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Deutsches Rechtswörterbuch (DRW): 1Schanze/2Schanze

1Schanze

, f.

zu ital. scansi Abwehr; Dim. Schänzlein 

I Schutzbefestigung, Wehrbau, Wall; auch im übtr. Sinn
  • haben auch ein schanzs am carthuser-cloister ... uffgeworfen
    1587 BuchWeinsberg III 463
  • die gemeynte van G., doer octroye van s.d.h., heeft op die gemeynte gemaeckt een schanse 
    1632 CoutLooz I 281
  • sollen die weeg im felt und markt alle jahr wenigist zweimahl gemacht und die schanz umb den markt ainmahl reparirt werden
    1660 NÖsterr./ÖW. VIII 119
  • jenseits der schlagpruckhen hinaus bis zu denen neu erpauten schanzn 
    1698 WienRQ. 336
  • [solle] ein schänzlin ufgeworfen wärden, wie auch ein vorsächung mit palisaden
    1708 GasterLsch. 159
  • indem die Ottonen ihre macht gruͤndeten, legten sie zugleich den grund zu den schanzen, von welchen nachher die kaiserliche macht bestuͤrmet ... wurde: die vielen ... errichteten bisthuͤmer ... wurden ... schutzwehren der paͤpste
    1784 Krünitz,Enzykl. 32 S. 313
  • wenn ... der feind ein stuͤck land, das mir zugehoͤrt, einnimmt, z.e. auf meinem acker eine schanze aufwirft, nun aber ... die schanze verlaͤßt, so wird der acker wieder mein eigenthum
    1805 RepRecht XII 61
II
Schanzarbeit als Arbeitsstrafe
III bei Schiffen: erhöhter Teil des Achterdecks
  • bey der werfung selbst muß mit den waaren, die auf dem verdecke, ueberlaufe, back und schanze liegen ... der anfang gemacht werden
    1794 PreußALR. II 8 § 1800
IV Holzzaun oder -schranke
  • wellicher zeunen oder schantzen machen will, soll darzu kein eichen noch meybuchen, sonder allein todt holtz, auch solich holtz zu keinen veltzeunen, sonder allein ... zu nötigen beuen, gebrauchen
    1564 Waldordnung/NrhArch. 3 (1860) 205
  • ob den nachparn einige abbrauch von dem müllner geschehe an irer frucht, mag der gemeine nachpar ... des müllner pferd mit dem zaum halten, dem pferd eine eichen schanz vursetzen
    16. Jh.? GrW. III 839
V Kleinholz, Reisigbündel; auch als Maßeinheit
unter Ausschluss der Schreibform(en):

2Schanze

, f.

aus afrz. cheance Glückswurf, Einsatz

I Glückswurf, Glücksspiel
  • ob ein wierd spillen lies mit wuerfl ain schanz oder zwo, und mag sich des der wirt nit ausgereden, so ist er umb funf phenning zu wandl und des gleichs der spuler
    Anf. 16. Jh. NÖsterr./ÖW. IX 52
  • darauß warzunemmen, daß der teuffel, wie selsam auch das spiel falle, staͤts die schantz gewinnen will ... wann der teuffel den leib heylt, so toͤdt er dargegen die seel
    1591 Fischart,Daem. 159
II Zufall, Schicksal; auch Gelegenheit
  • den von A. geviel die schantz nit gar wol, daß sie der bischoff so hart anzoch
    um 1468 AugsbChr. II 211
  • wu aver ... durch egene und fromede schaden gewarnet, sich doch nicht vorseen wolde ... so it emme ovel genge, worden sine fronde und fiende spreken, eme were recht gescheit, he were genoechsam gewarnet, dannoch mit frevel sich selvest in de schantze, eventuer und perickel gesat
    um 1550 SoestChr. I 7
  • alß se averst segen, dat ernst were, ... wolden se sich vollendes in de leste schantze wagen
    1598 Neocorus,Ditm. I 368
unter Ausschluss der Schreibform(en):