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Deutsches Rechtswörterbuch (DRW): Lasse

Lasse

, m.

in der Literatur auch als Late geführt; ahd. laz, ae. læt, afries. let, mhd. lazze, mnl. lat, late, laet, mnd. lat, lâte; die Etymologie des Wortes ist ungeklärt, zu lassen (I 7)?, vgl. NlEtymWB. 380
Minderfreier, zinshöriger Bauer mit Erbberechtigung an seinem Gut; bei Brügge mit besonderer Bedeutung: Bewohner des Vrije van Brugge
  • gif læt ofslæhð, þone selestan lxxx scll, forgelde
    601/04 Liebermann,AgsG. 4
  • cum familiis sexaginta, quae lingua eorum lazi dicuntur
    865 GrRA.4 I 425
  • sunt denique ibi, qui illorum lingua edlingi, sunt qui frilingi, sunt qui lassi dicuntur
    9. Jh.? GrRA.4 I 312*
  • sulzbacharii ipsum ius habent, exceptis illis qui dicuntur lazi 
    1035 MGConst. I 88
  • [Graf H. schenkt d. König e. Hof mit 100 Hufen] et cum illis hominibus qui proprii et lazci sunt infra eosdem mansos habitantibus
    1043 Dobenecker,Reg. I 159
  • predia sua huic loco C. dedicavit cum eo iure hominum et prediorum, quo sui antecessores ipsis fruebantur, homines scilicet in quinque iustitiis, ut edelsten, knechte, zmurde, lazze, heyen, horum quemcumque secundum genus suum
    1122 Dobenecker,Reg. I 244
  • in villa W. vj mansos litonum i.e. lazze 
    1189 HHalberstUB. I 296
  • de scult scal de erve gelden, of he is inneret wert, alse recht is, mit twen unde seventich mannen, de alle vri scepenbare sin oder echt borene late 
    1224/35 Ssp.(Eckh.2)LR. I 6 § 2
  • do leten se de bure sitten ungeslagen unde bestadeden ene den acker to also gedaneme rechte, alse en noch de late hebben; dar af quamen de late
    1224/35 Ssp.(Eckh.2)LR. III 44 § 3
  • twentich scillinge unde ses penninge unde en helling is der late bute unde negen punt is er wergelt
    1224/35 Ssp.(Eckh.2)LR. III 45 § 7
  • ende ghesciede hiertoe al dat recht ende vonnesse wysde, bi maninghen sheren ende bi wijsdome der late 
    1241 Stallaert II 131
  • we geistliken lude ... hebben ... de groten dorp unde vile hove, burge unde lant unde vile dienestmanne unde ane mate late unde egener lude vile
    um 1260/70 SächsWChr. 116
  • 1288 Grafenthal UB. 45
  • 1293 Stallaert II 131
  • sette de rat ..., dat nen lat nen egen man scal werden gekoren an ore werdechheyt
    1309 HildeshUB. I 334
  • 1318 BrschwUB. I 31
  • 1318 CoutBruges I 389
  • 1318 HildeshUB. I 384
  • 1368 Grafenthal UB. 171
  • 1382/87 ChartPierreGand II 96
  • we in ore gilde wel, de schal wesen echt unde recht gheboren unde nenes heren late edder eghen
    1398 HildeshUB. II 567
  • soe sijn der porteren late geurydt, ghelijc porteren, van haren hauen die si op der porteren goede hebben
    14. Jh.? CoutAnvers I 88
  • dat eyn amptman ... to allen viertyn nachten mach dyngen vur der kirchen ... mit den laten aldair
    14. Jh.? Niederrhein/GrW. II 764
  • se alle eder orer neyn nemendes lat noch eghen sin ghewest
    1401 HildeshUB. III 3
  • 1410 NrhAnn. 92 (1912) 113
  • dat sin gut na sinem dode an de heren vorvallen were, der he eyn late were
    1420 HildeshUB. III 420
  • alle gueder, die tho B. kurmodich synt, sullen schuldich syn eyn gesworen laet den heren to halden ... der vereyt sal syn den here en den laeten by ere gerechticheit tho halden
    1426 SPantaleonUrb. 342
  • were yemans van den laeten en tynsslueden under sich over yre erfscheyt uneyndrechtich, sullen sy dat recht vur den laeten nemen
    1426 SPantaleonUrb. 343
  • 1449 CoutBruges I 590
  • dat disse [neues Zunftmitglied] ... leddich unde fry sy geboren unde nemandes late edder eygen sy
    1450 WernigerodeUB. 302
  • Mitte 15. Jh. MagdebSchSpr.(Friese) 369
  • 1463 NrhArch. 1 (1832) 205
  • vant dat ampt, we der heren laetgud wolde hebben to erve, de moste unde scholde wesen ein laete der kerken
    1483 Niedersachsen/GrW. III 248
  • 15. Jh. InvBruges Gl.fl. 399
  • sall man kiesen, die da die verstendigste und weisten ... sind ... dieselven seven laten sollen alle jairss zu vier reisen des hoeffs gedinge besitten
    um 1500 Westfalen/GrW. III 60
  • 1502/30 CoutFurnes IV 313
  • 1540 CoutFrancBruges II 615 u. 617
  • 1548 CoutLooz I 11
  • wann jemandt vngehorsam, darüber erkennen die laeten, dergleichen wan ein churmodt verfelt, wan einich laetguidt verkaufft wirt, solche vffdracht geschicht für des laetherrn schulteiß und zweien laeten
    1554/55 NrhArch. 3 (1860) 337
  • die laeten richten nit weiters dann über zinßpacht, kurmoden
    1554/55 NrhArch. 3 (1860) 339
  • aber den lassen, der nicht viel bey vns seind, das sind die eigen gewissen, vnd von jren herren ein zeitlang, oder ewiglich frey gemacht vnd gelassen ... den gibt man ... zu busse x schillinge, vj pfenninge vnd ein heller
    1561 Rotschitz 92v
  • is zu wissen auff der laet afflivich wurdt auff starff, soe wanneer end wellich tit, soe is dem heer den koer gefallen
    1571 LimbWijsd. 6
  • die kurmued, die gevallen is, suellen die laeten schetzen na irem besten verstande, off der lenheere wilt
    16. Jh. NrhAnn. 45 (1886) 167
  • 1672? Steinen,WestfGesch. III 762
  • 1780 Gabcke,DorfBauernR. 116
  • 1785 Fischer,KamPolR. I 734
  • 1801 RepRecht IX 263
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