega
    2. Hälfte 11. Jh. (Hs. 15./16. Jh.) WestfriesSchulzenr. 22
  • ein apgot Apolle ... dar ûf leite er sîne hant ... unt swuor
    um 1233? Stricker,Karl V. 2872
  • dat een man sijn hant leghet op die heylighen sonder oerlof
    1289 HollandOrkB. Suppl. 218
  • die sall eine spaede vor hem steckende inden dyck, die eine krucke heeft, ende leggen syne handt daerop ende sweeren dan ten hilligen
    1308 Pufendorf IV app. 415 Faksimile
  • iclich rad bysundern sal dy hende uff dy heilgen lege
    1381 WeimarStB. 267 Faksimile
  • bey den ayden, die wier darumb geschworen haben ... mit angerierten handen auf das heilig evangeli
    1391 Pez,Cod. III 90 Faksimile
  • hir bot se vor or recht to donde, dat er dat unwitlick were unde lede ere hande uppe de burst
    1436 BremLGProt. 30 Faksimile
  • de jodde schal leggen de hand oppe Moyses bok
    1443 OsterwieckStB. 26 Faksimile
  • hevet dey P. er hant gelacht op er borst ... unde gesworen to gode
    1536 KielVarb. 92 Faksimile
  • ere hant up de borst leggen vor eren borliken richter ... unde sweren
    1560 HolstVierstUrt. 274
  • med ores enes hand uppe'n hilligen
    oJ. RichtstLehnr. 25 § 4 Faksimile
A XII 4 unter Hervorhebung der (rechten) Schwurhand: gerechte, rechte, vordere Hand
  • so ach hi up to nimane mith siner winnistra hand sine winstra gara and haldane up; so skel hi fan siner furdera hand twer fingeran ther up lidzia and suara thanne
    2. Hälfte 11. Jh. (Hs. 15./16. Jh.) WestfriesSchulzenr. 36
  • behalden mit siner vorderen hant
    1300 DortmStat. 139 Faksimile
  • sal der vinder treten uf syne hengebang und sal czwene vingere legen uf syn houpt unde sal swern, das daz syne rechte funtgrube sy: also gebruche ich mynes houptes und myner vorderen hant, das mir got so helfe
    Anf. 14. Jh. FreibergBR. 270 Faksimile
  • die sol [beim Schwur] ... ir gerechtiu hant auf ir prust legen
    BairLR.(Schlosser/Schwab) Art. 134 Textarchiv: BairLR.(Schlosser/Schwab) [12. Titel]
  • niembt ihme der procurator die rechte hant und leget ihme zweene finger aufs creutze: und fraget: habe ich ihm aufgeholffen wie recht ist?
    16. Jh. BreslStR. 77 Faksimile
A XII 5 beide Hände sind während der Eidesleistung beteiligt
  • kummert man phert adir ander fihe vor dupstal ... sal der cleger ... mit siner lincken hant dem pherde griffen an sin rechte ore und sal die rechte hand uff die heilige legen und sal sweren, daz daz pherd sin gewest sie
    1444 MainzKämmW. 184 Faksimile
  • he schal gahn dem perde an die vordern halve und schal sinen lüchtern voet setten up des perdes vordervoet u. schal aver dat pert tasten u. nemen mit der lüchtern hant dat pert bi dem lüchtern ore u. leggen de vordern hant up de hilligen u. sweren, dat it pert sin were
    oJ. Lüneburg/GrRA.⁴ II 127 Faksimile
  • he trett met dem rechtern vote up den luchtern des vehes u. lecht em twei finger ut der rechtern hant up dat hövet, sweret, it si sin
    oJ. Rügen/GrRA.⁴ II 127 Faksimile
A XII 6 mit seiner einen (oder selben) hand ohne Eidhelfer
A XII 7 vergleiche frz.: on donne raison au plaignant, s'il produit une "main", c'est-à-dire un conjurateur Stallaert I 554
mit Nennung der Zahl der Eidhelfer
  • cliroc feowra sum hine clænsie his heafodgemacene and ane his hand on wiofode; oþre ætstandem, aþ abycgan
    7. Jh. Liebermann,AgsG. 13
  • dhat se betughen moghe sulf sevede hant mit mannen unde mit vrowen
    1303 BremStR. 33
  • suͤllent sechse ... ire hende legen auf des ersten arm und ... suͤllent sweren
    1312 MGConst. IV 1236 Faksimile
  • sol der dez daz guot gewesen ist berechten mit zwaien daz sein hant die dritt sei
    BairLR. 1346 Art. 37 Textarchiv: BairLR.(Schlosser/Schwab) [2. Titel]
  • mag er in erzúgen mit siben mannen, also das sin hant die sibende sie die darumb sweren zů den hailigen
    1371 VillingenStR. 30 Faksimile
  • doetdeel, lamethe of doir dade, dat sal men anladen myt der twalefder hand
    1396 MGroning. III 481
  • mag diser ... war machen mit zwain erberen mannen, das sin hand die dritt si, das er im die gült schuldig ist
    14. Jh. LeutkirchStR. 66
  • he swere myt twelff handen, dat dat vür nicht van syner vorsümenisse sy gekomen
    um 1400 SchleswStR. 40 Faksimile
  • sol der tröwer sich entschuldigen vf den heiligen selbe sibenter hant [lateinisches Original: cum septima manu]
    1410 FreiburgÜÜbers. 48
  • off de egene man sin unschult vor de ticht doen wolde, myt wo vele handen he de doen solde: ... solff derde over de hilgen
    1418 WestfLR. 198 Faksimile
  • se winnen suvede boeven ... die cleger u. tuch sin und winnen so einen mit seven handen sin lif af, die nicht van der sake en weten
    15. Jh. InfSpecSax. 669 Faksimile
  • van dootslaegen ... salmen die ontschult of doen mit twalef handen
    wohl 15. Jh. StaverenStR. 195 Faksimile
  • ontgaen myt siner sexter hand
    oJ. Richth. 433 Faksimile
  • swera mith twilif hondon
    oJ. Richth. 543 Faksimile
  • RegensbStat. 47 Faksimile
A XIII die verbrecherische, strafbare Hand
A XIII 1 allgemein
  • gif he heahre handa dyntes onfehð, scill' forgelde
    7. Jh. Liebermann,AgsG. 6
  • also hise mit sinre hand forslain hede
    2. Hälfte 11. Jh. (Hs. 15./16. Jh.) WestfriesSchulzenr. 15
  • daz sol er puezzen als ob er ez mit seiner hant getan hete
    um 1275 DspLR. Art. 102b Faksimile (Abschnittsbeginn)
  • wer herrn W. ... freventlich beschuette mit wernter hand
    1312 RegensbStat. 483
  • tůt der schiessend schaden, daz soll man richten als ob er das mit der hand tête
    1314 ZürichStB. I 4 Faksimile
  • welicher den friden mit der hand bricht
    1406 Argovia 4 (1864/65) 313 Faksimile
  • so sich zwen mit ungebessertere handt schlagen
    1477 KönigGültb. 41
  • dat de lenman in ... vrewentliken sinne hant sloge an sinen lenhern
    15. Jh. Bunge,Rbb. 178 Faksimile
  • eyn slach mjt ener apenen hant edder flaken hant
    1528 FriesArch. I 311 Faksimile
  • so ein kind sinen vatter oder mutter gefluchet oder freffne hannd an sy glegt
    1539 BernStR. I 295
  • wer ainen schlecht mit offner hand
    1570 Kärnten/ÖW. VI 432 Faksimile
  • wöllicher mit flacher hand schlecht, der ist fällig 5 ℔ ₰ und mit der faust ain phund phenning
    16. Jh. Steiermark/ÖW. VI 104 Faksimile
  • wenn en unverschämt wief enen framen mann mit worden schmähede ... de mag er mit gutem fuge ene brafe můhlschelle oder ohrfiege geven mit flacker hand
    16. Jh. SchwerinStR. 282 Faksimile
  • als oft ainer den andern mit der faust schlegt, so ist er verfalen ain pfund pfen., schlegt er im aber mit ausgebraiter hand, so ist zu pueß verfalen fünf tl. ₰
    1651 Steiermark/ÖW. X 148 Faksimile
  • swer den andern mit haizzer hant angrifet, daz er slecht ald roufet
    oJ. RavensburgStR. 63
A XIII 1 – in Meineidsagen: meineidige Hand wird schwarz oder verdorrt
A XIII 2 insbesondere die bewaffnete Hand
A XIII 2 a überhaupt
A XIII 2 a – in Hochgerichtsweisung
  • soll man v.gn. herren von Wertheim ... rügen scheltwort, buderstreich vnd gewapnet hand
    1448 Franken/GrW. III 574 Faksimile
A XIII 2 b besondere Erklärungen
  • sol man wizzen waz gewafentiu hant si: daz ist ein swaert, ein mezzer, ein acxes, ein spaer, ein helmbarte unde elliu geschoz
    1276 AugsbStR. Art. 49 § 1 Textarchiv: AugsbStR. Art. 49
  • nemmen daz gewefente hant, swaz er in die hant nimmet, da mitte er den andern verwundet
    1296 FRBern. III 636
  • verwegwarten mit gefüllter oder gewapneter hand, als mit steinen, bleikugeln, waffen, knittlen
    1663 WürzbZ. I 1 S. 473 Faksimile
A XIII 2 c die durch ihre Bewaffnung verdächtig wird
  • swer nach der dridden winclocken get mit werlicher hand, da von man argen wan haben mac
    1287 WormsUB. I 279 Faksimile
  • wer des nachtes gehet mit wapen oder mit gewapenter handt ... den wil man vfhalten vor einen vnrechten man
    1351 ErfurtZuchtbf. 119 Faksimile
  • eyn man wart begriffen auf fluechtigeme fues, vnd eyn plosses plutiges swert in seyner hant
    vor 1360 IglauOberhof 96 Faksimile
  • das die kirchtäg weder von angesessnen, noch ledigen personen mit gewörter hannd noch sunst rottenweise ... besucht werden
    TirolLO. 1532 VII Tit. 11 Volltext (und Faksimile)
  • das khainer mit wehrhaffter handt in den perg gehen soll vnd aůch niemanten darin beleidigen
    1564 NÖsterr./ÖW. VIII 334 Faksimile
  • welche ein gewaffnete hand macht, er brauche selbe oder nicht, ist es tag, so ist die straff 6 ℔ ₰, da es aber nach der nachtwache beschihet, 12 ℔ ₰
    1707 SchwäbWB. III 1101 Faksimile
A XIII 3 handhafte Tat
  • strasrawber vnd dewp hilft das nicht, daz sew sprechent, man hab in der hant nicht begriffen; das habent in piderlewt erbert mit not
    14. Jh. SteirLl. Art. 221 Faksimile
A XIV die Strafe an der Hand
A XIV 1 allgemein
A XIV 2 verschiedene Redewendungen
A XIV 3 Strafe an der rechten Hand
A XIV 3 a Abschlagen der rechten Hand
  • werebûze daz ist sîn vurder hant, dâ her die were mede lobede, oder sîn halbe wergelt
    1224/25 Ssp.(Eckh.) LR. II 15 § 1 Textarchiv: SspLR. II 15
  • warevpůzze daz ist sein gerehtev hant, da er die werschaft mit lobte
    um 1275 DspLR. Art. 113 Faksimile
  • wo ein druwer ist in deme Budinger walde, der gedruwet hat (oder druet), der hat dye rechtin hant verlorn
    1380 Wetterau/GrW. III 430 Faksimile
  • die verbuerde 60 pont ende 10 jaer die poort op zijn rechter hant
    1411 Fruin,Dordrecht I 81 Faksimile
  • hat er des geldis nichtt, szo hat er verlorenn seynn forder handtt
    1. Hälfte 15. Jh. DanzigWillk.(Günther) 10 Faksimile
  • so ist er verfallen di recht hant
    15. Jh. NÖsterr./ÖW. VII 19 Faksimile
  • welcher über friden iemanden mit dem wehr verwunden wurde, der solle die rechte hand oder drei finger ime abzuhauen verwürket haben
    1561 Bader,Prechtal 160
  • ob ainer an den kirchtagen freiung bricht, der ist verfallen die rechte hant
    1617 NÖsterr./ÖW. VII 76 Faksimile
  • sie sollte ... als urheberin dieses mannesmordes ... nachdem die rechte hand abgehauen, an den galgen genagelt werden
    oJ. SiebbVArch.² 27 (1896) 92
  • ZMarienwerder 52 (1913) 76
A XIV 3 b Begnadigung zum Verlust der linken statt der verwirkten rechten Hand
  • de rad dorch erer gudliken bede willen also mildichliken gedan unde eme de vorderen hand gelaten unde ghegeven unde eme de luchtere hand affleden hebben laten
    1467 LübUB. XI 291
A XIV 4 Aufbewahrung der Hand in Salz
  • de hant iß vorwaret in gerichte ... beth tho der tydt frunde kamende werden de hant vth dem richte tho eschende
    1498 Pyl,BeitrPommG. II 78
  • deme fronen ... de hant aftholedende iiii sch., vnde i sch. vor solt vnde i pot, de hant tho vorwarende
    oJ. Pyl,BeitrPommG. II 78
A XIV 5 mit anderen Körperteilen
A XIV 5 a Hand und Fuß
  • welcher solch unser trost, freiheit und sicherung, die zween märckte zu dem weisen sonntag und zu St. Lucas täge, in einigen weg verbrech, der soll ein hand oder fuss verwürckt und verlohren haben
    1492 Bretten 742 Faksimile
  • wenn zwen ... zukchten waffen auf ainander und wich der ain auf den freithoff und schuss ... hinin, der wer verfallen hent und fuess und schol im die auf den pauch legen
    15. Jh. NÖsterr./ÖW. VII 19 Faksimile
  • wer die freiheit zerbricht, der ist hend und füeß verfallen oder eine grosse straf
    17. Jh. Steiermark/ÖW. VI 78 Faksimile
  • weyset der schöffen die zwehen höffe ... für zwehen freyhöffe ..., vnd wer einen auff denselben höffen weltiget, der wer vmb ein hand vnd fuess
    oJ. Idarwald/GrW. II 131 Faksimile
A XIV 5 b Hand und Hals
A XIV 5 c Hand oder Leib (oder Leben)
  • um anderis nicheyne clage ne sol men den man virvesten ân umme die, de an daz lîph oder an die hant geit
    1224/25 Ssp.(Eckh.) Lehnr. 68 § 1 Textarchiv: SspLehnr. Art. 68
  • ane vleischwunde mach ok en man den anderen doden ... dar he sine hant oder sinen lif an verboret
    1224/25 Ssp.(Eckh.) Lehnr. 68 § 4 Textarchiv: SspLehnr. Art. 68
  • al ungerichte, daz in den lîph oder in die hant geit
    1224/25 Ssp.(Eckh.) LR. I 2 § 4 Textarchiv: SspLR. I 2
  • ordel ne mut en man nicht vinden over sinen herren, unde over sinen man, unde over sine mage, dar't in an ir lief [andere Lesart eder an er hant] oder an ir gesunt oder an ir ere ga
    1224/35 (Hs. 1369) SspLR. II 12 § 1 Textarchiv: SspLR. II 12
  • ir sollit wissin: ungerichte ist die clage, dy eyme an den liep, ader an hant, ader zu hut, ader zu hare geth
    Ende 14. Jh. GlWeichb. 260 Faksimile
A XIV 5 d verschiedene
  • welt ir nu wizzen, waz diu lem ist: daz ist ein auge wider auge, ore wider ore, nase wider nase, zunge wider zungen, zan wider zan, hant wider hant, vinger wider vinger, fuz wider fuz
    1276 AugsbStR. Art. 49 § 2 Textarchiv: AugsbStR. Art. 49
  • der richter richt von ihm als das recht erteilt, also ein auge wider ein auge, ein hand wider ein hand
    1305 BlNÖLk. 1 (1865) 268
  • wo ainer dem andern ain hant, ain fueß oder welicherlei glüdt das währ abschlieg oder vernichtet, der richter mag darinen richten alß ain hant umb die ander, ain fueß umb den andern, ain aug wüder ain aug, deßgleichen umb andere glüder wie die genant sein
    1433 NÖsterr./ÖW. VIII 667 Faksimile
  • het is bescreven recht: hoefft om hofft, handt voer handt, voet om voet
    1568 Fruin,KlSteden II 149 Faksimile
  • zan um zan, aug um aug, wie ich daran festiglich glaub, handt umb handt, leib umb leib
    16. Jh. EndingerJudensp. 80
  • pro manu manus hand um hand
    16. Jh. SchwerinStR. 281 Faksimile
A XIV 5 d – im Reim
  • ir herrn, ich peut euch allen frid bei der hand und pei der wid [sagt der Richter]
    oJ. Fastnachtsspiel/DWB. IV 2 Sp. 342 Faksimile
A XIV 6 "die Strafe von 40 Pfund hieß man eine hand, vermutlich aus der Zeit der verpönten Burgfriedsverletzungen, welche mit der Hand abgebüßt wurden" 1739 Weißenburg/JbMittelfrk. 2 (1831) 27
A XIV 7 im Zusammenhang mit Verbrechen und Strafen
  • svi mit falschin phenningin oder mit falschimi silbiri edir goldi begriffin wirt ... den valsch sal man umi in sine hant binde unde sal un also vur din richteri brenge
    13. Jh. MühlhsnUB. 618 Faksimile
  • mac he einis urteilis vragen: ab he im [dem Fälscher] di pfenninge oder den valsch in die hant icht binden sulle; daz sal man im teilen; so mac he vregen: in welche hant he si im zu rechte binden sulle; so sal man im teilen: in di rechte hant
    um 1300 FreibergStR. VII § 2 Textarchiv: FreibergStR. VII
  • sal man teilen, he sulle im [dem Dieb] zu rechte die hende hinder den rucke binden
    um 1300 FreibergStR. XIX § 5 Textarchiv: FreibergStR. XIX
  • der [Scharfrichter] soll im die hend off den rugken zůsammen binden
    15. Jh. Berechtung 99
  • vor der kirchen ... in die prechel stellen und ruethen in der handt haben
    NÖLGO. 1656 I 52 § 7 Faksimile
  • grabt er sich [der eingegrabene Grenzfrevler] mit vorhero zuesamben gebundenen henten auß, ist es sein glick, wo nit, sein verderben
    1670 NÖsterr./ÖW. XI 147 Faksimile
  • wer zu schiff in bösem muth auf jemand sein messer ziehet, der soll mit dem messer durch die hand an den mastbaum gestochen werden
    1680 Lünig,CJMilit. 879 Faksimile
  • ob ain nachpaur dem andern stull und er wurt ... beschrien, so soll ihn ein ambtmann fachen und soll in halten unzt an den dritten tag, und soll ihn dan antwurten ... und soll ihm die hent pinden mit ainem rüghalbmen und soll dem lantrichter drei stunt ruefen
    17. Jh. NÖsterr./ÖW. VIII 1001 Faksimile
A XV beim Gottesurteil
A XV 1 Kesselfang
  • so ach thi kempa buta tha hofwalle stan and infan to stede; so thi strideth efter sworen is, so skel thi skelta and thi asega and thi prester and fiower thes koninges orkendan, hia sowen, thes threddes deis tha hand skawia binna there kerika
    2. Hälfte 11. Jh. (Hs. 15./16. Jh.) WestfriesSchulzenr. 21
  • werth hi skawath ti helre hand, so skel thi [other] thenne mena eth festia and tha grewa twa pund [iewa]
    2. Hälfte 11. Jh. (Hs. 15./16. Jh.) WestfriesSchulzenr. 22
A XV 2 heißes Eisen
  • wart he driddewarve bedragen, so mot he treden to deme heten iserne; so mot he sine hande erst waschen mit koldem watere; darna vatet he dat hete, gloyende iseren up und drecht dat uppe dat mal
    1312 Braunschweig/Keutgen,Urk. 446 Faksimile
  • ief hia aet kīwat, soͤ sint niaer dae fiōuwer dae hānd ti hēlane [für unverletzt zu erklären] dan dae tre ti wrbernane [für verbrannt zu erklären], hit ne sē dat dis alle dio meente hlīa [darüber ihr Gutachten abgeben] wille
    oJ. vanHelten,OstfriesLex. 128
A XV 3 Zweikampf
  • die richtêre sol tzwêne boden geben ir iowelkeme, die dâ vechten sollen, die daz sên, daz men se gerwe nâ rechter wonheit; houbit unde vûze sint ine vore blôz, unde an den henden ne sollen se nicht denne dunne hantschen haben
    1224/25 Ssp.(Eckh.) LR. I 63 § 4 Textarchiv: SspLR. I 63
  • wir sprechen, ob ein man einen zwînleid einen champh an piutt und ob das zwînleid den champf nemen wil, sô sol der, der in den champf an poten hât, newer mit ainer hant mit im chemphen und sol man im di andern hant hinder den ruk pinten
    1328 Ruprecht(Claußen) Art. 272
A XVI die abstimmende Hand
A XVI 1 allgemein mit (der) mehrer(e)n Hand mit Mehrheit
  • mit menigerr hant (pluribus manibus) mit rechter urtail erfunden und ertailet
    14. Jh. WienerNeustadtStR. Kap. 42 Faksimile (Abschnittsbeginn)
  • die urteilen, die in den vier gedinghöfen stoszend, die soll man in dem hof ze Mure usrichten nach der merern hand
    1413 Aargau/GrW. V 77 Faksimile
  • mit der meren handt vnd mit dem rechten vor den frygen [ist] erkhant worden
    1458 Thurgau/GrW. I 257 Faksimile
  • haben wir einhelliglich uf und angenommen, dass was die mehrer hand unter uns in ufnehmen oder abmehrung geben wird, dass wir denselben dann sämtlich nachleben und nachkommen
    1463 AbhSchweizR. II 72
  • soll mit mehrer hand der zwingsgenossen erwelt und gesetzt werden vier fürsprechen
    1484 LuzernRQ. I 376 Faksimile
  • alles das so ein gemeind zu G. mit der merenhand uff sich nimpt und zu ratt wirdt
    1528 Geschfrd. der 5 Orte 19 (1863) 83
  • [soll] mit mer hand dasselbig weibelamt wieder besetzt werden
    1550 Argovia 4 (1864/65) 324 Faksimile
  • mag der alt alpmaister noch ain alpmaister mit der merern hannd under uns ussschiessen, erwöllen und zu im ziehen
    1556 VorarlbAgrU. 162
  • hofs- und landrecht, so im ganzen under ampt mit mehrerer stimm und hand angenommen
    1601 SGallenOffn. II 294 Faksimile
  • was bei dem rat mit der mehreren hand erkannt wird, das soll kraft haben
    oJ. LivenenStat. 162
A XVI 2 Handaufheben als Zeichen der Zustimmung
A XVII Henkershand
A XVII 1 allgemein
A XVII 2 Hand und Ball
  • all erkennen die landtschafft ... den nachrichtern inn ir hand und band, die usszufürn und zu inen zurichten
    1514 SchwäbWB. III 1101 Faksimile
  • den verhafften dem scharpffrichter in seine handt und bandt überantwurten
    1606 WürtVjh. 216
  • daß die hexen ... dem nachrichter in seine hand unnd band bevolchen werden
    1615 SchrBodensee 15 (1886) 224
  • dem freymann in seine hand und band übergeben
    1686 SteirGBl. 3 (1882) 167 Faksimile
  • dem scharfrichter an seine hand und band übergeben
    1723 Carlebach,BadRG. II 186 Faksimile
  • das ihr diesen thäter nembt zu euren handen und banden
    oJ. NÖsterr./ÖW. VIII 275 Faksimile
A XVIII die beiden Hände
  • sal er die besserung in eynre hand bringen und den zins in der andern
    1360 ArchHessG.² 3 (1904) 144
  • wann einer des hofs guet nit mehr haben und aufgeben will, der soll ... mit der einen hand zinsen und mit der andern hand ufgeben
    1402 Unterelsass/GrW. V 410 Faksimile
  • mag der gült dem schuldner das sin mit ainer hand nemen und mit der andern hand verkouffen
    1487 SGallenOffn. II 522 Faksimile
  • dat der meyer ... maenen sal den ceyns metter sonnen te brengen, in die een hant den ceyns, ende die boete in dander hant
    16. Jh. CoutLooz I 54 Faksimile
  • so es prackh obs wär, so soll der, dessen der paum ist, sich mit dem ainem handt bej dem stab halten, vnd mit der ander handt prockhen, was er erlangen mag
    16. Jh. MittSalzbLk. 54 (1914) 132
  • mitter ena hand weddia, ende mitter ander hand laesta "gleichzeitig versprechen und leisten"
    oJ. Richth. 413 Faksimile
  • mögen solliche eheliche kinder mit der ein hand lösen und mit der andern wider hingeben
    oJ. WürtLändlRQ. II 45 Faksimile
B Hand des Toten
B I Hand des Erblassers
B II bei Tod eines Ehegatten
  • man eder wif dey sick veranderen in brůtlochten na doder hant, dey möghen schighten mit aren kinderen na rechte der stades
    1355 DortmStat. 89 Faksimile
  • ein hoves guidt in dussen hof sal men belenen tot einer hand, und wenn die hand verstorve, so sal und mag die vrowe sitten up die dode hand unbelehnt
    oJ. Westfalen/GrW. III 31 Faksimile
B III im bürgerlichen Rechtsstreit
  • na doder hant, dat is uppe gut dat de dode schuldich is, ne mach neman tugen mer ratmanne
    1270 HambStR. 10 Faksimile
  • so wie die sculd haben wille van doeder hand, hij moet't goet besetten metten amman ende met eenen scepene als van doeder hand
    1297 CoutGand I 467 Faksimile
  • we deme anderen schult geft na doder hant umme gut, dat de dode schüldich is
    1300 RigaStR. 182 Faksimile
  • wer do klagt nach todter hant
    1370 Zips Art. 91 Faksimile
  • M. van O. ... schuldigede F. van Sch. van sines vaders wegen vmme theyn schok vor ghare koͤste na doder hant
    1380 HalleSchB. I 256 Faksimile
  • ab eyn man eynes toden erbe anspreiche nach todir hant
    Ende 14. Jh. GlWeichb. 390 Faksimile
  • de actione debitorum, qua impetitur aliquis post mortem alterius, quod et vulgariter dicitur angesprochen nach toder hant
    2. Hälfte 14. Jh. BrünnRQ. 12 Faksimile
  • ab ein man klagt umb schult in ein gut nach toder handt
    14. Jh. JurPrut. 21
  • von schult mit geczige adir an geczige adir nach totir hant
    14. Jh. MagdebSchSpr.(Gaupp) 228 Faksimile
  • dat he sculde vorderet uppe N. na doder hant
    14. Jh. RichtstLR. 119 Faksimile
  • is ok, dat hie on sculdighet na doder hant, so scal he unsculdich werden na doder hant
    14. Jh. StendalUrt. 102 Faksimile
  • ab eyn wip vor vorgoldene schult adir vor gut noch todir hant gesweren sulle
    1400 MagdebFr. 162 Faksimile
  • hoe een clagher sculdich is in een sterfhuus over die dode hant sijn scult wair te maken
    1410 BrielRb. 154 Faksimile
  • der junge H.F. sal behalden noch toder hant watz yme J. schuldig sei
    1419 GelnhausenGB. 17
  • das nach toter hand vnd nach jar vnd tag kuntschafft sol geleit werden mit siben vnuersprochnen gezúgen
    1434 BernStR. I 222
  • das sie innerunge thun mus noch toder hant
    1435/54 DanzigSchB. 19 Faksimile
  • steet er dar und behelt sine scholt uf eine tode hant
    1440 Loersch,Ingelh. 99 Faksimile
  • die schuld dem antwertere alze eynem erben seyner mutter nach toder hand mit geczewgenn selbsebinde ... obirweysen
    1487 JenaUB. II 322 Faksimile
  • de kleger mot na doder hand de schuld bewisen
    vor 1531 RügenLR. Kap. 162 § 6 Textarchiv: RügenLR. Kap. 162
  • verklaget ein mann den andern vor gerichte um schuld nach todter hand
    1594 JCulm. IV 15 Faksimile
  • over saken van dooderhant aencomende sal men sijn bedinck mogen nemen den tijt van ses weken
    1642 DeventerStR. II 10 § 5
  • dass kainer kämi nach toter hand und der erben ansprechi
    1655 GraubdnRQ. I 314 Faksimile
B IV Leibzeichen
Sachhinweis: Heinrich Brunner, Die Klage mit dem toten Mann und die Klage mit der toten Hand/ZRG.² Germ. 31 (1910) S. 235-252
B IV 1 tote Hand
  • die toiti hant sal da abir inkeinwerdic sie
    um 1230 MühlhsnRb. Art. 1, 7
  • stirbet he abir, so sal min dir toitin hant richte
    um 1230 MühlhsnRb. Art. 2, 6
  • vraecht die rechter aen eenen vonnis, of men ... metter dooder handt claghen mach
    1303 Mieris II 29 Faksimile
  • her richter, sy beten uch, dass sy die totte handt mossin abe losen und beten uch, dass ir on lassit ain orteyl werden by der kore ..., ob sy mit der totten hand von recht mogin or clage volfuren
    15. Jh. Thüringen/ZRG.² Germ. 36 (1915) 459 Faksimile
  • niemandt ... keinen mitt kampf mag ansprechen ohne allein umb denn todtschlag, do die todte handt des erschlagenen für unsern schulteißen und schöpfen wird geweiset
    16. Jh. EisenachStR. 8 Faksimile
  • enen anspreken mit ener doden hant
    oJ. Lasch-Borchling II 218
  • GrRA.⁴ II 182 Faksimile
B IV 2 Sonstiges
  • dat Jorden int erste inwendich veer weken dat. dusser scrifte eestfolgende de hant to Corveye tor groft bringen zal, und aldar eyne begengknisse bestellen
    1493 Wigand,Beitr. 155 Faksimile
  • deme doden is dey hant aff geloset op eyn recht off sey wolden dar tegen seggen, so mochte sey gan to dem schyne
    1526 KielVarb. 82 Faksimile
  • so vorgunnet eme der richter, he schöle de rechter hand halen; wil he ok den doden lichnam nicht laten schamfieren, so vorlövet em der richter eine wassene hand
    vor 1531 RügenLR. Kap. 10 § 9 Textarchiv: RügenLR. Kap. 10
  • [so lange schol in dem erve bloetgeld bliven] dat de jungen ... des doden hant ... tho grave bracht hebben
    1537 Dittmer,Sassenrecht 35 Faksimile
B V bei der Todfallspflicht
  • ist das ein bidermann stirbet, und das huobguot went enpfahen sine kint, noch der totten hant, sont sù geben gantz erschatz, und ein lebende hant halbe erschatz
    1350 Hanauer,Constd'Alsace 358 Faksimile
  • wan er eynich der twigher hande aflivich wert van juweliker doden hant
    1350 Kindlinger,Hörigk. 447
  • wann sich ein guth verändert nach todter handt, da jst denn hubern gütlichenn nachgelassenn, das die erbenn ... ein omen weins geben
    1454 Elsass/GrW. IV 256 Faksimile
  • ist saek dat der iemant stervet ende die levende den vrienden dat. goet overleveren moet, soo sal hy daerop een boeleedt doen binnen di eerste maende na die doede handt
    1456 SneekStB. Art. 99 Faksimile
  • wann ein gut inn dinckhoff gehörig, es seye nach todter oder lebendiger hand, verändert und fällig wird
    1544 Unterelsass/GrW. I 723 Faksimile
  • todte hand, manus mortua, wird in alten schrifften dieses genant, wenn ein leibeigener mann gestorben und nichts verlassen zum haupt-recht (welches das beste stück vieh gewesen ...), hat man ihm die rechte hand abgehauen und solche dem herrn gebracht
    1693 Döpler,Theatr. I 1000 Faksimile
  • es gehöret solches [das Besthaupt] zum haupt-rechte oder toden-hand und baulebung
    1750 Klingner II 189 Anm. Faksimile
  • haubtrecht, sterbhaubt, trauerrecht, todte hand, leibfall, verfallenschaft
    1756 Chorinsky,Mat. V 89
  • alle diegheene die buyten de vrijheijt van B. woenen ... is der kercke schuldig voor het recht van den sterfhuijs of doode hant twelf penningen luijckx
    oJ. Anal.ecclés. 9 (1872) 427
B VI im Falle eines Totschlages
  • stirbit he abir, so sal min dir toitin hant richte
    um 1230 MühlhsnRb.² 102
  • zullen die van der levender hant kiesen ten middelsten daghe wt elken vierendeel van der dooder hant twee man
    1388 Mieris III 502 Faksimile
  • gheviele eenighen dootslach bi onzen poorteren aen vremden luden, die gheen maghen Dordrecht en hadden, daerment aen vreden mocht, so zoudemen dat vreden aen die vander levender hant aen die een zyde, ende aenden Tollebringtorn an die ander zyde van der doderhant weghen
    1411 Fruin,Dordrecht I 82 Faksimile
B VII Besitz der Kirche und anderer juristischer Personen
  • dat egheene onberuerlijcke goeden ... enzelen moigen vercocht ... wordden ... tot behoef van eenigen cloosteren, goidshuijzen, cappitellen, collegien oft andere dode handen
    1515 OrdonnPaysBas I 389
  • grontchijnsen ... gecomen in dode handen
    1545 CoutAnvers I 224 Faksimile
  • das wo vnder inen ein frye person were, die kein natürlich vnd rechtgemeß erben hette, dieselbe ir fry gut, so der todnen hand nit vnderworfen ist frylich hingeben vnd vergeben möge
    1560 JaunLR. 1560 S. 52 Faksimile
  • alle die werdend für frye lüt gehalten, welche nit lybeigen noch der todten hand vnderworfen sind
    1611 FreiburgÜMun. II Art. 311
  • dat de selve alienatien niet en gheschieden tot proffyet van eeneghe doode handt
    1638 CoutBruges II 523 Faksimile
  • die geistlichen und andere corpora, bey welchen ein sach in so genannte todtne haͤnde gerahtet
    1730 Leu,EidgR. III 14 Faksimile
  • wenn liegende güter in die hände oder jurisdiction der kirche ... gerathen, so kommen sie gleichsam in eine tode hand
    1769 BairAlt. 109
  • geschenke oder vermächtnisse zur todten hand
    1794 PreußALR. II 11 § 200
  • men vermach binnen der stede ... gheen huusen ofte erfve te vercoopene gheven noch transporteren in gheestelicken of dooder handt, om daer te blijven
    oJ. CoutGand I 64 Faksimile
C die nachgebildete Hand
C I körperlich
C I 1 aus Metall
C I 1 a eiserne Hand
  • octroy om te mogen dragen een ysere handt voer Jan Essche
    1531 Stallaert I 555 [Sinn auch für Stallaert unklar, vielleicht zu Hand C I 1 d?] Faksimile
  • der gemeine fuhrweg ... bis an die scheidtwegh am hultzenen creutz mit der eiserren hant sall ein roedt weit sein
    1591 Schröteler,Viersen 352
  • es ist recht zu Sannct Nabor, das man zwo eysseren hendt hatt, ein vor der hallen und die ander uff dem keeßmarckt, welche beide hendt ides montag uffgericht und gestelldt werden; und also lang die beyde hendt uffgestellt stehen, so darf kein ußlendiger kein keesz, butern, korn noch andre frucht kauffen, es were dann die handt abgethan
    1600 SAvoldStR. 63
  • Rechtswahrzeichen II 8 und 9
C I 1 b metalen hant als Amts(verrichtungs)zeichen
  • [ist] van Jan Scalcken, wachtmeester, tot behoeff deser stadt gecoft een coperen oft metalen hant met eenen houten steel, omme daermede de wachte houden bet. 2 1/2 st.
    1587 Stallaert I 555 Faksimile
C I 1 c "die Todesstrafe kann in eine Ehrenstrafe gewandelt werden, z.B. wenn Leute, die wegen Verrat das Leben verwirkt haben, als Lösung ihren Kopf und die Hand in Bronze liefern mußten zur öffentlichen Aufstellung" v.Künßberg,RechtlVk. 171
C I 1 d "hant van den valschen eet, vermutlich aus Metall, mußte vom Meineidigen zur Strafe durch einige Straßen getragen werden"
  • aen Silvester Cockelberger, saedelmaecker, voor een leeren buydel daer de hant in gesteken wordt van den valschen eedt, betaelt 7 st.
    1607 Stallaert I 554 Faksimile
C I 1 e geghoten hand als Waffe
  • dat neyment neyn mest endrage [von bestimmter Länge] unde ok neyne barden, geghoten hande effte kolven bi viff nyen schillingen
    1440 HildeshUB. IV 325 Faksimile
C I 2 hölzerne Hand
C I 2 a Markt- und Friedenszeichen
  • uf unser lieben frauen abent nativitas zu vesper zeit gaet aen die frey zeit ... und als balde suillen die froneboten ein hoilzen creuz mit eime schwerde und einer hand darain gehangen ... zum zeichen das es alsdan frey ist
    14. Jh. KoblenzGB. 99 Faksimile
  • das wurt vermerckt bei eim langen hulzin creutz, einem daran hangendem hulzin schwert, schenckel und handt, so man uff benanten sontag Oculi umb den mitten tag uff dem marckt vornen an der fischbanck uffriechten ... läßt
    1553 Bruchsal 912 Faksimile
  • auff sanct Peterstag den ersten tag Augusti des abents zuvurgehent sietzt ain ein mardt uff einen weiden feldt gelegen bey H., genandt heuderscheidter marck, daselbst henckt man ain einem creutz ein hultzen schwerdt, und ein hultzen handt
    oJ. LuxembW. 232 Faksimile
  • v.Künßberg,RechtlVk. 107
C I 2 b Halter für die heilige Schrift
  • seynd dieselbe [obrist von B., hofmeister D. und so weiter] auf den 29. ejusd. gehaltenen raths-tag erschienen und haben den ihnen vorgelesenen rittereid dem herkommen gemäß auf die höltzerne hand, worein ein loch gebohret und worinn das auf papier geschriebene evangelium s. Johannis verwahret ist, abgeleget
    1660 Mader,Friedberg III 359
C I 3 wächserne Hand als Leibzeichen
  • vorgunnet eme der richter, he schöle de rechter hand halen; wil he ok den doden lichnam nicht laten schamfieren, so vorlövet em der richter eine wassene hand, mit erkentenisse, se schöle genoch doen, gelikest efte it de fleiskliche hand were to halende und sine klage darup to stellende
    vor 1531 RügenLR. Kap. 10 § 9 Textarchiv: RügenLR. Kap. 10
C II gemalte Hand
C II 1 als Muntatbild
  • in dem jar, da slug man di gemalten hend uberal um den mark als weit geet die munta und die freiheit
    1461 NürnbChr. IV 365
  • oberhalb des eingang in solch landhaus ein tafel an die wand aufmachen, daran die freyheit, das ist ein hand mit dem schwerdt, mahlen und darbey dasjenige vermelden lassen sollen, so in gleichmäßigen freyheuten bey unsern kays. hoff, also auch zu Wien und sonsten von alters gebräuchig
    1570 Linz (Donau)/Funk,Rechtsmale 146
  • wie zu mehrerm kenn ... zeichen daß die börse ein privilegirter ort sey ... bey derselben allhier einen pfahl mit einem brett, worauf eine hand und beil gemahlet, zu setzen befohlen
    1681 CCPrut. III 418 Faksimile
  • in Ellwangen ... ist (im Schloßhof) eine hölzerne Tafel mit einem Block, worauf eine abgehauene Hand mit einem Beil darüber sich befindet; sie trägt die Inschrift: bey dißer hand hab den verstand, daß du der freyung seist vermahnt
    oJ. Birlinger,Vk. II 190
  • wer ein messer zuͤcket zwischen den zaichen der gemalten hande, der sol zehen pfunt pessrung geben
    oJ. NördlingenStR. 64 Faksimile
  • Das Wahrzeichen der abgehauenen Hand. Ein Königsberger Rechtsaltertum/AltpreußMschr. 1 (1864) 72
  • v.Künßberg,RechtlVk. 17, 117ff.
C II 2 "Hand mit dem Brot, die das Zehntrecht des Tübinger Spitals bezeichnet" WürtJb. 1909 S. 142
C III Münzzeichen
C IV (an einem) Wegweiser
  • ein hant, die an dem waͤgscheid stat, die zeygt eyn weg, den sie nit gat
    1494 Brant,Narrensch. 21 V. 7
D in festen Verbindungen
D I mit anderen Substantiven, meist formelhaft
D I 1 mit Hand und Mund
D I 2
D I 2 a Hand und Gewalt
D I 2 b Hand und Gewaltsame
  • solh guter in einich ander hant und gewaltsam kommen lassen
    1476 DinkelsbühlPriv. nr. 1
  • haben ime die ... brieff zw seinen hannden vnd gewalttsamb geanntwortt
    1581 Indersdorf II 306 (nr. 2039) Faksimile
D I 2 c Hand, Gewalt und Gewähre
  • ingeben in yre hand, gewalt und gewer und sie des geseczet in nüczliche gewalt und gewer mit diesem briefe
    1404 SchlettstStR. 103 Faksimile
  • reiche in und seinen erben die [Wiesen] auf auß mein und meiner erben hende in ire gewalt, gewere und hende
    15. Jh. BayreuthStB.¹ 327 Faksimile
  • aus unser handen und gewalt in ihr haend, nutz, gewalt und gewehr abgetreten und aingeantwort
    1518 KärntLHdf. 6 Faksimile
D I 3 Hand und Band
vgl. Band (X)
  • ther efter urkere wi Fresan stoc and stupa, skera and besma, hende and bende
    1. Hälfte 15. Jh. FivelgoLR. 18 Faksimile
D I 4 Hand und Halfter
  • cessio bonorum hat nach lünebürger stadtrecht nicht raum, sondern der schultman wirt dem gläubiger an die hand oder halffter gelieffert
    1562/77 LünebNGO. 379 Faksimile
  • wollen wir die versehung, daß der schuldner dem gläubiger an die hand oder halffter gegeben werden soll, gäntzlich abgethan und auffgehoben haben
    1572 CAug. I 92 Faksimile
  • wollen wir die ... versehung der sächsischen rechte, nemlich dass der schuldner den gläubiger durch unsere gerichtsbefehlshabere an die hand oder halfter geliefert und überantwortet worden, solche schuld abzudienen und abzuarbeiten, gäntzlich abgethan wissen
    1577/83 LünebRef. 677 Faksimile
  • 1760 Hellfeld III 1809 Faksimile
  • 1800 Hommel,TFlav. 105
D I 5 Verschiedenes
D I 5 a Hand und Behuf
D I 5 b Hand und Consent
D I 5 c Hand und Füße
  • [große Verräterei und Unruhe wurden versucht] das ich mit hend und füssen [mit aller Gewalt?] zu verhüten hon
    1514 WürtLTA.¹ I 252
D I 5 d Hand und Leib
  • [wir ... haben] D. unde J. synen ... sone begnadet unde behandet, begnaden unde behanden in crafft dusses breves to twen handen unde to erer beyder lyve
    1515 KaufungenUB. II 300
D I 5 e Hand und Nutz
D I 5 f Hand und Stab
  • sollen ... die procuratores und anwäld die ihnen ... gegebne gewält ... von hand und stab empfachen
    1579 Müsinerwiese(Rusch) 5
D I 5 g Hand und Stand
  • die übrigen provinzen ... solten in itzigem stand und hand verbleiben
    1668 Fugger,Ehrensp. V Kap. 28
D I 5 h Hand und Steuer
  • ein offen brieff an die undertanen zu I., dz si all ir hand und stur darzu tun wellen, damit die zytglock gemacht ... werde
    1467 BernRatsman. I 157
D I 5 i Hand oder Teil
D I 5 j Hand und Treue
D II mit attributiven Zusätzen (einschließlich adjektivisch gebrauchter Partizipien)
D II 1 ärgere Hand
D II 2 aufgeholte Hand
D II 2 a der neue Hofbesitzer
  • wan sich dat erffkyndt verandersaetet toe der hilgen ee, dey upgehaelde hant mowten sey an dem schulten wynnen umb eynen pennynck
    1480 KaufungenUB. II 119
D II 2 b Interimswirt?
  • J.R. ... sey ein haußman und bauet sein landt, ist ein auffgeholete handt, hat eine wittibe mit 2 kindern ... zu verpflegen
    1645 Schnettler,Steuerstr. 182
D II 3 mit aufgestoßenen Händen [bei der Haussuchung]
  • thi frana secht mith twane monnum ur axla and unegert mith upstatta hondum
    1. Hälfte 15. Jh. FivelgoLR. 120 Faksimile
D II 4 mit aufgeworfenen Händen (als vorgeschriebene Gebärde)
  • [die genotzüchtigte Frau] louffe, wo sie allermeist lute findet, mit ufgeworfenen henden unde fulge mi fryscher tad vor gerichte
    nach 1358 Rb.n.Dist. IV 10 Dist. 3 Faksimile (Abschnittsbeginn)
D II 5 beglaubte Hand
  • hat er aber die 24 stunden gewartet, muß er darüber von einer beglaubten hand bescheinigung nehmen und darauf der vergütung, als wenn er die fuhre wircklich gethan, gewärtigen
    1755 Rabe,PreußG. I 2 S. 416 Faksimile
D II 6 bessere Hand
  • die kinder, so ausz denen personen, so also geroubet sein, erboren, [sollen] nit wider hinder sich der bösern hand nachschlagen, sonder der bessern hand nachvolgen
    1560 Schweiz/GrW. V 736 Faksimile
D II 7 bevogtete Hand
  • söllen die bleickerswyber für ire eemannen, inn iren uffällen nüdt, dann was sy mitt bevogteter hand versprochen haben, zuo betzalen pflichtig syn
    1553 ZürichGB. 60 Faksimile
  • wen sich ... B's frou gágen im, dem wirt, mit bevogteter hand fúr verlurst ouch verschribe
    1556 HönggMeierg. 57
  • sich mit bevogteter hand darum gegen im verschriben
    1582 HönggMeierg. 94
D II 8 bewährte Hand sicherer Platz, (Treuhänder)
  • zoude men dan desgeenen goet, die zoe voerghinge ende hem verborge, tot zooveel als den eijsscher onbraecke mogen uutten huijsse ... halen ende brengen in bewairder hant, om daerop ten noesten gedinge te mogen procederen
    1530 Fruin,Dordrecht II 223 Faksimile
  • wie yemand ... eenige goeden vind, die hem ontdragen of ontstolen zijn, die zal hem daer over beclagen mogen aen den schout, de welcke de zelve goeden strac in bewaerder hand zal nemen
    LeidenK. 1583 Art. 83
  • want H. dat gelt niet gelecht hefft in bewaerder hant
    oJ. MnlWB. I 1204 Faksimile
D II 9 bloße Hand; mit bloßer Hand mittel-, vermögenslos
  • czweye, dye tzusamen komen myd bloser hant, und nicht en haben
    1353 KlingenStR. 189 Faksimile
  • ab eyn man eyn wip neme mit blossir hant und gewunne guth mit ir unde by ir
    Ende 14. Jh. GlWeichb. 282 Faksimile
D II 9 – aus eigener Kraft
  • we nen ghud up gheboret hevet van vader unde van moder ... hevet de ghud ghewunnen van bloter hand, de en darf mit sinen broderen nicht schichten
    oJ. HannovStR. 393 Faksimile
D II 10 blutige Hand
D II 10 a Blutgerichtsbarkeit
  • swel sache der bischof selbe richten wil, die rihtet er, get es aber ambluotich hant, so gat er von dannen und heizet den vogt rehte richten
    1260 Basel/Keutgen,Urk. 116 Faksimile
  • der chaiser sol vil wol wizzen, welhen pischolfen er ze recht den pan geleihen můge, daz er mit recht mit pluͤtiger hant gerichten můge
    1300 Schwsp. Var./WSB. 80 (1875) 379
D II 10 b Mörder
D II 11 böse Hand
  • die kinder, so ausz denen personen, so also geroubet sein, erboren, [sollen] nit wider hinder sich der bösern hand nachschlagen, sonder der bessern hand nachvolgen
    1560 Schweiz/GrW. V 736 Faksimile
  • mit dem weib als der bössen handt
    1590 BregenzStbr. 38
D II 12 dritte Hand
  • der pan mag nicht verrer dann an die dritte hant
    14. Jh. SteirLl. Art. 142 Faksimile
D II 13 eigene Hand
D II 13 a Grundeigentümer beziehungsweise dessen Forderung
  • man sol dhein ligend gůt nit verkoufen one der eignen hand wüssen, deren darzů verkunt sol werden
    1534 BaselRQ. I 1 S. 303 Faksimile
  • weilen bei gerichtlichen vergantungen ligender gütheren die eigene hand, das ist das capital oder der davon jährlich fallende bodenzinß, in allweg vorbehalten wirdt
    1539 BaselRQ. I 1 S. 360 Faksimile
  • es solle auf begehren der eigenen hand allweg der höchste in jedem tschupus [Grundstück] träger seyn und den schuldigen zins sammenthaft der eigenen hand lüferen
    1611 SchweizId. I 145 Faksimile
D II 13 b auf eigene Hand selbständig, unabhängig
  • weil auch, daß so viele ledige weibspersohnen auf ihre eigene hand leben, nicht allein muthwilliges gesinde machet, sondern auch bey vielen ein üppiges leben verursachet, so soll fortmehro solches keiner von der obrigkeit gestattet werden
    1710 CCPrut. I 144 Faksimile
D II 14 einige Hand; zur einigen Hand kommen ohne erbberechtigte Verwandte sein
  • wenn ein mensch abgat, das zu einer aynigen hand komen ist und sin gut nit verschaffet, so sol einem herrn werden die farend hab und der fall voruss.
    oJ. SchweizId. I 279 Faksimile
D II 15 eintragende Hand Beliehener ohne erbberechtigte Verwandte
  • es wird abgeschafft der brauch, der antragende hand, hagestolz oder anders genennt wird, vermöge dessen der halsherr den leibeigenen, der ohne leibeserben stirbt, in der fahrenden habe ganz oder zur hälfte beerbt
    1525 SchweizId. II 1389 Faksimile
D II 16 empfangende Hand Lehnsempfänger
D II 17 erste Hand
D II 17 a von (oder aus) erster Hand ohne Zwischenhandel
  • haben meine herrn obere ... mir anbefohlen die diebs-compagnia auszurotten, dero thun ... war ... eisengezeug zu stehlen und wiederum und gleichsam von der ersten hand ... zu verkauffen
    1670 Abele,Unordn. I 26 Faksimile
  • die wahren von den arbeitern in den manufacturen, als aus der ersten hand ... zu verkauffen
    1676 Schirmer,KaufmWB. 79
  • nachdem ... vielfältige klage geführet worden, was maßen die von frembden ... fischern angebrachte fische nicht aus der ersten hand gekauffet
    1692 CCPrut. II 343 Faksimile
  • dass ... die manufacturen ohnschwer in das land eingeführet, von der ersten hand erkauffet ... werden möge
    1724 CAustr. IV 160 Faksimile
D II 17 b beste Gattung einer Ware
D II 17 c erstes, am Tage gelöstes Geld
D II 18 fähige Hand als Gegensatz zu tote Hand
  • [daß sie die Admodiationen] von einer in die andere fähige hand [wohl gestatten, nicht aber die in tote Hände]
    1760 SchweizId. II 1384 Faksimile
D II 19 feste Hand; in fester Hand sein fest verkauft sein
D II 20 freie Hand
D II 21 fremde Hand
  • dar zu verlos ich all mein phant, die sint nü chömen zu fremder hant
    vor 1358 Otto der Raspe 1308
  • daz si is [das Erbe] an keine fremde hant zullen lazzin komen, sy habin is denne dem P.H. vor angeboten
    1378/1404 FreibergStB. 277 Faksimile
  • mannig rike sunder wân is in fromede hand gegân
    14. Jh. Laiendoctrinal 155
  • welcher herr seinem grunt findt in frembter hant, der mag sich deßen underwinten ân alle ihrung
    1673 NÖsterr./ÖW. XI 24 Faksimile
  • das ain hofjünger oder ain ander gottshaußmann dieselben güetter also im frömd hend verkaufft
    oJ. Thurgau/GrW. I 269 Faksimile
  • kummet der bu an ein fromede hant uzser irn erben, so sol man danach erschatz geben
    oJ. StraßbUB. III 71
D II 22 ganze Hand gesamte Hand
  • das die zwey eliche lutte mit eyner gantze hand schuld gemacht hettent
    15. Jh. Durlach 133 Faksimile
D II 23 geistliche, weltliche Hand
D II 23 a geistlicher, weltlicher Besitz
  • vvelich, burger oder burgerinne vrn hof oder hus ... verkoͮfen in eine geistliche hant ... die verliesen lip vnde gůt
    1300 Förstemann,Nordhausen I 1 S. 57 Faksimile
  • daß mancherley erb binnen irer statt gelegen die bey kurtzen jaren in geistliche hand und gewalt kommen sein
    1385 KölnStat. II 64 Faksimile
  • gůter, die in der weltlichen handen sind
    1431 Indersdorf I 229 (nr. 595) Faksimile
  • dat dei erftall ind der burger gut gemeinliken in geistlike hande kompt
    1473 BeitrEssen 20 (1900) 142
  • dat mach die geistliche persone ... verkoifen in werentlicke hende
    1500 SiegburgWQ. 48 Faksimile
  • den geistlichen personen [verbotten] ... zu ihren lehnen ... einige häuser [und] ländereyen ... auss der weltlichen hand zu verkauffen
    1592 MünsterPolO. 34 Faksimile
  • hat niemand macht einig erb zu geben ... zu einiger kirche in einige geistliche hand
    oJ. SaarbrückenLR. 964 Faksimile
D II 23 b geistliches, weltliches Gericht, Obrigkeit
  • omme penningschulden, om boten, die sy an die waerlike hant verbroekt hebben
    1456 SneekStB. Art. 61 Faksimile
  • der sachen, die geistlich sein ... am geistlichen gericht zu üben, durch den weltlichen stab und die von S. kein hinderung gethan und herwiederum die weltlichen vorm schultheiß und weltlichen gericht durch die geistlich handt nit geirt noch gehindert werden sollen
    1513 Sinsheim 436 Faksimile
D II 24
D II 24 a gemeine Hand Gemeinnutzung und Gemeingebrauch
  • sullen die gemein von N. in der herren welde faren vnd der welde mit gemeiner handt genutzen vnd gebruchen
    1315 Untermosel/GrW. II 326 Faksimile
  • [das] werden wir wider zů unsern gemainen handen nemen
    1525 Artt.d.Bauern 14
  • soll nutz unnd paw allen theylen zue gemeiner theylung steen, unnd alle renth unnd guͤllt von gemeiner hannd geben werden
    oJ. Fischer,Erbf. II 236 Faksimile
D II 24 b gemeinde Hand Deicherhaltung durch Besteuerung auf Kosten der Unterhaltspflichtigen
D II 25 gemeinsame Hand
D II 26 geruhte Hand
  • swa geistlich closterleute etlich eygen heten gehabt in gewer ... jar und tach ... ob die fuͤrbaz icht pillich suͤln mit gerůter hant [unangefochten] sitzen an ansprache
    1317 MGConst. V 343 Faksimile
D II 27 gesamte Hand
D II 28 geschworene Hand die den Lehnseid geleistet hat
  • ob eine geschworn hand von einem ganzen lehn abgienge, die ist unser ... frawen verfallen mit einem foder churmodweins
    1577 Rhein/GrW. II 659 Faksimile
D II 29 (ge)teilte Hand; ungeteilte, unzerteilte Hand
D II 29 a gemeinsame Verpflichtung
  • wollen wir ... was im rathe zu ... erhaltung freiheit, recht und gerechtigkeit einhellig befunden, mit sammender unzerteileter hand, so weit eines itzlichen leib und gut sich erstrecket, exequiren und verfolgen
    1581 Culemann,MindenLV. 155 Faksimile
  • versprechen mehrere personen ein und dasselbe ganze zur ungetheilten hand, dergestalt, daß sich einer für alle und alle für einen ausdrücklich verbinden, so haftet jede einzelne person für das ganze
    1811 ÖstABGB. § 891 Faksimile
D II 29 b gemeinsamer beziehungsweise geteilter Besitz
D II 30 getreue Hand
D II 31 gewährte Hand neutraler Dritter, Treuhand
  • die raidt van U. sullen ... all alsulke erffnisse ind guet, as Th. ... achter gelaten heeft, an sich as an gewerde handt nemen
    1444 UnnaStR. 68
  • so iemandt, der alhier nicht gesessen, ein hauß ... an sich bringet, soll daßelbe binnen jahr und tag beziehen oder es verkauffen und in gewerthe hand bringen
    1599 DirschauWillk. 33 [hierher?] Faksimile
  • wert dat sake, dat yemant vreemdere bynnen D. storve ende engene erfgename en hedde, alle die possessie sijnre goede by hoeme dare vonden, sal in gewerder handt jair ende dach behouden werden
    oJ. Stallaert I 555 Faksimile
D II 32 gewaltige Hand
  • so sollend ... vater und muoter gewaltige hand sein über alles das si habend
    oJ. GrW. V 202 Faksimile
D II 33 gewehrte Hand
  • so einer den andern mit gewährter oder gewaffneter hand ohne streich überläuft
    1572 AdelsheimStR. 667 Faksimile
  • wiewohl er nun in ernennts koenigreich von seinem vatter mit gewehrter handt wardt eingefuehrt vnd aber der possession nit habhafft werden koendte, ließ er sich ... allein am koeniglichen tittel begnuegen
    1619 Lazius,Wien III 39 Faksimile
D II 34 gewinnende Hand "Fahrnis, Vieh" SchwäbWB. III 1106
D II 34 – "Arbeitsverdienst, was man durch Handarbeit gewinnt" SchwäbWB. III 1106
D II 35 gewisse Hand
  • setze mir entweder burgen oder pfant, daz ich eine gewisse hant mines gutes muge han
    13. Jh. Passional(Köpke) 19 V. 27
D II 36 gichtige Hand der Geständige
D II 37 (zu) gleiche(r) Hand gleiche Berechtigung oder Verpflichtung
  • alle, wat ons sacke koste to verfolgen, dat sollen wy glicker hant bethallen, wat schaden off oncost dar off get
    1496 HanseRez.³ III 457
  • sollen alle erberen des landes zu gleicher handt ... pande aus dem hause zu [!] nemen
    1587 JbOldenb. 17 (1909) 268 Faksimile
  • wan ihm einen baum in die fohr stet, sollen die beide neben den gleicher hand genießen
    17. Jh. RhW. II 1 S. 272 Faksimile
D II 38 gute Hand
  • wenn ein freier oder eine freie ein eigens verehelichet, dass ihr kinder frei sein und also der guten hand nachfallen
    1525 Leuenberger,RG. 170
D II 39 mit hängenden Händen
  • si habin ouch daz recht, wenn ir dheiner bewholzs bedarf, der sal mit hanginden henden gehin vor den ubirsten vorster, das ist in ieder hende ein hun u. einen schilling pfenge in der andern hant, so sal er huwen wes er bedarf zu sime gebuwe
    1384 GrRA.⁴ II 26 Faksimile
  • wenn ein genosse buwen wil, so soll er komen gen Swarzach zue eym appt mit hangender hant, vnd by jm die loube gewynnen
    oJ. Schwarzwald/GrW. I 427 Faksimile
D II 40 mit haster Hand im Zorn, in der Erregung
D II 41 heile Hand
Sachhinweis: bei Luther: lässest du diesen los, so bist du des Kaisers Freund nicht
  • thih zihen únhuldi bi mícheleru scúldi, thaz thú sus laz in héila hant thes keiseres fiant
    um 868 Joh. 19, 24/Otfrid IV 24, 6
D II 42 hohe Hand
D II 42 a hohe, höhere Obrigkeit; Regierung
  • [wenn] tschip ende schipper bij der hoogher handt ofte den prince anghenomen werdt
    1551 PlacBFland. I 392 Faksimile
  • dass sie dass aigenthumb weder jemals affectiern, noch auch etwan von hocher handt angetragner acceptiern wollen
    1694 Indersdorf II 355 (nr. 2238) Faksimile
  • würden die hafen nur auf eine gewisse zeit von hoher hand geschlossen ... so bleibet die befrachtung in kraft
    1727 PreußSeeR. V 27
D II 42 b insbesondere Gerichtsinhaber
  • von swelcher hôher hant daz gerihte ist, dâ mac man eine urteile ane ziehen; diu diu êrste hant des gerihtes ist daz ist der künic; diu ander dem er ez lîhet; diu dritte dem ez diu ander lîhet
    um 1275 Dsp.(Eckh.) 106 § 5
  • welch herrn die hohern hand des gerichtes haben, fur den mag man ein urteil wol anzihen
    15. Jh. Schwsp. Var./WSB. 73 (1873) 458
  • die erste hand des gerichts ist der könig, die andere hand des gerichts ist der, dem es der könig leihet
    1744 SiebbLRKomm. I Tit.1
D II 42 c
D II 43 hülfliche Hand Hilfe, Unterstützung
  • wen averst de heerschop ... gerne strafen wolde und were to schwak, die landvaget is schuldig ... de hulpliche hand to lienen
    vor 1531 RügenLR. Kap. 3 § 11 Textarchiv: RügenLR. Kap. 3
  • dat ... den rechten handdeder ... ane ... gnade nagetrachtet würde, darto wolde ire furstliche gnaden de hulpliche hand leisten
    vor 1531 RügenLR. Kap. 117 § 1 Textarchiv: RügenLR. Kap. 117
D II 44 jüdische Hand
  • das seyn vatir meynem vater versattczt hat czu iudischzer hant [an Juden] vor 200 schog und hat en nicht gelost
    1. Hälfte 15. Jh. Wasserschleben,Samml. 262 Faksimile
D II 45 lange, kurze Hand
D II 45 a mit [oder von] langer oder kurzer Hand für römisch-rechtliches longa vel brevi manu
  • [als] die von oder mit langer hand uͤbergebene sachen werden die gehalten, welcher wegen eintweder, wann sie abwesend sind, von dem ubergeber dem ubernehmer befohlen wird, selbige zuuͤbernehmen ... oder, wann sie etwann nicht wol so gleich weggebracht werden koͤnnen, ... waͤchter und huͤtter darzu bestellet, oder der ubergeber die sach in einsen hauß tragen lasset, obgleich der ubernehmer solche noch nicht angeruͤhret, oder auch der ubergeber dem ubernehmer die sach oder gut von weitem zeiget, und ihm sie also uͤbergeben haben will
    1728 Leu,EidgR. II 224 Faksimile
  • mit oder von kurtzer hand uͤbergebene und ubernohmene sachen werden geachtet die, bey welchen zu ausweichung mehrerer weitlaͤuffigkeit kein ubergab wuͤrcklich zwahr vorgehet, aber fuͤr vorgegangen zuseyn eingebildet wird
    1728 Leu,EidgR. II 225 Faksimile
  • 1808 Weber,Lehnr. II 71 Faksimile
D II 45 b mittelbar
  • in fahl eines sich bezeügenden raitrests ... der regress hart oder mit langer hand müessen gesucht und eingebracht werden
    1738 NÖsterr./ÖW. XI 113 Faksimile
D II 45 b – mit viel Mühe
  • davon er ... seinen creditorn järlich was geben können, bis er sich mit langer hand ["mit vieler Mühe"] aus dem last gewürckt
    oJ. SchwäbWB. III 1102 Faksimile
D II 46 lebende Hand
vgl. Hand (B)
D II 47 lebendige Hand
  • [sie haben] eyn vermechnisse gemacht ... so dat de leste leyvendige hant eyme kinde me, deym anderin min geyven moechte
    1371 KölnSchrB. 709
  • wan zu den guteren keine lebendige hand mehr vorhanden
    1602 Rive,Bauerng. 424 Faksimile
D II 48 leichte Hand
D II 49 letzte Hand der Überlebende
  • ist die letzte hand nit mehr dann ein leibzuchter ... an allen erben und erbrennten, da sie samender hand angeschrieben stahn
    1437 KölnStat. I 25 Faksimile
  • wanne dat man und wiff, die geine kyndern hant, ire testament ... under sich vermachent, also dat die leste hant dat keren und wenden moge, war dat sy wilt
    1500 SiegburgWQ. 30 Faksimile
D II 50 meine Hand
  • is ok de erve dar nicht de it upbore to deme drittegesten, so scal men it in eyne mene hant don jar unde dach: swanne de dach umme komen is, so scal de rad darto helpen, dat it deme werde, de dar recht to heft
    1303 Braunschweig/Keutgen,Urk. 457 Faksimile
D II 51 nähere Hand, nächste Hand der näher Berechtigte
D II 52
D II 52 a obere Hand Obrigkeit
  • wäre, das etlich burger solich lehensguͤter von der obern handt entpfangen hetten, da sol ... ustragen mit der obern hant, daz si die der manschaft ledig sagen
    1431 SchrBodensee 44 (1915) 89
  • sie wolten die von im, als von der obern handt empfahen
    1471 AlbrAchillesMerckB. 16 Faksimile
  • das der selb see der obren hand und einem vogt von ir wegen zugehöre
    1477 AbhSchweizR. 24 S. 60
  • inen daz [Geld] als der obren hand zů iren handen heruß zu geben
    1488 BremgartenStR. 90 Faksimile
  • durch die obern hand und burgermeistern und ein gericht ... beschaiden werden
    1567 WürtLändlRQ. I 219 Faksimile
D II 52 a – oberes Gericht
D II 52 b oberste Hand oberste Zuständigkeit, letzter Entscheid
  • beholden deme rade tho Riga de overste handt in dessen artickeln vorgeschreven
    1392 Stieda-Mettig 242 (nr. 4, 17) Faksimile
  • welk man dar brokaftich werd, dee schal dee mark wasses betalen vor enen schillyngh, jodoch beholden deme rade to R. dee oversten hant in allen saken
    1397 Stieda-Mettig 382 (nr. 56, 26) Faksimile
  • nadem de erwerdige rad boven alle desse vorgeschreven articule unde gesette de overste hant hefft
    1457 Stieda-Mettig 427 (nr. 81 Einl.) Faksimile
  • des behält sich ein e. rath die oberste hand bevor, diesen schragen zu mehren u. zu mindern
    oJ. Gutzeit,Livl. I 482 Faksimile
D II 53 offene Hand
D II 53 a mit offener Hand unter Vorbehalt (endgültiger Regelung), unverbindlich, widerruflich
  • mit offener hand die luͤftung gethan, daß ... bezahlungen ... in current-waͤhrung ... geschehen moͤge
    1695 Lahner,Samml. 179 Faksimile
  • durch die in gegenwartigen mandat mit öffener hand geschehene lüfftung
    1742 Siegel,CJCamb. I 362 Faksimile
  • gleichwie ein hochlöblicher rat gegenwärtige verordnung auf eine probe mit offener hand, unter der ausdrücklichen bedingnuß, daß ..., ertheilet haben will
    1767 NürnbZollO./JournDeutschl. 1, 2 (1784) 96 Faksimile
  • haben die betheiligten ihren streit ausdrücklich mit offener hand zu dem spruch uͤbertragen; so hat jede derselben das recht den spruch auszuschlagen
    1830 BernCGB. 771
D II 53 b offene Hand haben, lassen, vorbehalten sich etwas vorbehalten, freie Hand haben
  • soll der ... im offne hand lassen, zenemen wedern tail er welle
    1565 SGallenOffn. II 475 Faksimile
  • der schuldner und zinßverkäufer jederweilen die offne hand hat, wann ihme gelegen, das hauptgut dem käufer ... heimzugeben
    1650 Gothein,Colloqu. 21
  • solle ... unterthanen die offene hand vorbehalten bleiben, wein, leuth ... hinüber und herüber führen zu dürfen
    1733 Gothein,Colloqu. 21
D II 54 rechte Hand
D II 54 a
  • [dat ma] alle stellen tingh, hoe deen gued hit se, al deer ma hit fint, dae riuchta hand [für legitimo domino] weder thi iaene sonder leesne
    1323 Richth. 102 Faksimile
D II 54 b Ehe zur rechten beziehungsweise linken Hand
  • de matrimonio ad morganaticam vulgo vermählung zur linken hand
    1731 Gabriel Schweder, Disput./Weber,Lehnr. I 354 Faksimile
  • die zwischen ungleichen standespersonen vorgehenden verehelichungen wurden ohne unterschied, ob die antrauung zur linken oder rechten hand geschehen ... für eine wahre ehe geachtet
    1756 CMax. I 6 § 45 Faksimile
  • mannspersonen von adel können mit weibspersonen aus dem bauer- oder geringerem bürgerstande keine ehe zur rechten hand schließen
    1794 PreußALR. II 1 § 30
  • MnlWB. III 88 Faksimile
D II 55 schaltende und waltende Hand
  • das ein jegklicher, der von manss namen waltendi hand oder der eltist, so in einer hushab ist und mit tod abgaͮtt, sol ainem hern appt ... das best hopt ... zehanden komen laͮssen
    1484 SGallenOffn. II 458 Faksimile
  • welche ihres eigen gewalts (sui juris) werdind, und, wie in eydgenössischen gesetzen auch solches ausgedruckt wird, schaltende und waltende hand ... bekommen
    1727 Leu,EidgR. I 490 Faksimile
D II 56 schuldige Hand der Schuldige
  • dat dio schildige hand bytalye an twira nouwelikera orkenda andert
    1404 Richth. 501 Faksimile
D II 57 sichere Hand
D II 58 spinnende Hand Frauenseite
D II 59 starke Hand
  • die executiones, deren sentenzen geschehen durch die starke hand zu Aachen, per requisitiales
    16. Jh. Koeniger,SendQ. 115
D II 60 trockene Hand bei der Hinrichtung ohne Blutvergießen
  • daß man den übeltäter richten soll mit truckner hand henken sol zwischen himel und erd an den liechten galgen
    1470 Wolff,GerichtsverfHochstAugsb. 166
  • das zu im mit druckner hand vom leben zum tod gericht werden solle
    1478 AugsbChr. III 440
  • daß der arme sünder mit dem schwerd und blutiger hand, oder mit dem strang und truckner hand ... gerichtet werden solle
    oJ. Augsburg/ZRG. 5 (1866) 159 Faksimile
D II 61 unbenannte Hand zukünftiger, noch unbestimmter [Mit-]Besitzer
Sachhinweis: Rive,Bauerng. 329
  • geine havesschulten sollen unbenannde handt doin an einigem havesguide, offte ander luide dragen laiten tho behoiff der erven
    oJ. Rive,Bauerng. 518 Faksimile
D II 62 ungeschiedene Hand gemeinsam
D II 63 ungesperrte Hand
  • den ... vnndterthonen soll ein vngespertte handt gelassen, vnd niemand durch straff oder schaffung zue diser müll genöttigt ... werden
    1605 Indersdorf II 315 (nr. 2059) Faksimile
D II 64 (mit) ungewährte(r) Hand ohne Berechtigung
  • dat nymant ... wijf of kijnderen in nymants hof ongewairder hant comen sal
    1523 Amersfoort 225 Faksimile
  • ymant die dess anders goet ongewairde hant antast ende neemt
    oJ. Amersfoort 138 Faksimile
  • so wie des anders lant delft oft cley neemt of made neemt of mayt of bonen of erweten onghewairder hant, verbuerde 12 sc.
    oJ. MnlWB. V 742
  • dat nyemant ... ongewairder hant komen en sall bynnen yemants huysinge, hovynge off bedelffte om yemant dat zijne te ontvryen
    oJ. MnlWB. V 742
D II 65 unhuldige Hand
D II 66 unparteiische Hände
  • wan zwoo partheien um frücht oder räub ... streitig werdend und der kläger begehrte, daß dieselben ... in verbott und unpartheyische händ gelegt werden möchte
    1715 MurtenStR. 511 Faksimile
D II 67 untere Hand
  • wan der recht manlehen von im ist als von der undren hant ... wan sin gnade und die herrschaft zu F. die oberhant darüber ist
    1441 SchwäbWB. III 1107 Faksimile
D II 68 währende Hand sicherstellende und leistende Treuhand?
  • weres das sie des nicht intetin [das Gut bebauen], so sal sich der vndirspitteler des erbes widir vndirwindin vnd brengin is in werinde hand das im sin czins moge werdin
    1393 CDWarm. III 244
  • also das lange wuste gelegen, vnd Sch. nicht wolde sich bedenken, das gut czu bewonende addir in werende hant czu brengende, do lys en der foygt von K. heyschen auf das gut czu dren dingentagen
    1405 CulmUB. I 358
  • T.H. sal den garten wider in werende hant brengen, den er von der stad hat empfangen, ader sal do vor czinsen
    1412 CDWarm. III 410
  • so es geschicht, das gütter und gründe an außländische leute vererben, die sollen keine bereitte gütter noch fahrende haabe von hinnen nehmen, sie bringen denn die liegende gründe in werende handt
    1599 DirschauWillk. 43 Faksimile
D II 69 waltende Hand
  • welche ihres eigen gewalts (sui juris) werdind, und, wie in eydgenössischen gesetzen auch solches ausgedruckt wird, schaltende und waltende hand ... bekommen
    1727 Leu,EidgR. I 490 Faksimile
D II 70 mit warmer Hand zu Lebzeiten
  • een yghelic persoen van vrier conditie, libere ende zyn selfs zynde, wel zyn memoirie ende verstandt hebbende, zal binnen zynen leven vermoghen te disponeeren ende wech te gheven metter waermer handt, behoudende blat ende usufruict zyn leven lanck up dat hem belieft, of pure zonder reservatie, dat men heet donatio inter vivos
    1546/48 CoutCourtrai(Strubbe) 421
  • alle giften ghedaen van roerlicke goedighen ende die metter warmder handt wech ghedreghen, sorteren vulle effect, maer inghevalle sulcke partijen van giften noch bevonden waere ten sterfhuyse vande donateurs, zoo sullen die de voernomde hoors aenveerden, gelijck offer geen gifte of ghegheven en waere
    1547 TieltCost. 263
  • in verbintenisse van roerlijke en gereijde goederen, is van noode dat deselve metter daat ende warmer hant in de magt van den crediteur worden overgelevert
    1595? CoutLooz II 460
  • alle ghiften inter vivos, die men heet ghiften ghedaen metter warmer handt
    16. Jh. CoutBruges I 168 Faksimile
  • van gemeene meublen vermag den man te disponeeren by verkoopinge ... ende by gifte met de warme hand, sonder consent van syn wyve
    1682 CoutArdenburg 390
D II 71 zweite Hand Verwahrer
  • die hinterlegung zur zweyten hand ist ihrem wesen nach ein unentgeltlicher vertrag
    BadLR. 1809 Satz 1917 Faksimile
D II 72 mit verschiedenen Ordnungszahlen
D II 72 a als Stufe der Belehnungen
  • an die vîrden hant ne sol nichên lên comen
    1224/25 Ssp.(Eckh.) LR. III 52 § 3 Textarchiv: SspLR. III 52
  • svie gerichte to lene hevet von 'me koninge nedervart, dat ne mach nicht komen in die vierden hant
    1224/35 (Hs. 1369) SspLehnr. 285
  • der pan mag nicht verrer dann an die dritte hant
    14. Jh. SteirLl. Art. 142 Faksimile
  • so wer einige erb binnen unser statt gelegen besetzen oder vergeben wollte von leibserben zu leibserben zu ersterben, der mag das thun bis auf die dritte hand
    1437 KölnStat. I 17 Faksimile
D II 72 b Zwischenhändler oder späterer Erwerber
  • were ime die erste zalung, ee das ross in die vierte hand komen, ervolgt, und móchte villicht das ross under entwederem kóúfer verderbt worden sin
    1620 HönggMeierg. 111
  • [indossaments] welche offt in die vierdte bis fünffte hand kommen
    1663 Schirmer,KaufmWB. III 1107
  • die wechselbriefe werden auch von dem creditore ... in anderte, dritte, vierte hand ... verhandelt
    1717 CAustr. III 881 Faksimile
D III verbale Verbindungen:
D III 1 die Hand abbieten die Gewalt (über ein Gut) entziehen
  • ließe [der Schuldner] solches termin ohne befridigung seines gläubigers verfließen, so mag besagter gläubiger solche güetter ihme rechtlich zuerkennen und dem besitzer derselben bey fünff pfundt bueß die hand abbietten laßen
    1715 MurtenStR. 513 Faksimile
  • ein arest anzulegen, die hand abzubieten, und dergleichen gebott oder verbott zu verrichten zween batzen
    oJ. MurtenStR. 549 Faksimile
D III 2 Hand und Fuß abtun auf ein Recht verzichten
  • wilt hy des gelts niet, soo ma(e)ch hy dat voor den scholtes leggen ... ende laten den gelder dan kondt doen met des heren bode sijn(s) gelts daer te gesinnen, ende mach hem dan handt ende voet aff doen gebieden van erff
    1550 LimbWijsd. 45 Faksimile
  • sij brochten 't aen 't hoech gericht aen, om bevelen den geenen dije uutgewonnen weren hant en voet aff te doen
    16. Jh. CartSTrond II 508 Faksimile
D III 3 die Hand abziehen
D III 3 a Hilfe, Unterstützung entziehen
  • es ist ein grosse schand unnd laster den eltern, das sie ire kinder dahin ziehen, das sie studieren muͤssen, und hernacher ... die hand abziehen und sie also hilfloß ston lassen
    16. Jh. Montanus 40
D III 3 b Anspruch auf einen Gegenstand aufgeben
D III 4 mit der Hand anfassen
  • sa fath fulsusterne mith fulre hond on
    oJ. Richth. 166 Faksimile
  • sa feth thi sun anda tha aldere lawa on mith tuam hondum "er greift zu mit zwei Händen, das ist er erhält doppelte Erbportion"
    oJ. Richth. 209 Faksimile
D III 5 Hand anlegen Gewalt (an)tun
D III 5 a widerrechtlich
  • leit einer dem andern hant an zornliche ane tot der büszet dem schultheiszen drü pfunt
    1410 FreiburgÜÜbers. 32
  • welch dinstgesinde adir uswirdiger ein burger adir burgerskind blutronstig adir sin hant frevelichin an on leite, der sal das bußen noch unsers gnedigen hern gnade
    1455 KahlaUB. 90 Faksimile
  • die andern kleinen freveln, als die so der beiden herrn gebot verachten, gegen bütteln freventlich handt anlegen ... die gebührt ein schultheiss zu straffen
    1496 Ladenburg 699 Faksimile
  • wellicher ... einen recht bietenden anfallt vnd in zornigem muht frevene hand an ihn leit
    1541 ArbergStSatzg. 41 Faksimile
  • an die personen der justitien kein hand anlegen
    1567 Moser,KreisAbsch. I 483 Faksimile
  • da einer dem andern hand anlegen würde, so sol er ihme mit achtehalben gülden abtrag thun
    1586 LübStR. I 1 § 13 Volltext (und Faksimile), Ausgabe von 1586
  • wann der verehrt ... seinen gaber nach leib und leben stuende, an ime fräventlich hand anlegte
    1599 NÖLREntw. II 13 § 10
  • gewaldthaetiger weiß haend an jhnen anlegen
    1619 Lazius,Wien II 65 Faksimile
D III 5 b obrigkeitlich
  • si legten hend an si vnd saczten si in hut
    2. Hälfte 14. Jh. Apg. 4, 3/CTepl.
  • das einer [ein Geistlicher] fori factum gethan hett, da man hand anzulegen schuldig wer
    1507 Bruchsal 904 Faksimile
  • ob es sich begäbe, daß ein büchsen-meister unter andern soldaten zu händeln käme ... so soll weder profoß noch steckenknecht hand an ihn legen
    1520 Lünig,CJMilit. 4 Faksimile
  • sollen sie ... macht haben handt anzulegen vnnd die malefitz persohn einzuziehen
    1616 Beuthen (Nschles.)/MittSchulg. 3 (1893) 258
D III 6 antworten
D III 6 a jemanden einem andern in Schuldhaft übergeben
D III 6 a α
  • de richtere sal ime den man antwerden [Lesart mit der hant]
    1224/35 (Hs. 1369) SspLR. III 39 § 1 Textarchiv: SspLR. III 39
  • wirdit ein man geantwert mit der hant vor schult, der richter sal sprechen: antwertit in uns wider, alse he von uch ledic wirt, unde sal im ienis hant in sine hant geben
    um 1300 FreibergStR. V § 32 Textarchiv: FreibergStR. V
  • ist eyn fruwe ... schuldig ..., findet man by or nicht, do man von gehelffen kan, so mag man sy antwerten hen by der hant also eynen man
    nach 1358 Rb.n.Dist. III 9 Dist. 6 Faksimile
  • ab man yn nu antwertten sulle mit der hant deme cleger umb dy schulde
    1400 MagdebFr. II 2, 16 Faksimile
  • hat er der pürgen nicht ... man antwort in dem man, dem er schuld ist, mit der hant
    1413 OfenStR. 100 Faksimile
D III 6 a α – überantworten
  • [den säumigen verurteilten Schuldner überantwortet] der richter dem gleubiger bey der hand für die schuld, den zu seiner arbeit zu gebrauchen
    1541 König,Proz. 123v
  • wo aber der vorteilte ... arm ist, als denn moͤchte er seinen gleubern ... mit der hand oberantwort werden
    1561 Rotschitz 83v Faksimile
  • mag der richter den beklagten schuldener dem kläger, als seinem gläubiger ... bey der hand überantworten
    17. Jh. GubenRB. 17
D III 6 a β reflexiv
D III 6 b sonstiges
  • spreket en knape ene iunkfrowen an, dat se ome ore truwe hebbe gheven, bekant se des, men scal se ome antwerden bi der hant, so scal he mit ore gan in welk lant he wel
    1353 OsterwieckStB. 6 Faksimile
D III 7 zu einer Hand (auf)ersterben (im Verfangenschaftsrecht durch Tod eines Vorfahren)
  • als P. von B. ûf wiesen ... von sîns kindes wegen gekommert hatte, die demselben sîme kinde zû einer hant ûferstorben wêren von sîme anherrn
    1406 Frankfurt am Main/LSchrP. 193 Faksimile
  • kinde ..., den der wingarthen zu eyner hant irstorben [war] von siner muder
    1419 GelnhausenGB. 18
  • nâch dem als K. ... bekenntlich wêre, daz die wiesen dem kinde ... zû sîme teil zû einer hand erstorben wêren, daz sie dan die nit virkeufen, virsetzen oder virûssern mege während ir lebtage
    oJ. LSchrP. 194 Faksimile
D III 8 die Hand auf- und abhalten Gebärden beim Schwur
  • heer rechter, heeft hy dan oerloff op te houden? ja; soe staeft hem de rechter een eedt; - herr rechter, heeft hy nu oerlof sijn hant of te houden? ja
    oJ. MnlWB. I 236 Faksimile
D III 9 die Hand aufgeben
  • anno 1600 ... haben T. ... und P. ... die handt an den hof ufgegeben ... und haben ... das helmgen verschossen und darauf ewig verzeigen
    oJ. AachenZ. 6 (1884) 57
D III 10 die Hand aufheben gegen Gehorsam aufsagen, sich öffentlich und feierlich erklären gegen
D III 11 mit der Hand aufnehmen
D III 12 die Hände ausrecken als Zeichen der Amtsbefugnis
  • vergleiche: die schulte des houes to Loen, vnd die vier tegedere, vnd die twe manne, die geschworen hebbet vmme des amptzrecht, waer die seuene de hande reicket, dat is ein insiegel des ampts tho Loen
    oJ. Westfalen/GrW. III 146 Faksimile
  • war die seeuen vorg. die hande vthrecken, dat is oer ingesiegel des ampts tho Loen
    oJ. Westfalen/GrW. III 148 Faksimile
D III 13 befehlen bei der Hand anempfehlen
  • der lac in sinin ende und bevalch dich mir bi der hende
    12. Jh. Rother(de Vries) V. 5135
D III 14 in die Hand begreifen eidlich bekräftigen
  • were sache, das der scheffen desselven urdels zum neisten gedinge noch nit wies enwere und dat in des richters hant begrifft, so mach hie des urdels syn vorder berait nemen de irste, de ander, de dridde vertzehen dage, so vere hie zu ieckligen maile in des richters hant begrift, dat hie des noch niet wies ensy
    1510 SiegburgWQ. 34 Faksimile
D III 15 (belauchen)
D III 15 a etwas in seiner Macht haben, festhalten
  • die coninc van Ingelant, ... die wel in die hant sijn rike hevet beloken al
    oJ. MnlWB. I 872 Faksimile
  • [hi] heeft beloken in sine hant arme ende rike ende al mijn lant
    oJ. MnlWB. I 872 Faksimile
D III 15 b jemanden vertilgen mit dem Schwert
  • om dattu ewelijc viant hebste gheweest, ende hebste die kinderen van Israhel beloken in des zwaerts handen
    oJ. MnlWB. I 872 Faksimile
D III 15 c mit geschlossener Hand eine feste Summe als Schadensersatz geloben
  • men deed dan en eed, dat men de schadevergoeding naar sijn beste weten berekend had; M. sel maken een beloken hant ende dair op zweren mit dat hi dair in brenghet C. al volbetert
    oJ. MnlWB. III 89 Faksimile
D III 16 die Hand beweisen Befähigung zum Handwerk nachweisen
  • wyl eynes mesters soene sick settenn yn dat ampt, dar syn vader inne hoerdt, de schal syne handt vor den werkmesterenn erst bewissenn unn geven den werkmesterenn eyne tonne bers
    oJ. HusumUB. 130
D III 17 die Hand bieten
D III 17 a Hilfe geben, aushelfen
  • so derjenig, der für den entfierten bezalt hat, um hülf gegen dem flüchtigen ansuchen würde ... soll ime nach gestalt der sachen die hand geboten werden
    1555 SchlettstStR. 396 Faksimile
  • damit allen wucherischen stuͤken gesteuret und dem schuldner die hand gebotten werde
    AppenzLB. 1733 S. 59 Faksimile
  • der uns so oft in verzweifelten sachen die handt hat botten und aussgeholfen
    oJ. Sebastian Franck/SchwäbWB. III 1101 Faksimile
D III 17 b de hande bieden oder naar iemand uitstrekken zum Zeichen der Unterwerfung
D III 17 c Frieden gebieten
  • dat die rechter sculdich is sijn hant te bieden ende ... een vrede aldair te vermanen
    1410 BrielRb. 215 Faksimile
D III 18 binden
  • das ander halbteile ime voir abegang siner mütter zu einer hand gebunden [in der Verfügung beschränkt] und nach sins vader seligen dot verfallen ufferstorben ist
    1485 FrankfOHof 572 Faksimile
D III 19 Hand brauchen
  • wer rät oder ainichen weis handt auf seinen schaden praucht "Pläne oder handgreifliche Gewalt zu seinem Schaden anwendet"
    15. Jh. Füetrer 38
D III 20 zur Hand bringen
D III 20 a festnehmen, in Gewahrsam bringen
D III 20 b etwas herbeischaffen
  • dz einer sich unterfinge mit unerlaubten mittlen dz entwendete wider an die hand zu bringen
    1650 GraubdnRQ. II 320 Faksimile
D III 20 b – auftreiben
D III 20 b – aufbringen, zusammenbringen
  • so die zunftmeistere alles das gelt, so der zunft das jor über gefallen, zur hand gepracht haben, sollen sie ... vollstendige rechnung ... tun
    1600 HeidelbStR. 1125 Faksimile
D III 21 die Hand zedieren
D III 22 an die Hand dingen
D III 22 a durch Zeugen feststellen lassen
  • wenn ... der grichtschryber von unnser statt eynung wegen ..., so er nit kundtschafft haben mag, an eines hannd dingen vnnd ziehen můß
    1539 BernStR. I 266
D III 22 b den Eid (der andern Partei) zuschieben
  • das man umb keyne sachen an einsin hand dingen soll: obwol an etlichen orten zuglassen, umb allerley sachen ... an des antworters hand die sach ze dingen und ze züchen
    1623 ZofingenStR. 327 Faksimile
  • wann endtwedere parthey die sach an deß gegentheils hand gezogen, sie nachwerts nit mehr kundschafft namsen, oder, so sie einmahl kundschafft genamset, folglich nit mehr an deß anderen hand dingen möge
    1715 MurtenStR. 507 Faksimile
  • 1762 SchweizId. II 1387 Faksimile
D III 23 die Hände einschlagen (von Amts wegen) eingreifen, vorgehen
  • das, so bald ... ein ankläger ermanglete ... oder das gericht selbsten vor guth und vorträglich befindete, die hände einzuschlagen, so ist eo ipso der wecg zur inquisition schon eröffnet
    1707 SudetenHGO. Art. 3 § 4 Faksimile
  • wann dieselbe entweder per citationem, inquisitionem oder sonst die haͤnde schon eingeschlagen hat
    1751 CJBavCrim. II 11 § 4 Faksimile (Abschnittsbeginn)
D III 24 sich entziehen in die Hand (eines andern) bei Verzichthandlungen
  • wie er sich derselben gewellstatt in seine hand entziehen sollte
    1341 AbhSchweizR. XIII 57
  • wenn der Ba. ... sich offentlich an des riches strass der vorg. gewellstatt entzige in des Brenners hand
    oJ. AbhSchweizR. XIII 58
D III 25 die Hand erwischen. einem die hand im sack erwischen ihn auf frischer Tat ertappen
D III 26 aus der Hand fahrlassen
  • per emancipationem thaz siese uzzar iro henti odo ... eigine farlazzen
    oJ. AhdGl. II 103 Faksimile
D III 27 in die Hand fallen
  • seit anno 1696, als in welcher zeith wir unser anzogene hinvorige erkantnuss der landtschaft in die hand fallen [einhändigen] lassen
    oJ. Niedersimmental 279 Faksimile
D III 28 die Hände falten
D III 28 a bei der Lehnshuldigung beziehungsweise beim Erbitten des Lehens
  • so manc edele man ... sine hende mir gevalten hât; unde haeten si dise untât, der ir dâ jehet, an mir erkant, ir deheiner haete sîne hant zwischen die mîne nie geleit
    1210 GottfrStraßb. V. 5440
  • sus sal die man spreken also he sines gudes sint mit gevaldenen henden
    1224/35 (Hs. 1369) SspLehnr. 181
  • bit gevalden henden, bit gekusten munde als man lehen zu rechte lihen sal
    1339 NassauUB. I 3 S. 196
  • daz beide, pfaffinforstin und leyenforsten, er manschaft beide glich enphaen, also mit gevalten hendin und mit geboyten knyen, daz bedutid di huldunge
    14. Jh. EisenachRB.(Rondi) 98
  • wil nu iwer muomen sun riterlîche fuore tuon, daz er uns viel ergetzen sîn, sô valte ich im die hende mîn
    oJ. Wolfram von Eschenbach, Parzival, mittelhochdeutscher Text nach der Ausg. von Karl Lachmann; 1. Buch (Stuttgart 1983) 51 (S. 88-90)
  • GrRA.⁴ I 482 Faksimile
D III 28 b
  • ein man ... sol den glaubenbrief oder abheischung in das gericht bringen mit gefeldeden henden
    oJ. Wigand,Denkw. 113 Faksimile
D III 29 die Hand fortstecken
  • die rechter stect sijn hant voirt ende vermaent P.H. aldair een vrede
    1410 BrielRb. 215 Faksimile
D III 30 an der Hand führen
  • wer hinein in den markht zu inn jagt oder getrunngen wiert, vnnd nit ware tat an der hannd fürt [mit der Handhaft betroffen wird], dem habenn die geschworenn ain gelait zugebenn bis an ainnen pfleger oder an seinen richter
    Mitte 16. Jh. LaberMarktStat. 137
D III 31 geben
D III 31 a aus der Hand geben schiedsrichterlicher Entscheidung anheimstellen
  • ab czwene man eyne sache vor gerichte usz der hanth gebin erbaren luthen zcu berichten
    1400 MagdebFr. I 18, 1 Faksimile
D III 31 b die Hände geben als Zeichen der Versöhnung
  • hat man ... die güte gesuchet vndt es dahin vermittelt, dass sie als schwäger sich mit einander obgestalten sachen nach vergleichen, einander die hände geben vndt vertragen solten
    1663 HelgolGerProt. 162
D III 31 c unter die Hände geben
  • de vader mach sinem kinde nichtes sellie, dat is (under de hende geven), dewyle dat he unde de moder leuen
    1593 JütLow.³ I 14 § 1 Faksimile
D III 32 gehen
D III 32 a
D III 32 a α sich etwas an die Hand gehen lassen zu Eigentum erwerben
  • ihr sollet versehen sein mit feursprützen, die ihr euch da etwa ankaufen und an die hand gehen lasst
    1736 SchweizId. II 1384 Faksimile
D III 32 a β an die hand geht "der zur Hilfe Bereite oder Helfende"
D III 32 b aus der Hand gehen abhanden kommen, verloren gehen
  • der sol den liuten daz gelten den ir lîpgedinge ûz der hant ist gegangen
    um 1275 Dsp.(Eckh.) 37
  • swie dem man daz gut uz der hant gît mit rehte, daz sol er im erstaten mit einem andern lehengute
    1275/87 Schwsp.(R.) Lehnr. 71 § 3
D III 32 c in (jemandes) Hand gehen sich unterwerfen
D III 32 d von der Hand gehen
D III 32 e
  • es gehet uns täglich um die händ für identidem id nobis obtingit, usus venit
    1683 SchweizId. II 1388 Faksimile
D III 32 f zu der Hand gehen helfen
  • soll jhiner, so den schaden geton hatt, der ainung absin und im zu der hand gen und im sin schaden bekerren
    1447 Philippsburg 955 Faksimile
D III 32 f – Fronarbeit leisten?
  • dasselbig flosz sollen die fehrer alle 14 tag fegen, wo sie das nit thäten, so sollen sie einem keller in aller maasz thuen als einer der im dorf unbuwiglich säsze, und zum stab und zur hand gehen, als von alter herkommen ist
    1494 Unterfranken/GrW. VI 57 Faksimile
D III 33 an die Hand greifen durch Handschlag versprechen? Abbitte tun?
  • han unßer herren die scheffene mit ortel gewyset, daz Peter van H. nit abesin moge, er muß solichs verbußen und nach recht, herkomen und gewonheyt des richsgericht zu F. dem vorgenanten A. an syn hant gryffen
    1472 FrankfOHof 391 Faksimile
D III 34 haben
D III 34 a besitzen, innehaben, zur Verfügung haben
D III 34 a α an der Hand haben
D III 34 a β bei der Hand haben
D III 34 a γ in der Hand, in Händen haben
  • welcher ein guot 12 jar unansprächig in handts hat
    1579 GraubdnRQ. III 301 Faksimile
  • hat G.S. ... in aufgetragener gewaltschafft deß alaun, victriol und schwefel bergwercks einnahm und ausgab in händen gehabt
    1612 Span,Bergurthel 125 Faksimile
  • [soll] zugelassen syn, hinder derjenigen thwing- und panerherren thwing und baan zu jagen, welche hierumb recht in handen haben
    1616 WaadtStat. 270 Faksimile
  • soll dem ansprecher, wann er nit ordenlich verführtes recht in handen hat, das pfand und schatzungsrecht nit zugelassen [werden]
    1670 Obersimmenthal 164 Faksimile
D III 34 a δ zu (ihren) Handen haben
  • soͤllent alle massen, messe und gewihte und daz, daz dar zů gehoͤrt, zů iren handen haben und seczen und entseczen, als sú dunket
    1386 FürstenbUB. II 334 Faksimile
D III 34 a ε insbesondere unter Handen haben [zur Bewirtschaftung]
  • hât ez halt bereitez guot under handen, swaz er dâ mit tuot, daz ist niht stæte
    um 1275 Dsp.(Eckh.) 55 § 3
  • wanne sie dene [Hof] selber astenn vnd vnder hannden hann
    1453 Wetterau/GrW. III 494 Faksimile
  • soll niemand anders von solichen wiesen verliehen werden, noch nimand die unter handen haben zu gebrauchen, dann allein die in unser statt mit heußlichen wesen zu liebe und leit gesessen
    1500 Worms/FrankenthalMschr. 9 (1901) 14
  • ward gefunden, de dat gued under henden hedde, möchte darvan holten unde anders nemant
    1502 Niedersachsen/GrW. III 275 Faksimile
  • sollen obgedachte ecker ... vnter iren handen biß zu endtlicher betzalunge vnd abelegunge der heuptsummen ... bleiben
    1552 DrübeckUB. 231 Faksimile
  • willen er nicht vogtbar gewest, und noch nichts under hennden gehabd
    1577 MHungJurHist. V 2 S. 49
  • deme manne, so den dick under handen gehatt, sin hus afbrecken
    1579 JbOldenb. 17 (1909) 17 Faksimile
  • alle die fahrhab, so ihr bewusst und sy under handen hette
    1616 WaadtStat. 38 Faksimile
  • geld für die unter henden habende arbeit
    1690 HistBibl. 2 (1897) 46
  • [Übertragung von Gütern] usgenommen 12 morgen acker, die R. von B. under handen hat
    oJ. FriedbergUB. I 62 Faksimile
D III 34 b
  • alle gueder, die tho B. kurmodich synt, sullen schuldich syn eyn gesworen laet den heren to halden, ind der sall die manshant an der hant hebben [das heißt berechtigt sein, Güter an Männer zu verleihen]
    1426 SPantaleonUrb. 342 Faksimile
D III 34 c
  • soll der rector ob diesen statuten ... die handt haben [das heißt für ihre Beachtung und Durchführung sorgen]
    1578 OÖLSchulG. 136
D III 34 d habende Hand
D III 35 halten
D III 35 a mit einer Hand
  • is id ok dat se suket edder kranck synt vnde mogen holden myt ener hant ene wachtscalen to wegende, so mogen se noch don eren erfkop
    1492 FlensburgStR. Art. 11 (S. 61) Faksimile
D III 35 b die Hand (darauf) halten darüber wachen, Acht haben
D III 35 c einen in der Hand halten ihn schützen
D III 36 kaufen
D III 36 a wegkaufen
  • wann einer dem andern in den kauf felt, das kaufgeld ersteigert, und etwas aus den händen kauffet, soll drey pfund straf zu geben schuldig sein
    1599 LauenburgStR. 327 Faksimile
D III 36 b Gegensatz zur Versteigerung
  • het dickwils gebuert, dat ymandt, tzij ter stocke tzij uyt er handt [französische Übersetzung: soit à l'enchère publique, soit à la main] ghekocht hebbende eenigh immeubel goedt
    1744 CoutBruges II 676 Faksimile
D III 37 die Hand kehren das Lager wechseln, die Partei ändern
D III 38 zu der Hand kleben
D III 39 kommen
  • so drade se albeide weder bi de hand komende werden [zurückkommen werden]
    1447 HildeshUB. IV nr. 651
D III 40 lassen
D III 40 a von Menschen
D III 40 a α aus der Abhängigkeit, Unfreiheit
  • wij adolph greve van Cleve maeken kunt allen luden ... dat wij Frederich deen kremer borgere van B. ... uter hant laeten ende quijt schelden van alsulken eygendomschap end ghehorichschap, als hie ons ... verbonden was
    1372 MittPreußArch. 14 (1909) 49
D III 40 a β aus Gefangenhaltung
  • die ... Grett ... ward ... vß vnd uon vnsern handen vnd gefangnuͥsse gelassen
    1448 BernStR. I 213
D III 40 b von Sachen
D III 41 zu Hand legen verhaften, festsetzen
  • wo er den von E. ... in vnsers ... herrn obrigkeit betretten werde, [soll er den] verstricken vnd zu hand legen
    1565 Eberstein² I 180 Faksimile
D III 42 unter die Hand leihen "auf Borg geben"
  • bis ostern nechstkoment hundert guldin rinscher vnder sin hend lichen
    1463 BernStB. 62
D III 43 Hand und Fuß lichten absehen von, verzichten
  • oft die woerden ende actie van handt ende voet te lichten importeren ende beteekenen eene actie reele? [französische Übersetzung: si les expressions et l'action de lever main et pied désignent et comportent une action réelle?]
    1645 CoutLooz I 301 Faksimile
D III 44 liegen
D III 44 a in des kuniges hande ligen "Geisel sein"
D III 44 b die Hand liegt unter dem Faß jemand ist machtlos, die Hände sind ihm gebunden
  • wenn inen sölicher gestalt die not an die hand stiesse und inen die hand under dem fass läge
    17. Jh. SchweizId. II 1388 Faksimile
  • du capitalist hast zehen und mehr per cento von leuten genommen, denen die hand in der oder dieser not unter dem fass gelegen
    1727 SchweizId. I 1048 Faksimile
D III 45 loskommen
D III 46 nehmen
D III 46 a an die Hand nehmen
D III 46 a α das Recht an die Hand nehmen (den gerichtlichen Weg) beschreiten, (das Gerichtsverfahren) durchführen
D III 46 a α – in Anspruch nehmen
  • vermaint ... der ... brobst hierinn beschwerth zu sein, mag er derhalben das ordentlich recht an die hanndt nemen
    1557 Indersdorf II 290 (nr. 1985) Faksimile
D III 46 a β (der Ausweisung) Folge leisten
  • so aber [er] das nit thäte, soll er die leystung wie obstadt an die hannd nemmen vnd nit wider in gesagte herrschafft M. kommen, vntzit sin gegensächer aller dingen vernuͤgt wol bezallt sye
    1566 MurtenStR. 318 Faksimile
D III 46 a γ (Huldigung) entgegennehmen
  • wann ... sie herrn commissarii oder deren delegirte nach den unterthanen fragen und huldigung an die hand nehmen wollten
    1630 FreibDiözArch. 23 (1893) 238 Faksimile
D III 46 a δ in Besitz nehmen
  • wann einer einen weingarten kauft, denselben alsobalten am dritten tag von dem pergmaister an die hant nehmben [soll]
    1669 NÖsterr./ÖW. VIII 150 Faksimile
D III 46 b
  • dieselben wol handthaben, schuczen und schirmen, damit desshalben die gemaindt uber sie nit handt neme
    oJ. SchwäbWB. III 1105 Faksimile
D III 46 c unter die Hand nehmen in Angriff nehmen, sich darum kümmern
  • da enzwischen nimpt ez der rihter vnd der rat vnder die hant vnd versůchent mit allem fleizz rehtiv frivntschaft vnde svͦn
    1294 MWittelsb. II 46 Faksimile
  • were das uffloufe und zweyunge wurden ... das sullen die zwo stede nemen undir hende und sullen ez richten
    1340 FriedbergUB. I 140 Faksimile
D III 46 d vor die Hand nehmen etwas vornehmen, erledigen
D III 46 d – in Angriff nehmen, aufstellen
  • ob ein ordnong des breuamtz, gut uffrichtich beir zu haben, vur die hant zu nemen und wie die vermessene 2000 gl. jars inzuprengen
    16. Jh. BuchWeinsberg II 246 Faksimile
D III 46 d – angehen, in Anspruch nehmen
D III 46 d – überlegen, untersuchen
  • deß ubelthetters aigene urgicht und bekenntnus für handt nemen, bewegen und ermessen
    16. Jh. FrkZentb. 176
D III 46 e das Recht zur Hand nehmen eine (Rechts-)Sache zur Entscheidung übernehmen, erledigen
  • sal der [wegfertige] man recht thue, das recht sal man dae zu handt nemen oder sal warten, wan er wider kumpt zu den nechsten gerichte
    14. Jh. EisenachStR. 46 Faksimile
D III 47 (die) Hand obhalten Aufsicht führen (mit Amtsgewalt über etwas wachen)
  • er begehrte ein gesetz, dass hand obgehalten werde, dass ein jeglicher kantonsbürger in zukunft wenigstens 1000 fl. vermögen besitze
    oJ. SchweizId. II 1384 Faksimile
D III 48 pfänden bei der Hand seinen Schuldner festnehmen
  • gynge de ... ute der besate unde keme noch eyns weder in de stad, den mach he denne panden by der hand unde dar syner vruͤnde so vele to nomen dat he dat ghedon konde; aver syn gud mach he panden met dyngworden alse wontlik is
    1400 GöttingenStat. 95 Faksimile
D III 49 die Hand recken
vgl. ausrecken
D III 49 a als Gebärde bei Auflassungen, Belehnungen
  • [wir] han dem gotshaus ze W. dev aigenschaft mit rechter furzicht vnd mit gerachter hant ledichleichen gegeben
    1335 OÖUB. VI 178 Faksimile
  • wir haben in die laeut und guͤt aufgeben und gefertigt datz unserm ... chaiser Ludwig von Rom, dann und si lehen sind und von seinen erben der in sein hant auch darum gerecht hat
    1344 Rockinger
  • daz sich der chauff vergangen hat ... mit unserm ... willen ... und haben auch dar umb hant gerecht
    1360 MittSalzbLk. 11 (1871) 92
D III 49 b
  • es suln di purger hirten erschhayen selb setzen und entsetzen, und swen si nement darzů, dem sol der rihter diu hant rechen [das heißt in seinem Amt bestätigen]
    1312 Ingolstadt/MWittelsb. II 209 Faksimile
D III 49 c
  • de den handdeder bote wollen helpen doen, schollen der seelen und aller christen seelen ein pater noster und ein ave Maria spreecken, dann schall man den handdeder de hand [Leibzeichen] over dat graff reeken und laten sie dan fallen in de erden, und geven dan dat erste geld o[v]er dat graff
    1536 Schreuer,RToten II 177
D III 50 die Hand reichen unterstützen, helfen
D III 51 von der Hand richten die Hand (als Strafe) abschlagen
  • ist dv bůse ein halp jar vurd stat vnd ein phvnt phenningen, es were denne, das imme von der hant gerichtet wrde
    1290 RheinfeldenStR. 10 Faksimile
D III 52 in eine Hand schießen an jemanden übertragen
  • Johan wer ein grebe zu Ditze worden, hette he gelebet; unde [die Grafschaft] wart in ein ander hant geschoßen
    um 1400 LimbChr. 56 Faksimile
D III 53 die Hand schlagen
D III 53 a (körperlich) berühren
  • roerende van der dingtale ... als of die maghen van P.F. sculdich sijn haer hande aen die roede te slaen ende haer hoghe boeten te waghen, eer si di guede, die P.F. vorsz. aftergelaten heeft, aen moghen waerden
    1411 Fruin,Dordrecht II 18 Faksimile
D III 53 b jemanden verhaften
  • zoe wat vreempde man enen anderen vreempden man in der stat oft binnen der stadt vrijheit van S. sloege, ... daer zoude men die hant aen slaen ende ghevanghen houden
    1366 Stallaert I 556 Faksimile
D III 53 c beschlagnahmen, (auch sinnbildlich) sich eines Gegenstandes bemächtigen
  • sal der here syn hant slaen an die erftael
    1426 SPantaleonUrb. 342 Faksimile
  • wann einer ... in dem stettlin N. an einich lyberben abgan würt, das alsdann der burgermeister innamen des stettlins die hand öber desselbigen gut, es syge ligends oder farends, schlachen möge
    1548 NydauFrhB. 60 Faksimile
  • als ein lenman steirft und die erven iere hende an dat guet schlaent
    16. Jh. NrhAnn. 45 (1886) 167
  • dass ... die vogt- und lechensherren, wann ein priester ... stirbt, in die verlassenschaft ihre hendt schlagen
    1623 AktGegenref.² II 747
  • über des schuldners gut ... die hand schlagen
    1746 Leu,EidgR. IV 502 Faksimile
  • er schlug die nächste händ über die stift und alles, so ihro zugehöret, im nammen der statt Bern
    oJ. SchweizId. II 1384 Faksimile
D III 53 d insbesondere daran, darüber schlagen
  • das alle die, die inwendig und ußwendig der stat gesessen sind, den solche huser als rechten erben zugehoren, ire hant doran slahen sollen vor andern personen
    1423 Loersch,AachRdm. 123 Faksimile
  • daß wir ... gwalt haben wöllen, vnser hand darüber ze schlachen vnd darin ... ze handlen nach vnserm belieben
    1541 ArbergStSatzg. 45 Faksimile
  • so sie [die Hühner] nit bezalt wurden, sol man handt dar an schlagen und dem grundt eignen zum broell on hindernus wenden
    1542 LuxembW. 477 Faksimile
  • sal die besitter mede zijn handt daeraen mogen slaen
    1544 Amersfoort 325 Faksimile
D III 53 e
D III 54 die Hand schließen (jemandem die Tätigkeit) verbieten, ihn ausschalten, ihn machtlos machen
  • sich selbst und den nachkommen um etwas geldes willen die hand ze schliessen sei man nicht gesonnen
    1521 SchweizId. II 1386 Faksimile
  • [sollen] ihnen [den Verschwendern] vormünder gesetzet und dergestalt die hand geschlossen werden
    1610 Scotti,Sayn 625 Faksimile
  • die behoirlycke wete ende insinuatie rechtelyck gedaen zynde, soe is van dan voertaen denselven coopere zyn hant gesloten van dieselve leengoeden te mogen blooten, tzy boomen afhouwen oft eenige andere vruchten daervan te prouffiteren, totter tyt toe dat het vonnisse in de materie van naderschap is gegeven
    1613 Stallaert I 556 Faksimile
  • "der Vogtsrichter will einen Schäfer, der gefrevelt hat, gefangen nehmen und bürgerlich in den Turm stecken; der Schäfer aber ruft mit Mordgeschrei die Cent an, dadurch wird dem Vogtsjunker die hand geschloßen, und die Sache erwächst dem centherrn an"
    oJ. GrRA.⁴ II 514 Faksimile
D III 55 die Hände schmieren bestechen
D III 56 von der Hand schreiben
  • quod si Hinricus dicto termino dictos denarios non exposuerit vel persolverit Johanni Hersen, dicta hereditas stat tunc Johanni pro prosecuto pignere [!] et potest vendere dictam hereditatem ubicumque voluerit et describere i.e. van der hant to scrivene
    1380 KielRenteb. 172
D III 57 einem eine strafwürdige Tat in die Hand schwören
  • besteit he oͤverst nicht, eer em de daͤdt in de handt geschwaren wert: so schoͤlen de næffninge schweren, darna kan he tho keinem eede mehr kamen
    1593 JütLow.³ II 40 § 9 Faksimile
D III 58 in die Hände sehen
  • "endlich läßt die Herrschaft auch dann einen Bauern nicht wegziehen, wenn er keine Erben hat und daher sein Gut der Herrschaft in die hände sieht"
    oJ. Fuchs,Untergang d. Bauernst. 53 Faksimile
D III 59 sein
D III 59 a bei der Hand sein anwesend sein, erreichbar sein
D III 59 b vor der Hand sein
D III 59 b α von Menschen
  • ist dann eim ein burger ... vor der hand [vorhanden] und bezahlt sollichen mist, wie ihn der frembd erkauft hat, so solle ihm der verkauf gestatt ... werden
    1557 Wiesloch 715 Faksimile
D III 59 b β
  • mus die volmacht des anwalden des beclagten vor der handt sein, denn sonsten wird er nicht zu gelassen
    1541 König,Proz. 22v
D III 59 c unter der Hand sein abhängig sein
  • die Frau eines Abwesenden erklärt einer Gerichtsabordnung "sie sei eine Fremde, der deutschen Sprache nicht mächtig und also ihren hiesigen Anverwandten under der hand"
    1667 SchweizId. II 1382 Faksimile
D III 59 d zur Hand sein
  • daer bede partyen ter handt syn [am Gericht erschienen] zullen ghelicke zaecke verbalelick bedinght worden ende beslicht
    oJ. Stallaert I 554 Faksimile
D III 59 e auf seine eigene hand gewesen, dafür gestraft mit ... für sich gelebt, sich selbständig gemacht
D III 59 f
  • sa skelin hia al en hond wesa "sollen alle für einander stehen"
    oJ. Richth. 170 Faksimile
D III 60 setzen
D III 60 a an die Hand setzen
  • he mot wol sine claghe ofte sin antworde eneme anderen manne an dhe hant setten [ihm übertragen, anvertrauen]
    oJ. StadeStR. 136
D III 60 a – an seine Hand setzen an sich bringen, unterwerfen
D III 60 b in [die] Hand setzen
D III 60 b α allgemein
  • den dy gnannte frouwe dat sulve erbe darvor weder in ore hand gesat heft
    1410 BernburgStB. 313
D III 60 b β wie an die Hand setzen (Hand D III 60 a)
  • is dat dis cleiger de clage in hant setzt eyme anderen
    1324 Ennen,QKöln I 181 Faksimile
  • de sake eynem anderen in de hant setten: compromitto
    1500 ZWortf. 15 (1914) 288
D III 60 b γ verpfänden
  • hat uns ... H.W. alle seyne gueter ... vor allen schuldigern in die hant gesattet und in unser stadtbuch inschreiben lassen vorheischen und gelabt
    1495 CDBrandenb. I 12 S. 190 Faksimile
  • sein haus und hoeff ... zu einem beständigen gerichtlichen unterpfandt kraft dieses hypotheciret und in die handt gesetzet
    1619 BrandenbSchSt. II 596
D III 60 b δ "kein Krüger soll für die zu verzapfende Tonne Bier von den Schenkmädchen bestimmtes Geld nehmen, sondern jeder soll sein Bier auf eigene Rechnung verzapfen"
  • [der Magd oder dem Knecht] dat beͤr in de hant nicht setten
    1411 WismarBürgerspr. 208
D III 60 c aus der Hand setzen
  • daz die ... tumherren ... vnd burgere alle die ... sache mit unserm willen und geheizze uz der hant gesaczt haben; die ... tumherren ... zcu hern Th. ... vnd die ... burgere zcu ... vnserm marschalke
    1352 HMeißenUB. I 385 Faksimile
D III 60 d
  • es sol ... ein vogt einen bannwarten, dem der warheit zuo truwen sie, zuo sinem und des probstes handen [als ihren Beauftragten, Vertreter] setzen, der der wäld und hölzer warte
    15. Jh. Aargau/GrW. V 66 Faksimile
D III 61 sitzen
D III 61 a auf eigener Hand sitzen (noch) nicht verheiratet sein
D III 61 b zu einer Hand sitzen "Witwer, Witwe sein" (Gegensatz Gesamthand)
  • so wat kunne testamente, vermechenisse ... van yemande zo eynre hant sitzende van varenden haven ind guden gemacht werden
    1385 Ennen,QKöln V 473 Faksimile
  • ter ener hand sitten
    oJ. Woeste,WestfWb. 91
D III 62 die Hand sperren die Hände binden; Eingreifen, Handeln unterbinden, verhindern
  • was jhrer mayestat, durch redlich fäll und rechtlich zustehen soll, ist der landschafften gemüet in kheinem weg, das jhrer mayestat die hand daran gesperrt sein soll
    1598 KrainLHdf. 1598 Bl. 32r Faksimile
D III 62 – die Sache aus der Hand nehmen
  • uns ... in solchen fall die landsfürstl. hand gegen unsern verdienten und hierzu würdigen personen ungesperrt
    1572 CAustr. I 738 Faksimile
  • noch den richter ... auf deß klaegers unbeschaidenes anruefen ... gleich die hand sperren
    oJ. OÖLTfl. II 98
D III 63 die Hand stecken sich gegen jemanden erklären, Partei gegen ihn ergreifen
D III 64 stehen
D III 64 a in der Gewalt, zur Verfügung von jemandem sein
  • czu phande vnd in kommers hant steen
    1387 GlatzGQ. IV 143
  • die wile die grafschaft ze K. in der gnedigen froͧwen K., graͤfin von M. handen stůnd
    1426 ZürichStB. II 375
  • do stuenden stet unde lant allez in der Beheim hant
    15. Jh. EnikelFB. V. 2898
  • wenn so das korn zitig ist, so sol es der meyger drie tage jn ban tůn, vnd stot den drie tage jn siner hant
    15. Jh. Elsass/GrW. IV 240 Faksimile
  • vnser hofmeister vnd canzler ... sollen all brieff vnd geschrifften (ausserhalb der brieff, so allein in vnser aigen hand stend [für uns persönlich bestimmt sind]) vnverzogenlichen aufbrechen
    1525 AmbergKzlO. 32 Faksimile
  • alzo langhe als zulck leen wezen ende hanghen zal an de roede ende in de handen van den heere staet
    oJ. Stallaert I 556 Faksimile
D III 64 a – verpfändet sein?
D III 64 b auf einen beziehungsweise zwei Leiber verliehen sein
  • stirbt ain mayger vff ainem selhof, so ist der hoff ledig, wen er czu ainer hende stät
    1417 Schwarzwald/GrW. I 377 Faksimile
  • aller gueder kurmodige ind zynss gueder sullen staen aen twen handen, dat ys mansshant ind vrawenhant
    1426 SPantaleonUrb. 341 Faksimile
  • dat ich ... beleendt hebbe Metten W. und Hinrich oeren soen mallick mit eyner handt an eyne hoeve gelegen thom Steingraven
    1445 Essen/Wigand,Denkw. 274 Faksimile
  • alle undt itlich havesgutt sall stain tho tween handen, als eyn huldige manshand ... und ein unhuldige handt
    17. Jh. WerdenUrb. I 522 Faksimile
  • alle guet, dat verkouft wyrt ind neyt behandt ind stunde mit tween haenden
    oJ. SPantaleonUrb. 341 Faksimile
D III 64 c
  • waer volbroederen ... syn ende halfbroederen ..., sterft daer enich van hem, soe sullen die volle broders ... mit twie handen in dat erfschip staen [von zwei Seiten erben] ende die halve broederen ... mit eenre handt
    BolswardStB. 1455 Kap. 41 Faksimile
D III 64 d durch die Verpflichtung gegen einen andern gebunden sein
  • darüber denn die gemelte fraw Sk. durch ihren vormunden die gewehr gethan hat, und S.St. auch daselbst vor gerichte in ihren handen nicht hat weiter wollen stehn, sondern von ihr durch recht zukommen
    1493 SchlesDorfU. 67 Faksimile
D III 64 e helfen, unterstützen
  • selen die ... scepenen metten amman dat moeghen bringen by der ... stadt van Bruessele, ... ende die ... sal dan den amman moeten ter hant staen om die executie te doen geschien
    1431 Stallaert I 556 Faksimile
  • [der Käufer] den verkäuffer bey den grundbuch mit einem satz oder note zu versichern schuldig seyn, von dannen ihme an die hand gestanden und zur bezahlung verholffen werden solle
    1660 CAustr. I 440 Faksimile
  • wie nun dißfahls ihme auf alle etwo fürbringendte clag von der herrschaft auß iederzeit an die handt zustehen hiemit versprochen wirdet
    1662 BeitrSteirG. 26 (1894) 133
D III 64 f in jemandes Ermessen stehen
  • we seck vorgrypet an dess radess gesynde effte der stadt, des broke schal stan an des radess hant
    1426 OsterwieckStB. 24 Faksimile
  • schwerdt er aber und wirdt darnach anderst befunden, und uberweiset, so sol er [so!] in des rades handen stahn zu straffen an leib oder gutte
    1597 PeineStat. 250 Faksimile
D III 65 stellen
D III 65 a jemanden in die Verfügungsgewalt eines andern bringen
  • daz wir dheinen von M. heuptlute ... fingen ..., die solten wir dem konig R. antwerten und zu sinen handen stellen
    1401 RTA. V 225 Faksimile
  • sollen dieselben gefangene personen zu mein, des obersten, handen gegen zumlicher verehrung gestellt werden
    1567 Moser,KreisAbsch. I 483 Faksimile
D III 65 a – reflexiv
  • wer inret dem zwing siczzet umb alle bussen, die ein herren antreffent oder gehoerent, der ir keiner vellig wird, der sol sich darumb an sines herren hand stellen und im in siben nehten gebessren
    1348 Argovia 9 (1876) 22 Faksimile
D III 65 b Sachen übergeben, jemandem ihren Besitz verschaffen
D III 65 b α
D III 65 b α – als Gegensatz
D III 65 b β zustellen
  • da die gesuche ... denen supplicanten selbst ... zu haͤnden gestellet werden
    1736 CCHolsat. I 28 Faksimile
D III 65 b γ anheimgeben
  • und [ich] juw kenne als ein richter, in dem my recht weddervaren mach, unde [ich] myne sake genslich wolde stellen in juwen hande
    1484 OstfriesUB. II 213 Faksimile
D III 66 an die Hand stoßen
D III 66 a vorkommen, zustoßen
  • so dick dem lechenman von der gütern wegen span an die hand stoßt ... das sol er dem lechenheren anzeigen, der sols in sinem kosten ußfüren
    16. Jh. AnzSchweizG.² 10 (1906/09) 458 Faksimile
D III 66 b einfallen
D III 66 c antreffen
  • hand iederman angegriffen, wer in begegnet ist und an die hand gestoßen hat
    15. Jh. AugsbChr. II 115 Faksimile
D III 67 die Hand strecken als Amtsgebärde
  • die [Güter] mag das capitel wol besetzen ... und wann das beschiht, so sol uns das capitel ... bitten, das wir unser hand streken und das lihen
    1381 HStArchStuttgart
  • wenneer de entsetter den richter also beledet heft, so schal de richter demsülven up sodane tosage unde voreschinge de hant strecken unde darmede up de stöle edder bank des gerichtes sitten gan
    1533 Bunge,Rbb. 254 Faksimile
D III 68 die Hand tragen
D III 68 a
  • dis ... gůt sol ... mit wan ein hant tragen [das heißt das Gut soll immer nur an einen Erben fallen]
    1298 BaselUB. III 219 Faksimile
D III 68 b als Interimswirt die Verwaltung des Hofes, der keinen großjährigen Erben hat, übernehmen
D III 69 tun
D III 69 a (Frieden) versprechen, geloben
  • des landes site stêt alsô: / wer dem andern tût die hant, /wêr er uber daz dritte lant, / der hette getrûwelîchen vride / bie dem halse und der wide
    1300 LivlRChr. V. 4617
  • dat se scholden orer eyn den andren de hand don, unde zegghen dat van beyden partyen by trůwen unde by eren ... wes wy en seden, dat se dat důn schollen
    1400 OstfriesUB. II 682 Faksimile
  • dat ihr eine deme andern de hand do
    1403 Wigand,Beitr. 149 Faksimile
D III 69 b verleihen
  • der schulte ensall gene hande an havesgude doen, daer en [by sin seven] geswaeren havesslude
    1480 Westfalen/KaufungenUB. II 119
D III 69 b – zu freier Leihe vergeben
  • dat wie Elsken, H.G.'s hussfrauthe, eyne vry unhuldige hande gedaen hebben und vestlicte doen vermitz desen unsen oppen brief
    1478 Rive,Bauerng. 472 Faksimile
D III 69 c jemanden angreifen, (gewaltsam) gegen ihn vorgehen
  • so wie die sine hant doet an scepenen in evelen wille
    1281 Stallaert I 556 Faksimile
  • zoe wij [wie] aen die meester van der stadt, den scoutet oft aen scepenen, zijn hant doet in oxhuijn van hueren ampte, die sal gaen Sint-Jacops
    1366 Stallaert I 556 Faksimile
  • van vrouwen cracht te doene, van vredebrekene, van dootslaghe ende hant te doene an onse knapen
    oJ. MnlWB. III 91 Faksimile
D III 69 d keinen Anspruch mehr erheben, von weiterer Rechtsverfolgung absehen
  • dat die heer ende parthien haer hand sculdich waren te doene van N.
    1. Hälfte 14. Jh. AardenburgRbr. 283 Faksimile
  • do dede di baliu hier op sine hant daer of naer den tenore der cooplieder privilegen, midz datter noch liif noch let aen lach
    oJ. MnlWB. III 91 Faksimile
D III 70 die Hand umkehren
  • sie achten der gebotten so wenig, das sie käumerlich die hand, wie man sprichet, deswegen umkehreten
    1666 SchweizId. II 1379 Faksimile
D III 71 auf die eigene Hand treten sich selbständig machen
D III 72 verdingen
D III 73 die Hand verfüllen
  • begheerden an de voors. weduwe dat zoe hemlieden haerlieder hant vervullen zoude van al dat den chaerter van den vōrs. testamente verclaerst [französische Übersetzung: ils réclamèrent de la veuve, détentrice des biens, garantie pour l'accomplissement des charges dictées par le prédécédé]
    1334 InvBruges VI 543
D III 74 mit der Hand verheißen
  • so einer dem andern etwas verheißt mit der hand Übersetzung für actio ex stipulatu
    1436 (ed. 1516) Klagsp.(Brant) Bl. 65 Faksimile
D III 75 verkaufen, vertreiben
D III 75 a von der Hand
D III 75 a α im kleinen, ohne Markt
D III 75 a β ohne genaue Zählung, Abwägung oder Abmessung
  • solte alles dasjenige, es sein wahrn, gattungen, khüchl, speisen unnd anders nach rechter maß, eln, gewicht oder von der hanndt ... verkhaufft werden
    1581 MHungJurHist. V 2 S. 54
  • den jakobs-brüdern ist verbotten, in der engelweihung auf den strassen von hand paternoster zu verkaufen, wol aber stuck- oder dutzet-weis
    1631 SchweizId. II 1383 Faksimile
D III 75 b vor der Hand
D III 75 b α ohne genaue Zählung, Abwägung oder Abmessung
  • alle fisch ... sollen nicht vor der hand, sondern mit dem gewicht, und in dem preisz, welcher in unser taxordnung vermeldet ist, verkauft werden
    oJ. DWB. IV 2 Sp. 360 Faksimile
D III 75 b β heimlich?
  • so mannichen hut sie aber nach solchem heirat und vorgegangenem angebotenen billigen wert deren meisteren vor der hand verkaufen wurde, so manche goltgulden soll sie zur straf geben
    1566 NrhAnn. 42 (1884) 137
D III 75 b γ unter der Hand "bei Gelegenheit, zu billigem Preis" Schirmer,KaufmWB. 79
D III 76 in die Hand verraten
  • inen die stadt einantworten und in die hand vorraten
    16. Jh. ThornStChr. 152
D III 77 die Hand verwandelt sich Besitz(er)wechsel
  • swenne sich dû hant verwandelt, so git man uns zehen schillinge ze erschazze
    1273 BaselUB. II 107 Faksimile
  • die dorflüt geben ze erschatz ... von einer ieglichen kornschupposs ... fünf schilling Basler pfenning, so sich die hand verwandlet
    1352 Schwarzwald/GrW. I 321 Faksimile
  • wenn sich die hant verwandelt, dem meiger vnd den huͤberen einen viertel wins
    1354 Elsass/GrW. IV 21 Faksimile
  • alz oft sich die hant verwandelt
    1361 Kurz,Rud. 361
  • allss dick sich die hand verwandlet so sol der empfoher dem lichenden gen 1 sch.
    1417 Burckhardt,Hofr. 124 Faksimile
D III 77 – ähnlich
D III 78 Hand vorhalten
  • so einer dem anderen vornacher nit also hand fürgehalten ["ihm seine eigennützigen Pläne hätte verdecken, durchführen helfen"], dörfte es iez gegenwärtiger spänen nüt
    1470 SchweizId. II 1384 Faksimile
D III 79 an die Hand wachsen begegnen, vorkommen
D III 80 die Hände wägen
  • sumliche lute sagent, daz er dem herren die hende wegen sul; des ist niht; wan als der man gêt fur sinen herren, da er stêt oder sizzet, und der man fur in stêt oder kniet, so wegt sich aller sin lip: so wegent sich ouch die hende
    1275/87 Schwsp.(R.) Lehnr. Art. 50
D III 81 die Hände waschen sich etwas unerlaubt aneignen, sich bereichern
  • wann ein landvogt in dem einzug der mittlen einer person seine händ wäschen (will)
    1713 SchweizId. II 1379 Faksimile
D III 82 von Hand werfen
  • welcher ein stein sucht und nit von hand würft [also beim bloßen Versuch stehen bleibt], ist 5 pfd. verfallen; welcher aber den stein von hand wirft, soll nach dem schaden bezahlen
    1692 SchweizId. II 1380 Faksimile
D III 83 Hände winnen
D III 84 ziehen
D III 84 a eine Sache an sich nehmen, insbesondere auf Grund eines Rechtes
  • mag es [das Gut] ein genosz umb den pfandschilling, als es verkouft ist, mit dem rechten in sin hand ziechen
    1343 Bern/GrW. V 93 Faksimile
  • dasselb zinslehen ... zů sinen handen ziehen
    1376/1445 UlmRotB. Art. 260 Faksimile
  • so ziehe er und sin covent soliche gutter zu iren handen
    1429 Sinsheim 421 Faksimile
  • sollen den [Acker] zu iren handen zihen, inne haben, nutzen, niessen, besetzen vnd entsetzen
    1452 FreibDiözArch. 2 (1866) 200
  • moͤgen die herren die guͤter zů iren handen ziehen und fúr wemm sy woͤllen und nach irem gevallen verlihen
    1488 FürstenbUB. VII 237 Faksimile
  • mag ein vogt das gůtt ziechenn zů sinen handen
    15. Jh. Zürich/GrW. I 47 Faksimile
  • wer, das die selben guter ein jor absetze legenn, so sollen sy die herren zu jren handen ziehen an widerreden
    1510 Elsass/GrW. IV 41 Faksimile
  • soll das gotzhuß die güter ziechen inn sin hannd
    1572 Zürich/GrW. I 61 Faksimile
D III 84 b beim Eid
D III 84 b α den Eid zuschieben
  • waͮ zwen am rechten gegen einandern stand, vnd einer an des andern hand sin sach ziechen wil
    1466 ArgauLsch. I 27 Faksimile
  • niemands mag an einer wybsperson hand syn sach züchen
    BernGS. 1615 Bl. 183 Faksimile
  • [er] staht von aller kundschafft und zeuͤchts an des antworteren hand
    1721 BernBF. 108
  • worüber man an eineßen hand ziehen und den eyd thun möge
    oJ. MurtenStR. 507 Faksimile
  • [er] zoch das an ir beider hande, an Rúdenknechtz und an des kremers hende, wart erkent, wes Hertrer an Rúdenknechtz oder des kremers hende zuge, das er ime des jehen oder loͤigenen soͤlte
    oJ. ZürichWG. I 418
D III 84 b β die Hand (nieder-)ziehen den Eid wehren
  • herre rihter, mit iuwerm urlaube sô were ich im den eit, unde ziuhe im die hant von dem eide
    um 1275 Dsp.(Eckh.) 88
  • wil der půrch herre des hauses er mit champf weren, so ziech ir aeinem di hant ab, die uber in da sweren wellent
    1300 Schwsp. Var./WSB. 80 (1875) 365
  • wil dejenige, de de losinge but, ene de hant afstriken und dregen dat isern
    14. Jh. Arbusow,LivlBR. 72
  • mag yn ... der cleger nit ußer dem gerichte triben noch die hende von den heilgen gezyhen
    14. Jh. Kohler-Koehne,Worms 29
  • ob aber yeman dem andern sin hand nider ziehen... wollt
    um 1430 RottweilHGO.(Irtenkauf) IV 3
D III 84 c bei der Urteilsschelte
D III 84 c α beim gerichtlichen Zweikampf
D III 84 c β beim Zug an ein anderes Gericht
  • wir heizzen daz bescholten urteil: swer also sprichet: ich widerwirfe dise urteil, wan si ist unreht, unde ziuhe si dâ hin dar ich si mit rehte ziehen sol, daz ist an die hant von der der rihter daz gerihte hât
    1275/87 Schwsp.(R.) LR. Art. 108 § 5
D III 84 d Besitz aufgeben, abstehen, räumen
  • zal die gedaechde bij deerste deffault bij provisie gecondempneert worden zijn handt te trecken ende van den erven ende van den huysingen ruyminge te doen
    1550 UtrechtRBr. II 361 Faksimile
D III 84 e Kaufanspruch geltend machen
  • all had ymant huys vercoefft, ende die coeper dairin sat, ende beraudet hem dairnae, die coper mach sijn handt nae hem trecken, ende die den eygendoom hefft, die sal den scaey dairoff hebben
    Mitte 16. Jh. Wijk/Fruin,KlSteden II 117 Faksimile
D III 85 die Hände zusammenlegen
  • sal der sun sin hende zo samine legin unde sal gan vor den herrin, unde bieten dem herrin sin manschaft umme sines vatir len
    14. Jh. GörlitzLehnR. 91 Faksimile
  • [si] leide te samen hare hande ende bat, dat hise uten lande mettem voere
    oJ. MnlWB. III 93 Faksimile
D IV Beispiele präpositionaler Verbindungen
D IV – in die Hand sofort
  • alse denne der rat uber geht, waz si denne da setcen unde benennen, daz muz vor sich gehn, iz si silber oder pfenninge, wi si daz setcen, in di hant oder zu tagen
    um 1300 FreibergStR. XIV § 1 Textarchiv: FreibergStR. XIV
D IV – nach der Hand nachträglich?
D IV – Hand über Hand schnell?
D IV – von der Hand ohne Zwischenhändler
  • galt ein karg pipper zu Venedig 50 ducaten und 1 center imber 16 ducaten, woll von der hand 7 1/2 ducaten, woll von Zibelli 7 ducaten, und 1 centen chenell 16 ducaten
    15. Jh. AugsbChr. II 155 Faksimile
D IV – unter der Hand
  • daß die ... unter der hand aus besondern ursachen errichtete pacta vor denen paciscenten ableiben iedermänniglichen kund werden sollen
    1717 Chorinsky,Mat. I 214
D IV – eine Hand um die andere formlos
  • soll man die pfand ufriefen drimal umb den brunen ... auch in jedem flecken drimal ufruefen ... kaufts in den zwaien flecken [B. und R.] niemand, so soll mans wider her gehn Mittelstat füren, so mags ein hand um die ander kaufen
    1570 WürtLändlRQ. II 415 Faksimile