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Deutsches Rechtswörterbuch (DRW): Magd

Magd

, f., Maid, f.

in allen germanischen Sprachen (außer im Nordgermanischen) weit verbreitet; bereits zu Ausgang des Mittelhochdeutschen kontrahierte Formen mait, meit, pl. meide, mit anderem Suffix althochdeutsch magatîn, altenglisch mægden, mǣden; Maid glossiert virgo und caelebs AhdGlWB. 393; zur Etymologie vgl. NlEtymWB. 419 und Kluge22 454

I Mädchen, weibliche Person von der Geburt bis zur Eheschließung, bisweilen mit Betonung der geschlechtlichen Unberührtheit; nur eingeschränkt rechtsfähig und daher unter väterlicher oder vormundschaftlicher Gewalt stehend und besonderen Schutz genießend; ae. auch in der weiteren Bedeutung ,Frau'
  • vor 750? Beowulf(Nickel) V. 924, 943 u. 3017
  • gif man mædan oððe wif weddian wille [wenn man ein Mädchen oder eine Frau verloben will] 
    970/1030? Liebermann,AgsG. 442
  • den man den rôten ritter hiez, die künegîn er maget liez
    um 1210 Wolfram v. Eschenb.,Parzival 202, 22
  • belenet wif unde maget ne sint nicht plichtich des rikes hervart to denende, mer heresture scolen se geven
    1224/35 Ssp.(Eckh.2)Lehnr. 34
  • maget unde wif moten vormunde hebben an iewelker klage, dorch dat men se nicht vertugen ne mach, des se vor gerichte spreket
    1224/35 Ssp.(Eckh.2)LR. I 46
  • swelich maget ent veret weder ires vader vnde ire moder willen se ne heuet an sin erue nicht to wardende
    1227 BrschwStR. § 34
  • swer maget oder wip notzoget, swie bose si ist, man sol vber in rihten, also was si maget, man sol in lebendigen begraben. was si ein wip, man sol im ab daz hovbet slahen
    um 1275 Schwsp.(Langform Z) LR. Art. (L.) 287
  • als der knabe kvmt ze vierzehen iarn vnd div maget zwelf iarn, so versprechent si ir gvͦt wol mit rehte
    um 1275 Schwsp.(Langform Z) LR. Art. (L.) 337
  • diu maget wart ze wîbe von dem erwelten manne
    nach 1281 Konr.v.Würzb.,Troj. V. 9140
  • 13. Jh. Rockinger,Dm. 77
  • kvmpt eyn knape tů eyner wedewen echtlike mid syme knapedom, hy behald dat gud half, oft sy steruet; dy maget mid den wedeweren dat silue
    um 1300 BurgLR. 162
  • swelk man eyne vrowen eder eine maget vntvoͤret mit ghewalt, de heft disse stad iummer mer vorloͤren
    Anfang 14. Jh. BrschwUB. I 24
  • 1303/08 BremRQ. 62
  • um 1330 BrünnRQ. 360
  • börger ... off borgers kind dat sy man off wyff knecht off maget echte off unechte
    1355 Buschmann,Wetter 142
  • 1373 FreibergUB. I 94
  • knecht adir meide 
    1428 OStR. I 25
  • sa ach thet mundlase meydene to kiasan hire fremeda formunde [ferner hat das vormundlose Mädchen das Recht, ihren neuen Gatten zu wählen] 
    1. Hälfte 15. Jh. FivelgoR. 154
  • alle wondingen die vrouwen und maegden gedaen worden, is den darden part hoger dan einen manne
    1470 Richth. 281
  • so aber eyner zcu seinen fierzcen jarin kommet, unnd die maget werdet zwelff jar alt, so mogin sie sich nemen, wan sie sint zcu iren jaren kommen
    1503/04 PurgoldtRb. I 16
  • so auch jemants ... ein jungfrau oder magd beschleft, der sol die zur ehe behalten, so fern es ihrem vater oder eltern gefelt, ihme die zu geben
    1526 Hessen/Sehling,EvKO. VIII 40
  • so aber einer ein dochter, magt oder junckfrouwen verfellt, gschmaͤcht oder geschwecht haͤtte, die noch nitt vermaͤchlet waͤre, der soll iren ein morgengaͧb gaͤben und sy zů der ee haben
    1529 BernStR. VI 1 S. 383
  • 1529 Niedersachsen/Sehling,EvKO. VII 1 S. 368
  • es sol khain gesell bey keiner mayd arbaiten
    1530 Schoenlank,NürnbGesellenw. 358
  • wann ein weibsperson öffentlich in der unzucht betretten oder sönst unleugbar were und gleichwol für eine magt im börtlein, krenzlen oder haren gehen thete, der söllen zur busse ... die hare abgeschnitten und geschleiert werden
    1540 Preußen/Sehling,EvKO. IV 54
II
Frau, die sich gegen Lohn zu Arbeiten unterschiedlicher Art in Haus oder Betrieb verdingt und meist in Hausgemeinschaft mit dem Dienstherrn lebt; im Haus der weibliche Dienstbote, die Dienerin, Zofe (ab dem 17. Jh. zunehmend von Mädchen verdrängt); im landwirtschaftlichen Bereich die Dienstmagd (I) 
  • ez müest ein armiu frowe sîn ... diu niht gewinnen möht ein maget, diu daz bewart
    1255 Ulr.v.Liechtenst. II 1626, 3
  • so mac er geben sinem wibe ze morgengabe ane siner erben vrlop einen kneht vnd maget die zir iarn chomen sint
    um 1275 Schwsp.(Langform Z) LR. Art. (L.) 18
  • 1303/08 BremRQ. 96
  • ez sol auch kain frowe ze hohzeiten mit ir niht mer maide fuͤren und haben denne aine maget, ane ob si bei ir hat ain erber tohter, deu ir oder ir wirtes mêgin ist
    1320/60 NürnbSatzB. 150
  • sollen in die [purgen] zw hannt laysten mit zween rittermessigen knechten vnd mit zweyen erbern mayden 
    1330 MBoica XVI 362
  • eym ieglichen man, dem got beschert gesinde beyde, meyde und knechte, der in hat keyn recht ober sie nicht wan also vil als ym ir dinst gefellet umb syn lon
    1. Hälfte 14. Jh. KlKaiserr.(Munzel) 216
  • 1401 StraßbZftO. 5
  • NürnbRef.(1479/84) I 9
  • wol van den gesellen synem meister eine mageth tho unehrenn brynget, de schal inn duszer stadt keinen densth hebben
    1547 HambZftRolle 292
  • vom lohn des gesindes oder der dienstboten ... eine kleine magd oder zoͤgling wird nach glegenheit unterhalten
    1640 CCPrut. II 79
  • soll kein rothschmiedt seine magd zum handwerck, oder dem formen gebrauchen, noch uͤber den feilstock sezen
    1694 Gatterer,TechnolMag. I 98
  • 1709 v.Berg,PolR. V 206
  • 1739 Zedler XIX 222
  • 1746 Preußen/QNPrivatR. II 2 S. 306
  • wer die arbeit zu leisten verbunden ist, heisset ... wenn es eine weibsperson ist, eine magd (ancilla)
    1754 Wolff,Grundsätze 684
  • maͤgde und uͤbrige domestiken der kameralpersonen ... nehmen an den kameralfreyheiten ihren antheil, so lange sie ihren stand nicht verruͤcken
    1791 Malblank,Kanzleiverf. I 263
  • stimmberechtigt sind alle volljährige, selbständige gemeinde-glieder. mägde und alle die zum dienstpersonal der familie gehören, sowie notorisch arme sind davon ausgeschlossen
    1828 Göbell,RhWKO. I 192
  • vvann ein lehen-mann seine eigenhörige magd, oder zinspflichtige beschläfft, soll der knabe so davon gebohren, ein cämmerling seyn
    undat. Übs. eines Ministerialenrechts von ca. 1220 [OsnabrUB. II 92] Ludewig,Rel. II 305
III Frau niedrigen Standes
IV Geliebte
  • über eine magd eines soldaten wegen verheimlichter schwangerschaft ... kriegsrecht gehalten werden mußte
    vor 1806 Wohlfeil,Heer 136
unter Ausschluss der Schreibform(en):
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